
Richtig sägen mit Handsäge, Stichsäge, Handkreissäge und Kettensäge
Der Ratgeber zeigt dir, wie du richtig mit Handsäge, Stichsäge, Handkreissäge und Kettensäge umgehst, um saubere Schnittlinien zu erhalten und sicher zu arbeiten.
Wie säge ich richtig?
Wenn du einige Grundregeln beim Sägen beachtest, verringerst du die Gefahr von Verletzungen erheblich. Gehe immer konzentriert vor – und trage Schutzkleidung. Arbeitshandschuhe reduzieren das Verletzungsrisiko bei versehentlichem Kontakt mit dem Blatt der Säge. Eine Schutzbrille verhindert, dass Sägestaub in deine Augen gerät. Bei der Arbeit mit lauten Geräten wie Handkreis- und Kettensägen ist außerdem ein Gehörschutz wichtig. Nimm beim Sägen einen sicheren Stand ein und sorge für eine einwandfreie Arbeitsfläche.
Das Sägen mit einer Handsäge, Stichsäge, Handkreissäge oder Kettensäge ist sicher, wenn du einige Tipps berücksichtigst.
Wir erklären dir, wie du die jeweilige Säge richtig hältst, richtig ansetzt und zu einem sauberen Schnitt kommst. Jeder Sägetyp – ob Handsäge, Stichsäge, Handkreissäge oder Kettensäge – verlangt nach einer bestimmten Sägetechnik.
Richtig sägen mit der Handsäge


Zu den Handsägen zählen unter anderem Fuchsschwänze, Feinsägen und Bügelsägen sowie Holzsägen und Laubsägen. Durch die fehlende elektronische Unterstützung ist das Sägen mit Handsägen anstrengender als mit Elektrosägen. Dennoch sollte ein Fuchsschwanz oder eine Feinsäge für kleinere Arbeiten in keinem Werkzeugsortiment fehlen.
Achte beim Kauf einer Handsäge darauf, dass der Griff gut in der Hand liegt. Beim Sägen mit Handsägen wie dem Fuchsschwanz oder der Feinsäge achtest du auf die richtige Handhaltung: Das Handgelenk knickst du nicht ab, sondern hältst es gerade. Sonst kommt es bei der Arbeit mit Fuchsschwanz, Bügelsäge und anderen Sägen schnell zu Ermüdungserscheinungen.
Zur optimalen Kraftübertragung nutzt du die komplette Länge des Sägeblatts und sägst zu Beginn nur mit leichtem Druck. Wenn der Anfang gemacht ist, übst du mehr Druck aus. Für einen sauberen Schnitt übst du Kraft in Stoßrichtung aus und ziehst die Säge entlastet zurück.
Tipp: Das Verklemmen der Säge, das oft bei der Arbeit mit frischem Holz auftritt, vermeidest du durch einen kleinen Keil im Sägeschlitz. Nimm dafür zum Beispiel ein Werkzeug wie einen Schraubendreher.
Sicher sägen mit der Handsäge
Stabil stehen
Handgelenk gerade halten
Mit leichtem Druck beginnen
Kraft in Stoßrichtung ausüben
Mit einem Keil Verklemmen der Säge vermeiden
Richtig sägen mit der Stichsäge


Für die präzise Bohrung eines Lochs eignet sich ein Forstnerbohreraufsatz. Finde den passenden Holzbohrer zu diesem Zweck im OBI Onlineshop.
Die Stichsäge verfügt über ein schmales Blatt mit einseitig geführten Zähnen und eignet sich für gerade sowie geschwungene Ausschnitte in Holz, Kunststoff, Aluminium, dünnem Metall und Gipskarton. Für den Einsatz einer Stichsäge befestigst du das Werkstück sicher, indem du es einspannst. Das Sägeblatt muss frei arbeiten können. Achte darauf, dass kein Sägebock, Werkzeug oder Ähnliches im Weg ist.
Die Stichsäge liegt eben auf dem Werkstück auf. Für gerade Sägeschnitte nutzt du am besten ein breites Sägeblatt. Für runde Schnitte eignen sich schmalere Sägeblätter, da diese engere Kurven nehmen können. Beim Sägen übst du nur leichten Druck in Sägerichtung aus. Mit einer Stichsäge sägst du niemals seitlich – es besteht sonst die Gefahr, dass das Sägeblatt verbiegt oder überhitzt. Bei runden Schnitten erzielst du die gewünschte Schnittlinie mit einer sanften Drehung der Säge, nicht durch seitliches Drücken gegen das Sägeblatt.
Beim Zuschnitt von engen Kurven mit der Stichsäge bieten sich Entlastungsschnitte an: Du sägst von mehreren Ausgangspunkten von der Außenkante des Werkstücks bis zur gewünschten Schnittstelle. Kommst du dann mit der Säge an dieser Stelle an, fallen einzelne Teile des Werkstoffs ab. Das verschafft dem Sägeblatt mehr Spielraum.
Für Ausschnitte mit der Stichsäge bohrst du Löcher nahe des inneren Ausschnittrands vor. Den Durchmesser wählst du groß genug, um das Sägeblatt hindurchzustecken, ohne dass die Zähne das Werkstück berühren. Anschließend führst du die noch ausgeschaltete Stichsäge durch das Loch. Von dort aus beginnst du mit dem Ausschnitt.
Tipp: Für die präzise Bohrung eines Lochs eignet sich ein Forstnerbohreraufsatz.
Sicher sägen mit der Stichsäge
Kabel hinter die Säge mit großem Abstand zum Sägeblatt legen
Stabil stehen
Das Werkstück erst nach dem Einschalten der Säge berühren
Niemals mit Druck sägen
Stichsäge erst aus dem Schnitt ziehen, wenn Blatt stillsteht
Säge nie unbeaufsichtigt lassen
Richtig sägen mit der Handkreissäge

