
Statik und Schneelast bei Carports
Ein Carport schützt dein Fahrzeug vor Regen, Hagel und Sonne. Im Winter wirken jedoch zusätzliche Kräfte auf die Konstruktion: Schnee bringt je nach Region mehrere Tonnen Gewicht auf das Dach. Damit ein Carport dauerhaft standsicher bleibt, spielen Statik, Schneelast und die richtige Auslegung der Konstruktion eine zentrale Rolle.
Kurz und knapp
Die Statik eines Carports stellt sicher, dass Dach, Pfosten und Fundament alle Lasten dauerhaft aufnehmen.
Die erforderliche Schneelast für dein Carport richtet sich nach Schneelastzone, Höhenlage und Dachform.
Deutschland ist in die fünf Schneelastzonen 1, 1a, 2, 2a und 3 eingeteilt.
Nasser Schnee und Schnee-Eis-Gemische belasten ein Dach deutlich stärker als lockerer Pulverschnee.
Der Sparrenabstand, die Dachform und das Fundament beeinflussen die Tragfähigkeit eines Carports maßgeblich.
Warum Statik beim Carport entscheidend ist
Die Statik bildet die Grundlage für einen sicheren und dauerhaft belastbaren Carport. Sie beschreibt, wie die Konstruktion Kräfte aufnimmt und in den Untergrund ableitet. Dazu zählen unter anderem das Eigengewicht des Carports, Schneelasten im Winter, Windlasten sowie zusätzliche Belastungen durch Photovoltaikanlagen oder Dachbegrünungen.
Damit dein Carport dauerhaft stabil bleibt, stimmst du Dachkonstruktion, Träger, Pfosten und Fundament aufeinander ab. Das Gewicht wirkt dabei nicht nur auf das Dach. Die Lasten verlaufen über die gesamte Konstruktion bis in das Fundament und den Boden. Erst das Zusammenspiel aller Bauteile sorgt für die notwendige Standsicherheit. Bereits kleine Änderungen an einzelnen Bauteilen beeinflussen die Belastung anderer Bereiche.
Besonders im Winter gewinnt die Statik an Bedeutung. Je nach Region wirken erhebliche Schneemengen auf das Dach. Hinzu kommen Windkräfte, die an Dachflächen und Seitenflächen angreifen. Mit einer statischen Planung berücksichtigst du diese Einwirkungen bereits im Vorfeld und sorgst für ausreichend Tragreserven.
Hinweis: Planst du eine Dachbegrünung oder Photovoltaikanlage auf dem Carport oder denkst bereits an eine spätere Nachrüstung, berücksichtigst du die zusätzliche Last idealerweise frühzeitig in der statischen Planung.
Statik beim Carport: Begriffe verständlich erklärt
Bei der Planung eines Carports fallen häufig Begriffe wie Statik, Traglast oder Schneelast. Sie beschreiben unterschiedliche Aspekte der Standsicherheit und helfen dabei, die Konstruktion an die örtlichen Bedingungen anzupassen.
| Begriff | Statik |
|---|---|
| Bedeutung | Berechnung aller Kräfte, die auf den Carport wirken. Ziel ist eine dauerhaft sichere Konstruktion. |
| Begriff | Tragwerk |
| Bedeutung | Gesamte tragende Konstruktion aus Dach, Trägern, Pfosten und Fundament. |
| Begriff | Traglast |
| Bedeutung | Maximale Belastung, die ein Bauteil oder die gesamte Konstruktion dauerhaft aufnimmt. |
| Begriff | Schneelast |
| Bedeutung | Gewicht des Schnees, das auf das Dach wirkt. |
| Begriff | Windlast |
| Bedeutung | Kräfte, die durch Winddruck und Windsog auf das Carport einwirken. |
| Begriff | Eigenlast |
| Bedeutung | Gewicht der Konstruktion selbst, zum Beispiel von Dach, Trägern und Pfosten. |
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
Statik | Berechnung aller Kräfte, die auf den Carport wirken. Ziel ist eine dauerhaft sichere Konstruktion. |
Tragwerk | Gesamte tragende Konstruktion aus Dach, Trägern, Pfosten und Fundament. |
Traglast | Maximale Belastung, die ein Bauteil oder die gesamte Konstruktion dauerhaft aufnimmt. |
Schneelast | Gewicht des Schnees, das auf das Dach wirkt. |
Windlast | Kräfte, die durch Winddruck und Windsog auf das Carport einwirken. |
Eigenlast | Gewicht der Konstruktion selbst, zum Beispiel von Dach, Trägern und Pfosten. |
Schneelast beim Carport verstehen
Was ist die Schneelast?
