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Risse im Mauerwerk ausbessern – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 11.11.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Risse im Mauerwerk, die ausgebessert werden müssen für eine stabile und dichte Fassade.

Mit Hilfe von Fugenfüllprofilen, Haftgrund, Acrylmasse und unserer Anleitung wird Ihre Mauer wieder dicht. Mauerrisse bessern Sie so Schritt für Schritt aus.

Wie repariere ich Risse im Mauerwerk?

Um Risse im Mauerwerk nachhaltig zu beseitigen, erweitern Sie den Riss zunächst etwas, damit das Fugenfüllprofil optimal hineinpasst. Dann schneiden Sie das Profil passend zu und kleben es mithilfe von PU-Schaum im Riss fest. Anschließend bearbeiten Sie die Stelle satt mit Haftgrund und füllen den Riss mit Acrylmasse auf. Ist alles getrocknet, ziehen Sie die Masse glatt auf Höhe des Putzes ab. Nun haben Sie die Risse ausgebessert und können die neue Acrylfuge streichen oder die Wand des Hauses neu tapezieren.

Kleinere Risse und Schwindrisse an Innenwänden sowie im Putz verspachteln Sie gegebenenfalls mit Spachtel und Spachtelmasse. An Außenwänden und dort, wo Wärmebrücken entstehen, nehmen Sie statt der Spachtelmasse besser ein Fugenfüllprofil und Acrylmasse zum Ausbessern und Abdichten.

Frost und Hitze zermürben mit der Zeit auch das solideste Mauerwerk. Besonders am Übergang zwischen zwei Bauteilen führt die Belastung oft zu Schäden. Da Feuchtigkeit in der Fassade die Bausubstanz schädigt und zu Schimmel führen kann, handeln Sie am besten schnell. Zudem bilden Mauerrisse oft Wärmebrücken, durch die warme Luft entweichen und kalte Luft eindringen kann. 

So reparieren Sie Mauerrisse

8 Schritte

1
Mauerriss ausmessen und Fugenfüllprofil auswählen
Heimwerker misst die Breite des Mauerrisses in der Wand mit dem Zollstock aus.
Auf einen Blick
  • Riss im Mauerwerk ausmessen
  • Passendes Fugenfüllprofil auswählen
So geht das

Messen Sie Länge und Breite des Risses in der Fassade beziehungsweise Mauer mit einem Metermaß aus. Mit den Messwerten bestimmen Sie dann das passende Fugenfüllprofil in der entsprechenden Länge. Da Risse in der Wand zumeist schmal sind, reicht in den meisten Fällen ein Durchmesser von 5 mm zum Ausbessern aus.

So geht das

2
Fugenfüllprofil passt nicht: Riss mit Winkelschleifer weiten
Heimwerker weitet Mauerriss mit Winkelschleifer.
Auf einen Blick
  • Winkelschleifer mit Fugenfräse vorbereiten
  • Mauerriss auf das nächstgrößere Profil erweitern
  • Riss gründlich mit Handfeger reinigen
So geht das

Entspricht der Mauerriss nicht dem Durchmesser des kleinsten Fugenfüllprofils, greifen Sie zum Winkelschleifer mit Fugenfräse. Vergrößern Sie den Riss auf das nächstgrößere Profil, damit Sie die Wand optimal ausbessern, abdichten und die Schäden beseitigen.

Setzen Sie den Winkelschleifer vorsichtig an und erweitern Sie den Mauerriss gleichmäßig. Anschließend bürsten Sie den Riss mit einem Handfeger gründlich aus.

So geht das

3
Fugenfüllprofil mit PU-Schaum einkleben
Heimwerker sprüht Montageschaum in geweiteten Mauerriss.
Auf einen Blick
  • PU-Schaum im Riss auftragen
  • Fugenfüllprofil schnell eindrücken
  • Ggf. ausgehärteten PU-Schaum abschneiden
So geht das

Bevor Sie das Fugenfüllprofil in den Mauerriss einsetzen, bereiten Sie den Riss mit PU-Schaum vor. Dazu schütteln Sie die Aerosoldose vor Gebrauch gut und tragen den PU-Schaum dann im Riss auf. Da der Schaum nach dem Auftragen schnell aushärtet und bereits nach rund 10 Minuten nicht mehr klebt, drücken Sie das Fugenfüllprofil rasch auf den PU-Schaum. Haben Sie zu viel PU-Schaum im Riss aufgetragen, schneiden Sie den ausgehärteten Schaum nach rund einer Stunde ab.

So geht das

4
Ränder am Mauerriss für Haftgrund abkleben
Heimwerker klebt Ränder beim Mauerriss mit Klebeband ab, um Haftgrund auftragen zu können.
Auf einen Blick
  • Risse seitlich mit Malerkrepp abkleben
  • Haftgrund vorbereiten
So geht das

Vor dem Verfüllen mit abdichtendem Acryl sowie dem Anstrich tragen Sie Haftgrund im Riss auf. Um zu verhindern, dass Sie diesen versehentlich zu großzügig verteilen und er auf die Fassade beziehungsweise  Wand gelangt, kleben Sie die Ränder des verfüllten Risses mit Malerkrepp ab.

