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Warmwasserspeicher entkalken

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Hand mit Maulschlüssel vor Warmwasserspeicher.

Der Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie einen Warmwasserspeicher entkalken. Sie erfahren außerdem, warum die Speicher und Boiler verkalken und warum eine Entkalkung wichtig ist.

Wie kann ich einen Warmwasserspeicher entkalken?

Bevor Sie den Warmwasserspeicher entkalken, legen Sie das notwendige Werkzeug und Zubehör wie neue Dichtungen, gegebenenfalls eine Schutzanode sowie einen Schlauch bereit. Schalten Sie den Speicher oder Boiler stromfrei und drehen Sie die Wasserzufuhr ab. Dann lassen Sie das restliche Wasser komplett aus dem Behälter ab. Nun öffnen Sie den Reinigungsflansch und ziehen den Heizstab heraus. Reinigen Sie den Stab gründlich und tauschen Sie bei Bedarf die Schutzanode aus. Abschließend bauen Sie den Warmwasserspeicher oder Boiler zusammen, drehen das Wasser auf und schalten den Strom wieder ein. Prüfen Sie den korrekten Betrieb. Eine detailliertere Anleitung zum Entkalken des Warmwasserspeichers finden Sie im Folgenden.

Hinweis: Sind Sie mit den einzelnen Arbeitsschritten nicht ausreichend vertraut, wenden Sie sich unbedingt an einen Fachmann.

Warum verkalkt der Warmwasserspeicher?

Verkalkter Wasserhahn.

Wie in einem Wasserkocher wird in einem Warmwasserspeicher oder Boiler das Wasser mittels eines Heizstabes erhitzt. Je nach Wasserhärte, genutzter Wassermenge sowie Temperatur kristallisieren die im Wasser befindlichen Mineralien aus und setzen sich als Kalk am Stab ab. Von diesen drei Faktoren hängt also auch ab, wie schnell ein Warmwasserspeicher oder Boiler verkalkt.

Vereinfacht: Je mehr Wasser Sie aus dem Gerät entnehmen und je höher die Wasserhärte und gewählte Betriebstemperatur ausfällt, umso mehr Kalk bildet sich am Heizstab.

Kalk entsteht insbesondere aus den im Wasser gelösten Kalzium-Ionen (Kalziumhydrogencarbonat) bei Temperaturen über 60 °C und setzt sich dann auf den Heizspiralen von Heißwassergeräten ab. Nach und nach entsteht so eine immer dickere Kalkschicht.

Wasserhärte des Leitungswassers

Die meisten Haushalte in Deutschland haben hartes Wasser, das heißt Wasser mit einem hohen Gehalt an Kalzium und Magnesium. Informationen zu Ihrer Wasserhärte erhalten Sie von Ihrem Wasserversorger. Wasserversorger sind gesetzlich verpflichtet, die Wasserhärte des bereitgestellten Trinkwassers einmal jährlich bekannt zu geben. Die Wasserhärte wird hierzulande meist in „Grad deutscher Härte“ (dH) angegeben. Man unterscheidet drei Härtebereiche:

  • „Weich“ – weniger als 8,4 dH
  • „Mittel“ – 8,4 bis 14 dH
  • „Hart“ – mehr als 14 dH

Warum ist Kalk in Warmwasserspeichern ein Problem?

Zwei verkalkte Heizstäbe.

Kalk auf Heizstäben oder Heizflächen wirkt wie eine Isolationsschicht und behindert die Wärmeleitung zwischen Heizelement und Wasser. Deshalb sinkt die Effizienz Ihres Warmwasserspeichers oder Boilers. Die verkalkten Heizstäbe heizen das Wasser nicht mehr so schnell auf und der Energieverbrauch steigt. Außerdem steht Ihnen weniger warmes Wasser zum Duschen oder für ein Vollbad zur Verfügung. Im Extremfall können verkalkte Heizstäbe als Folge von Überhitzung durchbrennen und die Schäden somit zum Totalausfall des Warmwasserspeichers oder Boilers führen.

Der wasserunlösliche Kalk sammelt sich auch an den Innenwänden und – zusammen mit Rost und anderen Partikeln – als Schlamm auf dem Boden des Speichers an (Boilersumpf). In diesem Schlamm können gesundheitsschädliche Bakterien wie Legionellen gedeihen. Zwar können Sie die Bakterienbildung durch regelmäßige Erhöhung der Wassertemperatur vermeiden, allerdings bildet sich vermehrt Kalk bei Temperaturen über 60 °C. Die ideale Warmwassertemperatur liegt daher zwischen 55 und 60 °C.

