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Mann verschraubt Holzlatten miteinander.

Eine Dachkonstruktion aus Holz bietet viele Einsatzmöglichkeiten. Wir zeigen dir in der Schritt-für-Schritt-Anleitung, worauf du beim Dachbau mit Holz achten solltest. Lerne auch die benötigten Materialien und Werkzeuge kennen.

Welche Dachkonstruktion aus Holz bauen?

Vor dem Bau einer Dachkonstruktion aus Holz – beispielsweise als Carport oder Terrassenüberdachung – wählst du die passende Dachform aus. Fachleute unterscheiden Dächer unter anderem entsprechend ihrer Neigung.

Ein Flachdach besitzt eine maximale Dachneigung von 10 Prozent. Fällt die Dachneigung stärker aus, handelt es sich um ein Steildach. Für ein Carport, ein Gartenhaus oder eine Terrassenüberdachung ist in der Regel ein Flachdach ausreichend.

Bei einem Steildach eignet sich ein einfaches Satteldach mit einer Firstpfette und je einer Fußpfette zu beiden Dachseiten. Besitzt das Steildach nur eine geneigte Seite – zum Beispiel bei Anbauten –, dann baust du ein sogenanntes Pultdach.

Neben der Dachneigung gibt es drei übliche Kernkonstruktionen für den Dachstuhl, die die Last der jeweiligen Bedachung tragen: Sparrendach, Kehlbalkendach und Pfettendach.

  • Bei einem Sparrendach bilden je zwei sich gegenüberliegende Sparren mit der Deckenplatte ein Dreieck. Die Sparren treffen sich am Dachfirst und stützen sich gegenseitig. Außerdem sind die Sparren beim Sparrendach über eine Schwelle mit der Deckenplatte verbunden. Die Vorteile dieses Daches sind die einfache Konstruktion sowie der großzügige Dachraum des Dachstuhls.

  • Ein Kehlbalkendach erhält zusätzlich zu den Sparren des Sparrendaches noch horizontale Kehlbalken. Die Kehlbalken verbinden die sich gegenüberliegenden Sparren miteinander, wodurch du längere Sparren verwenden und somit ein spitzer zulaufendes Dach konstruieren kannst. Kehlbalkendächer bieten demnach mehr Dachraum auf Wohnebene. Außerdem kannst du mithilfe der Kehlbalken eine Zwischendecke einziehen, wodurch der Raum nach obenhin begrenzt wird und ein Spitzboden im übrigen Dreieck entsteht.

  • Das Pfettendach wird für einfache und flachere Dächer verwendet. Bei dieser Dachkonstruktion entsteht ein Dachstuhl, bei dem die Sparren sich nicht gegenseitig stützen, sondern auf Pfetten aufliegen. Diese längsliegenden Holzbalken liegen bei Flachdächern in der Regel direkt auf Holzpfosten auf, die die gesamte Dachkonstruktion stützen. Bei Häusern bietet das Pfettendach weniger Dachraum, da das Dach flacher verläuft und stützende Holzbalken beziehungsweise Pfosten benötigt. Dafür liegt der Vorteil in einer flacheren Bauweise mit größeren Spannweiten.

Für die Dachkonstruktion eines Carports, Gartenhauses oder einer Terrassenüberdachung, die du als Flachdach umsetzt, genügt eine einfache Konstruktion aus senkrechten Pfosten, sogenannten Ständern, und waagerechten Querbalken, auch als Pfetten bezeichnet. Die Konstruktion aus Ständern und Pfetten stabilisierst du mit dazwischenliegenden Kopfbändern.

Bei der Dachkonstruktion aus Holz liegen auf den Pfetten dann die Sparren auf. Die Dachlatten befestigst du wiederum auf den Sparren, die die Bedachung tragen.

In der Schritt-für-Schritt-Anleitung stellen wir dir die Montage einer Terrassenüberdachung mit flachem Pfettendach im Detail beispielhaft vor.

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So baust du eine Dachkonstruktion aus Holz

1Anker in das Fundament einsetzen

H-Pfostenträger eingehängt in Fundamentloch.

Auf einen Blick

  • Fundamentlöcher ausheben

  • H-Anker in Löcher hängen und fixieren

  • Löcher mit Beton auffüllen

  • H-Anker mit Wasserwaage ausrichten

2Pfosten für die Dachkonstruktion aus Holz einsetzen

Pfosten wird provisorisch mit Schraubzwinge an H-Pfostenträger befestigt.

Auf einen Blick

  • Pfosten in Pfostenträger einsetzen

  • Holzstücke als Abstandhalter einlegen

  • Abstände und Ausrichtung messen und ggf. korrigieren

  • Pfosten mit Schraubzwingen fixieren

3Hintere Pfette an Hauswand für die Holz-Dachkonstruktion befestigen

Heimwerker schraubt mit dem Akkuschrauber die hintere Pfette an die Hauswand.

