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Decke abhängen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 06.11.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Decke abhängen in 8 Schritten Anleitung Schritt für Schritt

Von der Unterkonstruktion über die Dämmung bis hin zum Anbringen der Gipsplatten – wie Sie in wenigen Schritten eine Decke abhängen, erfahren Sie in dieser Anleitung. 

Wie und warum wird eine Decke abgehängt?

Wer in einer Altbauwohnung lebt, weiß, dass Heizen ab einer bestimmten Deckenhöhe teuer werden kann – insbesondere, wenn die Decke schlecht isoliert ist. Eine abgehängte Decke kann dafür sorgen, dass Räume schneller warm werden und so zu Heizkostenersparnis führen. Zudem bietet eine Deckenabhängung Schallschutz und wertet den Raum optisch auf. Auch für eine in die Decke eingelassene Beleuchtung ist eine abgehängte Decke eine gute Basis: Die Kabel sind einfach hinter der Deckenverkleidung zu verbergen.

Für Abhänghöhen zwischen 4 und 12,5 cm bieten sich Lösungen mit Direktabhängern an. Mit einem solchen Abhängsystem wird die aufwendige Unterlattung aus Holz überflüssig. Auch Unebenheiten lassen sich mit dieser bequemen, zeitsparenden Lösung gut ausgleichen. Sie erfordert die Montage einer Grund- und einer Traglattung. Die Gipsplatten werden an der Konstruktion befestigt und anschließend verspachtelt. Viel Raumhöhe geht dabei nicht verloren. Für eine Deckenabhängung aus ästhetischen Gründen reichen oft wenige Zentimeter. 

Decke abhängen

6 Schritte

1
Profile für das Decken-Abhängsystem an der Wand anbringen
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 1 Wandprofile anbringen
Auf einen Blick
  • Dichtungsband anbringen
  • Einbauhöhe anzeichnen
  • Profile verschrauben
So geht das

Bevor Sie damit beginnen, die Profile für das Abhängsystem anzubringen, kleben Sie Dichtungsband auf die Wandseite der Profile. Zeichnen Sie anschließend die Einbauhöhe mithilfe einer Wasserwaage an den Wänden an. So stellen Sie sicher, dass die Profile gerade ausgerichtet werden. Orientieren Sie sich besonders in Altbauwohnungen nicht an den Decken – diese sind häufig nicht ganz gerade.

Zeichnen Sie dann entsprechend der vorgebohrten Löcher auf dem Profil die Dübellöcher vor und bohren Sie diese mit einer Bohrmaschine in die Wand. Dann können Sie die Profile festschrauben.

So geht das

2
Direktabhänger an der Decke anbringen
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 2 Direktabhänger anbringen
Auf einen Blick
  • Position der Grundlattung markieren
  • Direktabhänger befestigen
So geht das

Legen Sie die Position der Grundlattung des Abhängsystems per Schnurschlag fest und markieren Sie an der Decke, wo Sie später die einzelnen Tragschienen anbringen wollen. Die Grundlattung ist die Basis der Konstruktion, an der die Traglattung befestigt wird. Die Abstände der Direktabhänger sollten jedoch nicht größer sein als 80 cm. Achten Sie außerdem darauf, dass der Abstand der beiden äußeren Latten zur Wand jeweils etwa 20 cm beträgt.

Bohren Sie nun die Löcher und befestigen Sie die Direktabhänger mit geeigneten Dübeln und Schrauben an der Decke. Dübel und Schrauben müssen entsprechend der Deckenart (z. B. Beton) ausgewählt werden. Lassen Sie sich zum passenden Befestigungssystem gerne im OBI Markt beraten.

So geht das

3
Grund- und Traglattung anbringen
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 3 Grundlattung anbringen
Auf einen Blick
  • Grundlattung anbringen und dämmen
  • Traglattung montieren
So geht das

Nun schieben Sie die Grundlattung des Deckenabhängsystems in die Direktabhänger und befestigen diese mit Schrauben. Kontrollieren Sie dabei mithilfe einer Wasserwaage, dass die Schienen nicht durchhängen. Sollten Enden der Direktabhänger überstehen, biegen Sie diese mit einer Zange nach oben, damit sie später nicht im Weg sind.

Nun wird die gewünschte Dämmung vorgenommen. Möchten Sie, dass die Decke Schallschutz bietet, dämmen Sie die Konstruktion von oben idealerweise mit Steinwolle.

Die sogenannte Traglattung des Deckenabhängsystems ist die Querverlattung – die Tragschienen, an denen später die Deckenplatten angebracht werden. Befestigen Sie die Leisten der Tragschienen mit Kreuzverbindern an der Grundlattung und achten Sie auf einen Achsabstand von maximal 40 cm.

