
Fassade verputzen – Schritt für Schritt
Die Fassade prägt den Eindruck des Hauses auf den ersten Blick. In dieser Anleitung erfährst du, wie du deine Fassade selbst verputzen kannst – von der Vorbereitung über die richtige Arbeitsweise bis hin zum Oberputz.
Warum ist es wichtig, die Fassade zu verputzen?
Der Fassadenputz ist die Schutzschicht des Hauses: Er schützt Fassaden vor Feuchtigkeit, Schlagregen, Schmutz, UV-Strahlung sowie Frostschäden und damit auch vor etwaigen unerwünschten Kosten durch anfallende Reparaturen. Dank der Dampfdurchlässigkeit sorgt der Außenputz außerdem dafür, dass die Wohnfeuchtigkeit von innen nach außen abziehen kann.
Beim Verputzen werden mehrere Schichten Putz aufgetragen, wobei gilt: je mehr Unterputzlagen, desto mehr Festigkeit. Der Oberputz gibt am Ende die Struktur. Das genaue Putzsystem, das heißt Anzahl und Stärke der Lagen oder Putzarten, richtet sich nach dem jeweiligen Untergrund oder nach der Art der Mauersteine. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung bezieht sich daher auf allgemeine Putztechniken. Frage am besten eine Fachkraft in deinem OBI Markt nach dem richtigen Putzsystem für deine Fassade.
Wichtig: Achte darauf, dass die Außentemperatur während der gesamten Arbeit am Mauerwerk mindestens 5 °C beträgt. Achte zudem auf Sicherheitsmaßnahmen während des Verputzens. Verwende Gerüste mit Absturzsicherung und schütze Augen und Atemwege vor Staub mit einer Schutzbrille sowie Atemmaske.
Auswahl des passenden Putzsystems
Die Wahl des passenden Putzsystems hängt von Faktoren wie dem Untergrund, den klimatischen Bedingungen und den gewünschten Eigenschaften ab.
Mineralische Putze:
Mineralische Putze, die natürliche Bindemittel wie Kalk oder Zement enthalten, sind atmungsaktiv, schützen vor Schimmel und eignen sich ideal für massive Untergründe wie Ziegel oder Kalksandstein sowie für feuchte oder regenreiche Regionen. Sie sind witterungsbeständig, aber weniger flexibel und daher anfälliger für Risse.
Organische Putze:
Organische Putze hingegen, die auf Kunst- oder Silikonharz basieren, sind elastischer, rissfester und schmutzabweisend. Sie eignen sich besonders gut für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) und moderne Bauten, vor allem in Regionen mit starken Temperaturschwankungen.
Während mineralische Putze eine natürliche, matte Optik bieten, punkten organische Putze mit leuchtenden Farben und modernen Designs. Für eine optimale Auswahl sollten Untergrund, Klima und optische Ansprüche berücksichtigt werden. Idealerweise wird hier ein Fachbetrieb hinzugezogen.
Ideale Vorbereitung des Untergrunds
Die richtige Vorbereitung des Untergrunds ist entscheidend für eine langlebige und stabile Putzschicht. Je nach Fassadentyp und Material sind folgende Schritte wichtig:
Altbauwände mit Rissen: Bei Altbauwänden ist es wichtig, die Ursache der Risse zu bestimmen. Kleine Risse können mit Spachtelmasse geschlossen werden, während größere Risse speziellen Sanierungsmörtel benötigen. Loser Putz sollte entfernt und Unebenheiten mit Ausgleichsmörtel geglättet werden.
Vorbereitung für stark saugende Untergründe: Stark saugende Untergründe wie Porenbeton benötigen eine besondere Behandlung. Hierfür sollte der Untergrund zunächst mit einer Tiefengrundierung behandelt werden, um ein zu schnelles Austrocknen des Putzes zu vermeiden. Unebenheiten sind mit Ausgleichsmörtel zu füllen, und zur Verbesserung der Haftung empfiehlt sich eine spezielle Haftbrücke, die auf das Material abgestimmt ist.
Vorbereitung von alten Putzschichten: Alte Putzschichten müssen auf ihre Tragfähigkeit geprüft werden. Lose Teile sollten entfernt und der verbleibende Putz überprüft werden. Anschließend wird die Fassade gründlich gereinigt, entweder durch einen Hochdruckreiniger oder bei starken Verschmutzungen mit chemischen Reinigungsmitteln. Unterschiedliche Saugfähigkeiten im Untergrund lassen sich durch eine angepasste Grundierung ausgleichen.
Hinweis: Unabhängig vom Fassadentyp muss der Untergrund stets trocken, tragfähig, sauber und frei von Fetten sein. Die verwendeten Materialien wie Grundierung und Putz sollten immer auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt werden. Eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds verhindert spätere Schäden wie Risse, Abplatzungen oder schlechte Haftung und stellt die Langlebigkeit der Fassade sicher.
Fassade verputzen
5 Schritte
1Untergrund der Fassade vorbereiten

Auf einen Blick
Untergrund sauber bürsten
Risse ausgleichen
Grundierung auftragen
Putzprofile oder -schienen anbringen
2Unterputz für die Fassade anmischen

Auf einen Blick
Unterputz anrühren
Mischverhältnis beachten
3Erste Putzschicht auf die Fassade auftragen und glätten

Auf einen Blick
Putz auftragen
Ggf. Spritzwurftechnik nutzen
Putzschicht glätten
"Nass in nass" arbeiten
4Fassadenputz anziehen lassen und abreiben

Auf einen Blick
Anziehzeit abwarten
Putzschicht abreiben
Trocknen lassen
5Oberputz auf die Fassade auftragen

Auf einen Blick
Oberputz auswählen
Diesen mit gleicher Technik dünner auftragen








