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Außenfassade dämmen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Heimwerker in Arbeitshandschuhen dämmt Außenfassade mit Steinwolle.

Diese Anleitung zeigt die Dämmung der Außenfassade Schritt für Schritt. Zur Wärmedämmung gehören die Vorbereitung, das Dämmen von Fassade und Wandöffnungen sowie das Auftragen von Spachtel und Putz.

Wie gelingt das Dämmen der Außenfassade?

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Dämmen der Außenfassade mittels Wärmedämmverbundsystem (WDVS) achten sollten und wie die Außendämmung gelingt.

Eine gute Wärmedämmung der Außenwand mit den richtigen Dämmstoffen erhöht die Energieeffizienz und trägt zum gesunden Raumklima bei. Bevor Sie mit der WDVS-Fassadendämmung beginnen, bedarf es genauer Planung. Beachten Sie zudem bei allen Materialien zur Dämmung die Hersteller- und Verarbeitungshinweise.

Informieren Sie sich als Hausbesitzer vor Beginn der Sanierung über die gesetzlichen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Dies ist besonders wichtig für die Beantragung von Fördermitteln zur Wärmedämmung der Fassade, die durch die Hausbesitzer vor Baubeginn erfolgen muss.

So dämmen Sie Ihre Außenfassade

11 Schritte

1
Untergrund für die Dämmung vorbereiten
Heimwerker bürstet Hausfassade mit dem Handfeger ab.
Auf einen Blick
  • Untergrund gründlich reinigen
  • Fassade mit Putz- oder Mörtel ausbessern
  • Grundierung auf Außenwand auftragen
So wird es gemacht

Reinigen Sie vor der Fassadendämmung sämtliche Untergründe sorgfältig. Alle Flächen der Fassade müssen tragfähig, eben, trocken, fett-, staub- und frostfrei sein. Bessern Sie fehlerhafte Stellen im Mauerwerk mit geeignetem Putz- oder Mauermörtel aus. Bei stark saugenden oder sandenden Untergründen empfiehlt es sich, auf die Außenwände Grundierung mit dem Farbroller oder Quast aufzutragen.

So wird es gemacht

2
Sockelprofile für Außendämmung anbringen
Heimwerker bringt Sockelprofil auf Hilfslatte für die Dämmung der Außenfassade an.
Auf einen Blick
  • Höhe beim Sockelprofil festlegen und anzeichnen
  • Alle 50 cm bohren und Profilstöße beachten
  • Gehrungsschnitte an Gebäudeecken durchführen
So wird es gemacht

Legen Sie die waagerechte Höhe des Sockelprofils auf der Außenwand fest und zeichnen Sie das Profil auf der Fassade an. Die Höhe muss mindestens 30 cm über der Geländeoberkante liegen. Die Verwendung einer Hilfslatte ist empfehlenswert: Legen Sie das Profil auf das Mauerwerk auf, bohren Sie alle 50 cm Dübellöcher und befestigen Sie das Profil für die Wärmedämmung mit Schlagdübeln. Zwischen allen Profilstößen muss ein 2 bis 3 mm breiter Spalt liegen. Führen Sie an Gebäudeecken Gehrungsschnitte von 45 Grad durch.

So wird es gemacht

3
Klebespachtel auf Dämmplatten auftragen
Heimwerker trägt Klebespachtel auf Dämmplatte auf: Umlaufend und sechs Batzen in der Mitte.
Auf einen Blick
  • Spachtel für Dämmstoff anrühren
  • Kleber auf Dämmung auftragen
So wird es gemacht

Rühren Sie den Herstellerhinweisen gemäß Klebespachtel an und tragen Sie den Spachtel mit einer Kelle umlaufend, nach außen abfallend auf der Dämmplatte auf. Platzieren Sie sechs Kellen innerhalb der umlaufenden Umrandung. Etwa 60 % der Platte sollten mit Kleber bedeckt sein. Auf Passstücken gleichmäßig eine Kelle verteilen – verwenden Sie dazu eine Glättekelle mit 10-mm-Zahnung.

So wird es gemacht

4
Dämmung an Außenfassade anbringen
Heimwerker setzt Dämmplatte mit Klappbewegung an die Außenfassade, daneben kleben bereits die ersten Klimaplatten.
Auf einen Blick
  • Dämmstoff-Platten setzen und festklopfen
  • Stöße, Versatz und Hausecken bei Dämmung beachten
  • Stoßflächen frei vom Kleber halten
So wird es gemacht

Setzen Sie die Dämmplatten mit einer Klappbewegung gegen die Fassade und klopfen Sie sie mit einem Reibebrett vollständig fest. Halten Sie die Stöße dabei sauber und verlegen Sie die Plattenreihen mit mindestens 20 cm Versatz. Kleben Sie die Platten an Hausecken etwas überstehend (ca. 5 mm Kleberdicke) und verzahnen Sie die Dämmung miteinander. Belassen Sie die Stoßflächen dabei frei von Klebespachtel.

So wird es gemacht

5
Dämmung von Wandöffnungen
Heimwerker schneidet Dämmplatte in L-Form. Am Fenster im Hintergrund ist bereits die entsprechende Aussparung zu sehen.
Auf einen Blick
  • Dichtband kleben
  • Dämmstoff ausmessen und zuschneiden
  • Dämmung mit Kleber anbringen
So wird es gemacht

Kleben Sie vor der Dämmung von Fenstern Dichtband auf Rahmen und Fensterbank und ebenso um und unter die Fensterbank sowie zwischen Dämmplatte und Fensterbank.