Eine Handkreissäge hat ein kreisrundes Sägeblatt aus Metall, das umlaufend mit Zähnen bestückt ist. Das runde Sägeblatt rotiert beim Sägen und erlaubt saubere Schnitte in Holz und Kunststoff.
Mithilfe einer Führungsschiene erzielst du mit einer Handkreissäge millimetergenaue Zuschnitte. Achte darauf, dass die Schiene nach dem Aufsetzen an beiden Enden des Werkstücks etwas übersteht. Du setzt die Kreissäge zunächst im ausgeschalteten Zustand so an, dass die Säge das Werkstück noch nicht berührt. Dann schaltest du die Säge ein und wartest, bis das Gerät seine volle Drehzahl erreicht hat. Erst dann bewegst du die Säge vorsichtig nach vorn und führst den Schnitt mit einer konstanten Bewegung durch.
Sicher sägen mit der Handkreissäge
Kabel hinter die Säge mit großem Abstand zum Sägeblatt legen
Führungsschiene einsetzen
Stabil stehen
Abwarten, bis Säge volle Drehzahl erreicht
Niemals mit Druck sägen
Vorsichtig und kontinuierlich nach vorn sägen
Richtig sägen mit der Kettensäge


Die Kettensäge wird per Motor, Druckluft oder Öldruck angetrieben und hat eine rotierende Sägekette für den Sägeschnitt. Die häufigste Art dieser Motorsäge ist handgeführt und als Holzsäge für den Gebrauch bei Holz- und Waldarbeiten ausgelegt.
Eine Kettensäge mit Motor betankst du vor dem Sägen mit einem geeigneten Öl-Benzin-Gemisch. Damit der Benzinmotor keinen Schaden nimmt, liest du die Hinweise in der Bedienungsanleitung. Du prüfst auch die Kettenspannung der Motorsäge und stellst sie nach, falls die Kette zu locker sitzt. Die Kette muss sich noch leicht ziehen lassen. Du kontrollierst auch den Zustand der Kette: Wenn sie stumpf ist, tauschst du die Kette aus oder schärfst sie. Vor dem Sägen legst du Schutzkleidung an. Dazu gehören Schnittschutzhose, Schutzhelm mit Visier, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und feste sowie eng anliegende Oberbekleidung.
Nun legst du die Kettenbremse ein. Bei kalter Säge ziehst du dann den Choke. Für einen sicheren Start legst du die Kettensäge auf den Boden, hältst den Griff fest und ziehst den Seilzug. Ist der Motor angesprungen, gibst du Gas. Dann nimmst du die Säge wieder auf und löst die Kettenbremse.
Vor dem eigentlichen Sägen wird das Holz meist „angestochen“. Für einen solchen Anstich schneidest du mit der unteren Seite der Sägeschwertspitze eine kleine Nut in das Holz. Dabei übst du Druck in Richtung der Unterseite der Schwertspitze aus. Du nimmst zum Anstechen aber keinesfalls die Oberseite der Schwertspitze, hierbei besteht durch die schiebende Kette Rückschlaggefahr.
Sicher sägen mit der Kettensäge
Kettensäge auf dem Boden starten
Säge grundsätzlich mit beiden Händen halten
Säge möglichst auf dem Oberschenkel absetzen
Auf Gleichgewicht und einen sicheren Stand achten
Immer mit voller Drehzahl arbeiten
Immer mit der Schwertunterseite schneiden, also mit ziehender Kette








