
Ziegelsteine – Eigenschaften im Überblick
Ziegelsteine: Herstellung und Verwendung
Ziegelsteine werden aus Ton oder Lehm gebrannt. Das Ausgangsmaterial wird zunächst zerkleinert und zermahlen. Im nächsten Schritt wird es durchfeuchtet und geformt. Die weichen Ziegel müssen getrocknet und gebrannt werden. Dies geschieht bei 500 °C bis 1.800 °C.
Sind die Ziegel gebrannt, werden sie geschnitten und geschliffen. Manchmal mischen die Hersteller Sägemehl- oder Papierspäne vor dem Brennen hinzu. Diese verbrennen und hinterlassen eine feine Porenstruktur. Wie gut die Ziegel vor Wärmeverlust und Schall schützen, hängt von der Materialmischung und der Struktur ab.
Ziegelsteine haben eine rechteckige Form, die heutzutage auch genormt ist. Die Bausteine haben entweder ein Normalformat (NF) oder ein Dünnformat (DF). Die Maße eines Ziegelsteins im NF betragen 24 x 11,5 x 7,1 cm. Beim DF betragen die Maße des Ziegelsteins 24 x 11,5 x 5,2 cm.
Als Hobbyhandwerker darfst du in deinem Haus nicht tragende Wände aus Ziegelsteinen selbst bauen. Im Außenbereich gehören dazu auch Gartenmauern. Soll aus dem Baumaterial eine tragende Wand entstehen, brauchst du Unterstützung von Profis. Diese helfen dir dabei, die richtige Mörtelmenge zu verwenden und Putz sowie Mauer aufeinander abzustimmen. Verarbeitest du die Ziegelsteine nicht sauber, drohen ein Wandeinsturz oder Feuchteschäden.
Klinker: eine Sonderform der Ziegelsteine

Mit Klinkersteinen oder Verblendern gibst du deiner Wohnung ein ganz besonderes Aussehen. Eine damit gestaltete Wand ist immer ein Blickfang.
Eine beliebte Form der Ziegelsteine ist Klinker. Im Gegensatz zu klassischen Ziegelsteinen sind Klinker auch unter Putz erkennbar. Dies wird genutzt, um mit ihnen ein besonderes Aussehen der Außenwände zu erreichen. Sie verleihen einem Haus ein uriges und natürliches Aussehen.
Klinker werden bei 1.200 °C gebrannt und haben einen hohen Silikatgehalt. Die Poren schließen sich bei den hohen Temperaturen. Dies wird „Versinterung“ genannt. Die Klinkersteine nehmen später weniger Wasser auf. Dadurch sind sie widerstandsfähiger. Regen und Frost machen ihnen weniger aus.
Die Wärmedämmung von Klinker ist allerdings nicht gut. Sie dienen meist als Verblendung einer fertigen Fassade. Dank der vielen verschiedenen Farben, in denen Klinker erhältlich sind, kann die Außenwand des Hauses individuell gestaltet werden – mit weißen, roten, grauen bis hin zu schwarzen Klinkersteinen. Zur Verschönerung von Innenwänden werden meist Verblender eingesetzt, die wie Klinkersteine aussehen, aber sehr dünn und leicht sind.
Planziegel: schneller und genauer verlegen
Das Besondere an Planziegeln ist, dass sie nach dem Brennen glatt geschliffen werden. Die Steine sind Hochlochziegel. In ihre Kammern wird Dämmstoff gefüllt. Somit eignen sie sich auch für einschalige Wandkonstruktionen, die keine weitere Dämmschicht brauchen.
Ein weiterer Vorteil von Planziegeln ist, dass du sie nur mit einer dünnen Mörtelfuge verlegst. So wird die Wärmeleitfähigkeit der Mauer verringert. Verwendest du Dünnbettmörtel oder Kunststoffkleber, verlegst du die Ziegel schneller. Die Oberfläche der Planziegel nimmt außerdem Putz besser auf. Dafür ist das Material etwas kostspieliger in der Anschaffung als herkömmliche Ziegelsteine.
Thermoziegel für einschalige Wände
Einen guten Wärmeschutz erhältst du mit Thermoziegeln. Ihre Luftkammern sind mit einem Dämmstoff gefüllt. Dafür wird oft Mineralwolle verwendet. Thermoziegel können gut für einschalige Wände genutzt werden.
Neben dem zusätzlichen Wärmeschutz fördern die Ziegel den natürlichen Feuchteausgleich. Thermoziegel geben aufgenommene Feuchtigkeit schrittweise ab. Außerdem besitzen sie schalldämmende Eigenschaften. Sie sind dementsprechend etwas teurer als normale Ziegelsteine. Dafür sparst du dir eine zweischalige Außenwand. Thermoziegel eignen sich vor allem für ein energieeffizientes Ziegelhaus.
Ziegelsteine: Vor- und Nachteile
Aus Ziegelsteinen mauerst du Außen- sowie Innenwände. Das Material hat eine lange Lebensdauer. Zudem ist es hart und widerstandsfähig. Da es sich bei Ziegeln um Naturprodukte handelt, enthalten sie keine Schwermetalle. Außerdem geben sie keinen Feinstaub ab.
Allerdings brauchst du bei klassischen Ziegelsteinen eine zusätzliche Dämmung. Nur mit einer Dämmung erreichst du bei diesen Ziegelsteinen die gewünschten Energieeinsparungswerte. Verwende daher für dein Haus am besten moderne Ziegelsteine. Diese haben eine bessere Wärmedämmung. Das neuartige Material reicht oft sogar, um die Energiestandards eines Passivhauses einzuhalten. Die moderne Variante bietet außerdem einen sicheren Brandschutz. Zudem sorgt sie für ein natürliches Raumklima.
Ist Beton eine Alternative zum Ziegelstein?

