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Rauchmelder liegt auf einem Bauplan, daneben ein gelb-schwarzer Schraubenzieher.

Das Thema Brandschutz ist auch im eigenen Wohnraum von hoher Wichtigkeit. Ein gegen Feuer geschütztes Eigenheim gewährleistest du sowohl mit baulichen als auch weiteren vorbeugenden Maßnahmen. Dieser Ratgeber zeigt, wie diese Brandschutzmaßnahmen in der Praxis aussehen, wie Brandschutzkonzepte umgesetzt werden und auf welche Anforderungen du bei der Einrichtung achten solltest.

Was ist vorbeugender Brandschutz?

Unter dem Begriff vorbeugender Brandschutz werden grob alle Maßnahmen gesammelt, die sich um die Verhinderung eines Ausbruchs und der Ausbreitung von Feuer innerhalb eines Gebäudes drehen. Dazu zählt zum einen die Brandschutztechnik, die der Entdeckung und Brandbekämpfung dient. Zum anderen gehören dazu auch präventive Verhaltensweisen, die einen Brandfall in einer Wohnung oder einem Haus verhindern können. Die jeweils schnellsten Rettungswege eines Wohngebäudes zu kennen und diese freizuhalten, rettet beispielsweise in Notfällen immer wieder Leib und Leben.

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Vorbeugender baulicher Brandschutz

Drei Leute bei einer Baubesprechung auf dem Rohbau

Ein elementarer Bestandteil der Bauphase ist die Planung von Brandschutzmaßnahmen.

Das Brandschutzkonzept gehört bereits zum Bau eines neuen Hauses. Schon mit der Wahl der passenden Bauteile und Baustoffe wird der Grundstein für einen wirkungsvollen Brandschutz gelegt.

Neben der Entflammbarkeit von Baustoffen spielen tragfähige Bauteile eine übergeordnete Rolle. Diese garantieren die Stabilität des Gebäudes bei Feuer und sichern so vor allem die Rettungswege für die Bewohner. Für Wände oder das Dach eignen sich Materialien, die einen hohen Feuerwiderstand bieten oder einen Brand verlangsamen.

Zusätzliche Rettungswege oder Brandabschnitte mit Feuerschutztüren sorgen für noch mehr Sicherheit im Brandfall und schützen Eigentum. In Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten kommen zudem Brandwände zum Einsatz. Eine Brandwand verhindert durch nicht brennbare Materialien, dass sich Flammen auf andere Gebäudeteile ausweiten.

Auch im Außenbereich kannst du mehr für den Brandschutz tun: Planst du zum Beispiel eine Bepflanzung deines Gartens mit größeren Bäumen und vielen Büschen? Dann berücksichtige frühzeitig Stellflächen und Wege für Rettungskräfte der Feuerwehr und gewährleiste den Zugang zu Quellen für die Löschwasserversorgung.

Tipp: Weitere Informationen über vorbeugende bauliche Maßnahmen bekommst du unter anderem bei den Brandschutzdienststellen in deiner Region.

Was ist anlagentechnischer Brandschutz?

Bei öffentlichen Gebäuden oder Versammlungsstätten setzen Eigentümer in der Regel auf den sogenannten anlagentechnischen Brandschutz. Dabei kommen Rauchabzugs- und Sprinkleranlagen sowie Wandhydranten zum Einsatz. Der anlagentechnische Brandschutz beinhaltet verschiedene bauliche Maßnahmen und beschleunigt die Alarmierung der Rettungskräfte, die Brandbekämpfung und unterstützt zusätzlich die Löscharbeiten zum Beispiel durch die Entrauchung von Gebäudeteilen.

Bei sämtlichen baulichen Brandschutzmaßnahmen raten wir dir, die Hilfe von bauaufsichtlichen Behörden in Anspruch zu nehmen. Jedes Bundesland verfügt über sogenannte Musterbauordnungen, die einen gesetzlichen Rahmen für den Bau von Gebäuden vorgeben. Die Bauaufsicht gewährleistet über diese Musterbauordnung zum Beispiel die Sicherheit von Mensch und Tier und gibt Einschätzungen zu Bauteilen oder deren Brandverhalten. Dazu beziehen die Behörden unter anderem Experten von Brandschutzdienststellen in den Prozess ein.

Brandmeldeanlagen und Feuerlöscher als Sofortmaßnahme

Rauchmelder auf Brandschutzplänen

In Einfamilien- oder kleineren Mehrfamilienhäusern sind vor allem Rauchmelder und Feuerlöscher für wirkungsvollen Brandschutz zuständig. Rauchwarnmelder erkennen schon kleinste Rauchpartikel in der Luft und geben dann meist ein lautes Signal von sich, das die Bewohner des Hauses alarmiert. In Mehrfamilienhäusern findet auf diese Weise sogar eine Alarmierung der Nachbarwohnungen statt.

