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Außenschornsteine – Materialien und Bauarten im Überblick

Zuletzt aktualisiert: 31.10.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Außenschornstein aus Edelstahl an der Außenwand eines weißen Hauses.

Der Ratgeber erklärt, woraus Außenschornsteine bestehen, was bei der Montage zu beachten ist und welche Betriebsweise für welchen Schornstein sinnvoll beziehungsweise erforderlich ist.

Wie hoch muss ein Schornstein sein?

Bei der Höhe des Außenschornsteins geht es vor allem darum, wie hoch der Schornstein über das Dach des Hauses hinausragt. Für diese Höhe gibt es keine einheitliche Vorschrift. Stattdessen hängt die Höhe des Schornsteins über dem Dach unter anderem vom Abstand des Hauses zum Nachbarhaus, von der Dachneigung, dem im Kaminofen verwendeten Brennstoff, der Nähe zu Fenstern und der Bedeckung des Daches ab. Lassen Sie sich vor dem Kauf eines Außenschornsteins vom Schornsteinfeger über die benötigte Höhe informieren.

Der folgende Ratgeber erklärt, wofür sich Außenschornsteine aus Kupfer, Edelstahl und Kunststoff eignen, wann sich eine Wand- oder Bodenmontage eher lohnt und was der Unterschied zwischen feuchter und trockener Betriebsweise ist.

Einwandig oder doppelwandig: Welcher Schornstein muss es sein?

Einen doppelwandigen Edelstahlschornstein erkennen Sie daran, dass im Tragrohr ein oder mehrere Innenrohre vorhanden sind, während der einwandige Außenschornstein lediglich aus dem sichtbaren Rohrteil besteht. Auffälliger ist aber, dass einwandige Edelstahlschornsteine keine Dämmung haben. Der doppelwandige Edelstahlkamin ist dagegen mit mineralischer Wolle gedämmt. Die Dämmung hält einerseits die Temperatur der heißen Abgase innerhalb des Schornsteins auch bei kalten Außentemperaturen konstant – kalte Abgase würden sich langsamer durch den Kamin bewegen und ihn schneller versotten lassen. Das bedeutet, dass sich im Schornstein Teer und säurehaltige Ablagerungen absetzen, die das Mauerwerk angreifen. Andererseits verhindert die Dämmung im doppelwandigen Edelstahlschornstein auch die Erwärmung des Abgasrohrs von außen, was wiederum die Bausubstanz bei Wand- und Dachdurchführung schützt.

In der Regel werden die preisgünstigeren einwandigen Schornsteine im Hausinneren zur Schornsteinsanierung genutzt. Der gut wärmegedämmte, doppelwandige Schornstein wird dagegen an der Außenwand am Haus installiert. Beide Schornstein-Typen werden in Bausätzen angeboten. Durch die vielen Module lässt sich der Schornstein an nahezu jede bauliche Gegebenheit anpassen. Die Modulbauweise erleichtert außerdem den Transport.

Außenschornstein auf dem Dach

Schornsteinmaterial: Edelstahl, Kunststoff, Kupfer

Die häufigsten Materialien für Außenschornsteine sind Kupfer, Edelstahl und Kunststoff.

Kupferschornsteine sind optisch besonders ansprechend und zudem sehr korrosionsbeständig – die grünliche Patinaschicht schützt das Metall auch äußerlich. Zum Teil handelt es sich bei Rohren in Kupferoptik tatsächlich aber um ein galvanisch verkupfertes Edelstahlrohr. Diese sind preislich wesentlich günstiger als reine Kupferschornsteine.

Edelstahlschornsteine trotzen Witterung und Säuren, die bei der Verbrennung entstehen, über lange Zeit. Die glatte Oberfläche der Edelstahlkamine vermindert Rußablagerung, sorgt für einen guten Zug und ist für nahezu jeden Brennstoff geeignet.

Kunststoffschornsteine werden meist aus Polypropylen (PP) hergestellt, gelegentlich auch aus Polyphenylensulfid (PPS) oder Polyvinylidenfluorid (PVDF). Je nach Verarbeitung – oder Materialmix – weisen Schornsteine aus Kunststoff leichte Unterschiede bei Säure-, Temperatur- und Alterungsbeständigkeit auf. Generell lässt sich jedoch sagen, dass Kunststoffschornsteine nur für Öl- und Gasfeuerstätten mit niedriger Abgastemperatur geeignet sind, dafür aber durch ihr geringes Gewicht und den deutlich niedrigeren Preis überzeugen können.

Um sich über die Säurebeständigkeit Ihres Schornsteins zu informieren, studieren Sie die Herstellerangaben. So wird die Korrosionswiderstandsfähigkeit in vier Klassen angegeben – VM, V1, V2, V3. Es gilt: Je höher die Zahl hinter dem Buchstaben, desto länger wird das Material den Säuren standhalten können.

Auch aus Keramik werden Schornsteine gefertigt, doch diese sind ausschließlich für die Montage in einem Schornsteinschacht vorgesehen.

