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Asbest in Baumaterial

Asbest zu erkennen, ist nicht immer einfach, aber anhand einiger Merkmale möglich. Welche Kriterien auf eine Asbestbelastung hindeuten und welche Maßnahmen du bei Verdacht auf Asbest einleiten solltest, erfährst du hier.

Was ist Asbest?

Asbest ist eine schwere Altlast in vielen Häusern. Noch bis ins Jahr 1993 wurde der gesundheitsgefährdende Werkstoff auf dem Bau eingesetzt. Er gehört zur Gruppe der silikatischen Minerale. Diese haben einige Vorteile, weshalb sie als Werkstoff sehr beliebt waren. Sie sind schwer entflammbar, unempfindlich gegen Hitze und chemisch beständig. Darüber hinaus ist Asbest gut mit anderen Baustoffen kombinierbar, etwa mit Dichtungen, Dachpfannen oder Hochbauplatten. Asbest ist jedoch auch stark gesundheitsgefährdend.

Von Asbest ausgehende Gefahr

Asbest ist nach dem „Global harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“ (GHS) als gesundheitsgefährdend klassifiziert. Er fällt sogar in die Gruppe 1A der krebserregenden Stoffe.

Seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass Asbest gesundheitliche Schäden mit sich bringt. Es wurden beispielsweise Lungenkrebs, Kurzatmigkeit und Asthma als Folgen des Umgangs mit dem Baustoff nachgewiesen. Sogar eine Krankheit wurde nach Asbest benannt: die Asbestose. Dabei vernarben und verhärten sich die Bindegewebsstrukturen des Lungengewebes. Als Folge wird das Atmen schwerer.

In den 1970er Jahren wurden daher die ersten Arbeitsschutzregelungen für den Umgang mit Asbest eingeführt. Aber erst Anfang der 1990er Jahre kam es hierzulande zu einem vollständigen Verbot des Stoffs. Europaweit wurde Asbest sogar erst 2005 aus der Bauindustrie verbannt.

Hinweis: Sollte in deinem Haus Asbest verbaut sein, ist eine vollständige Sanierung nicht zwingend notwendig. Der Baustoff sorgt oft erst für gesundheitliche Probleme, wenn an ihm Arbeiten durchgeführt werden und du Staub und Fasern einatmest. Melde dich bei Verdacht auf Aspbest deshalb direkt an ein Fachunternehmen, um die Gefahr richtig einschätzen und beseitigen zu lassen.

Verbreitung von Asbest

Ein Anhaltspunkt, ob in deinem Haus mit Asbest gebaut wurde, kann das Baujahr geben. Wurde es in den frühen 1930er Jahren errichtet und seitdem nicht mehr saniert, ist die Wahrscheinlichkeit dafür recht hoch. Beliebte Einsatzorte waren das Dach oder die Fassade.

Asbest-Arten

Experten unterscheiden zwei Asbest-Arten: Asbestzement und Spritzasbest.

Spritzasbest gilt als die gefährlichste Form von Asbest. Er wurde hierzulande bereits Ende der 1970er Jahre verboten. Der Grund: Es reichen bereits kleinste Erschütterungen, um Fasern in die Luft zu entlassen.

Asbestzement ist fester. Hier werden die Fasern erst freigesetzt, wenn der Zement thermisch oder mechanisch behandelt wird.

Asbest erkennen

Fasern von Asbest

Asbest ist grünlich bis grau und hat eine faserige Struktur. Ist es in Baumaterial enthalten, ist es jedoch nicht so leicht zu erkennen.

Für sich allein genommen sieht Asbest in der Regel grau bis grünlich-grau aus. Seine Struktur besteht aus Fasern. Allerdings kommt er häufig gemeinsam mit anderen Baustoffen vor. Dann lässt er sich nur noch schwer ausmachen.

Die Gefährlichkeit hängt dabei von der Art der Bindung mit dem jeweiligen Baustoff ab. Hier gibt es drei Varianten.

