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Der richtige Dämmstoff für jeden Einsatzort

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Heimwerker in Arbeitshandschuhen dämmt Fassade mit Dämmstoff.

Der Ratgeber informiert Sie über die gängigen Dämmstoffe für die Innendämmung und zeigt Ihnen, welche Dämmung in welchem Bereich im Haus zum Einsatz kommt.

Welche Dämmstoffe gibt es?

Es gibt drei Grundarten von Dämmstoffen: organische, mineralische und synthetische Dämmstoffe. Jede Dämmstoffart hat ihre Vorteile, die Sie vor der Wärmedämmung im eigenen Haus kennen sollten.

  • Organische Baustoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Wenn Sie Wert auf eine nachhaltige Wärmedämmung legen, sind diese Dämmstoffe die richtige Wahl. Allerdings werden auch viele organische Dämmstoffe – unter anderem zur Verbesserung des Brandschutzes – mit synthetischen Stoffen kombiniert. Zu den organischen Dämmstoffen zählen Flachs, Hanf, Holzfaser, Holzwolle, Jute, Kokosfaser, Kork, Schafwolle, Stroh und Zellulose.
  • Mineralische Baustoffe bestehen aus anorganischen Stoffen. Auch hier können synthetische Stoffe enthalten sein. Dämmstoffe aus Mineralien bieten einen hohen Brandschutz, unterstützen bei der Feuchtigkeitsregulierung im Haus und liefern guten Wärmeschutz. Zu den mineralischen Dämmstoffen zählen Blähton, Glaswolle, Mineralschaum, Kalziumsilikat, Perlit, Schaumglas und Steinwolle.
  • Synthetische Baustoffe werden aus künstlichen, anorganischen Stoffen hergestellt. Sie sind gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent, langlebig und preiswert. Für eine besonders nachhaltige Wärmedämmung eignen sich synthetische Dämmstoffe in der Regel nicht. Zu den synthetischen Dämmstoffen zählen EPS (Expandiertes Polystyrol), PIR (Polyisocyanurat-Hartschaum), PUR (Polyurethan) und XPS (Extrudiertes Polystyrol).

Dämmstoffe für die Innendämmung stehen in großer Vielfalt zur Verfügung – als flexible Matten, Platten, Schüttmaterial oder Flocken. Ihre Vorzüge spielen Dämmmaterialien je nach spezifischen Eigenschaften und Konsistenz in unterschiedlichen Einbausituationen aus. So bieten sich flexible Matten (Glaswolle, Steinwolle, Holzfasern oder Hanf) besonders für die Zwischensparrendämmung an. Schüttgut (Vulkangestein, Blähton, Holzfaser) gleicht bei der Geschossdämmung Unebenheiten aus und Flocken (Zellulose) füllen schwer zugängliche Hohlräume.

Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Innendämmung und deren Vorteile.

Hinweis: Beachten Sie bei der Planung der Wärmedämmung unbedingt die geltenden gesetzlichen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Zur Ermittlung der erforderlichen Dicke und Wärmeleitgruppe des Materials ziehen Sie am besten einen unabhängigen Energieberater hinzu – insbesondere, wenn es um staatliche Förderung geht.

Sparrendämmung

Bei der Innendämmung des Dachs verhindert die Wärmedämmung zum Beispiel aus Glas- oder Steinwolle den Heizwärmeverlust. Die Dampfbremsfolie hält Luft und Feuchtigkeit zurück und eine Beplankung beispielsweise aus Holz- oder Gipskartonplatten bildet den Wandabschluss nach innen.

Tipp: Bleiben Sie bei der Wahl der Dämmprodukte (Dämmstoff, Folie, Klebebänder etc.) innerhalb eines Systems. So sind die Baustoffe und Hilfsmittel ideal aufeinander abgestimmt.

Heimwerker verlegt Sparrendämmung zur Innendämmung des Daches.

Zwischensparrendämmung

Die Zwischensparrendämmung ist eine einfache Baumaßnahme am Dach mit großer Wärme-Einsparwirkung, bei der die Dachpfannen unangetastet bleiben. Die zwischen die Sparren geklemmte Dämmung (z. B. Mineralwolle) muss ohne Fugen dicht am Sparren anliegen, damit eine lückenlose Dämmschicht entsteht. Die Dämmstoffdicke richtet sich auch bei der Zwischensparrendämmung nach der Wärmeleitfähigkeit des Materials und den angestrebten Werten, die Voraussetzung für eine Förderung sind.

