Möbel restaurieren

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Möbel restaurieren

Vom Glanz alter Zeiten ist bei alten Möbeln oft nichts mehr zu sehen. Meist hat die Oberfläche gelitten, das Furnier löst sich an manchen Stellen und die Beine wackeln – und trotzdem: zum Wegwerfen sind sie einfach zu schade. Warum also nicht selbst Hand anlegen? Manches alte Möbelstück ist mit vielen Erinnerungen verbunden oder von unschätzbarem Wert. Der Staub von Jahrzehnten und Gebrauchsspuren machen es aber nicht gerade leicht, diesen zu erkennen.

Hinweis: Bevor Sie mit der Arbeit beginnen: Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei einem Fachmann nach Alter und Wert Ihrer Antiquität.

1. Furnier reparieren 2. Gelöste Verbindungen
3. Anstrich 4. Aufpolieren
Furnier reparieren

1. Furnier reparieren

Bei alten Möbeln löst sich häufig das Furnier. Es bilden sich Blasen, so genannte Kürschner, Teile fehlen oder sind lose. Kürschner können meist durch Erhitzen mit dem Bügeleisen beseitigt werden. Falls das nicht hilft, wird mit einer Einwegspritze Holzleim in den Kürschner eingespritzt. Wichtig ist immer: Zulage (z.B. ein dünnes Holzstück) verwenden und Papier dazwischen legen, sonst klebt die Zulage an! Muss ein Stück Furnier ergänzt werden, begradigen Sie zunächst die Bruchränder, indem Sie schräg zum Faserverlauf schneiden. Nun können Sie aus transparenter Folie die Form anfertigen. Markieren Sie den Faserverlauf auf der Folie. Übertragen Sie dann die Form auf das neue Furnierstück. Nach dem Ausschneiden mit dem Cutter, können Sie das Furnier verleimen und spannen.

Gelöste Verbindungen

2. Gelöste Verbindungen

Der erste Schritt beim Restaurieren ist immer das Wiederherstellen der Statik. Dort, wo sich die alten Verbindungen gelöst haben, muss frisch verleimt werden: Zerlegen Sie das Möbelstück vorsichtig mit dem Hammer (niemals direkt auf das Holz schlagen – Zulagen verwenden!) und markieren Sie die Position der Einzelteile. Kratzen Sie mit dem Stemmeisen  behutsam den alten Leim ab und geben Sie dann Holzleim an Schlitz und Zapfen. Nun können Sie die Teile entsprechend der Markierungen neu zusammensetzen und mit Schraubzwingen in alle Richtungen verspannen (auch hier gilt: Zulagen nicht vergessen!). Achten Sie darauf, dass das Möbelstück auf einer geraden Fläche verleimt wird, da es sich sonst verziehen kann. Arbeiten Sie beim Verleimen lieber fix: Holzleim bindet innerhalb von 20 Minuten ab.

Anstrich

3. Anstrich

Nadelhölzer wie Fichte und Tanne wurden früher meist übermalt oder mit edlen Hölzern furniert. Hat sich die Farbe gelöst, muss retuschiert werden – und zwar so, dass die "Flickstelle" möglichst nicht zu sehen ist. Deshalb sollte die alte Bemalung immer nur ergänzt und nicht überdeckt werden. Entfernen Sie dazu Fett und Schmutz: Das geht am besten mit Salmiaklösung (mit maximal zwei Esslöffeln Salmiak auf einen halben Liter) oder Haushaltsreiniger. Als Farben eignen sich hochwertige Acrylfarben (z. B. der Firma Lukas). Mischen Sie den Farbton auf der Palette an und testen Sie ihn an einer unsichtbaren Stelle. Für den Farbauftrag tupfen Sie die Farbe erst auf und verwischen sie dann leicht mit dem Finger. Achtung: Acrylfarben dunkeln beim Trocknen leicht nach.

Aufpolieren

4. Aufpolieren

Sind alle beschädigten Holzteile repariert, geht’s an die Oberfläche. Beginnen Sie mit einer gründlichen Reinigung.  Schellackpolitur lässt sich am besten mit Spiritus, Wachs mit Terpentinöl entfernen. Die Mittel werden mit einem Spülschwamm aufgetragen, bis sich die Schellackpolitur oder das Wachs löst. Ist das Möbelstück sauber, trocken und staubfrei, können Sie es neu mit Schellack polieren, es wieder mit Wachs einlassen oder in Richtung der Maserung streichen.

Tipp

Verzichten Sie beim Restaurieren auf die Verwendung von Schrauben und Nägeln – außer natürlich bei den Stücken, die im Originalzustand schon auf solche Weise verbunden waren. Zierleisten wurden beispielsweise oft mit Nägeln befestigt, Beschläge mit kleinen Schrauben. Diese sollten Sie auch bewahren.

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