
Flachdach abdichten
Warum ist das Abdichten eines Flachdachs wichtig?
Damit dein Flachdach thermischen Beanspruchungen standhält, ist es wichtig, das Dach abzudichten. Auch mechanische, chemische und biologische Faktoren wirken auf das Dach ein.
Hinweis: Lass dir von einem Fachunternehmen helfen, da dieses die wichtigsten Anforderungen und Regelungen kennt.
Was ist DIN 18531?
Eine dieser Regelungen ist DIN 18531-1. Diese teilt die Qualität der Flachdachabdichtung in zwei Kategorien ein. K1 umfasst die üblichen Anforderungen an Flachdächer. K2 beinhaltet erhöhte Anforderungen an Dachabdichtungen.
In der DIN 18531-2 findest du die Anforderungen an Abdichtungsstoffe. Sie müssen wasserdicht, ausreichend standfest, dehn- und reißfest sein. Auf diese Weise halten sie Temperaturen, Verformungen und Windbelastungen stand und sind perforationsfest.

Beim Abdichten eines Flachdachs musst du bestimmte Normen einhalten. So wird am Ende alles wirklich dicht.
Mechanische Beanspruchungen des Flachdachs
Auf die Dachabdichtung wirken mechanische Belastungen. DIN 18531 ordnet sie in zwei Stufen ein. Stufe I umfasst eine hohe mechanische Beanspruchung. Sie besteht aus diesen Faktoren:
Bewegungen der Tragschicht
Extensive Dachbegrünung
Verwendung von weichen Wärmedämmstoffen
Beanspruchungen durch die Art der Lagesicherung der Dachabdichtung
Schalungen aus Holz oder Holzwerkstoffen als Untergrund für die Abdichtung
Tragkonstruktion aus Stahlprofilen
In Stufe II ist die mäßig mechanische Beanspruchung zusammengefasst. Sie gilt, wenn Stufe I nicht vorliegt.
Stoßartige Belastungen des Flachdachs
Damit stoßartige Belastungen keine Schäden an deinem Flachdach hinterlassen, muss es eine erhöhte Perforationssicherheit haben. Dafür wird es nach DIN EN 12691 geprüft. Die Prüfung untersucht, wie widerstandsfähig Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen gegen stoßartige Belastungen sind.
Flachdach: thermische Belastungen
Thermische Belastungen bei Flachdächern umfassen unterschiedliche Witterungseinflüsse. Dazu zählen Luftsauerstoff, Niederschläge, Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen. Diese bauen Bitumen- und Kunststoffbahnen ab und lassen sie altern.
Die DIN 18531 teilt die thermische Belastung in zwei Stufen ein. Stufe A umfasst Situationen, bei denen das Material direkt der Witterung ausgesetzt ist oder die Oberfläche nur leicht geschützt ist. Ist die Dachabdichtung vor starker Aufheizung und schwankenden Temperaturen geschützt, liegt eine mäßig thermische Belastung vor. Diese fällt in Stufe B.
Im Winter sind lose verlegte Dachdichtungsbahnen anfällig für Schäden. Die Temperaturunterschiede lassen Zugkräfte entstehen, die die Fixierungspunkte und Nähte belasten. Zudem muss Abdichtungsmaterial für Flachdächer eine Hagelschlagbeständigkeit von mindestens 25 m/s haben.

