Rosen schneiden in 4 Schritten

Rosen optimal schneiden

Sie denken, Rosen schneiden ist kompliziert? Überhaupt nicht! Alles was Sie brauchen, ist ein wenig Beobachtungsgabe und eine scharfe Gartenschere. Denn wenn Sie Ihre Rosen regelmäßig schneiden, blühen sie umso reicher. Außerdem verjüngt ein Schnitt die Pflanzen und unterstützt die Wuchsform. Die Art des Schnitts richtet sich bei Rosen nach dem Wuchs- und Blühverhalten der Pflanze. Bringen Sie daher in Erfahrung, ob es sich um eine einmalblühende oder um eine öfterblühende Sorte handelt.

Der richtige Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist das Frühjahr, am besten wenn die Forsythien blühen.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Einkaufsliste
3 - Werkzeugliste

Schritt 1 - Öfterblühende Rosen schneiden

Viele moderne Strauch-, Beet- und Edelrosen sowie Climber – das sind die aufrecht wachsenden und auf ein Rankgerüst angewiesenen Sorten unter den Kletterrosen – vereinen heute die guten Eigenschaften von „Alten Rosen“ wie Duft und Krankheitsresistenz, und von neueren Sorten, z. B. die Fähigkeit öfter im Jahr zu blühen. Schneiden Sie bei diesen Rosen verblühte Triebe bis zum ersten voll entwickelten Laubblatt zurück. Achten Sie darauf, dass dieses Blatt nach außen weist, denn aus der Schnittstelle treiben noch einmal neue Blütentriebe, die dann ebenfalls aus dem Strauch nach außen weisen. Wenn sie nach innen wachsen, ergeben sich ungünstige Überkreuzungen von Trieben.

Jedes Jahr im Frühjahr schneidet man die Haupttriebe außerdem tief herunter (bei Bodendeckerrosen können Sie dafür die Heckenschere verwenden). So wird ein kompakter und kräftiger Wuchs gefördert. Überalterte oder abgestorbene Triebe nehmen Sie an der Basis heraus, sodass immer ca. 5 bis 8 kräftige Triebe das Gerüst der Pflanze bilden. Achten Sie darauf, dass Strauchrosen vor dem Blühen erst eine Basis benötigen, welche aus Trieben der ersten und zweiten Ordnung besteht. Aus diesem Grund sollte der Schnitt der Triebe erster Ordnung, also der Triebe aus dem Vorjahr, nicht zu stark ausfallen. Kürzen Sie die Triebe nur etwa um ein Drittel ihrer Wuchshöhe. Wenn Sie Ihre öfterblühende Strauchrose schneiden möchten, sollten Sie dies am besten Ende März tun.

Verwenden Sie nur eine gut geschärfte Schere und setzen Sie diese bei Strauch- und Kletterrosen möglichst immer ca. 0,5 cm oberhalb eines nach außen weisenden „Auges“ („schlafende“ Knospe) schräg an. Ein schräger Schnitt sorgt dafür, dass Wasser vom sogenannten Auge weggeleitet wird und sich keine Krankheitserreger bilden können.

Tipp:

Beachten Sie, um welche Rosengruppe es sich handelt, da diese unterschiedlich stark geschnitten werden müssen. Wenden Sie sich im Zweifel an einen Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt.

Triebspitzen entfernen

Schritt 2 - Einmalblühende Rosen schneiden

Die meisten Wildrosen, viele „Alte Rosen“ blühen nur einmal im Hochsommer an den seitlichen Abzweigungen langer Triebe – also am mehrjährigen Holz. Das gilt auch für Rambler, das sind Kletterrosen mit langen biegsamen Trieben, die sich ohne Kletterhilfe ihren Weg bahnen. Bei diesen Rosen werden in der Regel nur ältere und kranke Triebe an der Basis ausgelichtet und verblühte Triebspitzen entfernt. Wenn Sie Verblühtes bereits direkt nach der Blüte ausschneiden, müssen Sie allerdings auf den herbstlichen Hagebuttenschmuck verzichten. Lange einjährige Ruten ohne Seitentriebe, die weit aus dem Gewächs herausragen, werden ebenfalls um ca. 1/3 eingekürzt, damit der kompakte Wuchs erhalten bleibt.

Tipp:

Wenn Sie die langen Haupttriebe von Kletterrosen waagerecht leiten, blühen sie reicher. Denn dann weisen ihre Seitenverzweigungen mit dem höchsten Saftdruck nach oben.

Rosen auf Triebgerüst zurückschneiden

Schritt 3 - Hochstammrosen schneiden

Hochstammrosen werden im Frühjahr auf ein kleines Triebgerüst aus ca. 5 bis 7 Haupttrieben zurückgeschnitten, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Schneiden Sie die Haupttriebe bei Edelrosen, die auf einen Hochstamm veredelt wurden, auf 3 bis 5 Knospen zurück. Bei Beet- und Zwergrosensorten, die als Hochstämmchen kultiviert werden, kürzen Sie die Haupttriebe auf 5 bis 7 Knospen ein. Sehr feine Triebe – dünner als ein Bleistift – schneiden Sie bis auf 2 Knospen vor die Veredelungsstelle zurück. Dann treiben die dünnen Zweige gestärkt aus. Wurde auf den Stamm eine Kletterrose veredelt, entwickelt sich eine kaskadenförmige Krone, die Sie im Frühjahr nur etwas auslichten – nicht einkürzen. Achten Sie insgesamt auf eine ausgewogene Kronenform. Mehr zum Thema Veredeln finden Sie in unserem OBI Ratgeber.

Tipp:

Bei Hochstammrosen treten oft Wildtriebe an der Basis des Rosenstocks auf. Entfernen Sie die Triebe möglichst durch Herausreißen, damit sie nicht erneut austreiben.

Kletterrosen zurückschneiden

Schritt 4 - Kletterrosen schneiden

Auch bei Kletterrosen unterscheidet man für den fachgerechten Schnitt einmal- und öfterblühende Sorten. Climber blühen sowohl an ein- wie an mehrjährigen Trieben mehrmals im Jahr. Hier reicht es im Frühjahr zu dünne und überalterte Triebe herauszunehmen. Seitenverzweigungen der Haupttriebe können Sie auf bis zu 4 Augen einkürzen, damit die Wuchsform kompakt bleibt. Kletterrosen wie die Rambler blühen nur am mehrjährigen Holz. Um bei einem Rückschnitt im Frühjahr nicht alle Blütenanlagen zu entfernen, schneiden Sie bei dieser Gruppe im Frühjahr nur Totholz und kranke oder abgeblühte Triebe aus dem Vorjahr heraus.

Tipp:

Kletterrosentriebe, die dünner sind als ein Bleistift, sollten Sie entfernen. Schneiden Sie bei einer Triebkreuzung den schwächeren Trieb oberhalb einer nach außen weisenden Knospe heraus und entfernen Sie bei eng stehenden Trieben den älteren von beiden.

Einkaufsliste

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