
Carport – Baugenehmigung und Regelungen
Die Vorteile eines Carports
Ein Carport bietet deinem Auto einen sicheren Stellplatz, an dem es weitestgehend vor Witterungsbedingungen wie Regen oder Hagel geschützt ist. Zudem reduziert ein Carport das Risiko, dass die Scheiben des Fahrzeugs bei Minusgraden zufrieren und du morgens in der Kälte erst einmal Eiskratzen musst, bevor du loskannst. Das Dach des Carports schützt das Auto vor einer zu großen Wärmeabstrahlung. Da das Auto weniger stark auskühlt, kondensiert und gefriert der Wasseranteil in der Luft nicht, beziehungsweise weniger, und das Auto bleibt (meist) eisfrei. Sinken die Temperaturen zu sehr, bewahrt auch ein Carport nicht mehr vor dem morgendlichen Eiskratzen.
Auch das Ein- und Aussteigen ins Fahrzeug ist an einem regengeschützten Stellplatz deutlich angenehmer. Ein Standort des Carports nah am Haus reduziert die Wege durchs Freie und somit auch die Wege durch den Regen, wenn beispielsweise im regnerischen Herbst die Einkäufe vom Auto ins Haus getragen werden sollen.
Neues Carport – das solltest du beachten
Lege beim Carportbau nicht ungeplant los – es gibt einige Aspekte, die du bei Planung und Bau beachten solltest. Informiere dich als zunächst darüber, ob du für dein Carport eine Baugenehmigung benötigst oder ob dein Bauvorhaben gemäß Baurecht genehmigungsfrei ist.
Die Reglungen variieren von Bundesland zu Bundesland. Die wichtigsten Informationen für die verschiedenen Bundesländer haben wir dir im nächsten Absatz zusammengefasst.
Hinweis: In einigen Bundesländern sind überdachte Stellplätze mit Garagen gleichgestellt – jedoch nicht in allen. Möchtest du also eine Garage statt eines Carports bauen, informiere dich ausführlich über die spezifischen Regelungen zu Bauantrag, Grenzbebauung und Co.
Informiere dich außerdem über den öffentlichen Bebauungsplan deiner Gemeinde. In diesem legt die Gemeinde fest, welche städtebaulichen Ordnungen bezüglich der Nutzung von Grundstücken und deren Bebauung gelten. Wende dich hierzu idealerweise direkt ans zuständige Bauamt.
Neben den rechtlichen Aspekten solltest du dich auch umfassend mit der Vorabplanung des Bauvorhabens befassen. Überlege dir genau, wie groß dein Carport werden soll. Sollen ein oder zwei Autos darunter Platz finden? Soll es einen kleinen Fahrradunterstand besitzen?
Setze dich zudem mit den baulichen Aspekten auseinander. Überlege dir beispielsweise vorab genau, wie du die Pfeiler des Carports im Boden verankern möchtest. Das ist unter anderem abhängig vom Material deines Fahrzeugunterstands – die meisten Carports sind aus Holz. Um Holzpfeiler zu verankern, eignen sich Bodenhülsen oder Pfostenanker zum Einbetonieren – so steht das Carport stabil und die Holzpfeiler sind vor der Feuchtigkeit des Erdreiches geschützt.
Auch den Bau des Daches planst du vorab genau. Achte bei einem Flachdach auf eine ausreichende Neigung und eine gute Abdichtung, damit das Dach dicht ist und das Regenwasser ablaufen kann.
Gerade in kälteren Gegenden mit viel Schneefall kann eine dicke Schneedecke zu einer Gefahr für das Carportdach werden. Informiere dich daher darüber, welche Schneelasten das Dach des Carports aushalten muss, damit dein Auto stets sicher geparkt ist.
Carports im OBI Onlineshop
Genehmigungspflicht in den Bundesländern
Beim Thema Carport gibt es in Deutschland keine einheitlichen Regelungen bezüglich des Bauantrags. Informiere dich daher in der Bauordnung deines Bundeslandes oder bei deiner Gemeinde.
In den meisten Fällen sind die Größe des Carports und die Wandhöhe entscheidend dafür, ob du eine Baugenehmigung einholen musst oder verfahrensfrei bauen darfst. Zudem bestimmt häufig auch der Standort die maximalen Abmessungen des Carports. Planst du dein Carport auf der Grundstücksgrenze, musst du dich beim Bau gegebenenfalls an eine bestimmte Länge und Breite halten.
