Kamin-Sicherheit: Sicher heizen mit Kamin und Ofen
Kamin-Sicherheit ist von Planung bis Einbau und Verwendung ein wichtiges Thema. Möchtest du mit Kamin oder Kaminofen heizen, gibt es einige Sicherheitshinweise und Vorkehrungen, die du beachten solltest. Infos und Hinweise rund ums sichere Heizen findest du in diesem Ratgeber.
Wie lässt sich sicher mit Kamin und Ofen heizen?
Um die Sicherheit des Kamins oder Kaminofens zu gewährleisten, sollte der Einbau und die Nutzung in Rücksprache mit einem Schornsteinfeger erfolgen. Durch regelmäßige Kontrollen stellen Schornsteinfeger sicher, dass der Kamin sicher zu benutzen ist. Auch der passende Standort, ein geeigneter Brennstoff und der richtige Umgang mit dem jeweiligen Modell beugen einem Brand vor. Worauf bei den verschiedenen Kaminen und Öfen genau zu achten ist, erfährst du hier.
Hinweis: Berücksichtige bitte, dass ab dem 31.12.2024 strengere Umweltstandards gelten. Spätestens dann müssen ältere Kaminöfen (Baujahre 1995 bis 03/2010) mit einem passenden Kaminfilter nachgerüstet werden. Andernfalls dürfen diese Modelle nicht mehr betrieben und müssen gegebenenfalls durch neuere Kaminöfen ersetzt werden.
Tipp: Mehr zum Thema erfährst du in unserem Artikel zur Kaminofenverordung.
1. Was ist bei Inbetriebnahme zu beachten?

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Planst du, einen Kamin, Werkstattofen oder Dauerbrandofen anzuschaffen, benötigst du zunächst einen Begutachtungstermin und die Zustimmung eines Schornsteinfegers. Mit ihm besprichst du am besten auch den richtigen Standort für Ofen oder Kaminofen sowie die geeignete kW-Leistung. Die Wartung durch den Schornsteinfeger muss innerhalb eines Jahres erfolgen, anschließend findet zwei Mal in sieben Jahren eine Feuerstättenschau statt. Kontrolliert der Schornsteinfeger regelmäßig die Anlage, etwa jedes Jahr nach der Heizperiode, können Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden.
Bei brennbaren Böden wie Parkett, Laminat oder Teppich muss zunächst eine Funkenschutzplatte – beispielsweise aus Glas oder Metall – verlegt werden. Die Platte sollte vorne mindestens 50 cm und seitlich mindestens 30 cm größer sein als der Ofen.
Steht dein Kaminofen dagegen auf einem Stein- oder Fliesenboden, kannst du auf eine solche Platte verzichten. Der Kaminofen sollte mindestens 20 cm von der Wand entfernt stehen, der Abstand zu brennbaren Decken (z. B. Holzbalken) sollte mindestens 45 cm, zu nicht brennbaren mindestens 20 cm betragen. Vorsicht bei leicht entflammbaren Gegenständen wie Gardinen und Holzmöbeln: Achte darauf, diese mindestens 40 cm entfernt vom Kamin oder den Rohren aufzustellen. Im Türbereich des Ofens sind aufgrund der Strahlwärme mindestens 80 cm Abstand einzuhalten.
Je nach Bundesland können die Vorschriften für die Aufstellung eines Kamins oder Kaminofens abweichen. Auch in einzelnen Kommunen kann es Unterschiede geben. Informiere dich am besten bei deinem Schornsteinfeger.
2. Die richtigen Brennstoffe für Kamine und Öfen


