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Badrenovierung

Zuletzt aktualisiert: 08.06.202111 MinutenVon: OBI Redaktion
Neues renoviertes Bad in beige und weiss mit Badewanne großem Waschbecken und Regendusche

Eine Badrenovierung bringt viele verschiedene Möglichkeiten mit sich. Gerade deshalb ist es wichtig, vorher gut zu planen. Wir zeigen dir, wie du einen Plan für die Badsanierung erstellst und was du dabei beachten solltest. Außerdem geben wir dir Tipps und Inspirationen zur Umsetzung deines Projekts.

Was muss man bei der Badrenovierung beachten?

Wie du dein Bad renovierst, hängt vom Umfang der Arbeiten und deinem Budget ab.

  • Wie sieht dein Badezimmer aus?
  • Was möchtest du daraus machen?
  • Wie viel Geld möchtest du dafür ausgeben?

Egal, ob du ein Sanitärobjekt austauschen oder dein Bad in eine Wellness-Zone verwandeln willst – mach dir zuvor einen ausführlichen Plan von Zielen und Kosten.

Plane für den Umbau genügend Zeit ein. Sollten die Arbeiten dein Badezimmer unbenutzbar machen, ist es sinnvoll, Zugang zu einem Ausweich-Bad zu haben. Sei gegen Baulärm gewappnet und warne gegebenenfalls auch deine Nachbarn vor.

Kleinere Hilfsarbeiten wie das Abschlagen alter Fliesen oder die Entsorgung des Bauschutts kannst du selbst erledigen. Rohre für Frischwasser und Abwasser solltest du jedoch von einem Fachbetrieb installieren lassen. Legst du hier selbst Hand an und es kommt zu einem Schaden durch ein undichtes Rohr, verweigert die Versicherung eventuell die Zahlung.

Ähnliches gilt für Sanitärprodukte. Montierst du diese selbst, verlierst du unter Umständen die Garantie. Auch hier ist ein ausgewiesener Fachbetrieb empfehlenswert. Kontaktiere das Fachunternehmen am besten bereits vier Monate vor der Renovierung und lasse dich beraten.

Die Badrenovierung richtig planen

Wenn du im Zuge der Renovierung größere Veränderungen in deinem Bad planst, macht es Sinn, zunächst einen Grundriss des Bades aufzuzeichnen und dann Dusche, Wanne, WC und Waschbecken auf dem Papier hin- und herzuschieben. Fehlende Bewegungsfreiheit ist ein Fehler in der Badplanung, der sich einfach vermeiden lässt. Vor Badewannen, WCs und Waschtischen solltest du einen Freiraum von 100 cm bis 150 cm einplanen.

Mit einer Skizze kannst du dir das Ergebnis besser vorstellen und damit die nötigen Arbeitsschritte, den Aufwand und die Kosten genauer abschätzen. Beachte bei der Kostenplanung außerdem – falls nötig – professionelle Unterstützung mit einzuberechnen.

Prüfe, ob die Pläne mit den existierenden oder geplanten Strom- und Wasseranschlüssen übereinstimmen, bevor du mit der Umsetzung beginnst. Kontrolliere im Rahmen der Badplanung außerdem noch einmal deine Abmessungen und plane Hindernisse wie Dachschrägen in die Badsanierung mit ein.

Beginne also frühzeitig, etwa ein halbes Jahr vor der eigentlichen Renovierung, mit dem Planungsprozess für dein Badezimmer.

Grundriss Skizze für Planung von Badrenovierung

Vorwand-Installation bei der Badrenovierung

Renovierst du dein Bad, entsteht viel Staub und Schmutz. Schütze daher Fußböden und Möbel in anderen Räumen mit Decken, Kartons und Folien. Reinige zwischendurch den Arbeitsbereich mit BesenKehrblech, Schaufel und Staubsauger.

Du hast aber auch die Möglichkeit, eine Vorwand zu installieren. Dabei handelt es sich um eine zweite Wand, die du vor die bestehenden Wände oder in den Raum baust. In dem Zwischenraum werden alle Rohre, Leitungen und die Elektroinstallation verlegt. Dadurch minimierst du lästigen Staub während der Badsanierung. 

Das WC und den Waschtisch hängst du an die vorgefertigten Wandmodule. Mit einer Vorwand-Installation versteckst du auch alte Fliesen oder planst eine Ablage über den Sanitärobjekten ein. Alternativ schneidest du Fächer in die Senkrechte. Diese nutzt du für Kosmetik, Handtücher oder Dekoration.