Die Schneelast beschreibt das Gewicht des Schnees, das auf das Dach eines Carports wirkt. Je mehr Schnee sich ansammelt und je höher dessen Dichte ausfällt, desto stärker steigt die Belastung der Konstruktion. Deshalb zählt die Schneelast zu den relevantesten Einflussgrößen bei der statischen Planung eines Carports.
Die maßgeblichen Anforderungen ergeben sich aus der Norm DIN EN 1991-1-3. Sie berücksichtigt unter anderem die Schneelastzone, die Höhenlage des Standorts sowie die Dachform. Auf dieser Grundlage erfolgt die Auslegung von Dach, Trägern, Pfosten und Fundament. Die tatsächliche Schneelast verändert sich je nach Wetterlage und fällt deshalb nicht dauerhaft gleich hoch aus.
Unterschied zwischen Dachlast und Schneelast
Die Schneelast bildet nur einen Teil der gesamten Dachlast. Zur Dachlast gehören alle Kräfte, die auf das Dach wirken. Dazu zählen beispielsweise das Eigengewicht der Konstruktion, Schneelasten, Windlasten sowie zusätzliche Aufbauten wie Photovoltaikanlagen oder Dachbegrünungen.

Warum die Schneelast beim Carport so entscheidend ist
Vor allem in schneereichen Regionen entstehen innerhalb kurzer Zeit erhebliche Zusatzlasten. Schon wenige Zentimeter Nassschnee bringen deutlich mehr Gewicht auf das Dach als eine vergleichbare Schicht Pulverschnee.
Wie groß die Belastung tatsächlich ausfällt, zeigt ein Beispiel:
Dachfläche: 20 m²
Frischer Schnee (60 kg/m²): 20 m² × 60 kg/m² = 1.200 kg
Nassschnee (150 kg/m²): 20 m² × 150 kg/m² = 3.000 kg
Warum Schnee nicht gleich Schnee ist
Für die Belastung eines Carports spielt nicht nur die Schneehöhe eine Rolle. Entscheidend ist vor allem das Gewicht des Schnees. Dieses hängt von der Dichte und dem Feuchtigkeitsgehalt ab. Während lockerer Pulverschnee vergleichsweise leicht ist, erreicht Nassschnee oder vereister Schnee ein Vielfaches dieses Gewichts.
| Schneeart | Pulverschnee |
|---|---|
| Schneedichte (Gewicht pro m³) | circa 30 kg bis 60 kg |
| Gewicht bei 10 cm Schneehöhe | circa 3 kg bis 6 kg pro m² |
| Schneeart | Frischer Schnee |
| Schneedichte (Gewicht pro m³) | circa 50 kg bis 100 kg |
| Gewicht bei 10 cm Schneehöhe | circa 5 kg bis 10 kg pro m² |
| Schneeart | Feuchtschnee |
| Schneedichte (Gewicht pro m³) | circa 200 kg bis 500 kg |
| Gewicht bei 10 cm Schneehöhe | circa 20 kg bis 50 kg pro m² |
| Schneeart | Nassschnee |
| Schneedichte (Gewicht pro m³) | bis 500 kg |
| Gewicht bei 10 cm Schneehöhe | bis 50 kg pro m² |
| Schneeart | Schnee-Eis-Gemisch |
| Schneedichte (Gewicht pro m³) | bis 900 kg |
| Gewicht bei 10 cm Schneehöhe | bis 90 kg pro m² |
| Schneeart | Schneedichte (Gewicht pro m³) | Gewicht bei 10 cm Schneehöhe |
|---|---|---|
Pulverschnee | circa 30 kg bis 60 kg | circa 3 kg bis 6 kg pro m² |
Frischer Schnee | circa 50 kg bis 100 kg | circa 5 kg bis 10 kg pro m² |
Feuchtschnee | circa 200 kg bis 500 kg | circa 20 kg bis 50 kg pro m² |
Nassschnee | bis 500 kg | bis 50 kg pro m² |
Schnee-Eis-Gemisch | bis 900 kg | bis 90 kg pro m² |
Besonders tückisch: Schneeschichten verändern ihr Gewicht mit der Zeit. Frischer Schnee verdichtet sich unter seinem Eigengewicht. Steigen die Temperaturen an, nimmt der Schnee zusätzlich Feuchtigkeit auf. Dadurch erhöht sich die Belastung, obwohl die Schneehöhe nahezu unverändert bleibt.
