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Schimmel entfernen und vorbeugen

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20198 MinutenVon: OBI Redaktion
Mit Schwamm und Handschuh wird Schimmel von der Wand entfernt.

Wenn Sie die Ursachen und Anzeichen von Schimmelbefall kennen, können Sie Schimmel vorbeugen und diesen rechtzeitig entfernen. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen, damit Ihre Wohnung schimmelfrei bleibt.

Wie kann man Schimmel entfernen?

Schimmel im Wohnraum ist gesundheitsschädlich sowie substanzschädigend für das Haus. Haben Sie einen Schimmelbefall entdeckt, gehen Sie der Ursache auf den Grund und beseitigen sowohl den Schimmel als auch den Grund für den Befall. Arbeiten Sie ausschließlich mit Schutzkleidung bei frischer Luft mit geöffnetem Fenster und geschlossenen Türen. Sprühen Sie die Oberfläche gründlich mit einem Schimmelentferner ein. Entfernen Sie betroffene Tapeten, Verkleidungen oder Silikonfugen und schlagen sie betroffenen Putz ab. Lassen Sie das Mauerwerk komplett trocknen und stellen Sie sicher, dass die Ursache für den Befall beseitigt ist. Nun können Sie die Wand neu verputzen und tapezieren.

Hinweis: Einen größeren Schimmelbefall beispielsweise im Keller oder auch im Wohnraum des Hauses beseitigen Sie immer mit der Hilfe eines Fachbetriebes. Die Fachleute helfen Ihnen dabei, die Ursachen eindeutig zu identifizieren und geeignete Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen. Unabhängig davon, ob es sich um einen großen oder kleinen Befall handelt, nur die vollständige Beseitigung der Ursachen sowie die korrekte Ausführung der Schimmelsanierung schaltet den Schimmel dauerhaft aus.

Ursachen für die Schimmelbildung

Ein häufiger Grund für Schimmel im Haus ist falsches Lüften und Heizen. Schimmelpilze gedeihen bei hoher Luftfeuchtigkeit und feucht-kalten Hauswänden. Auch Schäden an Wasserleitungen sowie Baumängel begünstigen den Schimmelbefall. Ein defektes Dach oder Risse im Mauerwerk können ebenso verantwortlich für Schimmel sein wie ein Rohrbruch oder aufsteigende Feuchtigkeit im Keller. Beachten Sie bei Bauarbeiten zudem stets die korrekte Trocknungszeit der Baustoffe, damit Feuchtigkeit wieder aus Böden und Wänden entweichen kann. Ist das Haus nicht richtig gedämmt, können Wärmebrücken zwischen verschiedenen Bauteilen und Bereichen entstehen. Dadurch bilden sich gegebenenfalls Feuchtigkeit und Kondenswasser, die wiederum Schimmel begünstigen.

Bei einem Wasserschaden im Wohnzimmer stehen Möbel und Sofa unter Wasser.

Anzeichen für die Schimmelbildung

Mann und Frau messen Feuchtigkeit in der Wand.

Die häufig ersten Anzeichen für Schimmel sind ein muffiger Geruch sowie Flecken an Wänden, in Fugen, auf Möbeln, Teppichen oder Gegenständen. Neben dem im Haus oft auftretenden schwarzen Schimmel gibt es auch weißen, grünen und gelben sowie roten Schimmelbefall.

Verschiedene Arten der Schimmelbildung

Schwarzer Schimmel

Diese Art tritt bei Feuchtigkeitsproblemen im gesamten Haus auf. Oft bilden sich schwarze Punkte und dann Flächen, die aufgrund vieler verschiedener Schimmelarten ganz unterschiedlich von trocken bis schleimig geschaffen sein können. Schwarzer Schimmel ist schwer gesundheitsschädigend.

Weißer Schimmel

In ungeheizten, kühlen und feuchten Räumen wie dem Keller kann weißer Schimmel auftauchen. Er ist gerade auf weißen Untergründen nicht immer leicht zu erkennen. Es liegt meist aber ein modriger Geruch vor sowie gehäuftes Auftreten von Kellerasseln und Silberfischen. Weißer Schimmel verursacht verschiedenste Krankheiten und Symptome wie bei trockener Raumluft. Das kann zu falschen Diagnosen und kontraproduktiver Raumbefeuchtung führen.