Das regelmäßige Entkalken des Warmwasserspeichers oder Boilers gibt Ihnen zudem die Gelegenheit, die Schutzanode zu überprüfen und bei Bedarf auszutauschen. Die Aufgabe der Schutzanode ist es, die Korrosion von Heizspirale und Speicherwänden zu verhindern. Statt dieser wird die Schutzanode oxidiert und dabei langsam aufgelöst (Opferanode). Ist die Anode verbraucht oder verkalkt, verliert sie ihre Wirksamkeit und Sie erneuern sie.

Vorbereitungen zum Entkalken von Warmwasserspeicher oder Boiler

Werkzeugkoffer.

Bevor Sie sich an die Arbeit machen, legen Sie das benötigte Werkzeug sowie eine Dichtung, gegebenenfalls eine neue Schutzanode sowie einen Schlauch bereit. Der Schlauch dient der Entwässerung des Warmwasserspeichers oder Boilers und muss demnach lang genug sein, um vom Gerät zum nächsten Abfluss zu reichen.

Dann trennen Sie den Warmwasserspeicher oder Boiler vom Stromnetz. Als Laie schalten Sie das Gerät nur dann stromlos, wenn der Speicher oder Boiler über einen gängigen Schutzkontakt-Stecker (230 V) verfügt. Andernfalls überlassen Sie die Arbeit dem Fachmann. Schalten Sie Sicherungen für das Gerät ab, sichern Sie diese gegen Wiedereinschalten.

Als Nächstes drehen Sie die Wasserzufuhr ab und leiten das Wasser komplett aus dem Speicher oder Boiler ab. Dazu befestigen Sie den Schlauch am Entleerungsventil, das sich meist unten am Gerät in der Nähe des Kaltwasserzuflusses befindet. Wenn Ihr Gerät über kein Entleerungsventil verfügt, müssen Sie den Kaltwasserzufluss abmontieren. Öffnen Sie einige Warmwasser-Hähne zum Beispiel am Waschbecken oder in der Dusche, damit das Wasser vollständig aus dem Speicher oder Boiler herausfließen kann.

Hinweis: Warmwasserspeicher unterscheiden sich in zwei Varianten: Geräte mit und ohne Reinigungsöffnung (Flansch). Warmwasserspeicher ohne Öffnung lassen Sie von einem Gas-Wasser-Installationsbetrieb entkalken.

Wie entkalke ich meinen Warmwasserspeicher?

Heimwerker entkalkt Warmwasserspeicher.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, öffnen Sie jetzt den Reinigungsflansch des Speichers oder Boilers und ziehen den Heizstab heraus. Reinigen Sie den Stab gründlich und entfernen Sie auch gleich den Schlamm sowie Verkalkungen im Inneren des Gerätes.

Während die mechanische Reinigung oft bereits die meisten Verkalkungen entfernt, setzen Sie bei schwierigeren Stellen ein Entkalkungsmittel ein. Insbesondere die Innenwände des Gerätes lassen sich mit einem Entkalker meist besser und schonender behandeln. Wirksame Alternativen zu herkömmlichen Entkalkungsmitteln sind verdünnte Essig-Essenz oder Zitronensäure. Je sorgfältiger Sie bei der Entkalkung vorgehen, desto effektiver arbeitet das Warmwassergerät später wieder.

Bei Bedarf tauschen Sie jetzt die Schutzanode aus. Haben Sie Heizstab und Innenwände gründlich entkalkt sowie den Schlamm aus dem Gerät geholt, bauen Sie den Speicher oder Boiler wieder zusammen – dabei ersetzen Sie die Dichtung. Ist das Gerät wieder komplett verschlossen, schließen Sie zunächst den Wasseranschluss an und füllen den Wasserspeicher dann mit Kaltwasser. Erst jetzt schalten Sie den Strom ein und nehmen das Gerät wieder in Betrieb. Um Schäden am Heizstab zu vermeiden, ändern Sie diese Reihenfolge nicht.

Lassen Sie abschließend einiges an Warmwasser durch das Gerät laufen, um mögliche Rückstände des Entkalkers oder der Zitronensäure auszuspülen, ehe Sie hier wieder Trinkwasser entnehmen. Außerdem überprüfen Sie den Boiler oder Warmwasserspeicher auch gleich auf korrekte Funktion.

Wie oft Sie die Entkalkung von Warmwasser-Geräten wie Boilern oder Speichern vornehmen, hängt von den genannten Faktoren ab. Grob empfehlen sich bei starker Verkalkung etwa alle vier Jahre.

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