Planung der Konstruktion
Ob beim Neubau eines Hauses oder beim Zusammenlegen von Wohnungen – oft ist es nötig, eine neue Treppe zu bauen. Die Planung beginnt in der Regel mit der Bauform und dem gewünschten Material.
So lassen sich Ober- und Untergeschoss beispielsweise mit einer geraden oder einer Wendeltreppe verbinden. Bei einer Holztreppe besteht neben den Stufen häufig auch der Handlauf aus Holz. Es gibt aber auch Geländer aus Edelstahl, die hervorragend zu einer Treppe aus Beton passen.
Während diese Überlegungen vor allem ästhetische Aspekte berücksichtigen, muss eine Treppe auch gesetzliche Anforderungen hinsichtlich Statik und Sicherheit erfüllen.
Hinweis: Denke deshalb daran, so früh wie möglich fachkundigen Rat von einem Bauingenieur oder einer Architektin einzuholen. Bei Bedarf entwerfen die Fachleute auch eine passgenaue Treppe für deinen Grundriss.
In die Planung fließen außerdem Überlegungen für die zukünftige Nutzung ein. Planst du zum Beispiel, große Möbel in den oberen Stockwerken aufzustellen, ist eine Wendeltreppe womöglich nicht die richtige Variante für dich. Diese erschwert nur den Transport nach oben. Aber auch, wenn du gerade Treppen einbaust, sind die Maße ein wichtiger Faktor, beispielsweise wenn du im Alter mit einem Treppenlift beim Komfort nachrüsten möchtest.

Imposanter Aufgang: Eine Wendeltreppe macht vor allem von oben Eindruck.
Bauanleitung und Checkliste
Es zahlt sich aus, wenn du dir eine Checkliste anlegst. So hast du die Kosten stets im Blick und vermeidest außerdem Fehler beim Bau deiner Treppe. Dies gilt, wenn du ein neues Haus baust, und erst recht, wenn du zwei Wohnungen zusammenlegst oder bestehende Räume neu verbinden möchtest.
Planst du eine Innen- oder Außentreppe, brauchst du in der Regel eine Genehmigung vom Bauamt deiner Gemeinde. Dies gilt etwa, wenn du eine Treppe als Aufgang zum neu ausgebauten Dachboden bauen möchtest, da sich so die Nutzung der Flächen verändert.
Von der Behörde erfährst du, welche Anforderungen die geplante Treppe erfüllen muss. Hierzulande müssen Treppen allgemein der DIN 18065 entsprechen. Diese Norm gibt unter anderem Grenzmaße für die nutzbare Laufbreite, Steigungshöhe und den Auftritt vor, die du in deiner Anleitung berücksichtigen solltest. Besondere Regelungen gibt es für gewendelte Stufen.
Außerdem können zusätzliche Rettungswege ein Thema sein.
Ob die statischen Anforderungen erfüllt sind und du an der gewünschten Stelle wie geplant eine Treppe bauen kannst, lässt du am besten von Fachleuten aus Architektur oder Bauingenieurwesen prüfen.
Geländer: Ab drei Stufen ist innen ein Handlauf von mindestens 90 cm Höhe vorgeschrieben.
Material: Die Oberfläche muss trittsicher und rutschfest sein.
Schallschutz: Indem der An- und Austritt von der Decke entkoppelt ist, verhinderst du, dass Schritte auf der Treppe im ganzen Haus zu hören sind.

Soll ein Geländer möglichst unauffällig sein, setzt du am besten auf Glaselemente.
Ab drei Stufen ist eine Treppe mit einem Geländer auszustatten. Für Innentreppen gilt eine Mindesthöhe von 90 cm für den Handlauf. Entscheidend ist ansonsten die mögliche Absturzhöhe. Bei weniger als 12 Metern Treppenhöhe reicht es, wenn das Geländer 100 cm hoch ist. Bei über 12 m hohen Treppen muss das Geländer 110 cm in der Höhe messen.
Tipp: Um die Barrierefreiheit zu erhöhen, kannst du beidseitig der Treppe Geländer installieren. Außerdem sollten die einzelnen Stufen nicht höher als 16 cm sein und die Breite des Auftritts mindestens 30 cm betragen.
Am besten planst du die Treppe und Rohrinstallationen bei einem Neubau gemeinsam. Bei einem späteren Treppeneinbau solltest du vorab prüfen, ob hinter dem geplanten Handlauf und den Wangen Heizungs- oder Wasserrohre verlaufen.
Die Schrittmaßregel

