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Schimmel entfernen und vorbeugen

Zuletzt aktualisiert: 08.06.20218 MinutenVon: OBI Redaktion
Mit Sprühflasche und Handschuh wird Schimmel von der Wand entfernt.

Wenn du die Ursachen und Anzeichen von Schimmelbefall kennst, kannst du Schimmel vorbeugen und diesen rechtzeitig entfernen. Lies hier, worauf du achten musst, damit deine Wohnung schimmelfrei bleibt.

Wie kann man Schimmel entfernen?

Schimmel im Wohnraum ist gesundheitsschädlich und substanzschädigend für das Haus. Hast du einen Schimmelbefall entdeckt, ist es wichtig, die Ursache zu finden und zu beseitigen. So beugst du erneuter Schimmebildung vor. Wenn du Schimmel entfernst, arbeite ausschließlich mit Schutzkleidung bei frischer Luft mit geöffnetem Fenster und geschlossenen Türen. Mit einer FFP3-Atemschutzmaske schützt du dich vor dem Einatmen der Schimmelsporen. Bevor du die Tapete, Verkleidungen oder Silikonfugen an den betroffenen Stellen entfernst, besprühe sie mit einem Anti-Schimmel-Mittel. Durch das Anfeuchten vermeidest du, dass Schimmelsporen in die Luft geraten. Bei starkem Schimmelbefall empfehlen wir, den betroffenen Putz abzuschlagen. Anschließend behandelst du die Oberfläche gründlich mit einem Schimmelentferner ein. Nach der Anwendung muss die Mauer komplett trocknen. Stelle sicher, dass die Ursache für den Befall beseitigt ist. Nun kannst du die Wand neu verputzen und tapezieren.

Hinweis: Einen größeren Schimmelbefall, beispielsweise im Keller oder auch im Wohnraum des Hauses, beseitigst du immer mithilfe eines Fachbetriebes. Die Fachleute helfen dir dabei, die Ursachen eindeutig zu identifizieren und geeignete Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen. Unabhängig davon, ob es sich um einen großen oder kleinen Befall handelt, nur die vollständige Beseitigung der Ursachen sowie die korrekte Ausführung der Schimmelsanierung schalten den Schimmel dauerhaft aus.

Ursachen für die Schimmelbildung

Ein häufiger Grund für Schimmel im Haus ist falsches Lüften und Heizen. Schimmelpilze gedeihen bei hoher Luftfeuchtigkeit und feuchtkalten Hauswänden. Auch Schäden an Wasserleitungen sowie Baumängel begünstigen den Schimmelbefall. Ein defektes Dach oder Risse im Mauerwerk können ebenso verantwortlich für Schimmel sein wie ein Rohrbruch oder aufsteigende Feuchtigkeit im Keller. Damit Feuchtigkeit wieder aus Böden und Wänden entweichen kann, beachte bei Bauarbeiten stets auch die korrekte Trocknungszeit der Baustoffe. Ist das Haus nicht richtig gedämmt, können Wärmebrücken zwischen verschiedenen Bauteilen und Bereichen entstehen. Dadurch bilden sich gegebenenfalls Feuchtigkeit und Kondenswasser, die wiederum Schimmel begünstigen.

Bei einem Wasserschaden im Wohnzimmer stehen Möbel und Sofa unter Wasser.

Anzeichen für einen Schimmelbefall

Mann und Frau messen Feuchtigkeit in der Wand.

Die ersten Anzeichen für Schimmel sind häufig ein muffiger Geruch sowie Flecken an Wänden, in Fugen, auf Möbeln, Teppichen oder anderen Gegenständen. Neben dem im Haus oft auftretenden schwarzen Schimmel gibt es auch weißen, grünen und gelben sowie roten Schimmelbefall.

Verschiedene Arten der Schimmelbildung

Schwarzer Schimmel

Diese Art tritt bei Feuchtigkeitsproblemen im gesamten Haus auf. Oft bilden sich schwarze Punkte und dann Flächen, die aufgrund vieler verschiedener Schimmelarten ganz unterschiedlich von trocken bis schleimig geschaffen sein können. Schwarzer Schimmel ist schwer gesundheitsschädigend.

Weißer Schimmel

In ungeheizten, kühlen und feuchten Räumen wie dem Keller kann weißer Schimmel auftauchen. Er ist gerade auf weißen Untergründen nicht immer leicht zu erkennen. Dann helfen andere Anzeichen: Ein modriger Geruch sowie gehäuftes Auftreten von Kellerasseln und Silberfischen sind Hinweise für einen möglichen Schimmelbefall. Weißer Schimmel gilt als Risikofaktor für verschiedene Krankheiten. Betroffene beklagen häufig Beschwerden wie bei trockener Raumluft. Dies kann zu falschen Diagnosen und kontraproduktiver Raumbefeuchtung führen.

Grüner Schimmel

Grüner Schimmel tritt im Haushalt auf Lebensmitteln, Pflanzenerde sowie in Feuchträumen und Fugen auf. Häufig bildet der Pilz einen pelzig-flauschigen Belag aus. Grüner Schimmel kann beispielsweise Allergien und Asthma auslösen, gilt aber im Vergleich zu anderen Arten als weniger gesundheitsschädigend.

Gelber Schimmel

Gelber Schimmel ist hierzulande eher selten. Er kann aber vor allem bei mangelnder Hygiene vorkommen. Er bevorzugt feuchte Ecken, Polster oder Baumwollstoffe. Gelber Schimmel ist wie schwarzer besonders gesundheitsschädlich für Mensch und Tier.

