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Abdichten und Dämmen mit PU-Schaum

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Heimwerker spritzt PU-Schaum zwischen Fenster und Mauer.

Der Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit Bauschaum abdichten und dämmen. Sie lernen Vor- und Nachteile sowie Einsatz und Anwendung von Montageschäumen kennen.

Was ist PU-Schaum?

Ob Bauschaum, Montageschaum, PUR- oder PU-Schaum – gemeint ist jeweils ein sogenannter Ortschaum aus Polyurethan, der erst beim Einsatz vor Ort von seiner flüssigen Form mit der Aushärtung in eine feste Form übergeht. Während der Aushärtung ist Bauschaum gut formbar und fügt sich ideal in enge Zwischen- oder Hohlräume wie Fugen oder zwischen Türzarge und Mauerwerk ein. Sobald der Montageschaum ausgehärtet ist, bietet PU-Schaum einen sowohl massiven Halt als auch gute Dämmeigenschaften. Neben Spezialschäumen wie Dämmschaum, Fensterschaum oder Zargenschaum gibt es vor allem zwei Varianten der Montageschäume: Einkomponenten- und Zweikomponenten-Bauschaum.

Im Verlauf des Ratgebers erfahren Sie mehr zu den verschiedenen Bauschäumen, lernen die Einsatzräume sowie die Vorzüge im Detail kennen. Wie die unterschiedlichen Bezeichnungen der Polyurethan-Schäume bereits zeigen, ist Montageschaum extrem vielseitig verwendbar und wird neben den Bereichen Bau und Heimwerk beispielsweise auch für kreatives Gestalten verwendet.

Bauschaum: Wo liegen die Unterschiede zwischen den Montageschäumen?

PU-Schaum zwischen Mauer und Dämmung.

PU-Schaum besteht also aus Polyurethan. Polyurethane sind Kunststoffe oder Kunstharze. Je nach Herstellungsverfahren sind die Schäume von unterschiedlicher Konsistenz. Grundsätzlich gilt: Der Schaum dehnt sich aus und wird nach kurzer Zeit zu einer harten Masse. Hier wird zwischen Einkomponenten- (1K) und Zweikomponenten-Bauschaum (2K) unterschieden.

Einkomponenten-Bauschaum ist feuchtigkeitshärtend. Die Stelle, wo Sie den PU-Schaum auftragen, sprühen Sie vorher mit Wasser ein. Dadurch wird eine schnellere Aushärtung und bessere Haftung erreicht. Einkomponenten-Montageschaum eignet sich zum Ausschäumen von Mauerfugen oder Abdichten von Fensterbänken sowie zum Anbringen von Dämmplatten. Die Aushärtungszeit hängt vom jeweiligen Produkt und der Umgebungsfeuchtigkeit ab. Meist können Sie mit etwa vier bis fünf Stunden rechnen. Geben Sie nach dem Auftragen des PU-Schaums zusätzlich Feuchtigkeit hinzu, härtet der Schaum schneller aus.

Zweikomponenten-Bauschaum benötigt keine Feuchtigkeit, um auszuhärten. Hier wird ein zusätzlicher Härter mitgeliefert, den Sie entsprechend der Herstellerangaben anwenden. Bei einigen Produkten vermischen sich die beiden Komponenten bereits kurz vor der Anwendung in der Dose. 2K-PU-Schäume erreichen eine höhere Festigkeit und härten schneller aus als 1K-Schäume. Aus diesem Grund müssen Sie den Montageschaum mit zwei Komponenten auch schneller verarbeiten. Da 2K-Schaum um bis zu 50 % seines Volumens zunimmt und dabei trotzdem spreizdruckfrei bleibt, ist er ideal für das Füllen von großen Hohlräumen sowie beim Einsetzen von Dusch- und Badewannen.

Zusätzlich werden PU-Schäume in zwei verschiedene Brandstoffklassen eingeteilt. Brandstoffklasse B1 bedeutet, dass der Schaum „schwer entflammbar“ ist. Dieser PU-Schaum eignet sich für Elektroinstallationen und ähnliche Arbeiten. Brandstoffklasse B2 steht für „normal entflammbar“. Schäume dieser Brandstoffklasse eignen sich für die meisten gängigen Heimwerkerarbeiten wie Dämmen, Abdichten und Verkleben.

PU-Schaum: Adapterschaum oder Pistole?

PU-Schaum wird mit einem Adapter direkt aus der Dose aufgetragen.

Sowohl 1K- als auch 2K-Schaum ist entweder als Adapterschaum oder als Pistolenschaum erhältlich. Adapterschaum verarbeiten Sie direkt aus einer Dose, auf die Sie einen Adapter zum Ausschäumen aufstecken. Die angebrochene Dose muss allerdings innerhalb von etwa 8 Minuten verbraucht werden.

