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OSB-Platten verlegen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 31.10.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
OSB-Platten werden in einem Dachgeschoss verlegt.

Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie OSB-Platten richtig verlegen. Erfahren Sie alles zur Vorbereitung des Untergrunds, zur Auswahl der OSB-Platten und der sogenannten schwimmenden Verlegung.

Was sind OSB-Platten?

OSB-Platten – auch Grobspanplatten genannt – bestehen aus ausgerichteten Spänen. Daher stammt die englische Abkürzung „oriented strand board“ bzw. „oriented structural board“. Die Verlegeplatten sind ein weitverbreiteter Baustoff und haben viele Vorteile: Durch die Verwendung langer Späne sind sie sehr biegefest, außerdem günstig und robust. Sie eignen sich dank ihrer glatten Oberfläche beim Heimwerken sehr gut für größere, exponierte Flächen.

Die jeweilige Tragfähigkeit der OSB-Platten können Sie an den Ziffern 1 bis 4 erkennen. Dabei sind Platten mit der Klasse 1 am wenigsten tragfähig. Diese Platten eignen sich für eine Inneneinrichtung im Trockenbereich. Ab Klasse 3 können Sie die Platten für tragende Zwecke verwenden. Platten mit den Ziffern 3 und 4 eignen sich außerdem für den Feuchtbereich.

Sie können OSB-Platten vielseitig einsetzen – als Trägerschicht auf Balken und zum Dachgeschossausbau, sowie als Dachabdeckung, Wandverkleidung und Fußboden.
Die folgende Anleitung bezieht sich auf OSB-Platten als Bodenbelag und erklärt die schwimmende Verlegung der Platten, bei der die Platten nicht mit dem Untergrund verbunden werden. Praktisch hierfür sind vor allem OSB-Platten mit Nut und Feder.

So verlegen Sie OSB-Platten

5 Schritte

1
Untergrund vor dem Verlegen der OSB-Platten vorbereiten
Heimwerker legt Folie als Untergrund für OSB-Platten aus.
Auf einen Blick
  • Dampfbremse auswählen
  • Folien verlegen
  • Bahnen an den Rändern verkleben
So geht das

Für die schwimmende Verlegung von OSB-Platten auf einem Bodenbelag empfiehlt es sich, eine sogenannte Dampfbremse zwischen Boden und Platten zu legen. Sie schützt die OSB-Platten vor eventueller Feuchtigkeit aus dem Fußboden. Im Kontrast zur Dampfsperre trägt die Dampfbremse zudem zu angenehmem Raumklima bei. Verwenden Sie als Dampfbremse eine PE-Folie, die eine Stärke von mindestens 0,2 mm aufweist. Hat Ihr Haus keinen Keller, sollten Sie stattdessen auf eine PVC-Folie mit einer Stärke von etwa 1,2 mm zurückgreifen.

Verlegen Sie die Folie so, dass sie an den Kanten jeweils um etwa 25 cm überlappt. Auch an den Wänden sollte die Folie etwa 2 cm hochstehen. Verkleben Sie anschließend die einzelnen Bahnen an den Rändern mit Klebeband.

So geht das

2
OSB-Platten auswählen und akklimatisieren
Heimwerker legt OSB-Platten zum Akklimatisieren im Raum der Verlegung ab.
Auf einen Blick
  • Raum ausmessen
  • passende OSB-Platten kaufen
  • Platten akklimatisieren
So geht das

Vermessen Sie den Raum und bestimmen Sie die Anzahl benötigter Platten, bevor Sie die OSB-Platten für den Boden kaufen. Diese gibt es in verschiedenen Größen. Zumeist sind sie circa 2 m lang, 60 bis 95 cm breit und in Stärken von 12 bis 25 mm erhältlich. Achten Sie bei der Auswahl der OSB-Platten auf die Kennzeichnung: Nur Platten mit den Klassen 3 oder 4 kommen für tragende Zwecke infrage.

Lagern Sie die Platten vor dem Verlegen wenigstens 48 Stunden im entsprechenden Raum, um sie möglichst gut zu akklimatisieren. Hierbei passen sich Feuchtigkeitsgehalt und Temperatur der Platten dem Raum an. So dehnen sich die Platten nicht mehr aus beziehungsweise ziehen sich nicht mehr zusammen, nachdem sie verlegt wurden. Schließlich passen sie ideal und die Fugenbreiten ändern sich nach dem Verlegen nicht mehr maßgeblich.