Die Größe des Bades beachten

Je nach Größe des Bades hat der Raum unterschiedliche Anforderungen – besonders, was Ausstattung und Möblierung angeht, aber auch die Farbwelt und das Licht sollten an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Dies gilt es bei der Planung von Renovierung oder Umbau zu berücksichtigen. 

Platz schaffen im kleinen Bad

Kleine Bäder, egal ob Schlauchbad oder Gäste-WC, sollen größer wirken, als sie sind. Hierfür bietet sich eine möglichst platzsparende Ausstattung an, mit einer Eckbadewanne oder Eckdusche, mit einem möglichst schmalen Waschbecken und Möbeln, die viel Stauraum für Dinge bieten, die sonst innerhalb des Bades unnötig Raum in Anspruch nehmen. Zudem kann das Bad durch helle Farben, Spiegel und die richtige Ausleuchtung optisch vergrößert werden.

In kleinen Badezimmern solltest du immer auf genügend Bewegungsfreiheit achten. Halte dazu mindestens einen Abstand von 20 cm zwischen der Wand und anderen Elementen ein. Zwischen den einzelnen Objekten sollte dieser Abstand mindestens 25 cm betragen. Die kleinste Fläche vor dem Waschbecken, WC und der Duschwanne sollte 70 cm groß sein, um trotz Platzeinsparung noch genug Freiraum zu haben.

Bringe das Waschbecken in einer Höhe von 85 cm bis 90 cm an. Die Abstände, Höhen und Bewegungsfreiräume für barrierefreie und rollstuhlgerechte Bäder findest du in der DIN 18040-2.

Kleines Bad mit Eckdusche und WC.

Raum nutzen im großen Bad

Ein großes Badezimmer bietet viel Raum für Gestaltungsmöglichkeiten. Es eignet sich zum Beispiel, um daraus ein luxuriöses Wellnessbad mit frei stehender Badewannebodengleicher Dusche und eigener Sauna zu machen.

Außerdem bietet ein großes Bad mehreren Generationen Platz und kann mit einem Doppelwaschtisch und reichlich Stauraum als Familienbad hergerichtet werden. Bei der Beleuchtung gilt prinzipiell: Kombiniere viele Lichtquellen, um den Raum in Gänze zu beleuchten und Akzente zu setzen.

Großes Wellnessbad

Badrenovierung – den Plan in die Tat umsetzen

Wenn der Plan für das neue Badezimmer steht, kann es losgehen: Jetzt kannst du Fliesen entfernen und durch neue ersetzen, eine Badewanne oder ein Waschbecken installieren. Hole dir professionelle Unterstützung, wenn du dir die komplette Umsetzung oder einzelne Schritte nicht zutraust,

Tipp: Bei allem Stress, den die Badsanierung mit sich bringen könnte, solltest du nicht vergessen, Fotos zu machen. So kannst du am Ende des anstrengenden Prozesses der Renovierung anhand der Vorher/Nachher-Fotos nachvollziehen, was du geschafft hast.

Badrenovierung mit kleinem Budget

Schon mit einem kleinen Budget kannst du viel erreichen – zum Beispiel, indem du ungeliebte Fliesen mit Fliesenlack überstreichst. Dafür müssen die alten Fliesen nur gut gereinigt, grundiert, lackiert und dann versiegelt werden. Dieses Vorgehen verursacht weniger Aufwand und Schmutz, als die Fliesen abzuschlagen und zu erneuern. Wirklich fest sitzende, unbeschädigte Fliesen kannst du gesäubert und grundiert auch mit neuen Fliesen überkleben und verfugen. Prüfe den festen Sitz der alten Fliesen, indem du jede Fliese einzeln abklopfst und darauf hörst, ob es irgendwo hohl klingt. Ist dies der Fall, ist vom Überkleben abzuraten.

Schmutzige oder vergilbte Fugen kannst du mit Fugenfrisch behandeln und dabei auch gleichzeitig möglicher Schimmelbildung vorbeugen. Unschöne oder poröse Silikonfugen müssen dagegen ausgekratzt und nach guter Reinigung und Trocknung mit neuem Silikon versiegelt werden.

Kratzer und Abnutzungsspuren in Keramik, Emaille und Acryl lassen sich mit speziellen Reparatur-Sets ausbessern. Vom Schmirgelpapier über Füllmasse und Farbe – für jedes Material gibt es das passende Set und eine genaue Anleitung. So kannst du deine Badewanne, aber auch deinen Waschtisch wieder zum Glänzen bringen. Nicht mehr ganz neue Badezimmer-Möbel frischst du mit LackFolie oder neuen Türen auf. 