Grüner Schimmel

Grüner Schimmel tritt im Haushalt auf Lebensmitteln, Pflanzenerde sowie in Feuchträumen und Fugen auf. Häufig bildet der Pilz einen pelzig-flauschigen Belag aus. Grüner Schimmel kann beispielsweise Allergien und Asthma auslösen, gilt aber im Vergleich als weniger gesundheitsschädigend.

Gelber Schimmel

Hierzulande relativ selten ist gelber Schimmel. Er kann aber vor allem bei mangelnder Hygiene vorkommen. Er bevorzugt feuchte Ecken, Polster oder Baumwollstoffe. Gelber Schimmel ist wie schwarzer besonders gesundheitsschädlich für Mensch und Tier.

Roter Schimmel

Auf zellulosehaltigen Untergründen wie Papiertapeten kann sich roter Schimmel bilden. Bevorzugt werden auch hierbei Feuchträume. Roter Schimmel ist weniger stark gesundheitsschädlich wie schwarzer oder gelber Schimmel, kann aber zum Beispiel Asthma verursachen.

Schimmel richtig entfernen

Ein Schimmelbefall am Fenster wird mit Spray behandelt.

Wenn ein kleiner Bereich beispielsweise an einer Wand vom Schimmel befallen ist und die Ursache nicht bei schwerwiegenden baulichen Mängeln liegt, können Sie eine Schimmelsanierung gegebenenfalls selbst durchführen. Bevor Sie mit dem Entfernen des Schimmelpilzes beginnen, öffnen Sie die Fenster des betroffenen Raumes und schließen alle Türen zu anderen Bereichen. Entsorgen Sie alle befallenen Möbel, Teppiche und sonstigen Gegenstände fachgerecht. Auf diese Weise gelangen keine Schimmelsporen in andere Bereiche von Haus oder Wohnung.

Andere Möbel oder Wohnaccessoires räumen Sie gegebenenfalls aus dem Weg und decken diese mit Abdeckfolie ab. Tragen Sie während der Schimmelsanierung geeignete Schutzkleidung. Verwenden Sie mindestens Handschuhe, Atemmaske und Schutzbrille. Waschen Sie Ihre Kleidung und Ihren Körper nach der Arbeit gründlich.

Nun sprühen Sie den Bereich des Schimmelbefalls sorgfältig ein. Behandeln Sie den befallenen Bereich auf keinen Fall trocken. Sie verhindern mit den Anti-Schimmelprodukten, dass die Sporen beim Entfernen in die Luft geraten. Für die Küche, sowie Schlaf- und Kinderzimmer eignen sich geruchsneutrale und chlorfreie Schimmelentferner. In Badezimmer und Dusche können Sie chlorhaltige Mittel verwenden. Achten Sie stets auf die Herstellerhinweise und halten Sie diese ein. Chlorhaltige Mittel wirken bleichend und desinfizierend.

Ein alternatives Hausmittel bei trockenen Flächen stellt 70-prozentiger Ethylalkohol (Ethanol) und bei feuchten Flächen 80-prozentiger Ethylalkohol dar. Beachten Sie in diesem Fall eine erhöhte Brand- und Explosionsgefahr. Grundsätzlich empfiehlt sich gegenüber Hausmitteln wie Alkohol oder Essig der Einsatz von Anti-Schimmelmitteln.

Befallene Tapeten entfernen Sie vorsichtig und entsorgen diese sofort. Ebenso verfahren Sie mit altem Silikon in Fugen. Hier nutzen Sie im Anschluss einen pilzhemmenden Sanitär- oder Schimmel-Blocker-Silikon. Fliesen reinigen Sie gründlich mit einem Anti-Schimmelmittel. Betroffenen Putz um den Schimmelbefall schlagen Sie großflächig ab. Reinigen Sie die Umgebung des Befalls im Anschluss an die Arbeiten gründlich und entsorgen Sie das befallene Material. Die Entsorgung kann verpackt über den Hausmüll erfolgen.