Eine Betonfassade strahlt Modernität und klare Linien aus.
Einen guten Brand- und Schallschutz erhältst du mit einem Haus aus Beton. Aber auch hier ist eine zusätzliche Dämmung notwendig. Ein Nachteil von Beton ist, dass einige Bestandteile des Materials – im Gegensatz zum Ziegelstein – bedenklich sind. Zudem sollte Beton imprägniert werden. Ansonsten drohen bei Frost Risse und Brüche.
Porenbeton wird daher gerne als moderne Alternative verwendet. Dieser hat folgende Eigenschaften: Im Vergleich zu herkömmlichem Beton ist er besonders leicht, der Wärmeschutz von Porenbeton ist sehr gut und er lässt sich gut verarbeiten, also zurechtschneiden und verkleben.
Jedoch muss Porenbeton absolut trocken gelagert werden. Ansonsten nimmt er sehr viel Feuchtigkeit auf. Zusätzlich ist eine Putzschicht notwendig.
Sind Kalksandstein und Bims eine Alternative?

Auch mit Kalksandstein oder Bims kannst du dein Haus errichten. Diese Materialien speichern Wärme jedoch nicht so gut wie Ziegelsteine.
Weitere Materialien für den Hausbau sind Kalksandsteine und Leichtbausteine. Ein Leichtbaustein ist zum Beispiel Bims. Dieser Baustoff hat gute Wärmedämmwerte, allerdings speichert Bims die Wärme nicht so gut wie Ziegelsteine. Der Leichtbaustein trocknet auch langsamer als Ziegel und ist weniger widerstandsfähig. Dadurch hat er eine geringere Lebensdauer.
Kalksandstein ist sehr umweltverträglich. Er verfügt auch über einen guten Schallschutz. Das Material ist sehr belastbar und hat gute Brandschutzeigenschaften. Der Wärmeschutz fällt geringer aus als bei Ziegeln.
Ziegelsteine punkten mit ihren robusten Eigenschaften
Ziegelsteine sind robust und widerstandsfähig. Die Steine halten Umwelteinflüssen gut stand. Seine guten statischen Merkmale und seine lange Lebensdauer machen den Ziegel zum idealen Baumaterial.
Die Ziegel sorgen für ein gutes Raumklima und beugen Schimmel vor. Luftfeuchtigkeit nehmen die Steine auf, da sie diffusionsoffen sind. Sie speichern die Feuchtigkeit jedoch nicht lange.
Darüber hinaus sind Ziegelsteine umweltfreundlich. Teilweise können die Steine sogar wiederverwendet werden. Moderne Varianten erfüllen meist die Anforderungen der gesetzlichen Vorschriften zum Wärmeschutz, wodurch die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung beim Hausbau gegeben sein können. Neben dem Material selbst spielt hierbei aber auch die Wanddicke eine Rolle. Beim Hausbau mit Ziegelsteinen solltest du zudem etwas mehr Zeit einplanen als bei anderen Baumaterialien.






