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Holzboden mit Hausschwamm

Der Hausschwamm gehört zu den hartnäckigsten Pilzen und schadet Holz und Mauerwerk. Darum ist es wichtig, dass du ihn frühzeitig entdeckst. Wir zeigen dir, wie du den Befall erkennen, bekämpfen und verhindern kannst.

Hausschwamm erkennen: so geht‘s

Nicht nur in alten Häusern besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit dauerhaft ins Holz einzieht. Dadurch kann sich der sogenannte Hausschwamm ausbreiten und auch das Mauerwerk befallen. Der „Serpula lacrymans“ ist nur schwer zu beseitigen. Bis zu zehn Jahre lang kann der Pilz Trockenzeiten überstehen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du den Hausschwamm rechtzeitig erkennst und Gegenmaßnahmen startest. Der Pilz zählt zu der Dickröhrlingsart. Er ist einer von rund 60 unterschiedlichen Holzpilzen, die sich in mitteleuropäischen Häusern ausbreiten.

Wo tritt Hausschwammbefall auf?

Feuchte Wände oder Balken sind ein guter Nährboden für den Hausschwamm. Betroffen sind oft Nadelhölzer mit einer Holzfeuchte von 40 % bis 50 %. Der Hausschwamm befällt aber auch Buche, Eiche und anderes Laubholz.

Der Pilz beschränkt sich nicht nur auf Holz: Auch poröse Fugen im Mauerwerk, Dämmstoffe und Spanplatten bieten ihm genügend Angriffsfläche. Dabei befällt der Pilz nicht nur Altbauten, sondern auch neue Gebäude. Vor allem Keller und Erdgeschosse gehören zu den gefährdeten Stellen.

Ideale Bedingungen findet der Hausschwamm bei einer Temperatur von 21 °C. Er bevorzugt außerdem eine Holzfeuchte von über 30 %. Wenn du Schäden durch Feuchtigkeit in deinem Haus entdeckst, solltest du sie zügig beseitigen, um keinen tief greifenden Befall zu riskieren.

Erkennst du den Hausschwamm zu spät, kann er die Hauskonstruktion schwer beschädigen, sodass das Haus einsturzgefährdet ist.

Um mögliche Feuchtigkeitsschäden auszuschließen, schaust du auch hinter Wandverkleidungen und Fußleisten: Der Hausschwamm entwickelt sich oft in Hohlräumen, wo keine Zugluft herrscht. Auch hinter Schränken oder Sofas kann ein Pilzbefall auftreten.

Feuchte Holzverkleidung mit schwarzen Verfärbungen und Pilzbefall.

An feuchten Wänden oder Balken bildet sich Hausschwamm besonders schnell.

Wie sieht der Holzschwamm aus?

Den Hausschwamm erkennst du an seiner braunen Farbe, die er durch Bakterien erhält. Bilden sich im Holz Risse quer und längs zur Faser, ist dies ein Anzeichen für einen Befall. Das Holz zerfällt durch den Pilz würfelartig.

Die fadenförmigen Zellen des Hausschwamms, auch Myzel genannt, erkennst du an seinen hanfartigen Fasern. Die Fruchtkörper des Pilzes sind am Rand weiß und watteartig. Der Kern des Hausschwamms ist ockerfarben bis orange gefärbt. Darum ist er auch leicht mit Schimmel zu verwechseln.

Der Hausschwamm kann rund 1,5 cm dick und 1 m lang werden. Findest du einen solchen Pilz, hat er schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Jetzt können auch Tröpfchen aus dem Hausschwamm austreten.

Tipp: Kannst du keinen Pilz sehen, aber einen Holzbalken mit dem Finger eindrücken, ist dieser wahrscheinlich mit dem Hausschwamm befallen.

Ein Hausschwamm überspannt einen Holzbalken mit Fasern, die einem Spinnennetz gleichen.

Den Hausschwamm erkennst du an seinen Fasern, die sich wie ein Spinnennetz ausbreiten.

Wie entfernst du Hausschwamm?

