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Paludi Karton wird im OBI Markt mit Pflanzen befüllt

Gemeinsam MOOR erreichen: Das OBI Paludi-Pilotprojekt

Als Mitglied der von der Initiative “toMOORow” gegründeten Allianz der Pioniere möchte auch OBI seinen Beitrag zur Wiedervernässung von Mooren leisten: mit einer alternativen Verpackungslösung in Form eines Pflanzentransportbehälters. Und deiner Unterstützung!

Moore sind wahre Alleskönner: Als biodiverse Flächen bieten sie unzähligen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat, zudem sind sie leistungsfähige CO2-Speicher. Doch nur nasse Moore können diesen Beitrag zur Gesundheit unseres Klimas leisten. Allerdings schrumpft die Fläche nasser Moore seit vielen Jahren im Zuge ihrer landwirtschaftlichen Nutzung und mittlerweile sind alleine in Deutschland ca. 95 Prozent der Moore trockengelegt – diesem Prozess gilt es, gemeinsam entgegenzuwirken und für alle Beteiligten sinnvolle Alternativen zu schaffen.

  • Kundin nutzt Palludi Karton im Markt
  • Karton befüllt mit Pflanzen
  • Palludi Karton leer
  • Karton befüllt mit Pflanzen

MOORE – So wichtig, so bedroht

Moore bedecken auf der Erde eine Gesamtfläche von etwa 4 Millionen qkm und übernehmen eine wichtige Rolle in Sachen Artenvielfalt, Hochwasserschutz und Klimagesundheit. Denn intakte Moore können doppelt so viel Kohlendioxid speichern wie alle Wälder der Erde zusammen. Doch besonders in Europa steht die Erhaltung von Mooren durch die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung unter Druck: Alleine in Deutschland sind mittlerweile 95 Prozent der Moorflächen zur landwirtschaftlichen Nutzung sowie zur Gewinnung von Torf trockengelegt und sorgen damit für rund 7 Prozent der bundesweiten Treibhausgas-Gesamtemission. Nur ein nasses Moor kann CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Eine Trendumkehr ist zwingend erforderlich.

Wiedervernässung und die Bedeutung von Paludikulturen

Das Trockenlegen von Mooren und damit das Ende ihrer klimaschützenden Funktion ist somit vor allem wirtschaftlich begründet – und leider nicht ohne weiteres zu stoppen. Denn bei aller Einigkeit über die Wichtigkeit des Klimaschutzes muss auch Verständnis für u.a. die Landwirtschaft aufgebracht werden, die trockengelegte Moore bewirtschaftet und der ohne diese eine wichtige Einnahmequelle abhandenkäme. Es braucht also Alternativen.

Als Händler mit einer klaren ESG-Strategie (“Environmental Social Governance”) hat OBI es sich zum Ziel gesetzt, eine aktive Rolle bei der Suche nach genau diesen Alternativen zu übernehmen. Ein möglicher Weg zum Ziel: Paludikulturen. Dieses Kunstwort (von lateinisch “palus” für Sumpf und “cultura” für Bewirtschaftung”) beschreibt die land- und forstwirtschaftliche Nutzung ausschließlich nasser Moorstandorte und damit die wirtschaftliche Grundlage für die Abkehr von der Trockenlegung von Mooren.

Die Idee: ein neuer Transportbehälter

Alleine in Deutschland verkauft OBI pro Jahr rund 46 Millionen Pflanzen, von denen viele in üblichen Transportkartons aus herkömmlicher Pappe nach Hause gebracht werden – und genau hier haben wir einen Handlungsansatz gefunden: Zukünftig besteht die Pappe dieser Kartons zu einem gewissen Anteil aus einem Ersatzstoff, konkret: Paludi-Biofasern. Denn liefern wir einen Wertschöpfungskanal für alternative Moornutzung, dann liefern wir Argumente, dass sich die Landwirtschaft sukzessive für eine moorverträgliche Bewirtschaftung entscheiden kann.

