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Jemand verdrahtet Stromkabel in einer Wandanschlussdose

Ob Sanierung oder Neubau, nahezu jedes Gebäude benötigt Leitungen und Anschlüsse für den elektrischen Strom. Wie du Stromkabel verlegen kannst und wer dabei behilflich sein sollte, erfährst du in diesem Ratgeber.

Warum neue Stromkabel verlegen?

Es gibt mehrere Gründe, warum es notwendig sein kann, dass neue Stromleitungen verlegt werden müssen. Bei einem Neubau ist der Fall klar. Ansonsten könntest du dir zum Beispiel mehr Steckdosen in einem Zimmer wünschen. Du musst vielleicht alte Leitungen sanieren, um die Sicherheit zu erhöhen, oder ein größeres Gerät braucht einen separaten Stromanschluss.

So oder so, Arbeiten an der Elektroinstallation sollten nur von ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Leitungsquerschnitt, Absicherung und Verlegeart legt der Elektrofachbetrieb nach Last, Leitungslänge, Spannungsfall und Normvorgaben fest (z. B. DIN VDE 0100-520 – Auswahl/Errichtung von Kabel- und Leitungsanlagen).

Lass deine Elektroinstallation prüfen

Sicherungskasten

Moderne Elektroleitungen halten bei korrekter Verlegung und Nutzung viele Jahrzehnte. Allerdings sind gerade ältere Gebäude häufig noch mit unzureichenden Leitungen, alten Schaltern und Steckdosen sowie schlechten Sicherungen ausgestattet. Außerdem weisen viele Wohnräume zu wenige Steckdosen auf und das Überlasten von Stromkreisen mit Mehrfachsteckdosen kann zu gefährlichen Schäden in der gesamten Elektroinstallation führen.

Wenn du also ein neues Haus kaufst oder eine Eigentumswohnung beziehst, dann lass die Installation gründlich von einem Fachbetrieb prüfen, damit du abschätzen kannst, in welchem Zustand die Anlage ist. Eine defekte oder unzureichende Elektroinstallation kann unter anderem zu störenden Sicherungsausfällen, schweren Bränden oder gefährlichen Unfällen führen.

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Rechtlicher Hinweis:

Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen – außer durch den Netzbetreiber – ausschließlich von in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Elektrofachbetrieben durchgeführt werden (§ 13 NAV). Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (DIN VDE 0100 ff., DIN VDE 0105-100) ist die Installation, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung elektrischer Anlagen ausschließlich Elektrofachkräften vorbehalten. Eigenmächtige Arbeiten an elektrischen Anlagen durch Laien sind unzulässig und können erhebliche Gefahren sowie gravierende rechtliche und versicherungstechnische Folgen haben.

Plane die Elektroinstallation

Viele Arbeiten im Haus und Garten kannst du selbst übernehmen. Wenn es aber um Stromleitungen und Elektroinstallationen geht, wende dich an einen Fachbetrieb. Er orientiert sich an der Norm RAL-RG 678. Diese schreibt beispielsweise die minimalen Anschlüsse für bestimmte Wohnräume vor. In der Norm findest du außerdem Informationen zur Installation und Verlegung von Leerrohren, Lichtschaltern und Dimmern sowie zu den Anschlüssen von Herd, Telefon oder Internet.

Plane die neue Elektroinstallation gemeinsam mit dem Fachbetrieb. Berücksichtige dabei die minimale und die für dich komfortable Installation. Frage dich, welche Anschlüsse du in welchem Wohnraum oder Wohnbereich langfristig benötigst.

Plane je nach Raum unter anderem:

  • Steckdosen und Schalter
  • Lampenanschlüsse und deren Schaltung
  • Separate Anschlüsse für bestimmte Geräte (Therme, Herd, Waschmaschine etc.)
  • Leitungen für die Temperatur- und Heizungssteuerung
  • Rollladenanschluss und -steuerung
  • Telefon und Internetanschluss
  • Anschlüsse für Alarm- und Rauchmelder
  • RCD (FI-Schutzschalter) ≤ 30 mA verpflichtend*
  • Kindersicherungen

Tipp: Lass gegebenenfalls zusätzliche Leerrohre oder größere Kabelkanäle verlegen, damit nachträgliche Installationen schneller und einfacher durchgeführt werden können.

Nach Absprache mit dem zuständigen Fachbetrieb, der abschließend alles überprüft, kannst du bestimmte Aufgaben beim Verlegen von Elektroleitungen selbst übernehmen, um Kosten zu sparen. So könntest du zum Beispiel die Abzweig- und Gerätedosen setzen, verlegte Leitungen verspachteln oder Kabelkanäle verlegen.