Gleiche Schneehöhe, unterschiedliches Gewicht
Die Schneehöhe allein liefert nur einen groben Anhaltspunkt. Für die tatsächliche Belastung zählt vor allem die Schneeart. Die tatsächliche Schneelast ergibt sich aus der Kombination von Schneehöhe und Schneedichte. Je dichter der Schnee, desto höher fällt die Belastung auf dem Dach aus.
Schneelast (kg/m²) = Schneedichte (kg/m³) × Schneehöhe (m)
Beispiel:
10 cm Pulverschnee mit 50 kg/m³ Dichte ergeben etwa 5 kg/m² Schneelast.
10 cm Nassschnee mit 500 kg/m³ Dichte ergeben bereits 50 kg/m² Schneelast.
Obwohl beide Schneeschichten gleich hoch sind, wirkt auf das Dach die zehnfache Belastung.
Tipp: Besonders hohe Lasten entstehen häufig bei Tauwetter. Nimmt der Schnee Wasser auf und gefriert anschließend erneut, steigt sein Gewicht deutlich an. Nach längeren Schneefallperioden oder mehreren Frost-Tau-Wechseln lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Schneemengen auf dem Carportdach.
Schneelastzonen in Deutschland
Schneefall verteilt sich in Deutschland nicht gleichmäßig. Während in manchen Regionen nur wenige Schneetage pro Jahr auftreten, fallen in Mittelgebirgen oder im Alpenvorland regelmäßig deutlich größere Schneemengen. Damit Gebäude und Carports den örtlichen Bedingungen dauerhaft standhalten, gelten je nach Standort unterschiedliche Anforderungen an die Tragfähigkeit.
Die Grundlage dafür bildet die Norm DIN EN 1991-1-3. Sie definiert die anzusetzenden Schneelasten für Bauwerke und teilt Deutschland dafür in verschiedene Schneelastzonen ein. Auf dieser Basis erfolgt die statische Auslegung von Dächern, Trägern, Pfosten und Fundamenten.
Die Schneelastzone gehört deshalb zu den relevantesten Angaben bei der Planung eines Carports. Sie liefert einen ersten Anhaltspunkt dafür, mit welchen Belastungen für die Konstruktion zu rechnen ist.
Schneelastzonen im Überblick
Schneelastzone 1
Die Schneelastzone 1 umfasst Regionen mit vergleichsweise geringen Schneemengen. Dazu zählen vor allem Teile Westdeutschlands entlang der Grenzen zu Belgien und den Niederlanden sowie Bereiche rund um Köln, Frankfurt am Main und einzelne Gebiete in Süddeutschland. Für diese Zone gilt eine charakteristische Schneelast von 0,65 kN/m², was ungefähr 65 kg/m² entspricht.Schneelastzone 1a
Die Schneelastzone 1a kommt ausschließlich in einigen Regionen Bayerns vor. Sie bildet den Übergang zwischen den schneearmen Gebieten der Zone 1 und den stärker belasteten Bereichen der Zone 2. Die charakteristische Schneelast beträgt 0,81 kN/m² beziehungsweise etwa 81 kg/m².Schneelastzone 2
Die Schneelastzone 2 ist die am weitesten verbreitete Zone in Deutschland. Sie erstreckt sich über große Teile Nord-, Mittel- und Ostdeutschlands. Hier berücksichtigt die statische Planung eine charakteristische Schneelast von 0,85 kN/m², was rund 85 kg/m² entspricht.Schneelastzone 2a
Die Schneelastzone 2a umfasst einzelne Mittelgebirgslagen und Regionen mit erhöhtem Schneefall. Dazu zählen unter anderem Teile des Schwarzwalds, Bereiche in Hessen sowie einzelne Regionen in Nordrhein-Westfalen. Die charakteristische Schneelast liegt bei 1,06 kN/m² beziehungsweise etwa 106 kg/m².Schneelastzone 3
Die höchsten Schneelasten außerhalb besonderer Hochlagen gelten in der Schneelastzone 3. Sie umfasst unter anderem Teile des Alpenvorlands, des Bayerischen Waldes, des Erzgebirges sowie einige Küstenregionen an der Ostsee. Die charakteristische Schneelast beträgt mindestens 1,10 kN/m², was etwa 110 kg/m² entspricht. Für Hochlagen und alpine Regionen gelten zusätzlich erhöhte Anforderungen.
