
Estricharten im Überblick
Damit du Fußbodenbelag wie Laminat auf einen Boden verlegen kannst, brauchst du einen ebenen Untergrund. Estrich gleicht Unebenheiten aus und kann zusätzlich als Dämmung eingesetzt werden. Welche Estricharten es gibt und wie sie sich unterscheiden, erfährst du im Ratgeber.
Welche Estricharten gibt es?
Estrich ist ein essenzieller Bestandteil des Bodens, da er Unebnheiten ausgleicht und als Wärmedämmung eingesetzt werden kann. Estrich kann je nach Art auf unterschiedliche Weise verlegt werden. Hier unterscheidet man zwischen Fließestrich, Trockenestrich und Baustellenestrich. Trockenestrich wird zum Beispiel in Platten verlegt, während Baustellenestrich im feuchten Zustand auf den Boden aufgetragen wird.
Estrich kann aber auch nach der Funktion unterschieden werden. So gibt es Estricharten, wie zum Beispiel den Verbundestrich, der vor allem im Keller eingesetzt wird, da er stark belastbar ist. Verbundestrich wird mit dem Tragbeton verbunden. Einige Estricharten müssen aber auch schwimmend verlegt werden, also ohne Kontakt mit dem Boden zu haben. Dieser Estrich wird meist in Wohnräumen verlegt, wenn keine Fußbodenheizung existiert. Denn für einen Boden mit Fußbodenheizung wird spezieller Heizestrich benötigt. Wenn keine Isolierung benötigt wird, kann auch der Estrich auf Trennschicht zum Einsatz kommen.
Zwischen den verschiedenen Methoden, Estrich zu verlegen, unterscheidet man darüber hinaus zwischen den Bindemitteln, die eingesetzt werden. Einige arbeiten mit Zement und andere beispielsweise mit Calciumsulfat. Erfahre hier, welche Estricharten es gibt, welche Bindemittel zum Einsatz kommen und wie man sie verlegt.
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Fließestrich, Trockenestrich und Baustellenestrich
Man unterscheidet bei der Bauweise von Estrich zwischen Fließestrich, Trockenestrich und Baustellenestrich. Baustellenestrich wird dabei meist direkt auf der Baustelle angerührt und im feuchten Zustand abgezogen. Als Bindemittel kommt zum Beispiel Zement infrage. Den Estrich ziehst du mit einer Latte ab. Fließestrich hingegen muss nicht mit eigener Körperkraft nivelliert werden, sondern fließt von selbst mithilfe der Schwerkraft waagerecht auf dem Boden. Damit keine Luftblasen mehr im Estrich sind, ist eine fachgerechte Anbringung unabdingbar.
Estrich kann aber auch als Platten verlegt werden. Diese Art hat den Vorteil, dass du den Estrich nicht mehr anmischen musst und er sofort bereit für die Verarbeitung ist. Die einzelnen Platten kannst du miteinander verkleben. Im Gegensatz zu den Baustellenestrichen müssen keine Trocknungszeiten eingehalten werden. Einige Modelle besitzen auch schon eine Dämmschicht, sodass du dir diesen Schritt bei der Bearbeitung des Fußbodens sparen kannst. Der Nachteil an Trockenestrich ist, dass er nicht in Nassräumen eingesetzt werden kann. Zudem ist es wichtig, dass der Estrich schwimmend verlegt wird, also eine Fuge zwischen Estrich und Wand vorhanden ist.