Hinweis: Schlitz- und Stemmarbeiten nur nach vorheriger statischer Beurteilung; in tragenden Bauteilen gelten Einschränkungen. Freigabe durch Fachbetrieb/Statik einholen, Ausführung gemäß Planung.

* Für alle Steckdosenstromkreise bis 32 A, Außenbereiche und Bäder; in Wohnungen zusätzlich Beleuchtungsstromkreise (TN/TT) gemäß DIN VDE 0100-410:2018-10).

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Vorschriften zum Verlegen von Stromleitungen

Jemand schließt eine Steckdose an

Beim Verlegen von Stromkabeln müssen zahlreiche Regeln und Richtlinien beachtet werden. Leitungen unterschiedlicher Spannungsbereiche dürfen nur unter definierten Bedingungen gemeinsam geführt werden (z. B. getrennter Kanal/Trennsteg oder ausreichende Isolations-/Abschirmung) – maßgeblich DIN VDE 0100-520; für IT-/Netzwerkverkabelung zusätzlich EN 50174-2 (VDE 0800-174-2) zur EMV-Störungsvermeidung.

Zudem muss ein Mindestabstand zwischen Strom- und Datenkabeln eingehalten werden. Dieser orientiert sich an der Abschirmung der Leitungen. Auch die eingebauten Trennstege aus Aluminium oder Stahl spielen eine Rolle.

Der Abstand unterscheidet sich also von Fall zu Fall. Er dient dazu, dass stromführende Kabel keine Daten-, TV- und Telefonübertragungen stören. Zur Vermeidung elektromagnetischer Beeinflussungen (EMV): Abstände/Trennstege zwischen Energie- und Datenleitungen vorsehen, geschirmte Datenkabel nutzen und bei Störanfälligkeit kabelgebundene statt rein drahtloser Verbindungen einsetzen; maßgeblich DIN VDE 0100-520 und EN 50174-2.

Leitungen werden in Wänden ausschließlich senkrecht oder waagerecht innerhalb der Installationszonen nach DIN 18015-3 geführt. Die waagerechten Zonen liegen 15–45 cm über dem fertigen Fußboden sowie 15–45 cm unter der Decke. Vertikale Zonen verlaufen 10–30 cm neben Rohbaukanten, Tür-/Fensteröffnungen oder Raumecken.

In Decken erfolgt die Führung auf kürzestem Weg; diagonale Leitungsführung in Wänden ist unzulässig.

Bäder unterliegen den Schutzbereichen 0, 1, 2 nach DIN VDE 0100-701. Steckdosen und Schalter sind in den Bereichen 0–2 unzulässig (Ausnahme: in Leuchten integrierte Schalter mit geeigneter Schutzart). Stromkreise in Bädern und Steckdosenstromkreise sind mit RCD ≤ 30 mA auszuführen.

Alternativen: Powerline und Smart Home

Eine Frau betätigt ein Heizungsthermostat an der Wand

Mit einem drahtlosen Thermostat steuerst du deine Heizungen auch aus der Ferne.

Stromleitungen übertragen unter Umständen nicht nur Strom. Mit sogenannten Powerline-Adaptern schickst du auch Daten über die Kabel. Dafür steckst du einen passenden Adapter in die Steckdose. Anschließend verbindest du deinen Computer oder Fernseher mit einem Netzwerkkabel mit dem Adapter. Dadurch brauchst du keine langen Netzwerkkabel durch die Wände zu ziehen. Powerline arbeitet am zuverlässigsten, wenn Sender/Empfänger auf derselben Phase liegen; in Mehrphasen-Anlagen ist ggf. ein Phasenkoppler im Verteiler erforderlich (Einbau durch Fachbetrieb).

Eine einfache Methode, um aus deinem Haus ein Smarthome zu machen, sind beispielsweise drahtlose Thermostate für deine Heizkörper. Dafür schraubst du auf jeden ein entsprechendes Steuergerät. Diese verbindest du mit der drahtlosen Steuerung des zentralen Thermostats. Dadurch heizt du die Räume intelligenter auf und sparst Heizkosten.

Eine drahtlose Vernetzung ist auch für Rauch- und andere Gefahrenmelder möglich. Diese laufen dann im Batteriebetrieb und brauchen keinen zusätzlichen Stromanschluss. Wird ein Melder ausgelöst, gibt er das Signal an alle anderen Melder im Haus weiter. Diese Variante eignet sich, wenn du bei einer Sanierung nicht sämtliche Stromleitungen austauschen möchtest.

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