Zur besseren Einordnung: 1 kN/m² entspricht ungefähr 100 kg/m². Eine charakteristische Schneelast von 0,85 kN/m² entspricht somit etwa 85 kg Schnee pro Quadratmeter Dachfläche.
Unter folgendem Link findest du eine Karte, die die Verteilung der Schneelastzonen in Deutschland zeigt.
Schneelast Tabelle
| Schneelastzone | 1 |
|---|---|
| Charakteristische Schneelast | 0,65 kN/m² |
| Schneelastzone | 1a |
| Charakteristische Schneelast | 0,81 kN/m² |
| Schneelastzone | 2 |
| Charakteristische Schneelast | 0,85 kN/m² |
| Schneelastzone | 2a |
| Charakteristische Schneelast | 1,06 kN/m² |
| Schneelastzone | 3 |
| Charakteristische Schneelast | 1,10 kN/m² und mehr |
| Schneelastzone | Charakteristische Schneelast |
|---|---|
1 | 0,65 kN/m² |
1a | 0,81 kN/m² |
2 | 0,85 kN/m² |
2a | 1,06 kN/m² |
3 | 1,10 kN/m² und mehr |
Hinweis: Neben der Schneelastzone beeinflusst auch die Höhenlage die tatsächliche Schneelast. Deshalb gelten innerhalb derselben Schneelastzone je nach Standort unterschiedliche Werte. Die Schneelastzone für deine Region kannst du hier ermitteln.
Schneelast berechnen: Welche Werte zählen?
Für die Ermittlung der maximalen Schneelast eines Carportdachs fließen mehrere Faktoren in die Berechnung ein. Die statische Berechnung ermittelt die Schneelast, die bei der Planung des Carports zu berücksichtigen ist. Sie beschreibt nicht die aktuelle Schneemenge auf dem Dach, sondern die Belastung, für die die Konstruktion ausgelegt wird.
Diese Faktoren beeinflussen die Schneelast
Zu den wesentlichen Einflussgrößen gehören:
Schneelastzone
Höhenlage des Standorts
Dachform
Dachneigung
Schneeverwehungen
angrenzende Gebäude oder bauliche Besonderheiten

Die Schneelastzone bildet die Grundlage der Berechnung. Sie beschreibt die regional zu erwartende Schneelast und liefert den Ausgangswert für die weitere Ermittlung.
Mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel steigen in vielen Regionen die Scneemengen. Deshalb fällt die anzusetzende Schneelast in höheren Lagen oft größer aus als in tiefer gelegenen Gebieten derselben Schneelastzone.
Die Dachform beeinflusst, wie lange Schnee auf dem Dach liegen bleibt. Auf Flachdächern sammelt sich Schnee häufig großflächig an. Geneigte Dächer fördern dagegen das Abrutschen von Schnee und reduzieren dadurch die Belastung. Je steiler das Dach ausfällt, desto geringer bleibt in vielen Fällen die Schneemenge auf der Dachfläche.
Wind verteilt Schnee nicht gleichmäßig auf einem Dach. An einzelnen Stellen entstehen größere Schneeansammlungen, während andere Bereiche nahezu schneefrei bleiben. Solche Schneeverwehungen führen zu ungleichmäßigen Belastungen, die es bei der statischen Planung zu berücksichtigen gilt.
Steht ein Carport in der Nähe eines höheren Gebäudes, sammeln sich Schnee und Windverwehungen häufig an bestimmten Dachbereichen. Auch von benachbarten Dächern rutschen mitunter größere Schneemengen auf das Carportdach. Solche örtlichen Besonderheiten fließen ebenfalls in die Berechnung ein.
Beispielrechnung für einen Carport
Wie stark Schnee ein Carport belastet, zeigt eine vereinfachte Beispielrechnung.