Mit der Schrittmaßregel lässt sich errechnen, wie steil die Treppe ist.
Damit du deine neue Treppe auch bequem nutzen kannst, sollte sie keinesfalls zu steil sein.
Hinweis: Für das richtige Steigungsverhältnis gibt es gesetzliche Normen.
Dabei spielen drei Punkte eine wichtige Rolle: das Schrittmaß, die Steigungshöhe und die Stufentiefe. Daraus lässt sich das Steigungsverhältnis berechnen. Hier ein Berechnungsbeispiel für deine Anleitung:
- Durchschnittliches Schrittmaß: 63 cm (Abstand von Fußhinterkante zu Fußvorderkante beim Gehen)
- Steigung (s): 18 cm
- Stufentiefe oder Auftritt (a): 27 cm
- 2 x s + a = 63 cm → 2 x (18 cm) + 27 cm = 63 cm
Treppe platzsparend planen
Die passende Treppenform hängt vom bestehenden Raumkonzept und der gewünschten Nutzung ab.
Stimme die Treppe und den Grundriss von Anfang sinnvoll aufeinander ab, um durch den Aufgang möglichst wenig Wohnfläche zu verlieren.
Eine mittig im Wohnraum platzierte Treppe macht bei einem offenen Raumkonzept den Flur überflüssig und gilt daher als platzsparend.
Eine seitlich an der Wand entlanggeführte Treppe ist dann sinnvoll, wenn du mit einem Unterbau zusätzlichen Stauraum unter den Stufen schaffst.
Doch auch die Treppe mit einem eigenen Treppenhaus auszulagern, hat Vorteile: Du verlierst keine Wohnfläche und kannst das Haus später leichter in zwei Wohnungen mit getrennten Zugängen teilen.
Sicherer Treppenbereich
Licht ist ein entscheidender Designfaktor im Wohnraum. Im Treppenbereich erhöhen natürliches Licht und gezielt platzierte Leuchten auch die Sicherheit.
Plane die Treppe daher am besten in der Nähe eines Fensters. Ein Abstand zu den Stufen ist vorgeschrieben. Andernfalls sind weitere Schutzmaßnahmen wie Gitter nötig.
Tipp: Sofern kein Seiten- oder Dachfenster vorhanden ist, kannst du auch für Sonneneinstrahlung von oben sorgen: mit einem Oberlicht.
Nutze LED-Streifen, Wandleuchten oder Einbaustrahler, um die Stufen zu erhellen.
Tipp: Um die Sicherheit zusätzlich zu erhöhen, kannst du auch hinter dem Handlauf in der Wand Beleuchtungselemente einlassen, um das Geländer gezielt zu beleuchten.
Achte darauf, beim Handlauf einen Abstand von mindestens 5 cm zur Wand einzuhalten, um zu vermeiden, dass man sich bei der Nutzung der Treppe die Finger einklemmt.

Mit Akzentbeleuchtung lässt sich eine Treppe gestalten. Außerdem dienen Leuchten der Orientierung und erhöhen die Sicherheit.
Holztreppe: Materialtipps
Holz gehört zu den beliebtesten Materialien im Treppenbau. Eine Holztreppe bietet sich insbesondere dann an, wenn du einen zusätzlichen Aufgang im Haus schaffen möchtest und eine Treppe aus Beton aus statischer Sicht zu schwer wäre.
Tipp: Mit Stufenmatten lässt sich die Trittsicherheit der Stufen von Holztreppen verbessern.
Massivholz gilt als besonders strapazierfähig. Bei Harthölzern hält sich auch der Pflegeaufwand in Grenzen. Darüber hinaus gibt es furnierte Holzwerkstoffe, die sich ebenfalls für den Treppenbau eignen.
Kiefer bietet sich als Holz für die Wangen an.
Lärche ist sehr strapazierfähig.
Douglasie gilt als belastbares Holz.
Das Kernholz von der Eiche ist ein begehrter Werkstoff für Holztreppen.
Rotbuche lässt sich zu stabilen Stufen und Handläufen verarbeiten.
Ahornholz schafft helle Akzente, zum Beispiel bei Handläufen und Wangen.
Esche weist eine interessante Maserung auf.
Nussbaumholz besitzt eine dunkle Färbung mit leicht rötlichem Schimmer.
Tipp: Einfache Stahl- oder Holzsprossen mit geradlinigem Handlauf sind preiswerter als gedrechselte und geschwungene Varianten.
Vorausschauend planen

Eine Treppe kann im Alter zur Hürde werden. Denke schon bei der Planung daran, dass in späteren Jahren eventuell ein Treppenlift benötigt wird.
Denke bereits beim Skizzieren deiner Treppe an die Zugänglichkeit, um später Kosten zu sparen, solltest du wieder ausziehen oder den Bereich altersgerecht umgestalten wollen.
Sperrige Möbel lassen sich über schmale Treppen schwieriger transportieren. Gegebenenfalls bringst du sie sogar nur über Fenster oder Balkone in den Wohnraum. Um dies zu vermeiden, sollte der Wenderadius auf der Treppe groß genug sein.
Auch der Einbau eines Treppenlifts ist bei bestimmten Treppen aufwendiger. Für enge und steile Aufstiege müssen die Lifte maßgefertigt werden.