Im Winter kann der Schnee lose verlegte Dichtungsbahnen beschädigen. Die schwankenden Temperaturen sorgen außerdem für Zugkräfte am Material.
Flachdach begrünen
Du kannst dein Flachdach auch mit Pflanzen begrünen. Hierzu gibt es spezielle Dachbegrünungsrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL). Die Bahnen des Flachdachs müssen in einem zweijährigen Langzeittest auf Wurzelfestigkeit untersucht werden. Sie erhalten bei bestandenem Test das Prüfzeugnis „Wurzelfest nach FLL“.
Oft siedeln sich durch Samenflug Pflanzen auf einem Flachdach an. Hast du nicht vor, dein Dach zu begrünen, lohnt es sich also trotzdem, mit wurzelfestem Material zu arbeiten.
Ökologischer Aspekt bei der Abdichtung eines Flachdachs
Achte beim Abdichten deines Daches auf Umweltverträglichkeit. Hole dir vor der Anschaffung der Dichtungsbahnen Informationen über Transport und Produktion ein. Wähle Material, das umweltfreundlich gefertigt werden. Das Material sollte hydrolysebeständig sein, das erhöht die Haltbarkeit. Außerdem solltest du langlebige, schadstoffarme und wiederverwertbare Baustoffe verwenden.
Tipp: Teilweise können die Hersteller des Materials nachweisen, dass ihre Produkte durch neutrale Institute auf ökologische Aspekte geprüft werden. Das kann dir die Suche nach umweltfreundlichem Material erleichtern.
Flachdach abdichten mit Bitumenbahnen
Am einfachsten dichtest du dein Flachdach mit Bitumenschweißbahnen ab. Sie bestehen aus einer Trägereinlage aus Polyester, Glas oder Jute, die von zwei Bitumenschichten umgeben ist. Dies macht sie stabiler. Bitumen ist witterungsbeständig, wasserdicht und gut zu verarbeiten.
Bitumenbahnen rollst du mit einer Überlappung aus. Danach verklebst du sie mit flüssigem Bitumen. Abhängig von der Art der Bitumenbahn verschweißt du die Nahtstellen oder verwendest Kaltkleber. Wenn du das Schweißverfahren einsetzt, erhitzt du die Bahnen im unteren Bereich. Setzt du das Kaltklebeverfahren ein, haben die Bahnen bereits an der Unterseite eine Klebefläche.
Der Nachteil an Bitumen ist, dass er sich nur schwer entfernen lässt. Nach dem Verschweißen haften die Bahnen fest am Dach. Beim Entfernen bleiben stets Rückstände zurück. Diese entfernst du mit einem Spachtel und einem Meißel. Alternativ lässt du das Dach von einem Fachunternehmen mit einer Trockeneisbestrahlung behandeln oder die Reste mit einem speziellen Meißel entfernen.
Enthält deine Dachpappe keinen Teer, entsorgst du sie über den normalen Bauschutt.
Dachbahnen aus Kunststoff
Eine Alternative zu Bitumen sind Kunststoffbahnen. Du verlegst sie einlagig. Dabei lagern sie lose auf einer schützenden Kunststoff-Vliesunterlage. Achte auf eine sorgfältige Naht- und Anschlussverbindung und sichere die Bahnen mechanisch oder mit einer Auflast.
Kunststoffbahnen lassen sich auch streifen- oder punktförmig verkleben. Mit einer Kunststoffabdichtung sparst du Zeit und Material. Außerdem kannst du sie unabhängig von der Witterung verlegen, sie haben ein geringes Brandrisiko und sind widerstandsfähig gegen UV-Licht.
Die Bahnen bekommst du aus PVS oder EPDM. In der Regel weisen sie eine Stärke von 1,5 mm bis 3 mm auf.
EPDM-Dichtungsbahnen für Flachdächer
Mit Dichtungsbahnen aus EPDM (Ethylen-Propyen-Dien-Kautschuk der M Gruppe) erreichst du eine hochwertige Abdichtung. Sie bestehen aus synthetischem Kautschuk und stellen eine Alternative zur Dachpappe dar.
Die Bahnen gibt es als vorgefertigte Planen. EPDM-Planen sind elastisch und lassen sich auf das Mehrfache ihrer ursprünglichen Größe ausdehnen. Nähte müssen beim Abdichten mit EPDM fast nicht mehr ausgeführt werden. Dadurch gibt es weniger potenzielle undichte Stellen. Je nach Stärke schützt das Material vor Durchwurzelung.
Weitere Vorteile sind:
Lange Nutzungsdauer von über 50 Jahren
Beständig gegen UV, Ozon und viele Chemikalien
Verträglich mit Bitumen
Schnelle Verarbeitung ohne Hitzeeinwirkung auf die Dämmung
Dauerhaft elastisch
Leichter als Bitumenbahnen, geeignet für Leichtbauhallen
Flüssige Flachdachabdichtung mit Bitumen

Mit Bitumen kannst du das Dach nahtlos abdichten. Feuchtigkeit kann so nicht eindringen.
Eine weitere Variante zum Abdichten von Flachdächern ist die flüssige Flachdachabdichtung mit Bitumen. Dieses gießt du flüssig aus und drückst anschließend ein Vlies zur Armierung ein. Den Vorgang wiederholst du mehrmals. Der Vorteil ist, dass keine Nähte entstehen. Somit dringt keine Feuchtigkeit ein.
Flüssiges Bitumen bietet sich an, um komplizierte Aufbauten einzubinden. Dazu gehören Durchdringungen, Lichtkuppeln oder Dachabläufe. Das Material passt sich an die Konturen an. Du brauchst keine mechanische Befestigung am oberen Rand von Anschlüssen.
Flachdach abdichten mit flüssigem Kunststoff
Auch flüssiger Kunststoff eignet sich zur Abdichtung. Dafür verwendest du 1-Komponenten-Flüssigkunststoffe. Du musst sie nicht anmischen und kannst sie direkt verwenden.
Verarbeite das Material mit einer Vliesfolie. Es gibt auch Flüssigkunststoffe mit Fasern zur Armierung. Damit dichtest du schwierige Stellen ab. Zur Vorbereitung trocknest du den Untergrund und säuberst ihn von Fett, Öl und Staub.
Gefälle des Flachdachs
Sanierst du dein Flachdach, stelle sicher, dass es eine Neigung von 2 % bis 8 % hat. Dies ist wichtig, damit Wasser abfließt und sich keine Pfützen bilden. Trage einen Putzaufstrich mit abnehmender Stärke auf, um das Gefälle zu erreichen. Alternativ baust du Gefälle-Dämmelemente in die Unterkonstruktion ein.

Ganz flach darf auch ein Flachdach nicht sein. Das Gefälle sollte mindestens 2 % betragen.
Durchdringungen von Dachabdichtungen
Rohrleitungen, Geländerstützen, Schornsteine und Blitzschutzanlagen durchdringen in der Regel die Dachabdichtung. Dies stellt eine Schwachstelle in deinem Dach dar. Begrenze sie am besten auf ein Minimum. Vorgaben zu Ausführung und zu den Abständen von Dachdurchdringungen findest du in der DIN 18531.
Lässt sich eine Durchdringung nicht vermeiden, führst du sie mit Dichtungsmanschetten, Flüssigabdichtungen, Klebeflanschen oder Klemmflanschen aus. Halte einen Mindestabstand von 30 cm zwischen den Durchdringungen und anderen Bauteilen ein.








