Die Vielfalt von Innentreppen
Eine ideale Treppe fügt sich perfekt in den Wohnraum ein und lässt ein harmonisches Gesamtbild entstehen. Bereits die Auswahl der Form und Stufenbreite, des Geländers oder der Materialien beeinflusst den Gesamteindruck.
Für die Planung einer Innentreppe und den anschließenden Treppenbau ist es daher wichtig, sich mit den verschiedenen Arten von Innentreppen und den Vor- und Nachteilen der jeweiligen Bauweise auseinanderzusetzen. Unterschiedliche Faktoren wie die Art der Konstruktion und des Geländers sowie die verwendeten Materialien spiegeln sich zuletzt auch in den Kosten des fertigen Treppenkonzeptes wider. Wir geben dir eine Übersicht der verschiedenen Innentreppen und nützliche Tipps für deine Treppenplanung.
Treppenvarianten und vielfältige Gestaltungen

Faltwerk-, Holm-, Bolzen- und Wangentreppen – Innentreppen sind in ihrer Konstruktionsart vielfältig. Dabei unterscheiden sich die Treppen auch in ihrer Anordnung und Lagerung der Stufen.
Die Wangentreppe zeichnet sich durch ihre klassische Bauweise aus, bei der die einzelnen Stufen an beiden Seiten durch Streben, den Wangen, miteinander verbunden sind. Durch die tragenden Bauteile entsteht eine robuste, langlebige Konstruktion, die sich zudem durch ihren kostengünstigen Einbau hervorhebt. Liegen die einzelnen Stufen auf zwei parallel angeordneten Balken, spricht man von einer Mittelholmtreppe.
Anders als bei einer Wangentreppe handelt es sich bei der Bolzentreppe um eine freitragende Treppe, die ohne einen Unterbau auskommt. Die einzelnen Stufen sind lediglich durch Bolzen miteinander verbunden, sodass eine filigrane Optik entsteht. Somit eignet sich eine freitragende Treppe vor allem für kleinere Räume.
Die Besonderheit einer Faltwerktreppe liegt in ihrer geschlossenen Bauweise, dennoch wirkt sie durch die fehlende Unterkonstruktion puristisch und modern. Ein passendes Geländer sorgt zusätzlich für mehr Sicherheit beim Begehen der Treppe. Je nach verwendeten Materialien kann die Konstruktion einer Faltwerktreppe jedoch kostspieliger ausfallen, da der bauliche Aufwand vergleichsweise hoch ist.
Klare Linien mit einer geradläufigen Innentreppe
Bei der geradläufigen Innentreppe handelt es sich um eine traditionelle Treppenform mit einfachem Grundriss, bei dem sich die Stufen symmetrisch zu einem geraden Treppenlauf anordnen. Das schlichte Design ist funktional, allerdings solltest du bei einer geradläufigen Treppe ausreichend Platz einplanen. Richtungsänderungen erreichst du durch den Einsatz von Eck- oder Wendepodesten, die dadurch sogar einen zusätzlichen Treppenzugang ermöglichen.
Durch einen höheren Steigungsgrad lässt sich jedoch auch die geradläufige Treppe als Raumspartreppe konstruieren und findet somit ihren Einsatz vor allem als kostengünstige Bodentreppe. Aufgrund der alleinigen Befestigung an der Deckenöffnung, kannst du die Treppe platzsparend im Wohnraum integrieren.

Gewendelte Innentreppen als Lösung für kleine Räume
Der Treppenlauf einer gewendelten Treppe verläuft gebogen. Durch diese Anordnung der Treppen und die keilförmigen Stufen kann der Benutzer einen individuellen Laufweg wählen. Bei einem Bogen von 90° handelt es sich um eine viertelgewendelte Treppe, bei einem Bogen von 180° um eine halbgewendelte Treppe. Treppen mit einem höheren Biegungswinkel werden als Wendeltreppen bezeichnet. Die Form der Lauflinie lässt sich den räumlichen Gegebenheiten anpassen, sodass eine gewendelte Innentreppe nur wenig Platz einnimmt und sich somit als Raumspartreppe ideal für kleinere Räumlichkeiten eignet.

Spindeltreppen als modernes Designelement
Die Spindeltreppe gilt als Sonderform der Wendeltreppe. Sie benötigt nur wenig Grundfläche und ist damit eine wahre Raumspartreppe. Die Stufen ordnen sich hierbei um eine tragende Säule an und führen kreisförmig in die obenliegende Etage. Bei einer offenen Bauweise fungiert die Spindeltreppe außerdem als außergewöhnlicher Hingucker.
Da sich die Stufen zur Säule hin verjüngen, kann der Aufstieg jedoch zunächst gewöhnungsbedürftig sein. Dient die Spindeltreppe als Haupttreppe, solltest du darauf achten, den Durchmesser des Bauelements nicht schmaler als 2 m anzusetzen, um auch hier einen sicheren Aufstieg zu gewährleisten.

Innentreppen aus Holz für mehr Gemütlichkeit
Holz zählt zu den beliebtesten Materialien beim Treppenbau. Durch die warme Farbigkeit bringt eine Holztreppe oder ein geschmeidiges Holzgeländer Gemütlichkeit in jeden Wohnraum. Harte Holzarten wie Buche, Esche oder Eiche sind besonders widerstandsfähig und bei häufig genutzten Treppen empfehlenswert. Heimische, weiche Holzarten wie zum Beispiel Kiefer oder Fichte sind zwar preiswert, reagieren jedoch empfindlicher auf äußere Einflüsse. Außergewöhnliche Holzarten wie Ahorn oder Kirsche und die Kombination mit anderen Materialien ermöglichen ein individuelles Design. Die Oberfläche des Holzes kann gelackt, geölt oder gewachst werden und ist dadurch sowohl in einem modernen Loft als auch im Landhausstil einsetzbar.

Moderne Innentreppen aus Stahl oder Metall
Langlebige und tragfähige Materialien wie Stahl oder Metall finden ihre Verwendung heute vor allem in modernen Neubauten und verleihen jeder Innentreppe einen beliebten Industrie-Stil. Trotz des schlanken Profils sind Stahl- oder Metalltreppen stabil und einfach zu montieren. Störende Geräusche beim Laufen können durch Stufen aus Holz oder anderen, dämpfenden, Materialien minimiert werden. Klar oder auch farbig lackiert, setzen Innentreppen aus Stahl oder Metall einen auffälligen Kontrast im Wohnraum.

Außergewöhnliche Innentreppen aus Granit oder Beton
Innentreppen aus sichtbarem Beton, Natur- oder Kunststein erfreuen sich zunehmend an Beliebtheit. Das Material ist strapazierfähig, druckfest und zudem nicht brennbar. Verschiedene Steinvarianten wie Granit oder Mamor sorgen für einzigartige Oberflächenstrukturen und -maserungen.