So geht das

5
Haftgrund mit Pinsel im Riss auftragen
Heimwerker trägt Haftgrund mit Pinsel auf reparierten Mauerriss auf, um diese Stelle neu streichen zu können.
Auf einen Blick
  • Haftgrund oder Tiefengrund im Riss auftragen
  • Den Vorgang bis zur Sättigung wiederholen
So geht das

Nun tragen Sie Haftgrund mit einem Pinsel auf den Riss in der Wand auf. Haftgrund dient als Haftvermittler auf allen nicht saugfähigen, mineralischen Untergründen wie zum Beispiel Beton. Tragen Sie den Haftgrund möglichst gleichmäßig im Riss auf. Wiederholen Sie den Vorgang, bis alle Stellen gesättigt sind und die Substanz kaum noch vom Mauerwerk aufgesogen wird.

Alternativ nutzen Sie eingefärbten Tiefengrund. Tiefengrund bietet sich als Grundierung von stark saugenden Flächen wie zum Beispiel Gipskarton oder Putzen aus Kalk und Zement an. Er dringt tief in den Untergrund ein, verfestigt ihn und reduziert das Saugverhalten. Nach etwa einer halben Stunde ist der Haftgrund so weit, dass Sie die Oberfläche weiter bearbeiten können.

So geht das

6
Fuge mit Acrylmasse abdichten
Heimwerker dichtet Mauerriss-Fuge mit Acryl aus Kartuschenpresse ab.
Auf einen Blick
  • Acryl oder Silikon in Fuge einspritzen
  • Überschüssige Masse auf Höhe des Putzes entfernen
So geht das

Ist der Haftgrund aufgetragen, dichten Sie den Riss beziehungsweise die Fuge mit Acryl ab. Die abdichtende Masse ist überstreichbar, leicht zu verarbeiten und auszubessern. Acryl ist im Innenraum sowie bei Materialübergängen eine gute Wahl.

Schneiden Sie die Spitze der Acrylkartusche vorne leicht schräg an und spannen Sie diese in die Auspresspistole ein. Setzen Sie die Öffnung direkt an die Fuge an und tragen Sie das Acryl auf. Achten Sie darauf, dass die Fuge auf Höhe des Putzes gut mit der Masse abgedichtet ist. Überschüssiges Acryl können Sie hinterher ausbessern.

Tipp: Je nach Untergrund bieten sich auch andere Dichtungsmassen an. So eignet sich Silikon aufgrund der Elastizität und wasserabweisenden Eigenschaften ideal für beweglichere Untergründe sowie Sanitärbereiche. Sanitärsilikon ist zudem mit einem Schimmelhemmer versetzt und verringert somit die Schimmelbildung im Haus.

So geht das

7
Acrylfuge mit Abzieher glätten
Heimwerker zieht überschüssiges Acryl aus der Mauerriss-Fuge mit Fugenglätter ab.
Auf einen Blick
  • Acryl oder Silikon vorsichtig glatt streichen
  • Überschüssige Masse direkt entfernen
  • Fugenglätter gründlich reinigen
So geht das

Zum Nachziehen des Acryls eignet sich ein Spachtel oder besser ein Fugenglätter. Fahren Sie vorsichtig über das aufgetragene Acryl und streichen Sie es mit dem Putz glatt. Entfernen Sie überschüssiges Material. Spachtel oder Fugenglätter reinigen Sie hinterher mit Wasser und einem Lappen.

So geht das

8
Ausgehärtete Acrylfuge mit Farbe überstreichen oder tapezieren
Heimwerker überstreicht mit Farbrolle und Wandfarbe die ausgehärtete Acrylmasse beim reparierten Mauerriss.
Auf einen Blick
  • Acryl, Silikon oder Spachtelmasse trocknen lassen
  • Malerkrepp entfernen
  • Ausgebesserte Fuge streichen oder Wand tapezieren
So geht das

Lassen Sie das Acryl, den Silikon oder, falls Sie doch verspachteln wollten, die Spachtelmasse wie angegeben trocknen. Dann ziehen Sie vorsichtig das Malerkrepp ab und können die ausgebesserte Fuge oder die ganze Wand mit Farbe streichen oder tapezieren.

Sobald die Farbe getrocknet ist, ist der Riss verschwunden und in Putz und Mauerwerk dringt keine Feuchtigkeit mehr ein.

Tipp: Da Acryl Staub anzieht und sich mit der Zeit verfärbt, streichen Sie es idealerweise über. Dazu eignen sich am besten Acryl- und Latexfarben, die Sie je nach gewünschtem Ergebnis mehrfach auftragen.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Fassadenfarbe
  • Fugenfüllprofil
  • PU-Schaum
  • Acryl
  • Acryl- und Latexfarben
  • Malerkrepp
  • Tiefengrund
  • Haftgrund
  • Winkelschleifer
  • Pinsel
  • Auspresspistole
  • Abzieher
  • Lappen

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