Gemeinsam mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette haben wir eine neue Version unseres Pflanzenkartons entwickelt, die nicht mehr rein aus Papier, sondern zu 10 Prozent aus Rohrglanzgras besteht – einem Gras, das als Paludikultur auf nassen bzw. wiedervernässten Mooren angebaut werden kann und somit eine Alternative zur konventionellen Landwirtschaft auf entwässerten Moorböden darstellt. Gleichzeitig ermöglicht dieser Materialmix eine Reduzierung des Holzanteils im Karton und trägt somit zusätzlich zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen bei.

Rohrglanzgras als Paludikultur

Die Grundlage: Der Faserrohstoff

Ernte

Partner: Donaumoos-Zweckverband

Auf nassen Mooren lässt sich unter anderem Rohrglanzgras anbauen, was etwa der Donaumoos-Zweckverband erfolgreich tut. Bereits 2023 wurde das Kurzprojekt “Pflanzenfasern aus moorverträglichen Kulturen” durchgeführt. Dieses zeigte, welche Nasskulturen aus moorbodenschonender Bewirtschaftung am besten für eine Faserproduktion und deren anschließende Weiterverwertung geeignet sind – ein Ergebnis, auf den vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus geförderte Forschungsprojekt “Produkte aus Moorfasern” in Zusammenarbeit mit dem Faserproduzenten Fibers365 aufbaut. Rohrglanzgras lässt sich so weiterverarbeiten, dass es herkömmlichen Papiergrundmischungen zur Herstellung von Pappkartonagen beigemischt werden kann, ohne deren Eigenschaften negativ zu beeinflussen.

(Fotonachweis: Janda/Donausmoos-Zweckverband)

Die Verarbeitung: Die Moorfaser

Donaumoos

Partner: Fibers365

Die Weiterverarbeitung der Biomasse für unseren Paludi-Karton findet beim Unternehmen Fibers365 statt. Der erfahrene Faserproduzent, der seit Beginn der Forschungen im Bayerischen Donaumoos ein wichtiger Partner ist, hat dazu ein eigenes chemiefreies Verfahren auf Basis der sogenannten Steam-Explosion entwickelt. Dabei handelt es sich um einen rein hydrothermalen Aufschluss, der die Pflanzen in ihre Bestandteile zerlegt, also unter anderem in Fasern. So wird aus der Paludi-Biomasse ein industriell verwendbarer Zellstoffersatz.

(Fotonachweis: Janda/Donausmoos-Zweckverband)

Das Ausgangsmaterial – Die Pappe

LEIPA Verarbeitungsschritt wird gezeigt. Maschine

Partner: Leipa

Als Papierhersteller mit über 170-jähriger Tradition bringt LEIPA jede Menge Erfahrung mit, wenn es um das Verständnis eines Ausgangsstoffs, dessen Eigenschaften und der Möglichkeiten zur Weiterverwertung geht. In einem neu entwickelten Verfahren mischt LEIPA der üblichen Papiergrundmasse für unseren neuen Paludi-Karton 10 Prozent Rohrglanzgras-Masse bei, erzeugt daraus die finale Kartonstruktur und liefert somit die wichtige Grundlage für den letzten Verarbeitungsschritt.

(Fotosnachweis: LEIPA)

Das fertige Produkt – Der Karton

Der fertige Karton

Partner: Leopold

Wohl kaum jemand von uns hatte noch nie ein Produkt von LEOPOLD in den Händen – rund 875 Millionen Verpackungen des deutschen Verpackungsmittelunternehmens landen pro Jahr unter anderem im Einzelhandel. Mit dieser Expertise erwies sich LEOPOLD schnell als der perfekte Partner mit tiefer Fachkenntnis, um die neuartige Kartonage zu stanzen, zu bedrucken und zu falzen – und damit letzten Endes den neuen Paludi-Karton herzustellen.

(Fotonachweis: LEOPOLD)

Im OBI Markt – Pflanzen moorfreundlich nach Hause bringen

Marktmitarbeiter befüllt Paludi Karton einer Kundin mit Pflanzen

In Form und Größe gleich, jetzt aber zu 10 Prozent aus nachhaltiger Paludi-Biomasse hergestellt: Auf unseren neuen Pflanzentransportbehälter und auf die Zusammenarbeit mit unseren wichtigen Partnern sind wir stolz! Und freuen uns, dir damit die Möglichkeit zu bieten, genau wie OBI “Alles machbar” zu machen – auch mit Blick auf Schutz unserer Umwelt.