Ausgangsdaten:
Dachfläche: 30 m²
Schneelastzone 2
Charakteristische Schneelast: 0,85 kN/m²
Zur besseren Verständlichkeit lässt sich die Schneelast in Kilogramm umrechnen:
0,85 kN/m² entsprechen ungefähr 85 kg/m².
Für die gesamte Dachfläche ergibt sich damit folgende Belastung:
30 m² × 85 kg/m² = 2.550 kg
Für die statische Planung ergibt sich in diesem Beispiel eine anzusetzende Schneelast von rund 2,55 Tonnen. Es ist möglich, dass die tatsächliche Schneelast je nach Wetter, Schneemenge und Schneeart davon abweicht. Die statische Berechnung berücksichtigt zusätzlich Faktoren wie Höhenlage, Dachform, Dachneigung, Schneeverwehungen und Sicherheitszuschläge. Die Beispielrechnung dient daher lediglich zur Veranschaulichung der Größenordnung.
Den Unterschied verstehen:
Berechnete Schneelast = Auslegungswert der Statik
Tatsächliche Schneelast = aktuell vorhandenes Schneegewicht auf dem Dach
Welche Bauteile beeinflussen die Carport-Statik?
Fundament und Pfosten
Fundament und Pfosten bilden die Verbindung zwischen dem Carport und dem Untergrund. Sie nehmen die Lasten aus Dach, Trägern und Schnee auf und leiten diese in den Boden weiter. Dabei spielt nicht nur die Tragfähigkeit der Pfosten eine Rolle. Auch das Fundament benötigt ausreichend Größe und Stabilität, damit die Konstruktion dauerhaft sicher steht. Zu kleine oder ungeeignete Fundamente führen mitunter zu Setzungen, Verformungen oder Bewegungen der Konstruktion. Die Anforderungen an Fundament und Pfosten steigen mit zunehmender Dachfläche, höheren Schneelasten oder zusätzlichen Aufbauten wie Photovoltaikanlagen.

Fundament für Carports
Für ein dauerhaft stabiles Fundament beim Carport kommt es auf die richtige Kombination aus Fundamentart, Fundamentgröße und Planung an.
Mehr erfahrenSparrenabstand beim Carport
Der Sparrenabstand beschreibt den Abstand zwischen zwei benachbarten Dachsparren. Er zählt zu den entscheidenden Faktoren für die Tragfähigkeit eines Carports. Je größer der Abstand zwischen den Sparren ausfällt, desto höher fällt die Belastung jedes einzelnen Sparrens aus.
Der optimale Sparrenabstand hängt unter anderem ab von:
Dachmaterial
Dachform
Spannweite des Dachs
Schneelast am Standort
Bei hohen Schneelasten kommen häufig kleinere Sparrenabstände oder größere Sparrenquerschnitte zum Einsatz. Dadurch verteilt sich das Gewicht gleichmäßiger auf die Konstruktion.
Dachform und Dachneigung
Die Dachform beeinflusst maßgeblich, wie Schnee und Regenwasser auf dem Carportdach wirken. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Statik.
| Dachform | Flachdach |
|---|---|
| Einfluss auf die Schneelast | Schnee bleibt häufig länger liegen und verteilt sich großflächig auf dem Dach. |
| Dachform | Pultdach |
| Einfluss auf die Schneelast | Regenwasser fließt gezielt in eine Richtung ab. Schnee rutscht teilweise leichter ab als bei Flachdächern. |
| Dachform | Satteldach |
| Einfluss auf die Schneelast | Schnee rutscht durch die zwei geneigten Dachflächen häufig leichter ab. Gleichzeitig verteilt sich die Last gleichmäßig auf beide Dachflächen. |
| Dachform | Einfluss auf die Schneelast |
|---|---|
Flachdach | Schnee bleibt häufig länger liegen und verteilt sich großflächig auf dem Dach. |
Pultdach | Regenwasser fließt gezielt in eine Richtung ab. Schnee rutscht teilweise leichter ab als bei Flachdächern. |
Satteldach | Schnee rutscht durch die zwei geneigten Dachflächen häufig leichter ab. Gleichzeitig verteilt sich die Last gleichmäßig auf beide Dachflächen. |
Tipp: Dachform, Dachneigung, Sparrenabstand und Schneelast beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb betrachtet die statische Planung immer die gesamte Konstruktion und nicht einzelne Bauteile isoliert.