In öffentlichen Gebäuden ergänzen Rauchmelder die Brandmeldeanlagen. Die Geräte erzeugen ebenfalls einen Alarmton und schicken einen Notruf an den jeweiligen Brandschutzdienst der Feuerwehr ab. Hochwertige Rauchabzugssysteme verschaffen den Bewohnern mehr Zeit bei der Flucht, indem sie das Gebäude im Ernstfall entrauchen. Zusätzlich gewährleisten sogenannte Feststellanlagen, dass wichtige Fluchtwege nicht durch Türen versperrt sind.

Bei großen Gebäuden lösen die Brandmeldeanlagen Lösch- oder Sprinkleranlagen aus, die das Feuer direkt eindämmen. Weiterer baulicher Brandschutz in größeren Immobilien existiert durch Wärmeabzugsanlagen. Eine Ausstattung von Privathäusern mit solchen Bauteilen ist jedoch kostspielig und aufwendig.

Wir empfehlen dir aber unbedingt, einen oder mehrere Feuerlöscher im Haus griffbereit aufzubewahren. So kannst du im Brandfall schnell reagieren. Ein gewarteter Feuerlöscher im Heizungsraum ist laut Gesetz sogar Pflicht.

Erfahre hier, wie du einen Rauchmelder richtig anbringst.

Vorbeugender Brandschutz im Alltag

Zwei Tassen und eine Decke vor einem Kaminfeuer

Wirkungsvoller Brandschutz beginnt mit einfachen Verhaltensweisen, die du in den Alltag einbauen kannst. Bei Haushalten mit Rauchern sind feuerfeste Aschebehälter ein Muss. Außerdem sollten offene Feuer wie bei Kerzen oder dem Kamin immer unter Beobachtung stehen. Hitzequellen wie Herd und Backofen bleiben möglichst immer frei von brennbaren Materialien. Also lege beispielsweise keine Zeitschrift auf die Kochfläche, vor allem dann nicht, wenn kleine Kinder oder generell Menschen mit einem geringeren Sicherheitsbewusstsein im Haushalt leben. Mit diesen Tipps beugst du einen möglichen Brandausbruch wirkungsvoll vor.

Stelle zudem keine Möbel oder andere Alltagsgegenstände in den Bereich der Rettungswege. Fluchtwege müssen immer frei bleiben. So ermöglichst du allen Bewohnern eine schnelle Flucht im Gefahren- und Brandfall.

Sollte doch einmal ein Feuer ausbrechen, kannst du die Rettungskräfte unterstützen, indem du beispielsweise die Türen zum Raum mit dem Brand schließt – vorausgesetzt, du weißt sicher, dass sich niemand mehr darin befindet. Durch das Schließen der Türen entstehen Brandabschnitte mit geringerer Sauerstoffzufuhr, wodurch das Feuer sich langsamer ausbreitet. Auch Fenster sollten deshalb verschlossen bleiben, solange sie nicht der Rettung von Leben dienen.

Wie wird der Brandschutz gesetzlich geregelt?

Für bauliche Brandschutzmaßnahmen existieren verschiedene DIN-Normen. Die Norm DIN EN 13501 gibt eine Einschätzung zu Bauteilen und -stoffen. Dabei betrachtet der Gesetzgeber Holz- oder Stahlbau in jeweils eigenen Kategorien. Die DIN 4102 beschäftigt sich mit dem Brandverhalten von Bauteilen in Bezug auf deren Feuerwiderstandsfähigkeit. Du kannst dir aber merken: Eigentümer sind in der Regel selbst dafür verantwortlich, in welchem Maß das Eigenheim gegen Brände geschützt ist. Für Heizungen oder Klimaanlagen empfehlen wir dir, Fachleute in die Planung einzubeziehen.

In öffentlichen Gebäuden oder Betrieben schreiben die Behörden den Einsatz von Brandschutzordnungen vor. Die Brandschutzordnung regelt das Verhalten der Hausbewohner, sollte es zu einem Brand kommen. Laut DIN 14096 besteht eine Brandschutzordnung aus drei Teilen, die die wichtigsten Verhaltensregeln darstellen. Der letzte Teil richtet sich an die Brandschutzbeauftragten des Betriebes. Darin wird beispielsweise der detaillierte Feuerplan für eine Evakuierung erläutert und wie sich Brandschutzbeauftragte im Brandfall zu verhalten haben. Um den Posten des Brandschutzbeauftragten einzunehmen, benötigst du eine Spezial-Ausbildung, die das Unternehmen in der Regel finanziert.

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