Den Hausschwamm lässt du besser von einem Fachmann entfernen. Er kann den Pilz wirkungsvoll bekämpfen. Die DIN 68 800-4 legt fest, welche Maßnahmen zum Holzschutz vorgenommen werden.

Fachleute untersuchen dafür zunächst die Bausubstanz auf Schäden. Um den Hausschwamm zu identifizieren, wird eine Probe des Pilzes genommen und im Labor ausgewertet. Weitere Pilzarten in Wohnungen können Moderfäule, weißer Porenschwamm, Weißlochfäule oder Braunfäule sein.

Handelt es sich beim Pilzbefall um Hausschwamm, entfernt der Fachmann bei einer Sanierung alle befallenen Hölzer. Diese verbrennt er anschließend, wodurch die Sporen abgetötet werden. Auch das Holz bis zu einem Meter über dem sichtbaren Befall muss vom entfernt werden. Selbst Holzdübel werden entfernt und verbrannt.

Hat sich der Hausschwamm auf den Putz ausgedehnt, wird dieser abgeschlagen. Betroffene Mauerwerke brennt der Fachmann mit einem Gasbrenner aus. Nach diesen Maßnahmen kann das entfernte Holz ersetzt werden. Zum Schutz der neuen Hölzer werden sie chemisch behandelt.

Hinweis: Der Hausschwamm kann auch ohne Feuchtigkeit bis zu zehn Jahre im Holz überleben. Daher ist es wichtig, sämtliche befallene Bereiche zu entfernen.

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Hausschwamm vorbeugen

Du kannst mit einfachen Schritten dem Hausschwamm vorbeugen. Lüfte den Kellerbereich regelmäßig und ausgiebig. Das ist vor allem wichtig, wenn du hier deine Wäsche zum Trocknen aufhängst. Besonders gut funktioniert das Durchlüften im Winter, denn in der kalten Jahreszeit ist die Luft draußen trockener. So verhinderst du, dass der Keller Feuchtigkeit zieht. Wenn du dein Haus oder deine Wohnung zusätzlich gut durchheizt, minderst du die Wahrscheinlichkeit eines Hausschwammbefalls.

Im Sommer lüftest du am besten in den frühen Morgenstunden, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen nicht höher als im Keller ist. Mit einem Luftentfeuchter kannst du die Luftfeuchtigkeit im Untergeschoss senken. Kartons und Brennholz gehören nicht in den Keller. Für die Lagerung eignet sich eher die Garage.

Bereits beim Hausbau gibt es Punkte, die dem Hausschwamm vorbeugen. Zum Bau eignen sich Harthölzer wie Buche, Eiche oder Meranti, die vollständig durchgetrocknet sind. Auf Kiefer oder Fichte verzichtest du beim Hausbau besser. Steht ein Neubau an, dann halte unbedingt die Trocknungszeiten ein – das verringert die Wahrscheinlichkeit eines Hausschwammbefalls.

Bei der Dacheindeckung entstehen manchmal Lücken. Achte darauf, dass diese zeitnah verschlossen werden. Tropfende Wasserleitungen und Wasserschäden sind ebenfalls so schnell wie möglich zu beseitigen. In einigen Fällen können Bauentlüfter unterstützen.

Eine Person öffnet ein Fenster.

Sorge für eine geringe Luftfeuchtigkeit in den Räumen, indem du regelmäßig lüftest. So kannst du dem Befall durch Hausschwamm vorbeugen.

Hausschwamm entfernen: Kosten für die Bekämpfung

Den Pilz entfernen zu lassen, kann teuer werden. Daher ist es wichtig, den Hausschwamm früh zu erkennen. Musst du aufgrund des Pilzbefalls dein Haus sanieren lassen, können Ausgaben zwischen 10.000 € und 30.000 € auf dich zukommen.

Es gibt Haftpflichtversicherungen, die die Kosten zum Teil übernehmen. Der Befall durch Hausschwamm kann unter den Versicherungsschutz fallen, wenn der Pilz eine lang anhaltende schädliche Wirkung auf das Haus hat. Informiere dich unbedingt selbst bei deiner Versicherung, inwieweit dein Versicherungstarif einen Schwammbefall abdeckt.

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