Pinsel mit Fliesenlack auf Fliese
Hände verteilen Silikon mit Silikonspritze an Badewanne

Alte Fliesen entfernen und neue verlegen

Es gibt drei Möglichkeiten, die alten Fliesen zu verstecken oder zu verbessern.

  1. Stemmen: Am aufwendigsten ist es, die alten Fliesen abzumeißeln. Anschließend verputzt du die Wand neu. Du kannst auch eine Gipskartonplatte darüber montieren. Sie muss allerdings für Feuchträume geeignet sein. Gestalte danach die neue Oberfläche, wie es dir gefällt.
  2. Überkleben: Bequemer ist es, neue Fliesen über die alten zu kleben. Je nach Ausführung des alten Fliesenmusters musst du die neuen Fliesen ebenfalls bis unter die Decke anbringen.
  3. Streichen: Die dritte Variante ist, die alten Fliesen mit Fliesenlack in anderen Farben zu lackieren.

Ist das schlichte Überkleben der alten Fliesen mit den neuen nicht möglich, müssen die alten zunächst entfernt werden, bevor das Badezimmer neu gefliest werden kann. 

Hierfür räumst du zunächst den Raum leer und klebst die Umgebung ab, bevor du die Fliesen mit Hammer und Meißel oder einem elektrischen Stemmhammer von der Wand löst.

Wenn du anschließend gegebenenfalls entstandene Unebenheiten in der Wand ausgeglichen und für einen ebenen Untergrund gesorgt hast, kannst du mit Fliesenkleber die neuen Fliesen verlegen.

Heimwerker entfernt alte Fliesen bei Badrenovierung

Eine neue Dusche einbauen

Bei der Badrenovierung wird auch häufig die Badewanne oder Dusche ausgetauscht. Eine vergleichsweise einfache Komplettlösung für die Dusche ist dabei die Installation einer Duschkabine, die aus einer Duschwanne und sie umgebenden Trennwänden besteht. Möchtest du die Dusche hingegen etwas aufwendiger und luxuriöser im Zuge eines Umbaus ersetzen, kannst du auch eine bodengleiche Dusche in Betracht ziehen, die sich unmittelbar in die Umgebung des Badezimmers einfügt und barrierefrei ist.

Bodengleiche Duschen vergrößern optisch den Raum und sind leicht zu betreten. Ältere Personen oder Menschen mit Beeinträchtigungen können direkt in die Dusche steigen, ohne einen 10 cm bis 18 cm hohen Rand überwinden zu müssen. 

In einem Neubau kann die ebenerdige Dusche direkt in den Estrich eingebaut werden. Wichtig dabei ist, dass du ein Gefälle von mindestens 2 % einhältst. Dies ist nötig, damit das Wasser gut abfließt.

Bei einem nachträglichen Einbau sorgt das Gefälle allerdings in Altbauten für aufwendige Stemmarbeiten in der Geschossdecke. Erst danach lässt sich die Aufbauhöhe des Abflusses und das nötige Gefälle erreichen.

Der Abfluss lässt sich auch in die Balkendecke verlegen. Hierbei solltest du aber einen Fachmann zu Hilfe nehmen, da die Verlegung oft nicht problemlos verläuft. Auch mittels flacher Duschtassen, Abflüssen mit niedrigen Aufbauhöhen und Pumpen, die das Abwasser in das Abflussrohr befördern, lässt sich meist kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.

Dusche in Ecke von weiträumigem Bad neben Kommode mit Spiegel

Eine neue Wanne einbauen

Auch bei der Badewanne gibt es einige Varianten. So kann eine Badewanne mit Füßen frei im Raum stehen oder als feste Installation mit sehr variablen Formen Ecken in kleinen Bädern besetzen. Unabhängig vom gewählten Modell ist es aber besonders wichtig, bei der Auswahl des Ortes für die Installation auf den Anschluss der Wanne zum Abflussrohr an Wand oder Boden zu achten. 

Freistehende Badewanne mit Füßen auf schwarz-weißen Fliesen vor gemusterter Tapete hinter Beistelltisch mit Blumen

Ein neues Waschbecken montieren

Waschbecken werden in der Regel an der Wand festgeschraubt – auch wenn bereits ein Unterschrank mitgeliefert wird, auf dem das Becken aufliegt. Bringe daher für die Montage eines neuen Waschbeckens die Wandhalterung an, bevor schließlich das neue Becken mitsamt Ablauf und Armatur dazukommt.