Zementestrich
Estrich aus Zement ist ein Baustellenestrich und gehört zu den beliebtesten Estricharten, da er leicht zu verlegen ist und viele Einsatzmöglichkeiten hat. Zementestrich ist feuchteresistent und kann drinnen und draußen verlegt werden. Auch als Heizestrich kommt er in Frage. Die Verlegung kannst du selbst vornehmen, indem du Wasser mit einer Fertigmischung nach Packungsanleitung anrührst. Der einzige Nachteil von Zement als Untergrund ist, dass er sehr lange Trocknungszeiten von bis zu 30 Tagen hat.
Vorteile:
- Leicht zu verlegen
- Für drinnen und draußen geeignet
- Als Heizestrich einsetzbar
Nachteile:
- Lange Trocknungszeiten von bis zu 30 Tagen
- Inhaltsstoffe zum Teil bedenklich für die Gesundheit

Calciumsulfatestrich oder Anhydritestrich
Anhydritestrich ist genau wie Zementestrich ein Baustellenestrich. Als Bindemittel bei Anhydritestrich kommt aber Calciumsulfat zum Einsatz. Aus diesem Grund wird der Estrich auch Calciumsulfatestrich genannt. Im Gegensatz zu Zementestrich trocknet Anhydritestrich schneller. Außerdem ist der Estrich ökologisch und biologisch unbedenklich. Da Calciumsulfat Wasser aufnimmt, eignet sich Anhydritestrich nicht für Feuchträume oder den Außenbereich. Dafür kann der Estrich gut Wärme leiten sowie speichern und eignet sich als Heizestrich.
Vorteile:
- Trocknet schnell
- Ökologisch und biologisch unbedenklich
- Kann gut Wärme speichern und abgeben
Nachteile:
- Calciumsulfat nimmt Wasser auf
- Nicht geeignet für Feuchträume und den Außenbereich
Kunstharzestrich
Kunstharzestrich ist eine sehr robuste Estrichart, da der Estrich mit Epoxidharz gemischt wird. Darüber hinaus macht ihm Wärme und Kälte nichts aus. Da es sich um einen Verbundestrich handelt, sollte eine Fachfirma das Verlegen übernehmen. Kunstharzestrich eignet sich für hoch belastete Böden in der Industrie. Der Estrich ist zudem vielen Chemikalien gegenüber beständig. In privaten Haushalten kannst du Kunstharzestrich auch als Heizestrich nutzen.
Vorteile:
- Robuster Estrich
- Kälte- und wärmeresistent
- Als Heizestrich geeignet
- Für den Innen- und Außenbereich
Nachteile:
- Kostenintensiv
- Schwierig zu verlegen

Magnesiaestrich
Magnesiaestrich ist im Gegensatz zu Zementestrich und Anhydritestrich eher unbekannt, da diese Estrichart für Böden verwendet wird, die stark belastet werden oder des Öfteren mit Ölen und Lösemitteln in Berührung kommen. Auch bei der Sanierung von Altbauten kommt Magnesiaestrich zum Einsatz. Den Estrich aufzutragen, gestaltet sich ein wenig schwieriger, da er schnell verteilt werden muss. Dafür kannst du Magnesiaestrich schnell betreten, da er schon nach zwei Tagen getrocknet ist.
Vorteile:
- Trocknet schnell
- Geeignet für stark belastete Böden
- Für Altbausanierungen ideal
Nachteile:
- Estrich muss zügig verteilt werden
- Nicht geeignet für Feuchträume und den Außenbereich
Gussasphaltestrich
Auch Gussasphaltestrich ist eine wenig bekannte Estrichart, dabei eignet er sich für Nassräume und kann unter schwierigen Bedingungen wie Witterung und bei hohen oder niedrigen Temperaturen aufgetragen werden. Die Trocknungszeit liegt bei Gussasphaltestrich bei ein bis zwei Tagen. Danach ist der Boden gedämmt und schirmt Trittschall ab. Das Bindemittel des Estrichs ist Bitumen, was für die schwarze Farbe des Gussasphaltestrichs sorgt. Wenn du den Estrich verarbeiten willst, sind Temperaturen bis zu 250 °C nötig und es können gesundheitsschädliche Gase entstehen.
Vorteile:
- Trocknet sehr schnell
- Geeignet für Nassräume und den Außenbereich
- Wärme- und Schallschutz
Nachteile:
- Hohe Erhitzung notwendig
- Auftreten von gesundheitsschädlichen Gasen
- Kostenintensiv








