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Parkett abschleifen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 14.11.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein abgeschliffenes Parkett im Wohnzimmer.

Die Anleitung zeigt, wie Sie einen Parkettboden richtig abschleifen. Zu den Arbeiten gehören der Grobschliff, Zwischenschliff und Feinschliff des Parketts mit einer Parkettschleifmaschine.

Parkett abschleifen: Wie oft ist es sinnvoll?

Dielen und Parkettböden verlieren über die Jahre ihren Glanz. Die Oberfläche wird stumpf, Staub und Schmutz verfärben das Holz. Auch Kratzer, Laufspuren sowie Wasserflecken machen das Parkett unansehnlich. Mit einer Parkettschleifmaschine können Sie Ihrem Boden selbst einen neuen Schliff verleihen, wenn Sie einige Hinweise beachten.

Wie oft muss man Parkett abschleifen?

Wie oft Sie einen Parkettboden abschleifen, hängt vornehmlich von Ihrem eigenen ästhetischen Empfinden sowie der Beanspruchung des Bodens ab. Generell schleifen Sie Parkett oder Dielen dann ab, wenn Gebrauchsspuren wie Kratzer, Schleifspuren oder Wasserflecken auf dem Bodenbelag zu stören beginnen. Viele Böden werden etwa alle 10-15 Jahre abgeschliffen. Wenn das Parkett oder die Dielen allerdings wenig oder besonders viel beansprucht werden, kann die Zeitspanne auch deutlich kürzer oder länger ausfallen. Auch die richtige Parkettpflege trägt zum Erhalt der Oberfläche bei.

Wie oft kann man Parkett abschleifen?

Nicht jeder Parkettboden kann abgeschliffen werden. Vor allem Fertigparkett mit MDF-Trägern und Furnierböden schleifen Sie besser nicht ab. Andere Parkettarten insbesondere Massivparkett können Sie hingegen etwa zwischen vier bis acht Mal abschleifen. Mehrschichtparkett hat beispielsweise eine Laufschicht von 2,5 mm bis 6 mm. Beim Abschleifen werden etwa 0,5 mm des Materials abgetragen, sodass der Boden je nach Dicke dieser Deckschicht mehrmals abgeschliffen werden kann. Wie oft das Abschleifen notwendig ist hängt also von der Beschaffenheit des jeweiligen Parketts sowie der bereits erfolgten Abnutzung ab. Wenn Sie sich unsicher sind, bitten Sie einen Fachbetrieb um dessen Einschätzung.

Nach dem Abschleifen schützen Sie den Boden mit einer Versiegelung aus Lack, Öl oder Wachs

Parkettschleifmaschine bedienen

Lassen Sie die Walze der Schleifmaschine erst auf den Boden herab, wenn die Maschine die volle Drehzahl erreicht hat, sonst können Rillen im Boden entstehen. Lassen Sie die Schleifmaschine aus der Vorwärtsbewegung sachte herab. Am Ende eines Schleifganges beziehungsweise einer Bahn heben Sie die Maschine behutsam an.

Achten Sie auf eine ruhige und gleichmäßige Führung der Schleifmaschine. Bleiben Sie nicht stehen, solange die Schleifwalze in Betrieb ist. Vermeiden Sie Richtungsänderungen, solange die Maschine läuft, da sonst Vertiefungen im Parkett entstehen, die nicht mehr behoben werden können. Unebenheiten schleifen Sie im rechten Winkel zur eigentlichen Schleifrichtung ab. Abschließend schleifen Sie dann noch einmal in der alten Richtung mit der Maschine nach.

Für Rand- und Eckenschleifmaschinen gibt es verschiedene Aufsätze, mit denen Sie schwer zugängliche Stellen zum Beispiel unter Heizkörpern leicht erreichen können.

Hinweis: Beim Abschleifen von Holzböden kommt es zu enormer Staubentwicklung. Lüften Sie und tragen Sie bei der Arbeit mit der Maschine eine Atemmaske gegen den Feinstaub. Außerdem ist der Schleifstaub leicht entzündlich. Lagern Sie den Staub nur außerhalb des Hauses in einem Metallbehälter.

So schleifen Sie Parkett ab

4 Schritte

1
Für eine freie Arbeitsfläche vor dem Abschleifen sorgen
Nägel und Fußleisten werden entfernt, bevor das Parkett abgeschliffen wird.
Auf einen Blick
  • Raum und Boden komplett freiräumen
  • Nicht transportable Objekte abkleben
  • Alle sonstigen Gegenstände und Nägel entfernen
  • Holzboden gründlich untersuchen und reinigen
So geht das

Bevor Sie mit dem Schleifen beginnen, räumen Sie den Raum leer. Gegenstände, die Sie nicht entfernen können, kleben Sie mit Malerfolie und Malerkrepp ab. Vorhänge und Gardinen hängen Sie vorsorglich ab. Entfernen Sie zudem die Sockelleisten mit Hammer und kleinem Meißel.