Ist die Wand des Hauses feucht, trocknen Sie diese anschließend ausreichend mit einem Standgebläse. Bei kleineren Stellen können Sie gegebenenfalls einen Föhn oder ein Heißluftgerät nutzen. Wegen erhöhter Brandgefahr gehen Sie sehr umsichtig vor.

Maßnahmen zum Vorbeugen von Schimmel

Frau öffnet ein Fenster im Haus, um zu lüften.

Luftfeuchtigkeit überprüfen

Überprüfen Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Haus oder der Wohnung regelmäßig und insbesondere bei Verdachtsfällen mit einem Hygrometer. Mit dem Feuchtigkeitsmessgerät bestimmen Sie die relative Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen. Diese sollte in Wohnräumen auf Dauer etwa zwischen 55-60 % liegen, im Winter auch etwas tiefer. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit wirkt sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Eine höhere Feuchtigkeit unterstützt die Schimmelbildung.

Wohnung und Haus richtig heizen

Neben der Luftfeuchtigkeit ist auch die Raumtemperatur wichtig. Wohnräume wie Kinderzimmer, Ess- und Wohnzimmer, also Räume in denen sich Bewohner aktiv aufhalten, heizen Sie auf etwa 20 °C. Für andere Wohnbereiche wie das Schlafzimmer und die Küche sowie in Abwesenheit sind etwa 17-18 °C empfohlen. Nachts können diese Temperaturen wiederum um mindestens 5 °C tiefer liegen. Diese Angaben sind vom deutschen Umweltbundesamt empfohlen. Beim Heizen gilt es, Wärmebrücken zwischen Räumen oder Materialien zu vermeiden. Andernfalls kann sich Kondenswasser bilden, was wiederum die Schimmelbildung unterstützt. Schließen Sie deshalb beispielsweise Türen zwischen Räumen, die Sie unterschiedlich heizen oder heizen Sie im gesamten Wohnraum bei gleicher Temperatur – aber nur, wenn der Wohnraum hierfür ausreichend gut gedämmt ist.

Richtig lüften

Zum richtigen Heizen und der Kontrolle der Luftfeuchtigkeit gehört aber unbedingt auch das korrekte Lüften. Nur durch richtiges Lüften wird überschüssige Luftfeuchtigkeit aus dem Wohnraum transportiert. Statt Fenster längere Zeit zu kippen, führen Sie mehrfach am Tag fünf bis zehn Minuten eine Stoßlüftung durch. Besonders wichtig ist das in Schlafzimmern, Bädern und Küchen. Ist Lüften nicht regelmäßig oder aus baulichen Gründen nicht möglich, nutzen Sie einen Luftentfeuchter. In der Küche trägt wiederum eine leistungsstarke Dunstabzugshaube zur Senkung der Luftfeuchtigkeit bei.

Das Badezimmer lüften Sie besonders sorgfältig. Trocknen Sie Dusche, Badewanne und gegebenenfalls Böden nach jeder Nutzung ab und hängen Sie Handtücher umgehend zum Trocknen auf. Trocknen Sie Ihre Wäsche aber generell nicht in Räumen mit ohnehin höherer Luftfeuchtigkeit. In Bädern ohne Fenster kommt der Regulierung der Luftfeuchtigkeit ein besonderer Stellenwert zu. Nutzen Sie hier beispielsweise geeignete Bad- oder Raumlüfter.

Weitere Maßnahmen

Stellen Sie Möbel oder Ähnliches nicht direkt vor kalte Außenwände. Mit einem Abstand von circa 5-10 cm zur Außenwand ermöglichen Sie die ungehinderte Luftzirkulation im Raum. Halten Sie Heizkörper frei und isolieren Sie deren Rückwand an Außenwänden. Problematische Wände in Haus oder Wohnung können Sie mit Anti-Schimmelimprägnierung behandeln oder beim Anstrich auf Anti-Schimmel-Farbe setzen. Grundsätzlich gehen Sie aber immer zunächst die Ursachen in Ihrem Haus oder der Wohnung an, um Schimmel und Schimmelsporen keine Chance zu bieten.

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