Zur Verarbeitung von Pistolenschaum benötigen Sie eine Schaumpistole. Hiermit dosieren Sie die Schaummenge besonders exakt. Mit Pistolenschaum ist auch etappenweises Arbeiten möglich. Die Verwendung einer Schaumpistole ist vor allem bei der Verarbeitung großer Mengen von Bauschaum sinnvoll.

Einsatzbereiche für Montageschaum

PU-Schaum als Adapterschaum wird zum Verkleben und Abdichten einer Dämmplatte verwendet.

Auf welchen Untergründen und in Verbindung mit welchen Materialien Sie Bauschaum einsetzen können, hängt von der Art des PU-Schaums sowie der jeweiligen Anwendung ab. Grundsätzlich gilt: Geeignete Untergründe sind Beton, Putz, Mauerwerk, Zement, Holz, Aluminium und vorbehandelte Metalle sowie diverse Kunststoffe. Es gibt aber auch Untergründe und Baustoffe, die Sie besser nicht mit Montageschäumen in Verbindung bringen. Hierzu gehören: Gips, Glas, Keramik, Silikon, PE- und PP-Kunststoffe sowie Untergründe mit Trennmitteln (z. B. Öl).

PU-Schäume können Sie ansonsten vielseitig einsetzen – so zum Beispiel zum Dämmen, Isolieren, Verfüllen, Montieren, Kleben und Abdichten. Selbst die Dämmung von Dächern unter der Dachdeckung, die Kerndämmung an Wänden und Fassaden sowie die Dämmung von Rollladenkästen ist mit Montageschaum möglich.

Für die Montage von Türen oder Fenstern eignet sich spezieller Fenster- oder Zargenschaum: Er quillt weniger stark auf und hat bessere Schalldämmwerte als andere Schäume. Für bestimmte Arbeiten sind geschäumte Dämmstoffe in Form fertiger Dämmplatten die beste Wahl.

Wie wird Bauschaum angewendet?

Heimwerker spritzt PU-Schaum in Spalt zwischen Mauer und Platte.

Bei der Arbeit mit 1K-Schaum befeuchten Sie in jedem Fall den Untergrund vorher gut. Dazu eignet sich eine Sprühpistole. Ohne Wasser kann der Schaum nicht richtig aushärten und auch nach Wochen aufgrund der Luftfeuchtigkeit noch weiterhin aufquellen.

Insbesondere 2K-Schaum schütteln Sie vor der Anwendung gut, damit sich die beiden Komponenten in der Dose optimal vermischen. Der Härter muss gemäß den Angaben des Herstellers vor der Arbeit aktiviert werden.

Für beide Bauschäume gilt: Halten Sie die Dose kopfüber und tragen Sie den Schaum an der gewünschten Stelle auf. Seien Sie mit der Dosierung vorsichtig und bedenken Sie, dass der Schaum noch aufquillt. Arbeiten Sie gewissenhaft, denn der ausgehärtete Schaum lässt sich nur mit einigem Aufwand wieder entfernen.

Vor- und Nachteile von Bauschaum

Eingesprühter PU-Schaum zwischen Wand und Dämmplatte.

Vorteile: Das Arbeiten mit PU-Schaum hat viele Vorteile. Den Ortschaum verarbeiten auch Anfänger relativ einfach. Vor allem 2K-Schaum härtet schnell aus, somit können Sie Ihre Renovierungsarbeiten zügig fortsetzen. Der feinporige Schaum dehnt sich aus und dringt in alle Ecken, Fugen und Hohlräume.

Eine optimale Dämmwirkung ist garantiert, die Wärmeleitfähigkeit von PU-Schaum ist minimal. Außerdem können Sie Bauschaum problemlos überstreichen, überkleben oder verputzen. Der Schaum ist wasserbeständig und resistent gegen Schimmel und Fäulnis. Zudem altert Montageschaum kaum. Aufgrund der angenehmen Verarbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten haben längst auch viele Hobbybastler Bauschaum zum Modellieren, Kleben und Ausgestalten für sich entdeckt.

Nachteile: In Bereichen, in denen Sonnenlicht direkt auf den Schaum trifft, streichen Sie ihn unbedingt über, da das Material nicht UV-beständig ist. Bei Frost können Sie PU-Schaum nicht verarbeiten.

Sicherheit und Hinweise zur Anwendung von PU-Schaum

Sicherheitskleidung für das Arbeiten mit PU-Schäumen: Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille.

Arbeiten Sie nur mit Handschuhen und tragen Sie bei der Arbeit mit Montageschaum eine Atemmaske. In geschlossenen Räumen achten Sie außerdem während und nach der Arbeit auf eine gute Belüftung.

Bauschaum, der noch nicht getrocknet ist, entfernen Sie mit acetonhaltigen Mitteln. Nach der Trocknung lässt sich der PU-Schaum nur noch mechanisch durch Schneiden oder Abschleifen entfernen.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.