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Holz altern lassen

Zuletzt aktualisiert: 30.09.20215 MinutenVon: OBI Redaktion
Mann streicht altes Holz

Holzmöbel erhalten mit dem Alter einen besonderen Charme. Wir zeigen, mit welchen Methoden du Holz altern lassen kannst und wie du somit neuen Möbeln einen Retrolook verleihst.

Holz altern lassen mit Beize

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Beize. Sie wirken jeweils anders auf Holz. Wir erklären dir, welche Vor- und Nachteile sie haben.

Dunkle Färbung durch Beizen

Holzbrett wird mit Beize bestrichen

Mit der richtigen Beize kannst du Holz älter erscheinen lassen, als es ist.

Altes Holz ist meist dunkler als neue Holzmöbel. Mit Beize erreichst du eine dunklere Färbung. Dafür brauchst du folgendes Material:

  • Sandpapier
  • Schutzhandschuhe
  • Beize
  • saugfähiger Stoffballen, Pinsel oder Schwamm
  • feiner Pinsel
  • Abfallholz
  • Schelllack-Versiegeler für Hirnholzflächen

Willst du das Holz durch Beize altern lassen, musst du es zunächst von Fett und Schmutz säubern. Raue anschließend die Oberfläche vorsichtig auf. Teste die Beize an einem Abfallholz. Dadurch siehst du, welche Färbung das Holz später annimmt.

Trage die Beize mit einem Pinsel, Schwamm oder Stoffballen auf. Streiche stets in Faserrichtung. Wische die Beize vor dem Antrocknen in Faserrichtung ab. Bessere ausgelassen Stellen mit einem feinen Pinsel aus.

Versiegle weitringige Stellen und Hirnholzflächen, damit die Beize nicht in die Fasern einzieht. Trage anschließend Schellack-Versiegeler dünn auf. Schleife das Holz nach dem Trocknen noch mal vorsichtig ab.

Hinweis: Trage auf versiegelte Holzflächen keine chemischen Beizen auf.

Holz altern lassen mit Glas- und Sandstrahlen

Auch mit einem Sandstrahlgebläse kannst du dein Holz altern lassen. Dabei „wäschst“ du das Holz aus. Weiche Jahresringe entfernst du auf diese Weise. Harte Ringe hebst du hervor. Die Möbel wirken anschließend plastischer.

Beim Sand- oder Glasstrahlen werden mit Druckluft kleine Sand- oder Glasteilchen auf das Holz geschleudert. Je nach Stärke des Drucks wäschst du das Holz leichter oder stärker aus. Bei starkem Druck sieht ein Möbel wie gebürstet aus. Es stehen danach aber keine Holzfasern heraus.

Sand- oder Glasstrahlen sind umweltfreundlicher als Abbeizen. Fachleute fangen abgestrahlten Lack von Möbeln und die Sand- oder Glasteilchen in einem Sack auf und entsorgen die Reste. Die bearbeiteten Möbel oder Türen setzt du entweder unbehandelt wieder ein oder wählst eine dieser Möglichkeiten:

  • Abschleifen mit Sandpapier
  • Abschleifen und streichen mit Klarlack
  • Wachsen und polieren mit feiner Stahlseide

Große Möbelstücke lässt du am besten von Experten sandstrahlen. Für kleine und unempfindliche Stücke leihst du dir ein Sandstrahlgebläse.

Person behandelt Holz mit Sandpapier

Schleife das Holz mit Sandpapier ab. So veränderst du das Aussehen und lässt es älter erscheinen.

Holz altern lassen durch Kalken

Mit Kalken betonst du vor allem die Maserung des Holzes. Bei dieser Methode reibst du Porenfüllbrei in die Holzsporen ein. Dies eignet sich besonders für Eichenholz. Es hat große Poren. Du kannst auch andere grobjährige und großporige Holzarten wie Esche und Ulme kalken.

Aus Wachs und weißen Pigmenten setzt du den Porenfüllbrei selbst an. Du bekommst ihn aber auch als Fertigprodukt. Der Vorteil daran ist, dass er bereits ein Trockenmittel enthält. Für das Kalken brauchst du folgendes Material und Werkzeug:

  • Wasserbeize
  • Schellackgrundierung
  • Porenfüllmasse (Fertigprodukt)
  • Farbstoffe und Pigmente
  • Wachs oder Schellackpolitur
  • Schleifpapier
  • Drahtbürste
  • Pinsel
  • Grobes Leinen und weiches Tuch

Vorbereitung für das Kalken

  1. Entferne alle Beschläge und Metallteile.
  2. Schleife mit einem 240er-Schleifpapier die Oberfläche ab, bis sie schmutz- und fettfrei ist.
  3. Bürste die Oberfläche kräftig und gleichmäßig mit einer Drahtbürste in Faserrichtung, um die Poren zu öffnen.
  4. Beize das Holz in der gewünschten Farbe, wenn du möchtest. Verwende keine Lösungsmittelbeize. Diese wird fleckig. Lasse die Beize trocknen.
  5. Versiegle die gebeizte Fläche mit Schelllackgrundierung.
  6. Lasse die Grundierung über Nacht trocknen.
  7. Glätte die Oberfläche mit Schleifvlies oder feinem 320er-Schleifpapier.