Heimwerker montiert neues Waschbecken bei Badrenovierung

Tipps zu Materialien, Formaten und Farbgebung

Glaselemente erzeugen optische Weite. Trenne beispielsweise eine bodentiefe, geflieste Dusche mit klarem Glas ohne Fassung ab. So scheint es, als würde der Boden dort einfach weitergehen und der Raum wirkt freier und größer.

Fliese nur nötige Teilbereiche. Wurde früher das komplette Bad gefliest, beschränkt man sich heute meist auf die wirklich nötigen Flächen wie in der Dusche, über dem Waschbecken, hinter Toilette und Bidet und auf ein Stück über der Wanne. Die anderen Wände werden dagegen oft nur mit wasserabweisender Farbe gestrichen. So bekommt das Bad einen wohnlicheren Charakter.

Besonders edel wirkt es, die gleichen Fliesen für den Boden und die Wände zu benutzen. Alleine durch den unterschiedlichen Lichteinfall auf Boden und Wänden wirken die gleichen Fliesen unterschiedlich, passen aber immer perfekt zusammen. Abwechslung bringt es, das Format zu variieren. Zum Beispiel Fliesen der Größe 61 cm x 61 cm auf dem Boden und 30,5 cm x 61 cm an der Wand.

Die Beleuchtung hat ebenfalls Einfluss auf die Gesamtwirkung des Raumes. Sorge überall für eine gute Ausleuchtung. So lädt nicht nur jeder Bereich freundlich hell ein, es wird auch nichts im Dunkeln „verschluckt“. Für eine gemütliche Stimmung beim Entspannungsbad am Abend sorgt darüber hinaus eine separate wasserunempfindliche Leuchte mit Dimmer.

Unterschiedliche Farben und Materialien haben verschiedene Vor- und Nachteile: So schafft Holz beispielsweise ein warmes, elegantes Ambiente – eignet sich aber doch mehr für die Badmöbel und Accessoires als für den Boden. Natürlich gibt es auch nassraumgeeignetes Laminat und Parkett. Unempfindlicher sind aber Fliesen, die es auch in Holzoptik gibt.

Teilgefliestes helles Bad mit Spiegelschrank und gleichen Fliesen für Boden und Wände
Hochwertiges Bad mit großer Badewanne und Fliesen in Holzoptik

Moderne Ausstattung

Die Renovierung des Badezimmers kannst du nutzen, um veraltete Produkte auszutauschen und eine zeitgemäße Ausstattung zu installieren. Moderne Armaturen sparen Wasser und mit modernen Leuchten kann zudem Energie gespart werden. Dadurch schonst du die Umwelt genauso wie deinen Geldbeutel. Außerdem erhöhen eine Regendusche oder Fußbodenheizung den Komfort in deinem neuen Bad.

Ein weiß gefliestes, modernes Badezimmer mit Holzboden.

Dekorieren statt renovieren

Wenn du eine Renovierung vermeiden möchtest, kann auch die richtige Dekoration eine gute Möglichkeit sein, frischen Wind in dein Bad zu bringen. Setze Akzente mit Farben und Kontraste und ergänze diese mit einigen dekorativen Accessoires, die deinem Stil entsprechen. Neue Möbelstücke, Pflanzen, Kerzen und Textilien können die optische Wirkung des Raumes nachhaltig verändern.

Badezimmer mit beigen Wänden schwarzen Fliesen Eckbadewanne dunklem Waschbecken Stuhl und bestückten Regalen

Elektroinstallation im Bad

Im Badezimmer gibt es drei Installationszonen für Elektrik. Diese sind in der DIN VDE 0100-701 festgelegt. Der Stromkreis für das Badezimmer braucht einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) bzw. RCI. Der Fehlerstrom-Schutzschalter kappt bei vorliegenden Fehlern die Stromversorgung im gesamten Badezimmer und schützt so das Leben der Bewohner.

Hinweis: Die Elektrik im Bad sollte unbedingt von einem Fachbetrieb installiert werden.

unvollständig installierte Steckdosen im Bad

Schimmel vorbeugen

Badezimmer sind aufgrund der hohen Feuchtigkeit oft anfällig für Schimmel. Dies gilt vor allem für innen liegende Bäder. Baue in diese ein Lüftungssystem ein. Diese Systeme starten automatisch und bringen Feuchtigkeit und Gerüche nach draußen. Auf diese Weise reduzierst du die Gefahr für Schimmel und erhältst eine angenehmere Raumatmosphäre.

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