Drei Varianten
1. Schwach gebundenes Asbest
Drei Varianten
2. Asbest in Reinform
Drei Varianten
3. Stark gebundenes Asbest
Drei Varianten
1. Schwach gebundenes Asbest
Diese Form des Asbests ist die gefährlichste. Der Anteil des schädlichen Baustoffs liegt hier bei mehr als 60 %. Das ist höher als bei den meisten anderen Produkten.
Zum schwach gebundenen Asbest gehört beispielsweise der Spritzasbest. Aufgrund seiner Weichheit wurde er oft als Brandschutzmasse in Stahlskelettbauten eingesetzt.
An älteren Dichtungen, Brandschutzklappen, Dämmungen und Isolierungen kannst du eine mögliche Verwendung von Asbest erkennen.
2. Asbest in Reinform
Die Reinform von Asbest findest du vor allem in Kaminen und Öfen. Hier wurden sogenannte Asbestschnüre zum Abdichten genutzt. Auch als feuerfester Füllstoff kam reiner Asbest zum Einsatz.
Das Material ist ebenfalls faserig wie schwach gebundener Asbest. Das macht es ähnlich gefährlich.
3. Stark gebundenes Asbest
Stark gebundener Asbest gilt als am wenigsten gefährlich von den drei Sorten. Er wurde vor allem in Decken als Eindeckung oder in Platten sowie in Wandverkleidungen verbaut.
Durch ihre starke Bindung lassen sich die Fasern nicht so schnell freisetzen wie die der anderen Asbestarten.

Vorkommen von Asbest

Zwei Personen heben Asbestplatte auf einem Dach

Asbest wurde lange Zeit für den Bau von Dächern verwendet. Aber auch im Boden und in den Wänden kann Asbest enthalten sein.

Asbest war lange Zeit einer der beliebtesten Baustoffe. Daher ist er auch in zahlreichen Produkten zu finden.

Beispielsweise kam er häufig in Dacheindeckungen vor. Dort wurde er in Form von Asbestzementplatten verbaut. Auch Bodenbeläge, Rohre oder Wandverkleidungen können den Stoff enthalten.

Außerdem wurde Asbest auch in diesen Produkten häufig verwendet:

  • Kunstschieferplatten

  • Wellfaserzementplatten

  • Abwasserrohre

  • Lüftungsrohre

Sogar alte Elektrogeräte wie Herde, Backöfen, Toaster und Bügeleisen können Asbest enthalten. In ihnen lässt sich Asbest allerdings nur schwer erkennen.

Nachtspeicherheizungen mit Asbest erkennen

Bis Ende der 1970er Jahre waren auch Nachtspeicheröfen häufig mit Asbest versehen. Er kam in den Dämmplatten, Kernträgerplatten, Isolatoren und Flanschdichtungen zum Einsatz.

Willst du erkennen, ob deine Nachtspeicheröfen Asbest enthalten, schaust du am besten in den sogenannten Asbestlisten nach. Hier sind die Gerätetypen gelistet. Diese vergleichst du mit dem Typenschild auf der Heizung.

Auch die Hersteller wissen meist, ob ihre alten Geräte noch mit Bauteilen aus Asbest gebaut wurden.

Bei Asbest-Verdacht: Fachunternehmen beauftragen

Hast du einen Verdacht, dass in deinem Haus Asbest verbaut wurde, solltest du alles Weitere einem Spezialisten überlassen.

Dieser entnimmt Proben aus den verdächtigen Bauteilen. Anschließend lässt er die mögliche Asbestbelastung durch ein Labor bestimmen.

Die Probe wird als Kontakt- oder Klebeprobe gezogen. Sie darf ausschließlich von einem speziell dafür ausgebildeten Fachmann durchgeführt werden.

Ist Asbest in der Probe vorhanden, musst du abwägen, ob eine Sanierung dringend notwendig ist oder nicht. Denn durch die Sanierung werden noch mehr Fasern freigesetzt. Auch hier sollte der Fachmann eine Empfehlung aussprechen.

Ist eine Sanierung nötig, darf diese nur von Spezialunternehmen durchgeführt werden.

Kosten einer Asbest-Sanierung

Die Kosten für die Sanierung eines mit Asbest belasteten Baus hängen von vielen Faktoren ab. Einer davon ist die Frage, welches Bauteil betroffen ist. Rechne auf jeden Fall mit Kosten für:

  • Entsorgung

  • Spezial-Verpackung

  • Miete für ein Gerüst

  • Arbeitsstunden

  • Anfahrtskosten

  • Beim Dach: neue Dämmung und Notabdeckung

Hinzu kommen die Kosten für die neuen Materialien. Je nach Raumgröße und Aufwand, kann die Sanierung einige Tausend Euro kosten.

Asbest-Entsorgung

Abtransport von Asbest

Für den Abtransport wird Asbest gut verpackt. So kann sich der Schadstoff nicht weiter verbreiten.

Asbest-Entsorger benötigen eine gründliche Ausbildung. Auch eine spezielle Ausrüstung muss vorhanden sein. Dazu zählen Atemmasken und das Wissen um den richtigen Abtransport. Der Asbest wird hierfür luftdicht verpackt.

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