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Nutzungsklasse und Gebrauchsklasse von Holz

Zuletzt aktualisiert: 30.09.20213 MinutenVon: OBI Redaktion
Gestapelte Holzplatten.

Im Zusammenhang mit Holz wird häufig von einer Gebrauchs- und einer Nutzungsklasse gesprochen. Gerade beim Holzkauf für Bauprojekte ist es wichtig, die Bedeutung beider Klassen zu kennen und das Holz passend aussuchen zu können. 

 

Was sagen Nutzungsklasse und Gebrauchsklasse aus?

Holz ist ein Naturstoff und reagiert auf verschiedene Umwelteinflüsse. Je nach Luftfeuchtigkeit oder Einsatzgebiet eignet sich eine Holzart mehr, eine andere weniger für ein bestimmtes Vorhaben. Zudem muss Holz bestimmten Gefährdungen standhalten. Auskunft über diese Eigenschaften und Gefährdungen geben die Nutzungs- und Gebrauchsklassen.

 

Was ist die Nutzungsklasse bei Holz?

Früher wurden die Nutzungsklassen von Holzbauteilen von der Statik-Norm DIN 1052 zur „Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken“ definiert. Seit 2012 ist allerdings der Eurocode 5 (DIN EN 1995-1-1) verbindlich, wenn die Statik von Holzbauwerken berechnet werden soll.

Die im Eurocode 5 definierten Nutzungsklassen geben Auskunft über die  Holzeigenschaften bei Feuchtigkeitseinfluss. Holz verliert mit zunehmender Feuchtigkeit an Stabilität. Je nach Bauvorhaben und erwarteter Umgebungsfeuchtigkeit sollte ein dementsprechend stabiles Holz verarbeitet werden. Welches Holz sich für ein bestimmtes Vorhaben eignet, wird anhand der Nutzungsklasse deutlich. 

Nutzungsklasse 1

Moderne Wohnung mit Dachbalken.

Holz mit der Nutzungsklasse 1 eignet sich für Wohnräume mit gemäßigten Temperaturen und nicht allzu hoher Luftfeuchtigkeit.

Bei Nutzungsklasse 1 (NKL 1) ist das Holz einer Lufttemperatur von 20 °C  und wenige Wochen im Jahr einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 % ausgesetzt.

Nutzungsklasse 1 wird vorwiegend für geschlossene und zusätzlich beheizte Räumen genutzt. Klassische Beispiele hierfür sind Wohnhäuser, Sport- und beheizte Lagerhallen.

Nutzungsklasse 2

In der Nutzungsklasse 2 (NKL 2) muss Holz Temperaturen von 20 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 85 % über wenige Wochen pro Jahr hinweg ohne Stabilitätsverlust standhalten.

Hierzu zählen die Holzbauteile von überdachten, aber offenen Bauwerken. Beispiele für die NKL 2 sind offene Eissporthallen, ungeheizte Lagerhallen oder ausgebaute Dachräume. Bildet sich aufgrund der örtlichen Lage Tauwasser oder trifft der Regen waagerecht auf die Wetterseite, sollte jedoch die nächsthöhere Nutzungsklasse gewählt werden.

Nutzungsklasse 3

In der Nutzungsklasse 3 (NKL 3) muss das Holz den Anforderungen der NKL 2 standhalten können. Zusätzlich muss es jedoch auch stabil bleiben, wenn die Luftfeuchtigkeit zeitweise höher ist oder über einen längeren Zeitraum hoch bleibt.

Vor allem Konstruktionen, die der Witterung direkt ausgesetzt sind, werden der Nutzungsklasse 3 zugeordnet.

Was ist die Gebrauchsklasse bei Holz?

Früher wurden die Gebrauchsklassen als „Gefährdungsklassen“ bezeichnet. Sie teilen das Holz nach DIN EN 355 (2013-06) in fünf verschiedene Klassen ein. Die Wahl der Klasse ist abhängig von den am Verarbeitungsort vorhandenen biotischen Feinden. Hierzu zählen:

  • holzzerstörende Insekten
  • Moderfäule
  • Holzschädlinge im Wasser und Auswaschbeanspruchung
  • holzzerstörende Pilze

Die Gebrauchsklassen sind hilfreich bei der Bewertung der Planung und der Konstruktion von Holzbauten. Je geringer die Gebrauchsklasse, umso weniger Schutz ist nötig.

Gebrauchsklasse 0

Holzkonstruktion beim Hausbau.

Holz der Gebrauchsklasse 0 verwendest du im Innenbereich.

Das Holz wird innen verwendet, ist dauerhaft trocken und hat keinen Kontakt zu Wasser. Verschmutzungen oder Ablagerungen sind nicht absehbar. Das Holz ist vor Trockenholzinsekten geschützt. Es ist kein Schutz nötig.

Gebrauchsklasse 1

Das Holz wird im Innenbereich verbaut. Witterung oder Feuchte erreichen es dementsprechend nicht. Es sollte hier lediglich ein Schutz gegen holzschädigende Insekten aufgetragen werden.

Gebrauchsklasse 2

Das Holz wird unter dem Dach verbaut und dort keiner starken Witterung ausgesetzt. Hin und wieder dringt Feuchtigkeit an das Holz und es kann sich Kondenswasser bilden. Das Holz sollte daher gegen holzschädigende Insekten und gegen Pilze geschützt werden.

Gebrauchsklasse 3

Das Holz wird über der Erde verbaut und ist der Witterung ausgesetzt. Hierbei wird zwischen zwei Unterklassen unterschieden:

  1. Gebrauchsklasse 3.1
    Das Holz bleibt nie über längere Zeiträume hinweg nass. Das Wasser kann sich zudem nicht stauen. 
     
  2. Gebrauchsklasse 3.2
    Das Holz ist über längere Zeiträume Nässe ausgesetzt und Wasser kann sich anstauen. 

Sowohl bei Gebrauchsklasse 3.1 als auch bei Klasse 3.2 sind Schutzmaßnahmen gegen holzschädigende Insekten, Pilze und Auswaschung notwendig. 

Gebrauchsklasse 4

Holzsteg am Wasser.

Bei der Gebrauchsklasse 4 solltest du auf einen besonders intensiven Schutz des Holzes achten.

Das Holz hat Kontakt zur Erde oder zu Süßwasser. Hier muss ein Holzschutz gegen holzschädigende Insekten, Pilze, Moderfäule und gegen Auswaschung angewandt werden, um die Umwelteinflüsse ausreichend vom Holz abzuhalten.

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