Heimwerker dämmt Dach von innen per Zwischensparrendämmung.

Untersparrendämmung

Die Untersparrendämmung wird mittels horizontal verlaufender Unterkonstruktion auf dem Sparren angebracht. Da diese Wärmedämmung als alleinige Dämmschicht unzureichend ist, wird sie in der Regel zusätzlich zur Zwischensparrendämmung vor die luftdicht verklebte Dampfbremsfolie gesetzt. Die zusätzliche Dämmung vor der Dampfbremse vermeidet Wärmebrücken und schafft zugleich eine
Installationsebene.

Heimwerker dämmt Dach von innen per Untersparrendämmung.

Aufsparrendämmung

Bei einer kompletten Dachsanierung ist eine vom Dachdecker auszuführende Aufsparrendämmung sinnvoll. Dabei können unterschiedliche Baustoffe zum Einsatz kommen – Glas- oder Steinwolle, Hartschaumplatten oder Hartfaserplatten. Diese Dämmart ist eine wirkungsvolle Maßnahme und eignet sich besonders für die nachträgliche Dämmung bereits ausgebauter Dachgeschosse.

Sparren vom Dach sind mit Aufsparrendämmung bestückt.

Geschossdecken-Dämmung

Hier unterscheiden sich die begehbare und nicht begehbare Geschossdecken-Dämmung. Erstere besteht aus trittfestem Dämmmaterial wie Trockenestrichelementen. Bei Letzterer hat die Wärmedämmung eine begehbare Abdeckung aus zum Beispiel OSB- oder MDF-Platten. Für Holzbalkendecken eignet sich zudem eine Schüttdämmung.

Tipp: Vor der Sanierungsmaßnahme alle Informationen über Förderungsmöglichkeiten einholen – zum Beispiel über das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren".

Heimwerker dämmt Geschossdecke mit Dämmplatten.

Innendämmung des Giebels

Wenn keine Außendämmung der Giebelwände am Dach gewünscht oder möglich ist (z. B. bei denkmalgeschützten Häusern oder Fachwerkhäusern), ist eine Dämmung von innen machbar. Dafür kommen verschiedene Dämmstoffe infrage, die häufig keine Dampfbremse benötigen – wie Kalziumsilikatplatten, Verbundplatten mit Dämmstoffschicht und Holzfaserplatten. So sparen Sie Heiz- und Energiekosten auch bei historischen Fassaden.

Heimwerker dämmt Giebel am Dach von innen.

Dämmung der Kellerdecke

Damit ungeheizte Keller nicht die Wärme aus dem Erdgeschoss abziehen und bei den Bewohnern für kalte Füße sorgen, gehört zum Rundum-Wärmeschutz auch die Dämmung der Kellerdecke. Dafür eignen sich Dämmplatten aus PUR, EPS oder Mineralwolle. Diese wenig aufwendige Dämmmaßnahme spart Energie und erhöht den Wohlfühlfaktor.

Heimwerker dämmt Kellerdecke mit Dämmplatten.

Außendämmung von Kellerwänden

Wenn Außenwände mit Kontakt zum Erdreich von außen gedämmt werden, spricht man von einer Perimeterdämmung. Sie ist bei Neubauten leichter zu realisieren als bei Bestandsgebäuden, da hier meist aufwendige Erdarbeiten nötig sind. Geeignetes Dämmmaterial muss druck- und wasserbeständig ein – wie bei Platten aus XPS-Hartschaum oder Schaumglas. Zuvor tragen Sie eine Bitumendickschicht auf.

Kellerwand wird von außen mit Bitumendickschicht versehen, um gedämmt zu werden.

Innendämmung von Außenwänden

Wenn keine Außendämmung gewünscht oder möglich ist (z. B. bei Eigentumswohnungen), gibt es Wege, die Fassade von innen zu dämmen. Dafür kommen Dämmstoffe wie Kalziumsilikat- oder Holzfaserplatten infrage.

Hinweis: Um Wärmebrücken, Feuchte- und Schimmelschäden sowie andere Fehler beim Wärmeschutz zu vermeiden, ist gerade bei älteren Häusern eine Beurteilung der Bausubstanz und der Wandbeschaffenheit wichtig. Ziehen Sie hierzu unbedingt einen Fachmann heran, um nach der Dämmung nachhaltig Heizkosten zu sparen.

Heimwerker dämmt Außenwand vom Haus von innen.

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