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Verschiedene Verbindungsklemmen liegen nebeneinander

Dieser Ratgeber gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Arten an Verbindungsklemmen. Wir zeigen dir, welche Klemme für welchen Zweck geeignet ist und welche Vorteile und Nachteile diese aufweisen.

Einsatzbereiche von Klemmen

Verbindungsklemmen dienen dem sicheren, dauerhaften Verbinden elektrischer Leitungen in geeigneten Installations- oder Verbindungsdosen. Auswahl und Einsatz richten sich nach Leiterart (ein-, mehr-, feindrähtig), zulässigem Querschnitt sowie Nennstrom/-spannung und Umgebungstemperatur der Klemme.

Hinweis: Maßgeblich sind u. a. DIN EN 60998 (VDE 0613) für Verbindungsklemmen sowie DIN VDE 0100-520 zur Auswahl und Errichtung von Leitungsanlagen; Installations-/Verbindungsdosen müssen den Anforderungen der DIN EN 60670-22 (VDE 0606-22) genügen. Lose, nicht fixierte Klemmen in Verteilern sind zu vermeiden.

Die Verbindungsklemme hält die Verbindung zwischen den Drähten und wird je nach Bauweise festgeschraubt oder verfügt über eine Federmechanik. Wir zeigen dir, welche verschiedenen Arten von Verbindungsklemmen es gibt und welche Werkzeuge du zur Verdrahtung mit Klemmen benötigst.

Leuchtenklemmen

Leuchtenklemmen verbinden den Deckenauslass mit der Leuchte meist werkzeuglos (Feder-/Cliptechnik). Zulässig sind – je nach Produkt – eindrähtige, mehrdrähtige und feindrähtige Leiter; entscheidend sind die Herstellerfreigaben zu Leiterarten und Querschnittsbereichen. Bei modernen Hebel-/Federklemmen sind feindrähtige Leiter häufig ohne Aderendhülse zugelassen; verbindlich ist stets das Datenblatt.

Hinweis: Grundlage sind die Produktanforderungen nach DIN EN 60998 (VDE 0613).

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Lüsterklemmen (Schraubklemmen) – inkl. Aderendhülsen

Lüsterklemme

Lüsterklemmen verbinden Leiter über eine Schraubklemmschelle. Damit feindrähtige Leiter nicht aufspreizen oder beschädigt werden, werden diese in der Praxis mit Aderendhülsen nach DIN 46228-4:2020-03 vercrimpt (korrekte Hülse, passendes Crimpprofil, gasdicht). Schraubverbindungen erfordern eine sorgfältige Montage, da Setzverhalten und ungleichmäßiges Klemmen zu Erwärmung führen können; in vielen Anwendungen sind Feder-/Hebelklemmen die robustere Alternative.

Hinweis: Als Basis dient die DIN EN 60998 (VDE 0613).

Tipp: Häufig erhältst du Lüsterklemmen in zwölf-poliger Ausführung. Du kannst die einzelnen Pole voneinander trennen, sodass du für deinen Einsatzbereich die benötigte Anzahl an Klemmen erhältst.

Hinweis: Lüsterklemmen sind häufig in Abzweigdosen älterer Gebäude oder in preisgünstigen Modellen von Leuchten eingebaut. Ein häufiges Problem bei den Schraubklemmen ist, dass sie bei unsachgemäßer Elektroinstallation schmoren können, falls die Drähte nicht gleichmäßig zusammengeklemmt werden. Außerdem sind für das Anbringen der Aderendhülsen und das Verschrauben zusätzliches Werkzeug und mehrere Arbeitsschritte nötig. Deshalb werden Lüsterklemmen nicht bevorzugt eingesetzt.

Aderendhülsen an Drähte befestigen

Fein- oder feinstdrähtige Leiter sind sehr flexibel und werden häufig eingesetzt. Zur Verwendung mit Lüsterklemmen müssen diese jedoch mit Aderendhülsen versehen werden, damit keine einzelnen Drähte aus der Klemme hervorstehen und Probleme wie Kurzschluss oder Verschmoren verhindert werden.

Wähle dazu die passende Aderendhülse aus. Auf der Verpackung des Herstellers findest du Angaben zu Länge und Leiterquerschnitt. Zunächst legst du den Leiter mit einer Abisolierzange frei, damit die hervorstehenden Drähte zur Länge der Aderendhülse passen. Setze dann die Aderendhülse auf den Leiter auf.

Mit einer Crimpzange verpresst du die Aderendhülse. So sorgst du dafür, dass sich keine Lufträume zwischen den einzelnen Drähten befinden und die Hülse stabil und langlebig die Drähte zusammenhält. Nun ist der Leiter zur Verwendung in einer Schraubklemme bereit.

Eine Alternative sind Kabelschuhe.