So geht das

3
Erste Reihe OSB-Platten auflegen
Heimwerker klopft erste Reihe der OSB-Platten fest und verwendet dazu Distanzkeile, Hammer sowie ein Schlagholz.
Auf einen Blick
  • Federn absägen
  • Platten mit abgeschnittener Seite zur Wand legen
  • Dehnungsfugen freilassen
So geht das

Beginnen Sie die erste Reihe an der längsten Wand des Zimmers. Von den Platten für die erste Reihe sägen Sie die Feder ab. Dafür können Sie alle gängigen Elektro- und Handsägen verwenden. Achten Sie darauf, dass die Säge möglichst scharf ist und sich schwingungsfrei führen lässt.

Legen Sie die OSB-Platten nun mit der abgeschnittenen Seite zur Wand und lassen Sie dabei wenigstens 15 mm Dehnungsfuge zur Wand frei. Halten Sie diesen Abstand zu allen anderen Wänden im weiteren Verlauf stets ein. Eventuell müssen Sie die letzte Platte der ersten Reihe vor dem Verlegen auf die passende Größe zusägen.

Sorgen Sie während des Verlegens der Platten mithilfe von Distanzkeilen dafür, dass der Abstand zur Wand erhalten bleibt. Hilfreich für das korrekte Ausrichten der OSB-Platten sind Schlagholz und Hammer.

So geht das

4
Folgende Reihen OSB-Platten auflegen
Heimwerker schiebt OSB-Platten mit Nut und Feder ineinander. Einschubwinkel wird gezeigt.
Auf einen Blick
  • Holzleim auf die Federn auftragen
  • zweite Reihe versetzt zur ersten verlegen
  • Platten fixieren und ggf. überschüssigen Leim entfernen
So geht das

Verlegen Sie die zweite Reihe OSB-Platten versetzt zur ersten. Die Fugen der einzelnen Plattenreihe sollten immer um wenigstens 40 cm versetzt sein, um die Konstruktion stabiler zu machen.

Tragen Sie sorgfältig Holzleim auf die Federn der Platten auf. Sehr gut eignet sich hierfür spezieller Fugen-Leim für Parkett und Laminat. Dieser wird mithilfe der Spritzvorrichtung in einer dünnen Schicht aufgetragen. Schieben Sie dann die OSB-Platten der ersten Reihe und die der zweiten Reihe beim Verlegen ineinander. Verwenden Sie Schlagholz und Hammer, um die Platten zu fixieren. Tritt Leim aus den Fugen, entfernen Sie diesen mit einem Spachtel oder einem feuchten Tuch.

So geht das

5
OSB-Platten zusammenfügen und weiterverarbeiten
Heimwerker prüft das Maß der Dehnungsfuge verlegter OSB-Platten mit dem Zollstock.
Auf einen Blick
  • ggf. Platten der letzten Reihe zusägen
  • Leim aushärten lassen
  • Platten versiegeln
So geht das

Nach demselben Muster verlegen Sie dann die restlichen OSB-Platten. Eventuell müssen Sie die letzte Reihe der Platten zusägen, um diese korrekt einpassen zu können. Denken Sie auch hier an den 15-mm-Abstand zur Wand sowie an das Entfernen der Feder. Messen Sie immer wieder nach, um die Abstände konstant zu halten.
Nach dem Verlegen lassen Sie den Leim etwa 24 Stunden aushärten. Erst danach ist der Boden voll belastbar. Versiegeln Sie die OSB-Platten anschließend. Verwenden Sie hierfür beispielsweise Holzschutz-Lack: So wird der Boden pflegeleichter und die Platten verziehen sich nicht. Besonders gut eignet sich spezieller OSB-Lack zum Versiegeln.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • OSB-Platten
  • Dampfbremse
  • Klebeband
  • Holzschutz- oder OSB-Lack
  • Maßband oder Zollstock
  • Handsäge
  • Elektrosäge
  • Distanzkeile
  • Holzleim
  • Fugen-Leim
  • Spachtel
  • Pinsel

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