Messen Sie die Plattenpassstücke für die Dämmung präzise aus und schneiden Sie sie zu. Die Eckbereiche von Wandöffnungen müssen immer innerhalb einer L-förmigen Dämmplatte liegen. Vermeiden Sie beim Wärmeverbundsystem Kreuzfugen.

An allen angrenzenden Bauteilen wie Holzbalken, Fenster- und Türrahmen oder Fensterbänken setzen Sie zwischen Dämmplatte und Bauteil ebenfalls ein Dichtband. Ziehen Sie das Band nicht um Ecken, sondern schneiden Sie es ab und setzen wieder neu an.

So wird es gemacht

6
Tellerdübel zwischen Dämmplatten setzen
Heimwerker klopft Tellerdübel in die Dämmplatten-Ecke, einige bereits gesetzte Dübel sind zu sehen.
Auf einen Blick
  • Bohrlöcher für Tellerdübel bohren
  • Dübel mit dem Hammer einschlagen
So wird es gemacht

Verdübeln Sie zur Sicherung Telleranker an den Plattenecken: Setzen Sie die Dübel mittig an den Längskanten und in der horizontalen Mittelachse. Die Bohrlochtiefe sollte einer Dübellänge von 1 bis 1,5 cm entsprechen. Verwenden Sie zum Bohren der Löcher den Tiefenanschlag und klopfen Sie die Tellerdübel mit einem Hammer oberflächenbündig ein, damit Sie sie mit dem zugehörigen Spreiznagel verankern können.

So wird es gemacht

7
Eckwinkel für Armierung setzen
Heimwerker setzt Eckwinkel mit Gewebe an Fensterkante an.
Auf einen Blick
  • Hausecken, Fenster- und Türöffnungen absichern
  • Eckwinkel mit Gewebe setzen
  • Gewebeeckpfeile anbringen
So wird es gemacht

Sichern Sie Hausecken, Fenster- und Türöffnungen bei der WDVS-Fassadendämmung mit Eckwinkeln inklusive Gewebe stabil gegen Stöße ab, indem sie Spachtel auftragen und mit einem 8-mm-Zahnspachtel durchkämmen. Richten Sie die Winkel aus und betten Sie das Gewebe vollständig ein. Dann können Sie das gleiche Verfahren im Türen-, Fensterlaibungs- und Sturzbereich anwenden – bringen Sie hier an den Ecken jedoch zusätzliche Gewebeeckpfeile an.

So wird es gemacht

8
Spachtel auf Außenfassadendämmung auftragen
Heimwerker trägt Klebespachtel von unten nach oben auf Hausfassade auf.
Auf einen Blick
  • Spachtel auf Dämmung auftragen
  • Schicht senkrecht durchkämmen
So wird es gemacht

Tragen Sie nun den Klebespachtel Bahn für Bahn und von unten nach oben auf. Die Schicht sollte mindestens 4 mm dick sein. Danach kämmen Sie die Schicht komplett mit dem Zahnspachtel (6- oder 8-mm-Zahnung) senkrecht durch.

So wird es gemacht

9
Gewebe einarbeiten und abziehen
Heimwerker arbeitet Gewebe in gespachtelte Außenfassade ein.
Auf einen Blick
  • Gewebe faltenfrei einarbeiten
  • Fläche auf der Dämmung abziehen
  • Bahnen mit Cutter zuschneiden
So wird es gemacht

Arbeiten Sie nun mit der Glättekelle Gewebe jeweils von oben nach unten faltenfrei ein. Die Gewebebahnen müssen seitlich mindestens 10 cm überlappen.

Ziehen Sie abschließend die gesamte Fläche mit der Glättekelle ab und schneiden Sie die Bahnen am unteren Ende mit einem Cutter ab.

So wird es gemacht

10
Grundieren und Putz aufziehen
Heimwerker trägt Putz auf Außenwand auf.
Auf einen Blick
  • Fläche ausreichend trocknen lassen
  • Gedämmte Fassade grundieren
  • Putz anrühren und aufziehen
So wird es gemacht

Lassen Sie die gesamte Fläche der Außenwand nach Herstellerangaben gut trocknen und beginnen Sie dann mit der Grundierung: Rühren Sie Putz im sauberen Mörtelkübel an und ziehen Sie ihn mit einem nichtrostenden Glätter in Kornstärke auf. Arbeiten Sie nass in nass, also ohne Unterbrechung.

So wird es gemacht

11
Putz strukturieren
Heimwerker arbeitet Scheibenputzstruktur in Außenwand ein.
Auf einen Blick
  • Fassade mit Putz strukturieren
  • Sockel streichen oder verputzen
  • Fassadendämmung ist abgeschlossen
So wird es gemacht

Abschließend können Sie die Wand mit einem Moosgummibrett (Scheibenputz) oder Kunststoffreibebrett (Münchner Rauputz) strukturieren. Streichen Sie zur optischen Aufwertung den Sockel, z. B. mit Zementmörtel, oder versehen Sie ihn mit einem dekorativen Buntsteinputz.

So wird es gemacht

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Dämmstoffe
  • Vollwärmeschutz-Systeme
  • Putz
  • Isolier- und Gewebeband
  • Klebespachtel
  • Eckwinkel mit Gewebe
  • Dübel für die Plattensicherung
  • Sockelprofil
  • Grundierung
  • Gewebe
  • Dichtband
  • Reibebrett
  • Kelle
  • Feinsägen
  • Wasserwaage
  • Glättekelle
  • Quast
  • Dübel für die Plattensicherung
  • Hammer
  • Bohrmaschine
  • Bohrer

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.