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Warmwasserspeicher entkalken

Zuletzt aktualisiert: 04.12.20205 MinutenVon: OBI Redaktion
Hand mit Maulschlüssel vor Warmwasserspeicher.

Der Ratgeber zeigt dir, wie du einen Warmwasserspeicher entkalken kannst. Du erfährst außerdem, warum die Speicher und Boiler verkalken und warum eine Entkalkung wichtig ist.

Wie kann ich einen Warmwasserspeicher entkalken?

Bevor du den Warmwasserspeicher entkalkst, legst du das notwendige Werkzeug und Zubehör wie neue Dichtungen, gegebenenfalls eine Schutzanode sowie einen Schlauch bereit. Schalte den Speicher oder Boiler stromfrei und drehe die Wasserzufuhr ab. Dann lässt du das restliche Wasser komplett aus dem Behälter ab. Nun öffnest du den Reinigungsflansch und ziehst den Heizstab heraus. Reinige den Stab gründlich und tausche bei Bedarf die Schutzanode aus. Abschließend baust du den Warmwasserspeicher oder Boiler zusammen, drehe das Wasser auf und schalte den Strom wieder ein. Prüfe den korrekten Betrieb. Eine detailliertere Anleitung zum Entkalken des Warmwasserspeichers findest du im Folgenden.

Hinweis: Bist du mit den einzelnen Arbeitsschritten nicht ausreichend vertraut, wende dich unbedingt an einen Fachmann.

Warum verkalkt der Warmwasserspeicher?

Verkalkter Wasserhahn.

Wie in einem Wasserkocher wird in einem Warmwasserspeicher oder Boiler das Wasser mittels eines Heizstabes erhitzt. Je nach Wasserhärte, genutzter Wassermenge sowie Temperatur kristallisieren die im Wasser befindlichen Mineralien aus und setzen sich als Kalk am Stab ab. Von diesen drei Faktoren hängt also auch ab, wie schnell ein Warmwasserspeicher oder Boiler verkalkt.

Vereinfacht: Je mehr Wasser du aus dem Gerät entnimmst und je höher die Wasserhärte und gewählte Betriebstemperatur ausfällt, umso mehr Kalk bildet sich am Heizstab.

Kalk entsteht insbesondere aus den im Wasser gelösten Kalzium-Ionen (Kalziumhydrogencarbonat) bei Temperaturen über 60 °C und setzt sich dann auf den Heizspiralen von Heißwassergeräten ab. Nach und nach entsteht so eine immer dickere Kalkschicht.

Wasserhärte des Leitungswassers

Die meisten Haushalte in Deutschland haben hartes Wasser, das heißt Wasser mit einem hohen Gehalt an Kalzium und Magnesium. Informationen zu deiner Wasserhärte erhältst du von deinem Wasserversorger. Wasserversorger sind gesetzlich verpflichtet, die Wasserhärte des bereitgestellten Trinkwassers einmal jährlich bekannt zu geben. Die Wasserhärte wird hierzulande meist in „Grad deutscher Härte“ (°dH) angegeben. Man unterscheidet drei Härtebereiche:

  • „Weich“ – weniger als 8,4 °dH
  • „Mittel“ – 8,4 bis 14 °dH
  • „Hart“ – mehr als 14 °dH

Warum ist Kalk in Warmwasserspeichern ein Problem?

Zwei verkalkte Heizstäbe.

Kalk auf Heizstäben oder Heizflächen wirkt wie eine Isolationsschicht und behindert die Wärmeleitung zwischen Heizelement und Wasser. Deshalb sinkt die Effizienz deines Warmwasserspeichers oder Boilers. Die verkalkten Heizstäbe heizen das Wasser nicht mehr so schnell auf und der Energieverbrauch steigt. Außerdem steht dir weniger warmes Wasser zum Duschen oder für ein Vollbad zur Verfügung. Im Extremfall können verkalkte Heizstäbe als Folge von Überhitzung durchbrennen und die Schäden somit zum Totalausfall des Warmwasserspeichers oder Boilers führen.

Der wasserunlösliche Kalk sammelt sich auch an den Innenwänden und – zusammen mit Rost und anderen Partikeln – als Schlamm auf dem Boden des Speichers an (Boilersumpf). In diesem Schlamm können gesundheitsschädliche Bakterien wie Legionellen gedeihen. Zwar kannst du die Bakterienbildung durch regelmäßige Erhöhung der Wassertemperatur vermeiden, allerdings bildet sich vermehrt Kalk bei Temperaturen über 60 °C. Die ideale Temperatur liegt daher zwischen 55 °C und 60 °C.