Dosenklemmen

Dosenklemmen werden in Verbindungsdosen eingesetzt und sind je nach Bauart für größere Querschnitte geeignet. Sie besitzen getrennte Klemmenreihen (z. B. für L, N, PE): Es sind nicht „alle Pole miteinander verbunden“.

Hinweis: Setze Dosenklemmen ausschließlich in dafür geeigneten Dosen nach DIN EN 60670-22 (VDE 0606-22) ein und beachte Querschnitt, Klemmenart (Schraube/Feder) und die Herstellerangaben.

Steckklemmen mit Hebel

Steckklemme mit Hebel

Für mehrdrähtige und eindrähtige elektrische Leiterarten eignen sich Steckklemmen mit Hebel. Hier wird der Leiter eingesteckt, ist im Vergleich zu anderen Steckklemmen wie beispielsweise der Leuchtenklemme jedoch noch lose. Erst wenn du den Hebel zudrückst, steckt der Leiter fest.

Das hat den Vorteil, dass das Ein- und Ausstecken der Drähte schnell und unkompliziert funktioniert. Außerdem können so auch mehrdrähtige Leiter ohne Aderendhülsen befestigt werden, da keine Gefahr besteht, dass Drähte herausstehen oder durch Schrauben beschädigt werden.

Hebelklemmen verbinden ein-, mehr- und feindrähtige Leiter werkzeuglos; auch unterschiedliche Querschnitte können – innerhalb der Herstellerfreigaben – kombiniert werden. Viele aktuelle Serien erlauben feindrähtige Leiter ohne Aderendhülse und sind für die Wiederverwendung ausgelegt; maßgeblich sind Datenblatt und Kennwerte (Zulassungen, Nennstrom/-spannung, Temperaturklasse).

Hinweis: Produkt- und Normbezug sind das Herstellerdatenblatt und die DIN EN 60998 (VDE 0613).

Auch Leiter mit unterschiedlichen Querschnitten können in dieser Verbindungsklemme befestigt werden.

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Reihenklemmen

Reihenklemmen befinden sich meist im Verteilerkasten, wo viele Leitungen zusammenlaufen. Sie werden auf Tragschienen in die Verteilungen eingesetzt. Diese lassen sich über Brücken modular erweitern. Varianten (Trenn-, Prüf-/Messklemmen) erleichtern die Wartung und Fehlersuche.

Hinweis: Relevante Produktnormen sind die DIN EN 60947-Reihe (VDE 0611) für Reihenklemmen. Die Ausführung in der Anlage richtet sich u. a. nach DIN VDE 0100-520.

Wie erwähnt befinden sich Reihenklemmen meist auf der Hutschiene, einer u-förmigen Schiene. In diesem Fall werden die Verbindungsklemmen auch Hutschienenklemmen genannt.

Verbindungsklemmen lösen und wiederverwenden

Verbindungsklemmen kannst du u. U. wiederverwenden. Klemmen dürfen allerdings nur gelöst und wiederverwendet werden, wenn der Hersteller dies zulässt. Das Lösen erfolgt je nach Typ über Hebel oder definierte Betätigungspunkte. Ein „Herausdrehen“ von Leitern aus Federklemmen ist nicht vorgesehen. Verbindungen sind in geeigneten Dosen herzustellen und so zu montieren, dass sie geordnet und prüfbar sind. Lose Klemmen im Verteiler erschweren Zuordnung und Prüfung und sind zu vermeiden. Arbeiten müssen stets spannungsfrei durchgeführt werden.

Schraubklemmen werden mit einem passenden Schraubendreher durch das Losdrehen der Schraube gelöst und anschließend wird der elektrische Leiter herausgezogen. Bei Steckklemmen (mit Hebel) wird der Hebel gelöst, woraufhin die elektrische Ader entfernen wird.

Steckklemmen mit Federmechanismus werden gelöst, indem der Leiter festgehalten und die Klemme vorsichtig hin- und hergedreht wird. So löst sich der Leiter aus der Verbindungsklemme.

Hinweis: Bei allen Arbeiten an Klemmen ist wichtig, dass zunächst die Stromzufuhr zum betreffenden Stromkreis unterbrochen wird. Die Spannungsfreiheit muss festgestellt und der Stromkreis gegen wiedereinschalten gesichter werden.

Sollen Kabel speziell isoliert und bspw. vor höherer Hitze in Lampen geschützt werden, können sogenannte Schrumpfschläuche Verwendung finden.

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Rechtlicher Hinweis:

Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen – außer durch den Netzbetreiber – ausschließlich von in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Elektrofachbetrieben durchgeführt werden (§ 13 NAV). Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (DIN VDE 0100 ff., DIN VDE 0105-100) ist die Installation, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung elektrischer Anlagen ausschließlich Elektrofachkräften vorbehalten. Eigenmächtige Arbeiten an elektrischen Anlagen durch Laien sind unzulässig und können erhebliche Gefahren sowie gravierende rechtliche und versicherungstechnische Folgen haben.

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