Beachten Sie außerdem, dass der Plattenstoß – für Quer- und Längsstoß gleichermaßen – immer mittig auf der Traglattung liegen sollte.

Wenn Ihr Raum länger als 4 m (die Standardlänge handelsüblicher Tragschienen) ist, verbinden Sie die Grundlattung mit Längsverbindern.

So geht das

4
Gipsplatten des Deckenabhängsystems zuschneiden
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 5 Gipsplatten zuschneiden
Auf einen Blick
  • Platte mit einem Cuttermesser einritzen
  • Platte über eine scharfe Kante brechen
  • Schnittkanten anschrägen
So geht das

Je nachdem, um welchen Raum es sich handelt, werden unterschiedliche Gipsplatten ausgewählt. Soll die Decke feuersicher sein, nutzen Sie sogenannte GKF-Platten. Für Feuchträume wie Badezimmer sind GKBI-Platten geeignet. Andernfalls greifen Sie zu regulären GKB-Platten.

Um die Gipskartonplatten auf die benötigte Länge des Abhängsystems zu bringen, ritzen Sie sie mit einem Cuttermesser entlang einer Schneidleiste oder einer Wasserwaage an, bis die Kartonummantelung durchtrennt ist. Brechen Sie die Platte dann über eine scharfe Kante und durchtrennen Sie die untere Ummantelung mit dem Messer. Abschließend werden die Schnittkanten mit einem Kantenhobel oder dem Cuttermesser schräg angefast und mit einem Rigipshobel geglättet. Etwaige Staubreste entfernen Sie zum Schluss.

So geht das

5
Gipskartonplatten an Decke montieren
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 6 Gipsplatten anbringen
Auf einen Blick
  • Papiertrennstreifen anbringen
  • Platten verschrauben
So geht das

Die Gipskartonplatten werden mit den angefasten Kanten nach unten quer zur Traglattung angebracht. Zuvor bringen Sie Papiertrennstreifen an die Wandanschlüsse an, um einen gleitenden Anschluss zu den festen Bauteilen zu gewähren. Diese Papiertrennstreifen sind selbstklebend und stellen sicher, dass die abgehängte Decke auch bei Erschütterung stabil bleibt.

Beginnen Sie mit dem Verschrauben der Platten immer in einer Ecke oder der Plattenmitte, um Stauchungen zu vermeiden und arbeiten Sie am besten zu zweit. Nutzen Sie Schnellbauschrauben (25 x 3,9 mm) mit Feingewinde und setzen Sie diese in einem Abstand von 10 cm. Nachdem die erste Reihe angebracht ist, setzen Sie die zweite Plattenreihe im Schiffsverband mit Versatz von mindestens einer Traglattenbreite.

Achten Sie bei der Verschraubung darauf, nicht in die Wandprofile zu schrauben, sondern in die Trag-Profile.

So geht das

6
Fugen der Deckenabhängung verspachteln
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 7 Schnittkanten grundieren
Decke abhängen in 8 Schritten Schritt 7 Schnittkanten grundieren
Fugen werden in Schritt 8 an einer abgehängten Decke verspachtelt.
Auf einen Blick
  • Glasfaservlies aufkleben
  • Fugen verspachteln
So geht das

Idealerweise kleben Sie vor dem Spachteln Glasfaservlies auf die Längskanten der Gipsplatten. Bringen Sie die Spachtelmasse für die Deckenabhängung dann mit einem Spachtel quer zur Fuge auf. Nutzen Sie zu diesem Zweck Feinspachtel auf Gipsbasis. Auf diese Weise erzielen Sie eine vollständige, kraftschlüssige Füllung. Verspachteln Sie in diesem Schritt unbedingt auch die Schraublöcher.

Spachteln Sie mehrmals und tragen Sie die Spachtelmasse zur Endverspachtelung mit einer Glättekelle auf. Ziehen Sie diese breit ab, bis eine gleichmäßige Oberfläche entstanden ist. Schleifen Sie die Oberfläche anschließend ab, nachdem die Spachtelmasse komplett durchgetrocknet ist. Gehen Sie dabei möglichst vorsichtig vor, damit die Gipsplatten nicht beschädigt werden.

An diesem Punkt ist die Oberfläche tapezierfertig. Wenn Sie vorhaben, die Decke zu streichen, müsste die gesamte Plattenfläche gespachtelt und abgezogen werden.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Deckenabhängsysteme
  • Dichtungsband
  • Dübel
  • passende Schrauben
  • Dämmmaterial
  • Gipskartonplatten
  • Schnellbauschrauben
  • Spachtelmasse
  • Spachtel
  • Wasserwaage
  • Kreuzlinienlaser
  • Pinsel
  • Bohrmaschine
  • Schraubendreher
  • Schneidleiste
  • Akkuschrauber
  • Zange
  • Cuttermesser
  • Raspelhobel
  • Glättekelle

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