Das regelmäßige Entleeren und Entkalken des Warmwasserspeichers oder Boilers gibt dir zudem die Gelegenheit, die Schutzanode zu überprüfen und bei Bedarf auszutauschen. Die Aufgabe der Schutzanode ist es, die Korrosion von Heizspirale und Speicherwänden zu verhindern. Statt dieser wird die Schutzanode oxidiert und dabei langsam aufgelöst (Opferanode). Ist die Anode verbraucht oder verkalkt, verliert sie ihre Wirksamkeit und du erneuerst sie.

Vorbereitungen zum Entkalken von Warmwasserspeicher oder Boiler

Werkzeugkoffer.

Bevor du dich an die Arbeit machst, lege das benötigte Werkzeug sowie eine Dichtung, gegebenenfalls eine neue Schutzanode sowie einen Schlauch bereit. Der Schlauch dient der Entwässerung des Warmwasserspeichers oder Boilers und muss demnach lang genug sein, um vom Gerät zum nächsten Abfluss zu reichen.

Dann trennst du den Warmwasserspeicher oder Boiler vom Stromnetz. Als Laie schaltest du das Gerät nur dann stromlos, wenn der Speicher oder Boiler über einen gängigen Schutzkontakt-Stecker (230 V) verfügt. Andernfalls überlässt du die Arbeit dem Fachmann. Schalte Sicherungen für das Gerät ab und sichere diese gegen Wiedereinschalten.

Als Nächstes drehst du die Wasserzufuhr ab, um den gesamten Boiler oder Speicher zu entleeren. Dazu befestigst du den Schlauch am Entleerungsventil, das sich meist unten am Gerät in der Nähe des Kaltwasserzuflusses befindet. Wenn dein Gerät über kein Entleerungsventil verfügt, musst du den Kaltwasserzufluss abmontieren. Öffne einige Warmwasser-Hähne zum Beispiel am Waschbecken oder in der Dusche, damit das Wasser vollständig aus dem Speicher oder Boiler herausfließen kann.

Hinweis: Warmwasserspeicher unterscheiden sich in zwei Varianten: Geräte mit und ohne Reinigungsöffnung (Flansch). Warmwasserspeicher ohne Öffnung lässt du von einem Gas-Wasser-Installationsbetrieb entkalken.

Wie entkalke ich meinen Warmwasserspeicher?

Heimwerker entkalkt Warmwasserspeicher.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, öffnest du jetzt den Reinigungsflansch des Speichers oder Boilers und ziehst den Heizstab heraus. Reinige den Stab gründlich und entferne auch gleich den Schlamm sowie Verkalkungen im Inneren des Gerätes.

Während die mechanische Reinigung oft bereits die meisten Verkalkungen entfernt, setzt du bei schwierigeren Stellen ein Entkalkungsmittel ein. Insbesondere die Innenwände des Gerätes lassen sich mit einem Entkalker meist besser und schonender behandeln. Wirksame Alternativen zu herkömmlichen Entkalkungsmitteln sind verdünnte Essig-Essenz oder Zitronensäure. Je sorgfältiger du bei der Entkalkung vorgehst, desto effektiver arbeitet das Warmwassergerät später wieder.

Bei Bedarf tauschst du jetzt die Schutzanode aus. Hast du Heizstab und Innenwände gründlich entkalkt sowie den Schlamm aus dem Gerät geholt, baust du den Speicher oder Boiler wieder zusammen – dabei ersetzt du die Dichtung. Ist das Gerät wieder komplett verschlossen, schließt du zunächst den Wasseranschluss an und füllen den Wasserspeicher dann mit Kaltwasser. Erst jetzt schaltest du den Strom ein und nimmst das Gerät wieder in Betrieb. Um Schäden am Heizstab zu vermeiden, ändere diese Reihenfolge nicht.

Lasse abschließend einiges an Warmwasser durch das Gerät laufen, um mögliche Rückstände des Entkalkers oder der Zitronensäure auszuspülen, ehe du hier wieder Trinkwasser entnimmst. Außerdem überprüfst du den Boiler oder Warmwasserspeicher auch gleich auf korrekte Funktion.

Wie oft du die Entkalkung von Warmwasser-Geräten wie Boilern oder Speichern vornehmen, hängt von den genannten Faktoren ab. Grob empfehlen sich bei starker Verkalkung etwa alle vier Jahre.

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