
Leerrohre verlegen
Lies in diesem Ratgeber, wie du Leerrohre für verschiedene Kabel in deinem Haus verlegen kannst. Hier erhältst du Tipps zur Planung, Auswahl der richtigen Rohre und Umsetzung.
Leerrohre verlegen: Darum lohnt es sich
Leerrohre schützen Kabel und machen die Elektroinstallation flexibel. Später lassen sich Stromkabel, Netzwerkleitungen oder Steuerkabel nachziehen, ohne Wände erneut zu öffnen. Wichtig sind passende Rohrklassen für Druckfestigkeit, Schlagfestigkeit, Temperaturbereich und Biegeradius. Diese Angaben finden sich als Kennzahlen auf dem Rohr.
Hinweis: Rohrklassen und Kennzeichen sind in der DIN EN 61386 beschrieben
Leerrohre verlegst du unter Putz, im Boden oder hinter Wänden. In der Regel haben Leerrohre einen Durchmesser weniger Millimeter und sind aus Kunststoff gefertigt. Für Brandschutz in besonderen Bereichen kommen geprüfte Metallrohre oder Systeme mit geeigneter Feuerwiderstandsklassifizierung zum Einsatz.
Mit Leerrohren schützt du auch Leitungen der Heizungs- oder Sanitärinstallationen vor Korrosion.
Leerrohre bei Neu- und Umbau verlegen
Eine saubere Planung spart Zeit und Kosten. Trassen werden im Grundriss festgelegt, wo später Steckdosen, Schalter und Anschlüsse sitzen. Leitungen in Wänden laufen nur senkrecht oder waagerecht und bleiben innerhalb der Installationszonen. In tragenden Bauteilen sind Eingriffe nur nach statischer Bewertung zulässig. Ausführung und Freigabe übernimmt der Elektrofachbetrieb.
Hinweis: Maße und Lage der Installationszonen sind in der DIN 18015-3 beschrieben.
Rohrklassen und Kennzahlen einfach erklärt
Auf Installationsrohren stehen fünf Ziffern für die wichtigsten Eigenschaften. Abgedeckt sind Druckfestigkeit, Schlagfestigkeit, minimale und maximale Gebrauchstemperatur sowie das Biegeverhalten. So lässt sich erkennen, ob ein Rohr starr, biegsam oder flexibel ist und welche Belastungen möglich sind. Für sichtbare Bereiche eignen sich starre Rohre. In Hohlwänden und bei engen Radien punkten Wellrohre.
Hinweis: Die Kennzeichnung folgt der DIN EN 61386. Herstellerangaben sind verbindlich.
Die Druckfestigkeit wird durch die erste Ziffer auf dem Rohr angegeben: Dabei steht die 1 für sehr leicht und die 5 für sehr schwer.
Die zweite Ziffer betrifft die Schlagfestigkeit: Hier bedeutet die 1 ebenfalls sehr leicht und die 5 sehr schwer.
Die minimale Gebrauchstemperatur steht an dritter Stelle: Die 1 steht diesmal für +5 °C und die 5 für -45 °C.
Die vierte Ziffer gibt die maximale Gebrauchstemperatur an: Die 1 steht für +60 °C und die 5 für +150 °C.
Die letzte Ziffer auf dem Leerrohr beschreibt die Biegsamkeit: 1 bedeutet starr, 2 biegsam, 3 biegsam und sich selbst zurückbildend und 4 flexibel.
So verlegst du ein Leerrohr richtig

Leerrohre erleichtern die Installation von Kabeln für Strom, Internet oder Telefon.
Im Mauerwerk entstehen Schlitze mit geeigneter Fräse (Schlitzfräse) und Absaugung. In Beton werden Aussparungen geplant oder werkseitig verlegte Rohrsysteme genutzt. In der Hohlwand werden Rohre an den Ständern befestigt. Enge Radien und viele Richtungswechsel erschweren das spätere Einziehen. Lange Zugwege erhalten zusätzliche Einziehpunkte über Dosen.
Tipp: Für die Fixierung der Rohre oder Kabel in den Dosen kannst du beispielsweise Kabelbinder nutzen.
Hinweis: Vor Schlitz- und Stemmarbeiten ist die Statik zu prüfen. Auswahl und Errichtung der Leitungsanlagen richten sich nach DIN VDE 0100-520.
Leerrohre sinnvoll im Haus verteilen
Leitungen bleiben innerhalb der Installationszonen. Waagerecht: 15–45 cm über fertigem Fußboden sowie 15–45 cm unter der Decke. Vertikal: 10–30 cm neben Tür- und Fensteröffnungen sowie Raumecken. Für spätere Technik lohnt Reserve-Leerrohr zu Medienwand, Homeoffice oder Router-Standort. Zwischen Energie- und Datenleitungen helfen Abstand oder getrennte Kanäle gegen Störungen.
Hinweis: Zonenmaße stehen in der DIN 18015-3. Trennung und Abstände für EMV sind in DIN VDE 0100-520 geregelt.
Tipp: Plane in jedem Raum und Wohnbereich stets ausreichend Steckdosen oder freie Leerrohre ein, damit später bei Bedarf noch Leitungen nachgezogen werden können.
Kabel in Leerrohre einziehen

Durch Leerrohre kannst du zahlreiche Kabel ziehen. Achte dabei immer auf die Sicherheit.
Für das Einziehen eignen sich Einziehband oder Einziehspirale mit Kabelgleitmittel aus dem Elektrobereich. Haushaltsfette können Kunststoffe angreifen und gehören nicht in die Installation. Der Zugverband wird so befestigt, dass Adern nicht beschädigt werden. Bei langen Strecken helfen zusätzliche Dosen als Einziehpunkte. Der Füllgrad des Rohres richtet sich nach Herstellerangabe.
Hinweis: Herstellerangaben zu maximaler Zugkraft und Füllgrad beachten. Fachbetrieb hinzuziehen, wenn Querschnitt, Strecke oder Verlegeart unklar sind.