Klassische Kamine, Öfen und Festbrennstoff-Herde werden mit Holz, Kohle oder Briketts beheizt. Bei Dauerbrandöfen kannst du zusätzlich höherwertige Steinkohle verwenden. Achte darauf, nur solche Brennstoffe zu verwenden, die laut Hersteller geeignet sind und den Richtlinien des Bundes-Immissionsschutzgesetzes entsprechen.
Für das Heizen mit Holz gilt: Grundsätzlich kannst du jedes trockene und unbehandelte Holz im Kaminofen verbrennen. Wichtig ist, dass das Brennmaterial ausreichend Zeit zum Trocknen hatte. Frisch geschlagenes Holz enthält mehr Wasser. Dadurch verbrennt es nicht nur schlechter, wegen der niedrigen Verbrennungstemperatur werden auch Schadstoffe freigesetzt. Ob das Holz zur Verbrennung geeignet ist, kann der Schornsteinfeger mit einem Feuchtemessgerät feststellen.
Das Verfeuern von Abfällen und Kunststoff ist verboten, denn es kann zu Gesundheitsschäden und Geruchsbelästigung führen. Auch Schäden an Ofen und Schornstein sind möglich. Achte auch darauf, bei älteren Modellen die Schadstoffgrenzwerte überprüfen zu lassen und sie entsprechend nachzurüsten.
Das Abbrandverhalten regelmäßig zu beobachten, schult den Blick für die Qualität der Verbrennung und erhöht damit die Sicherheit. Bei einer guten und sauberen Verbrennung bleibt fast nur feine, weiße Asche übrig. Sind Kohle- oder Rußpartikel zu erkennen, handelt es sich um eine unvollständige Verbrennung. Glanzruß an den Innenwänden des Ofens verhindert eine optimale Wärmeabgabe und kann zu Schornsteinbränden führen.
3. Sicher heizen mit Kamin, Werkstattofen und Dauerbrandofen

Kaminofen "Rosella" von Firefix – alle Kaminöfen im OBI Onlineshop.
Zum Anzünden verwendest du etwas Kamin- oder Ofenanzünder, Kienspäne, Anzündholz und kleinere Holzstücke. Spiritus, Benzin oder andere brennbare Flüssigkeiten dagegen eignen sich nicht. Sie können zu explosionsartigen Verpuffungen und schweren Brandverletzungen führen. Auch auf Zeitungspapier solltest du aufgrund von Druckerschwärze, Farbstoffen, Klebe- und Bindemitteln verzichten, da diese die Rauchentwicklung fördern und beim Abbrennen giftige Dämpfe entstehen können.
Bleibe während des Anfeuerns im Raum und achte auf ausreichende Belüftung, solange der Kaminofen in Betrieb ist. Während des Heizens können sich die Türgriffe, Oberflächen und Rohre sehr stark erhitzen. Berühre sie nur mit hitzebeständigen Handschuhen oder anderen Hilfsmitteln. Sprich mit Kindern, die in deinem Haushalt leben oder sich öfter dort aufhalten, über diese Risiken. Auch Haustiere sollten nicht allein im Raum bleiben, wenn das Feuer im Ofen oder Kamin brennt.
4. Besonderheiten des Ethanol-Kamins

Achte beim Aufstellen eines Indoor-Ethanol-Kamins auf einen stabilen Stand und platzieren ihn nicht auf wackligen Tischen, Regalen oder Ähnlichem. Halte die vorgeschriebenen Mindestabstände zu Wänden und leicht entflammbaren Gegenständen ein.
Beim Verbrennen von Ethanol bilden sich Kohlenstoffdioxid (CO2) und andere Reizgase. Ein Ethanol-Kamin sollte deshalb nur in größeren, gut belüfteten Räumen stehen. Lasse die offene Flamme niemals unbeaufsichtigt und sei besonders aufmerksam, wenn Kinder oder Haustiere anwesend sind.
Vorsicht ist beim Nachfüllen des Brennstoffs geboten, denn Bio-Ethanol ist hoch entzündlich. Vor dem Nachfüllen muss der Vorratsbehälter zunächst gut abgekühlt sein. Tupfe eventuell ausgelaufenen Brennstoff anschließend mit einer Küchenrolle auf und entsorge die Tücher umgehend. Nach dem Auffüllen schließt du den Ethanol-Behälter sorgfältig und bewahrst ihn zur Sicherheit in einem separaten Abstellraum auf.
5. Sicher Heizen mit Gas