Außenschornstein aus Edelstahl an der Außenwand des Hauses

Wand- oder Bodenmontage von Außenschornsteinen

Bei der Montage von Außenschornsteinen wird zwischen Wand- und Bodenmontage unterschieden. Die Bodenmontage ist die aufwendigere Variante, denn hier fußt der Schornstein auf einem Betonfundament im Boden. Wird der Außenschornstein an der Wand montiert, benötigen Sie zur Befestigung eine Wandkonsole. Die meisten Schornstein-Bausätze eignen sich für beide Arten der Montage. Dann entscheiden vor allem Platz und Zeit darüber, auf welche Art der Schornstein montiert wird. Dauerhafter ist in jedem Fall die Bodenmontage, für die Sie jedoch Zeit in das Ausheben und Anlegen eines frostsicheren Betonfundaments investieren müssen.

Die Montage Ihres Schornsteins und Kaminofens können Sie gegebenenfalls selber durchführen. Allerdings dürfen Ofen und Schornstein sowohl beim Neubau als auch bei der Schornsteinsanierung erst in Betrieb genommen werden, wenn der zuständige Schornsteinfeger sie geprüft und abgenommen hat. Um sicherzugehen, dass Sie alle Bauvorschriften und Sicherheitsmaßnahmen einhalten, empfiehlt es sich, zumindest den Wanddurchbruch einem Fachbetrieb zu überlassen. Dies gilt vor allem, wenn es sich um Außenwände mit Wärmevolldämmung handelt. Gleiches gilt für die Dachdurchführung. Sinnvoll ist es außerdem, den Schornsteinfeger in die Baupläne einzubeziehen.

Außenschornstein endet auf dem Boden

Feuchte und trockene Betriebsweise bei Außenschornsteinen

Kühlt das Abgas im Außenschornstein ab, kondensiert die im Abgas enthaltene Feuchtigkeit. Dabei gilt: Je heißer die Abgase, desto weniger Feuchtigkeit kondensiert im Schornstein. Sind die Abgase so heiß, dass bei normalem Betrieb nichts kondensiert, spricht man von einer trockenen Betriebsweise.

Sind die Abgastemperaturen in Schornstein und Kaminofen niedriger und kommen Brennstoffe wie Öl oder Gas zum Einsatz, verbleibt beim Unterschreiten des Taupunkts immer Kondensat an den Innenwänden des Schornsteins. Dann spricht man von einer feuchten beziehungsweise nassen Betriebsweise. Bei letzterer Betriebsart, die in den Produktangaben der Feuerstätte mit einem „W“ gekennzeichnet wird („D“ steht für die trockene Betriebsart), muss der Schornstein unempfindlich gegen Feuchtigkeit sein.

Glut im Kaminofen

Temperaturangaben bei Außenschornsteinen

Außerdem werden bei jedem Außenschornstein auch Temperaturangaben gemacht: Und zwar zu Dauerbetriebstemperatur, Temperaturklasse und Nennbetriebstemperatur. Die Dauerbetriebstemperatur liegt je nach Materialdicke und -qualität bei 400 bis 600 °C. Dabei ist dicker nicht gleich besser. Bei hochwertiger Verarbeitung kann auch dünneres Material hohen Temperaturen standhalten. Dabei bieten dünnwandigere Schornsteine den Vorteil, dass sie sich schneller erwärmen und so schneller ziehen.

Die Nennbetriebstemperatur beziffert die durchschnittliche Temperatur der Abgase aus dem Kaminofen, während die Temperaturklasse angibt, bis zu welcher Nennbetriebstemperatur der Schornstein betrieben werden darf. Angaben dazu finden Sie in der CE-Konformitätserklärung des Herstellers.

Holz brennt im Kaminofen

Welche Brennstoffe verträgt der Schornstein?

Bei festen Brennstoffen wie Holz und Kohle muss der Schornstein rußbeständig sein, da es sonst zu einem Rußbrand kommen kann. Heutzutage sind nahezu alle Metallschornsteine wie Kupfer- und Edelstahlschornsteine für feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe geeignet – vergewissern Sie sich aber sicherheitshalber in den Herstellerangaben.

Beachten Sie, dass Kaminöfen nicht dafür geeignet sind, beispielsweise mit Altpapier betrieben zu werden. Das kann zu einer Versottung des Schornsteins und erhöhten Schadstoffwerten führen. Ihr zuständiger Schornsteinfeger berät Sie gerne rund um die Nutzung Ihres Kaminofens.

Edelstahlschornstein außen am Haus

Gasdichteklasse von Außenschornsteinen: Überdruck oder Unterdruck?

In einem Schornstein herrscht normalerweise Unterdruck, da warme Luft entweicht. Anders ist es bei Abgasanlagen von energiesparenden Warmwassererwärmungen. Diese müssen mit Überdruck betrieben werden, da das Gas nicht mehr heiß genug ist, um den nötigen Auftrieb aus dem Ofen bis über das Dach zu entwickeln. Bei dieser Variante sorgt ein Gebläse dafür, dass die Abgase durch den Schornstein geblasen werden. Die Gasdichteklasse ist dann die Überdruckklasse. Bei konventionellen Feuerstätten, die mit Öl, Gas oder Feststoffen betrieben werden, spricht man von der Unterdruckklasse.

Die Wahl des passenden Außenschornsteines für Ofen und Kamin hängt von vielen Faktoren ab – bauliche Aspekte, Brennstoffe und Budget, um nur einige zu nennen. Sicherheit ist jedoch der allerwichtigste Faktor bei der Montage einer Feuerstelle oder eines Abgassystems. Aus diesem Grund kommt keine Installation eines Schornsteins ohne den Rat des zuständigen Schornsteinfegers aus.

Außenschornstein an einem Klinkerhaus

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