Jetzt untersuchen und reinigen Sie den Bodenbelag gründlich. Entfernen Sie Nägel aus dem Holzboden und alle anderen Gegenstände von der Oberfläche. Beim Arbeiten mit der Schleifmaschine können kleinste Teile einen Funkenflug auslösen und den Schleifstaub entzünden.

So geht das

2
Der Grobschliff des Parketts
Heimwerker schleift Parkett mit Schleifmaschine in unterschiedliche Richtungen.
Auf einen Blick
  • Ersten Schleifgang durchführen
  • Grobschliff diagonal zur Maserung
  • Holzboden gründlich reinigen
So geht das

Der erste Schleifgang dient dazu, alte Lack-, Wachs- oder Ölreste sowie Verschmutzungen vom Holzboden zu entfernen. Für diesen Schleifgang, den Grobschliff, verwenden Sie die Schleifmaschine mit einem Schleifpapier mit Körnung 24 und 36. Grundregel: Je geringer die Körnung ist, desto gröber wird der Schliff. Den Grobschliff führen Sie diagonal zur Maserung des Holzes durch.

Nachdem der erste Schleifgang erfolgt ist, reinigen Sie den Holzboden erneut gründlich mit dem Staubsauger.

So geht das

3
Zwischenschliffe beim Parkettboden
Schleifrichtungen der verschiedenen Zwischenschliffe beim Parkettschleifen.
Auf einen Blick
  • Holzboden mit 60er Körnung abschleifen
  • Schleifgang je nach Parkettart durchführen
  • Je nach Bodenzustand mehrere Schleifgänge
  • Ecken und Ränder mit 40er Körnung schleifen
  • Risse im Parkett mit Spachtel ausbessern
So geht das

Für den nachfolgenden Schleifgang, den ersten Zwischenschliff, verwenden Sie ein Schleifpapier mit 60er Körnung. Beim Zwischenschliff achten Sie besonders auf die Verlegerichtung des Parketts, um die Schleifspuren des vorangegangenen Grobschliffs sowie andere Unebenheiten zu entfernen.

Fischgrätenparkett schleifen Sie bei diesem Schleifgang in diagonalen Bahnen mit der Maserung des Holzes ab. Mosaikparkett oder Würfelparkett schleifen Sie diagonal zum Verlauf der Fasern sowie Stabparkett im Winkel von 7 bis 15 Grad. Führen Sie den letzten Schleifgang, den Feinschliff, beim Stabparkett entlang der Maserung durch.

Je nach Zustand und Abnutzung des Bodens schleifen Sie den Holzboden auf diese Weise in mehreren Durchgängen. Für das Abschleifen der Ränder und Ecken im Raum verwenden Sie die Rand- und Eckenschleifmaschine mit einem Schleifpapier mit 40er Körnung. Die noch unberührten Stellen werden damit ohne zusätzlichen Druck in kreisenden Bewegungen abgeschliffen.

Risse im Parkett bessern Sie mit Parkettspachtel aus, den Sie mit Schleifstaub anrühren. Nach jedem Schleifgang und Arbeitsschritt saugen Sie den Holzboden gründlich ab.

So geht das

4
Feinschliff des Parketts
Heimwerker schleift Parkett im Feinschliff mit der Schleifmaschine.
Auf einen Blick
  • Letzter Schleifgang mit 100 - 120er Körnung
  • Feinschliff parallel oder quer zum Lichteinfall
  • Abschließend gründlich reinigen
  • Zum Versiegeln: Öl, Wachs oder Lack auftragen
So geht das

Es folgt der letzte Schleifgang mit einer 100er bis 120er Körnung. Dieser Feinschliff wird parallel oder quer zum Lichteinfall durchgeführt. Auch in den Ecken und Randbereichen wird jetzt bei dem Schleifgang mit 100er Körnung geschliffen. Erst durch den Feinschliff erhält der Boden wieder eine glatte Oberfläche.

Abschließend nach dem Schleifgang reinigen Sie den Boden erneut gründlich, ehe Sie mit der Versiegelung des Holzbodens mittels Öl, Wachs oder Lack beginnen. Führen Sie jeden Schleifgang sowie das Versiegeln sorgfältig durch, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Der Arbeitsaufwand beim Abschleifen von Parkett richtet sich danach, wie stark der Boden bereits in Mitleidenschaft gezogen ist. Für eine Auffrischung von Böden mit normaler Beanspruchung genügen meist drei Schleifgänge. Bei starker Verschmutzung oder Abnutzung müssen Sie mit 5 bis 6 Schleifgängen rechnen. 

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Malerfolie
  • Klebeband
  • Schleifpapier
  • Parkettspachtel
  • Öl, Wachs oder Lack
  • Holzpflege
  • Walz- oder Tellerschleifmaschine
  • Staubsauger
  • Hammer
  • Meißel

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