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Wasserleitungen – Wissenswertes zu Anschluss und Material

Zuletzt aktualisiert: 28.10.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Eine Wasserleitung aus Kupfer wird für den Anschluss auf ihren Durchmesser überprüft.

Der Zustand der Wasserleitungen ist ausschlaggebend für einen funktionierenden, gesunden Haushalt. Welche Materialien sich eignen, was es bei Trinkwasserleitungen zu beachten gilt und wie sie installiert werden, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wasserleitungen – was muss ich wissen?

Wenn wir duschen, baden, kochen oder etwas trinken möchten, drehen wir einfach den Wasserhahn auf – schon sprudelt klares, sauberes Wasser aus der Leitung. Damit dies gewährleistet ist, gibt es bei der Neuinstallation von Wasserleitungen gewisse Vorschriften zu beachten. Dazu zählen die Trinkwasserverordnung, die Energiesparverordnung und diverse DIN-Richtlinien. Die Zuständigkeit des Hausbesitzers beginnt grundsätzlich hinter dem Hauptabsperrventil des Versorgungsunternehmens. Beachten Sie außerdem, dass die Rohre aus sicheren Materialien bestehen müssen. Kupfer und Kunststoff sind in diesem Zusammenhang besonders gängige Werkstoffe.

Geeignete Materialien für Wasserleitungen

Wasserzuleitungen

Zuleitungsrohre von Kalt- bzw. Trinkwasserleitungen müssen die Aufrechterhaltung des Wasserdrucks sicherstellen. Sie haben deshalb einen kleineren Durchmesser als Ableitungsrohre. Während früher vor allem Bleirohre zum Einsatz kamen, werden heute Zuleitungen aus Kunststoff, Stahl oder Kupfer verwendet. Beim Installationsmaterial gilt es, Zweck und Wasserbeschaffenheit zu berücksichtigen. Generell ist Kunststoff gut geeignet, da dieses Material langlebig und unempfindlich gegen Verkalkung ist. Zudem ist es leicht zu verarbeiten und gesundheitlich unbedenklich.

Eine Wasserleitung bzw. das entsprechende Rohr aus Kupfer in seinen Einzelteilen.

Wasserableitungen

Abflussrohre im Haus sind in der Regel aus Kunststoff. Weil das Abwasser aus Spül- oder Waschmaschine sehr heiß sein kann, müssen dafür Hochtemperatur-Rohre (HT-Rohre) verwendet werden. In der Regel kommen PP-Rohre (Polypropylen) oder PVC-Rohre zum Einsatz. Diese sind an ihrer grauen Farbe zu erkennen. Als Grundleitungen, unter der Kellersohle im Erdreich, dienen sogenannte KG-Rohre (Kunststoff-Grundleitung). Sie werden auch als PVC-Kanalrohre bezeichnet und sind meist orange-braun gefärbt. Dazu gibt es Abzweiger, Bögen in verschiedenen Winkeln, Ab- und Überläufe, Geruchsverschlüsse (Siphons), Dichtungen sowie Reduktionsstücke zur Verbindung von Rohren mit unterschiedlichem Durchmesser.

Ein graues Hochtemperaturrohr für eine Wasserableitung aus Kunststoff.

Trinkwasserleitungen

Unbedenkliche Leitungsmaterialien für Trinkwasser sind insbesondere korrosionsbeständiger Stahl, innenverzinntes Kupfer oder Kunststoff. Reine Kupferrohre dürfen dagegen nicht bei Trinkwasser mit einem pH-Wert unter 7,0 verwendet werden, weil sich bei saurem Wasser zu viel Kupfer aus der Leitung herauslöst. Die Leitungen und alle anderen Bauteile mit Kontakt zum Trinkwasser müssen grundsätzlich die Zulassung des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs) besitzen.

Ein Wasserhahn an einer Wasserzuleitung für Trinkwasser mit einem Glas.

Installation und Dämmung von Wasserzuleitungen

Eine Zange an einer Wasserzuleitung, die an die Wand installiert wurde.

Moderne Wasserleitungen werden in der Regel auf den Wänden verlegt und dort zum Beispiel mit Schellen befestigt (Vorwandinstallation). Die zugeschnittenen Kunststoffrohre werden einfach mittels spezieller Fittings verschraubt. Wichtig ist dabei, dass Kaltwasserleitungen immer unter den Leitungen für warmes Wasser verlaufen, damit sie nicht durch aufsteigende Luft erwärmt werden.

Warm- und Kaltwasserleitungen müssen außerdem gedämmt werden. Ziel ist dabei zum einen die Trinkwasserhygiene und zum anderen die Vermeidung von Energieverlusten: Kaltwasser soll kalt bleiben, Warmwasser warm. Zur Dämmung dienen vorgeformte Dämmschalen aus geschäumtem Kunststoff, wobei die Dämmschichtdicke mindestens 4 mm, bei Rohren neben Warmwasserleitungen 13 mm beträgt.

Für Leitungen mit Verbindung zum Trinkwassersystem gilt auch bei privaten Entnahmestellen die Trinkwasserverordnung. So sollte z. B. verhindert werden, dass das Wasser für längere Zeit in der Leitung steht (Stagnation), denn stehendes Wasser, das sich erwärmt, bietet schädlichen Mikroorganismen ein ideales Milieu. Aus diesem Grund soll in Kaltwasserleitungen die Wassertemperatur nicht über 25 °C und in Warmwasserleitungen nicht unter 55 °C liegen.

Installation von Wasserableitungen

Wasserableitung an einem Waschbecken, an dem ein Heimwerker den Anschluss prüft.

Ableitungen sorgen dafür, dass gebrauchtes Wasser schnell und unkompliziert in das Abwassersystem gelangt. Ist ein Abfluss nicht ausreichend dimensioniert, verstopft er leicht. Deshalb müssen gemäß DIN 1986 Ableitungsrohre je nach Sanitärobjekt einen bestimmten Mindestdurchmesser (Nennweite DN) aufweisen. Für ein Waschbecken sind das beispielsweise 40 mm, bei Badewanne, Dusche, Spüle, Geschirrspüler sowie einer Waschmaschine bis 6 kg Beladung mindestens 50 mm und bei einem WC mit 9-Liter-Spülung mindestens 100 mm. Die Mindestnennweite von Fallleitungen hängt von Belüftungsart, Spülwasservolumen und Abzweigen ab – fragen Sie am besten einen Fachmann.

Dank ihres geringen Gewichts und der leichten Montage per Steckmuffen sind Abwasserleitungen aus Kunststoff im Vergleich zu Trinkwasserleitungen aus Kupfer einfacher zu verlegen. Sie werden in Rohrschächten in der Wand oder als Vorwandinstallation eingebaut. Beim Einbau in tragenden Wänden ist eine statische Prüfung erforderlich. Alle Rohre führen zum Fallrohr: Um das Wasser im Fluss zu halten und Ablagerungen zu vermeiden, müssen Abflussrohre ein Gefälle besitzen, in Wohnräumen 1 bis 2 cm Höhenunterschied pro Meter Rohr (1 bis 2%). Bei der Verbindung von Rohren muss das verdickte Muffenende immer in die Richtung zeigen, aus der das Wasser kommt. Abflussrohre im Freien müssen frostsicher verlegt werden (in Deutschland ist das bei einer Tiefe von mindestens 80 cm gegeben).

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.