Wann brauche ich eine Statikberechnung für einen Carport?
Ob eine Statikberechnung erforderlich ist, hängt unter anderem von Größe, Bauweise und den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes ab. Unabhängig von einer Genehmigungspflicht spielt die Standsicherheit jedoch bei jedem Carport eine zentrale Rolle.
Genehmigungspflichtige Carports
Überschreitet ein Carport die verfahrensfreien Grenzen des Bundeslandes, gehört häufig ein Standsicherheitsnachweis zu den Unterlagen für den Bauantrag. Die statische Berechnung weist dabei nach, dass die Konstruktion die zu erwartenden Lasten dauerhaft aufnimmt.
Verfahrensfreie Carports
Auch bei verfahrensfreien Carports bleibt die Standsicherheit ein wesentliches Thema. Die Befreiung von einem Bauantrag erlaubt nicht automatisch, dass du auf eine ausreichende statische Auslegung verzichtest. Dach, Träger, Pfosten und Fundament benötigen weiterhin eine Dimensionierung, die zu Standort und Nutzung passt.

Carport ohne Baugenehmigung
Ein Carport ohne Baugenehmigung ist in vielen Fällen möglich – aber nicht automatisch erlaubt. Entscheidend ist immer die jeweilige Landesbauordnung.
Mehr erfahrenTypenstatik bei Carport-Bausätzen
Viele Carport-Bausätze verfügen bereits über eine Typenstatik des Herstellers. Sie bestätigt, dass die Konstruktion unter bestimmten Voraussetzungen die vorgesehenen Lasten aufnimmt. Dazu zählen unter anderem definierte Abmessungen, festgelegte Bauteile und vorgegebene Aufbauvarianten. Eine Typenstatik reicht in der Regel aus, wenn du das Carport entsprechend den Herstellerangaben aufbaust und keine wesentlichen Änderungen an der Konstruktion erfolgen. Sobald die Planung von den Vorgaben der Typenstatik abweicht, gewinnt eine individuelle statische Berechnung an Bedeutung.
Individuell geplante Carports
Bei individuell geplanten Carports empfiehlt sich eine statische Berechnung in den meisten Fällen. Anders als bei vielen Carport-Bausätzen liegt hier keine Typenstatik des Herstellers vor. Zusätzliche Anforderungen wie besondere Dachformen, große Spannweiten, Photovoltaikanlagen oder hohe Schneelasten erhöhen die Bedeutung einer fachgerechten Planung zusätzlich.
Tipp: Unsere Partner-Firmen unterstützen dich bei der Planung deines Carports und berücksichtigen dabei auch statische Anforderungen, Schneelasten und mögliche Zusatzlasten wie Photovoltaikanlagen.


Alu-Carport nach Maß und Montage
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Wie soll deine Überdachung befestigt werden?
Nicht vergessen: Carport von Schnee befreien
Die statische Planung berücksichtigt die für den Standort zu erwartenden Schneelasten. Dennoch lohnt sich bei außergewöhnlich starken Schneefällen ein regelmäßiger Blick auf das Carportdach. Besonders Nassschnee oder Schnee-Eis-Gemische erhöhen das Gewicht deutlich und verbleiben häufig über längere Zeit auf der Dachfläche.
Anzeichen für eine hohe Belastung sind zum Beispiel sichtbare Durchbiegungen von Sparren oder Trägern sowie größere Schneeansammlungen auf einzelnen Dachbereichen. In solchen Fällen entlastet das Entfernen des Schnees die Konstruktion zusätzlich.
Beim Räumen des Dachs empfiehlt sich eine gleichmäßige Vorgehensweise. Entferne den Schnee möglichst flächig, damit keine einseitigen Belastungen entstehen. Werkzeuge mit Kunststoffkante schonen die Dachoberfläche und reduzieren Kratzer oder Beschädigungen.
Hinweis: Wenn möglich, betritt das Carportdach nicht zur Schneeräumung. Das zusätzliche Körpergewicht erhöht die Belastung der Konstruktion und erschwert gleichzeitig ein sicheres Arbeiten. Geeignete Schneeschieber mit Teleskopstiel ermöglichen die Räumung häufig direkt vom Boden aus.