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Heizt du mit Gas, ist eine ausreichende Belüftung wichtig. Beim Verbrennen des Flüssiggases (Butan-/Propangemisch) wird Sauerstoff verbraucht und es können gesundheitsschädigende Dämpfe entstehen. Den Standort des Gasofens wählst du mit ausreichendem Mindestabstand zu brennbaren Wänden oder Gegenständen.
TÜV-geprüfte Geräte verfügen über eine Zündsicherung, die das unkontrollierte Austreten von Gas verhindert, eine Thermosicherung gegen Überhitzung und eine Sauerstoffmangelsicherung (Oxystop). Bei dieser schaltet sich der Ofen automatisch ab, wenn der CO2-Gehalt in der Luft zu hoch wird. Beim Einsatz im Innenbereich ist zudem ein Doppelstockregler vorgeschrieben. Dieser verhindert, dass der Druck beim austretenden Gas zu hoch wird und den angeschlossenen Gummischlauch zum Platzen bringt.
Der Gasbehälter steht unter Druck. Achte zu deiner Sicherheit daher beim Transport darauf, dass die Gasflasche nicht umfällt oder umher rollt. Verwende immer Ventilschutzklappen, lagere volle Flaschen stehend an gut belüfteten Orten und vermeide direkte Sonneneinstrahlung.
6. Sicher Heizen mit Öl

Einen Ölofen lässt du am besten von einem Fachmann aufbauen und anschließen. Beachte die Mindestabstände und Brandschutzvorkehrungen. Vor der Inbetriebnahme müssen die Rohranschlüsse und der Schornstein von einem Schornsteinfeger überprüft werden. Lass den Ofen mindestens einmal jährlich (am besten nach der Heizperiode) von einem Fachmann warten. Zum Heizen eignet sich nur das in der Bedienungsanleitung des Herstellers vorgeschriebene Heizöl und nicht etwa andere Öle oder Abfälle, Papier, Pappe oder Holz. Sorge für ausreichende Belüftung des Raums.
Während des Heizbetriebs können die Griffe und Oberflächen des Ölofens sehr heiß werden. Fass das Gerät nur mit Schutzhandschuhen oder anderen Hilfsmitteln an und stell keine Gegenstände darauf ab. Wenn der Öltank leer ist, lässt du den Ofen vor dem Auffüllen vollständig abkühlen. Fülle auf keinen Fall Öl nach, solange der Brenner noch heiß ist. Sonst kann es zu Verpuffungen kommen.
7. Was tun bei einem Kaminbrand oder Gasunfall?

Wenn trotz der Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen Feuer ausbricht oder Gas austritt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.
Installiere im Vorfeld einen Rauch- oder Gasmelder für zusätzliche Sicherheit. So bemerkst du mögliche Gefahrensituationen schneller.
Verhalten im Brandfall
Versuche niemals bei einem Kaminbrand, die Flammen mit Wasser zu löschen. Im Kamin herrschen hohe Temperaturen, sodass eingebrachtes Wasser schlagartig verdampft und eine sehr große Menge Wasserdampf entsteht. Kamin und Schornstein können diesem Druck selten standhalten und explodieren regelrecht, brennender Ruß wird freigesetzt. Bei einem Feuer mit Ethanol würde sich das Wasser mit dem Brennstoff vermischen und eine Ausbreitung der Flammen noch beschleunigen.
Bewahre Ruhe.
Schließe alle Öffnungen am Kamin, damit keine zusätzliche Luft zum Feuer gelangt.
Mit einer Löschdecke oder einem Schaum-Feuerlöscher kannst du versuchen, kleine Feuer zu ersticken. Bringe dich und andere dabei nicht in Gefahr.
Hat sich das Feuer schon ausgebreitet, verständigst über die Notrufnummer 112 schnellstmöglich die Feuerwehr.
Verlasse das Haus, informiere Mitbewohner und Nachbarn.
Bei starker Rauchentwicklung hältst du dir ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase.
Bei einem Kaminbrand benachrichtigst du wenn möglich auch deinen Schornsteinfeger.
Verhalten im Falle eines Gaslecks
Sobald du bemerkst, dass Gas entweicht, schließt du umgehend das Ventil. Treten bereits Flammen aus, benutzt du Schutzhandschuhe und Gesichtsschutz.
Bring die undichte Flasche anschließend sofort aus geschlossenen Räumen, denn ausströmendes Gas kann zu Explosionen führen.
Öffne Türen und Fenster so, dass zügig viel Luft in die Wohnung gelangt.
Betätige keine Lichtschalter, sonstige elektrische Geräte oder Feuerzeuge.
Lässt sich das Ventil der Gasflasche nicht schließen, kühle die Flasche und die nähere Umgebung mit Wasser.