Bei einem Bau nahe der Grundstücksgrenze empfehlen wir zudem, deinen Nachbarn über dein Vorhaben zu informieren – so kannst du spätere Auseinandersetzungen vermeiden. Das gilt übrigens auch, wenn es sich um einen genehmigungsfreien Bau handelt.
Ist für dein Carport eine Baugenehmigung erforderlich, beantragst du diese schriftlich beim Bauamt deiner Gemeinde. Denk daran, dass du für den Bauantrag bereits eine präzise Planung des Bauvorhabens vorweisen musst – inklusive Bauzeichnungen, Lageplan und Co. Welche Dokumente genau benötigt werden, erfährst du in der Regel auf der Webseite der Gemeinde oder durch eine telefonische Nachfrage beim Bauamt.
Infos je Bundesland im Überblick
Welche Unterlagen werden für den Bauantrag benötigt?
Je nach Bundesland und Gemeinde können die benötigten Unterlagen für eine Genehmigung eines Bauvorhabens variieren.
Meistens sind jedoch die folgenden Angaben und Unterlagen relevant:
Ausgefüllter, amtlicher Bauantrag
Bauzeichnung inklusive Angaben zur Statik
Baubeschreibung
Bebauungsplan
Lageplan
Aktuelle Flurkarte des Standorts
Ggf. Angaben zu Nachbarn (bei Grenzbebauung)
Carport vom Fachbetrieb bauen lassen
Für den korrekten Bau eines Carports empfehlen wir dir die Beauftragung eines Fachbetriebs. Dieser kümmert sich nicht nur zuverlässig um die rechtlich korrekte Planung von Grundfläche, Höhe und potenzieller Stauräume, sondern setzt das Projekt auch fachgerecht um.
Gerne vermitteln wir dir hierfür einen kompetenten Partner. So kannst du Fehler beim Bau deines Carports vermeiden und erhältst außerdem eine Qualitätsgarantie.
Carport ohne Baugenehmigung gebaut – Welche Strafe kommt auf dich zu?
Ist für dein Carport eine Genehmigung notwendig und du entscheidest dich dazu, dein Carport ohne das Stellen eines Bauantrags zu bauen, ist dies eine Ordnungswidrigkeit und eine Geldstrafe wird fällig. Das gilt übrigens ebenfalls, wenn du ein eigentlich genehmigungsfreies Carport ohne Auskunft ans Bauamt soweit baulich veränderst, dass es anschließend doch genehmigungspflichtig ist. Auch wenn du einen Bauantrag inklusive Bauzeichnungen stellst, dieser genehmigt wird und du das Carport im Anschluss abweichend von den ursprünglichen Plänen der Bauzeichnung baust, kann dies eine Strafe nach sich ziehen.
Die Höhe der Strafe richtet sich nach der Größe, beziehungsweise dem sogenannten „umbauten Raum“ des Unterstandes.
Dieses Bußgeld kann je nach Bundesland und umbautem Raum des Carports zwischen einigen hundert und mehreren zehntausend Euro liegen.
Darüber hinaus ist es möglich, dass du das Carport unverzüglich zurückbauen oder abreißen musst.
Übrigens: Der sogenannte Schwarzbau verjährt nicht. Hast du also beispielsweise vor Jahrzehnten widerrechtlich gebaut und möchtest jetzt dein Haus verkaufen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Bau ohne Bauantrag auffällt und ein Bußgeld erhoben wird.
Carport fürs Wohnmobil bauen
Immer mehr Leute schaffen sich einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil an. Damit das mobile Urlaubsheim vor Witterungsbedingungen und beispielsweise Hagelschäden geschützt ist, lohnt sich auch hierfür der Bau eines Carports.
Grundlegend gelten beim Bau eines Wohnmobil-Carports die gleichen baurechtlichen Regelungen wie für ein normales Carport. Jedoch sind Wohnmobile in der Regel deutlich höher als ein Auto – meist zwischen 2 m und 3,5 m –, weshalb auch das Carport eine entsprechende Größe und vor allem Höhe vorweisen muss.
Carports für Wohnmobile und Wohnwagen überschreiten daher häufig eine mittlere Wandhöhe von 3 m, die in vielen Bundesländern eines der Kriterien für ein verfahrensfreies Bauvorhaben ist. Hohe Carports sind demnach häufig genehmigungspflichtig.
Informiere dich daher in der Bauordnung deines Bundeslandes oder direkt beim zuständigen Bauamt deiner Gemeinde, ob du eine Baugenehmigung einholen musst und wie dieser Prozess in deiner Gemeinde vonstattengeht.