Auf einen Blick

  • Wand mit Holzschutzmittel streichen

  • Gefälle des Flachdaches berücksichtigen

  • Bohrlöcher für Montage der Pfette bohren

  • Ggf. zunächst Trägerpfosten anbringen

4Vordere Pfette der Dachkonstruktion mit Pfosten verbinden

Heimwerker befestigt die vordere Pfette mit Winkelverbindern am Pfosten.

Auf einen Blick

  • Vordere Pfette auf Pfosten setzen

  • Pfette mit Winkelverbindern verschrauben

  • Ggf. zusätzlich Flachverbinder nutzen

  • Pfosten mit Pfostenträgern fest verschrauben

5Kopfbänder der Dachkonstruktion montieren

Heimwerker montiert ein Kopfband an Pfosten und Pfette.

Auf einen Blick

  • Kopfbänder zwischen Pfosten und Pfette montieren

  • Passende Schrauben für die Verbindungen nutzen

6Sparren der Holz-Dachkonstruktion montieren

Heimwerker verbindet die Sparren per Akkuschrauber mit der hinteren Pfette.

Auf einen Blick

  • Dachsparren in geeignetem Abstand befestigen

  • Ggf. Sparrenpfettenanker nutzen

  • Ggf. Sparren mit Säge oder Stechbeitel ausklinken

7Dachlatten der Bedachung auf Sparren befestigen

Heimwerkerin schraubt mit einem Akkuschrauber Dachlatten auf die Sparren der Dachkonstruktion.

Auf einen Blick

  • Zusätzliche Dachlatten auf Sparren auflegen

  • Latten mit Schrauben oder Nägeln fixieren

8Holzschutz auf Holzkonstruktion auftragen

Heimwerkerin trägt Holzschutzlasur auf Holzkonstruktion auf.

Auf einen Blick

  • Holzwerkstoffe gründlich säubern

  • Alle Holzbauteile mit Holzschutzmittel behandeln

  • Lasur gleichmäßig mit dem Pinsel auftragen

9Dach decken

Dachstuhl mit Bedachungsmaterial.

Auf einen Blick

  • Dacheindeckung auf die Latten auflegen

  • Bahnen mit hinterer Pfette verschrauben

  • Ggf. die Bahnen mind. 20 cm überlappen lassen

  • Vordere Bahn an vorderer Pfette festschrauben

  • Mit ausreichend Überstand planen

10Dachrinne und Fallrohr montieren

Heimwerker prüft das Gefälle der Dachrinne mit der Wasserwaage.

Auf einen Blick

  • Rinnenhalter mit Gefälle installieren

  • Rohrschellen für Fallrohr anbringen

  • Dachrinne, Ablaufstutzen und Fallrohr montieren

Das benötigst du für dein Projekt

  • Konstruktionsholz

  • H-Pfostenträger

  • Fertigbeton

  • Holzschrauben

  • Winkel und Holzverbinder

  • Holzschutzlasur für Außenbereich

  • Dachrinne

  • Fallrohr

  • Spaten

  • Mörtelkasten

  • Bohrmaschine

  • Mörtelrührer

  • Akkuschrauber

  • Richtschnur/Richtlatte

  • Zollstock

  • Wasserwaage

  • Schraubzwinge

  • Handsäge

  • Stechbeitel

  • Flachpinsel

  • Leiter

Welche Holzart eignet sich für den Dachbau?

Für die Dachkonstruktion nutzt du idealerweise Konstruktionsvollholz oder bei höheren Belastungen Brettschichtholz. Das Vollholz wird in einem Stück aus dem Baumstamm gewonnen, weshalb es nur selten zu Rissbildungen kommt.

Beim Brettschichtholz, auch Balkenschichtholz genannt, handelt es sich um verleimte Bauhölzer, die aus mehreren Brettern entweder vertikal oder horizontal verleimt werden. Aufgrund der Verleimung mehrerer Bretter in gleicher Faserrichtung kommt es ebenfalls nur selten zu einer Rissbildung.

Damit das Holz das Dach – beispielsweise eines Carports – halten kann, muss es bruchfest, formstabil und insbesondere tragfähig sein. Außerdem ist eine Dachkonstruktion permanent Wind und Wetter ausgesetzt, sodass es Regen, Frost und Sonne im Wechsel standhalten sollte.

Ein Dachbau aus Holz ist grundsätzlich langlebig und tragfähig. Wähle aber ein Material aus, das fest sowie widerstandsfähig und elastisch ist. Achte außerdem auf Pilzbefall am Holz. Nadelholz eignet sich gut für Dachkonstruktionen. Zu den Bauhölzern aus Nadelholz zählen Fichte, Tanne (Weißtanne), Lärche, Kiefer und Douglasie.

Aufgrund ihrer Holzinhaltsstoffe und dem meist hohen Harzgehalt sind Nadelhölzer gegen Pilzbefall oder Witterungseinflüsse resistenter. Auch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber zum Beispiel Chemikalien ist höher. Nadelhölzer sind leicht zu be- und verarbeiten und wegen des geringen Schwindverhaltens formstabil.

Als Dacheindeckung bieten sich Wellbleche, Kunststoffbedachungen, Dachpappe oder Glasplatten an.

Lies hier mehr zu den verschiedenen Holzarten.

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