Färbe die Porenfüllmasse

Fülle die Porenfüllmasse in ein flaches Gefäß. Mische anschließend die Farbe hinzu. Färbe die Masse nicht zu dunkel. Bereite außerdem eine ausreichende Menge Masse vor. Es ist nachher schwierig, den gleichen Farbton wieder zu treffen.

Trage die Porenfüllmasse auf

Reibe die Masse gleichmäßig mit einem groben Leinentuch in die Poren. Gehe dabei quer zur Holzfaser vor. Vermeide es, in Faserrichtung zu arbeiten. Ansonsten füllen sich die Poren nicht richtig. Wische Überschüsse mit einem Leinentuch quer zur Faser vorsichtig ab, solange die Masse feucht ist. Über Nacht lässt du die Masse trocknen.

Nach dem Trocknen reibst du die gekalkte Fläche mit einem weichen Tuch blank. Wachse oder überziehe das Holz vorsichtig dünn mit Schelllackpolitur. So schützt du die farbigen Poren.

Krakelieren: So bekommt das Holz Rissmuster

Risse in Holzbrettern

Risse im Holz lassen auf dessen Alter schließen. Mit Reißlack kannst du diesen Effekt künstlich nachahmen.

Mit Reißlack bekommen deine Holzmöbel ein Rissmuster. Dieser Effekt sieht aus wie Risse eines alten Lacküberzugs. Streiche den Lack auf einen Lackuntergrund. Die einzelnen Schichten trocknen dabei unterschiedlich schnell. Es entstehen auf diese Weise Haarrisse. Dabei scheint die ursprüngliche Farbe durch die Risse hindurch.

Eine Krakelee-Oberfläche bekommst du am besten auf kleinen Flächen wie Spiegelrahmen hin. Auf großen Flächen trägst du Reißlack stärker und nasser auf.

Achte darauf, dass bei großen Flächen das Rissmuster maximal 50 mm breit ist. Ansonsten blättert der Lack ab. Für das Krakelieren brauchst du folgendes Material:

  • Holzrest
  • Terpentinersatz
  • Flachpinsel
  • Öllack
  • Reißlack
  • Wachspolitur
  • Gefärbtes Wachs oder Pigmente
  • Weiches Tuch

Krakelieren vorbereiten

  1. Teste das Krakelieren erst auf einem Holzrest.
  2. Reinige das Holz mit Terpentinersatz.
  3. Trage eine Grundlackschicht aus Öllack auf. Verwende einen Flachpinsel und vermeide Pinselspuren. Eine poröse Oberfläche braucht oft mehrere Anstriche.

Reißlack auftragen

Trage den Reißlack großzügig auf, wenn der Öllack klebrig-trocken ist. Verstreiche den Lack nicht, sondern lasse ihn verlaufen. Die ersten Risse bilden sich sofort. Wie groß das Rissmuster wird, hängt von der dicke der Lackschicht und der Temperatur ab. Bei 20 °C werden die Risse feiner.

Nach dem Trocknen verstärkst du das Muster mit Wachspolitur, Pigmenten oder gefärbtem Wachs. Lasse das Holz wieder trocknen und poliere es mit einem Tuch.

Person lackiert Holzbretter mit einem Pinsel

Mit einem schützenden Lack kannst du dein Holz vor weiteren Veränderungen bewahren. Auch die Farbe lässt sich so verändern.

Holz altern lassen mit Lauge

Auch Natronlauge lässt dein Holz altern. In der Lauge ziehen sich die Poren in den weichen, hellen Jahresringen des Frühholzes zusammen. Dadurch werden die härteren, dunkleren Ringe hervorgehoben und die Oberfläche wirkt plastischer.

Holz mit Lauge zu bearbeiten, solltest du einem Fachunternehmen überlassen. Dieses hat die entsprechenden Anlagen und Kenntnisse über die richtige Laugenmenge. Zudem entsorgt es die Überreste umweltschonend.

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