Roter Schimmel

Auf zellulosehaltigen Untergründen wie Papiertapeten kann sich roter Schimmel bilden. Er bevorzugt eine feuchte Umgebung wie das Bad. Roter Schimmel ist weniger stark gesundheitsschädlich wie schwarzer oder gelber Schimmel, kann aber zum Beispiel Asthma verursachen.

Schimmel richtig entfernen

Ein Schimmelbefall an der Wand wird behandelt.

Wenn ein kleiner Bereich, beispielsweise an einer Wand, von Schimmel befallen ist und die Ursache nicht bei schwerwiegenden baulichen Mängeln liegt, kannst du die Schimmelsanierung selbst durchführen. Bevor du mit dem Entfernen des Schimmelpilzes beginnst, öffne die Fenster des betroffenen Raumes und schließe alle Türen zu anderen Bereichen. Wir empfehlen, alle befallenen Möbel, Teppiche und sonstigen Gegenstände fachgerecht zu entsorgen. Auf diese Weise gelangen keine Schimmelsporen in andere Bereiche von Haus oder Wohnung.

Möbel oder Wohnaccessoires räumst du während der Arbeit aus dem Weg. Mit Abdeckfolie schützt du sie vor Verunreinigung. Trage während der Schimmelsanierung geeignete Schutzkleidung. Wir empfehlen zumindest Handschuhe, Atemmaske und Schutzbrille. Hinweis: Denke nach der Arbeit daran, die Kleidung und deinen Körper gründlich zu waschen.

Damit weniger Schimmelsporen in die Luft geraten, sprühst du den Bereich des Schimmelbefalls sorgfältig ein. Behandle die Fläche auf keinen Fall trocken. Anschließend entfernst du die befallene Tapete. Für die Küche sowie Schlaf- und Kinderzimmer eignen sich geruchsneutrale und chlorfreie Schimmelentferner. In Badezimmer und Dusche kannst du chlorhaltige Mittel verwenden. Achte dabei stets auf die Herstellerhinweise und halte diese zu deinem Schutz und, um Oberflächen nicht zu beschädigen, ein. Denn chlorhaltige Mittel wirken bleichend und desinfizierend.

Ein alternatives Hausmittel bei trockenen Flächen stellt 70-prozentiger Ethylalkohol (Ethanol) und bei feuchten Flächen 80-prozentiger Ethylalkohol dar. Bei der Verwendung besteht jedoch erhöhte Brand- und Explosionsgefahr. Grundsätzlich empfehlen wir deshalb statt Hausmitteln wie Alkohol oder Essig den Einsatz von Anti-Schimmelmitteln.

Befallene Tapeten entfernst du vorsichtig und entsorgst diese sofort. Ebenso verfährst du mit altem Silikon in Fugen. Zur Sanierung empfiehlt sich im Anschluss pilzhemmender Sanitär- oder Schimmel-Blocker-Silikon. Fliesen reinigst du gründlich mit einem Anti-Schimmelmittel.

Betroffenen Putz um den Schimmelbefall schlägst du großflächig ab. Um den Schimmel vollständig zu beseitigen, reinigst du im Anschluss an die Arbeiten die Umgebung des Befalls gründlich. Das befallene Material lässt sich im Hausmüll entsorgen, wenn du es sicher in Müllsäcken verpackst.

Ist die Wand des Hauses feucht, hilft ein Standgebläse beim Trocknen. Bei kleineren Stellen kannst du gegebenenfalls einen Föhn oder ein Heißluftgerät nutzen. Wegen erhöhter Brandgefahr ist dabei aber Vorsicht geboten.

Maßnahmen zum Vorbeugen von Schimmel

Frau öffnet ein Fenster im Haus, um zu lüften.

Luftfeuchtigkeit überprüfen

Überprüfe die Luftfeuchtigkeit in deinem Haus oder der Wohnung regelmäßig und insbesondere bei Verdachtsfällen mit einem Hygrometer. Mit dem Feuchtigkeitsmessgerät bestimmst du die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Diese sollte in Wohnräumen auf Dauer etwa zwischen 55 bis 60 % liegen, im Winter auch etwas tiefer. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit wirkt sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Eine höhere Feuchtigkeit unterstützt die Schimmelbildung.

Wohnung und Haus richtig heizen

Neben der Luftfeuchtigkeit ist auch die Raumtemperatur wichtig. Wohnräume wie Kinderzimmer, Ess- und Wohnzimmer, also Räume in denen sich Bewohner aktiv aufhalten, heizt du auf etwa 20 °C. Für andere Wohnbereiche wie das Schlafzimmer sowie die Küche und bei Abwesenheit sind etwa 17 bis 18 °C empfehlenswert. Nachts können diese Temperaturen wiederum um mindestens 5 °C tiefer liegen. Diese Angaben empfiehlt das deutsche Umweltbundesamt. Beim Heizen gilt es, Wärmebrücken zwischen Räumen oder Materialien zu vermeiden. Andernfalls kann sich Kondenswasser bilden, was wiederum die Schimmelbildung unterstützt. Schließe deshalb Türen zwischen Räumen, die du unterschiedlich heizt. Sind die Wohnräume gut gedämmt, kannst du den gesamten Wohnraum auch auf die gleiche Temperatur heizen.

Richtig lüften

Zum richtigen Heizen und zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit gehört zudem das korrekte Lüften. Nur durch richtiges Lüften wird überschüssige Luftfeuchtigkeit aus dem Wohnraum transportiert. Statt Fenster längere Zeit zu kippen, führe mehrfach am Tag fünf bis zehn Minuten eine Stoßlüftung durch. Besonders wichtig ist das im Schlafzimmer, Bad und in der Küche. Ist Lüften nicht regelmäßig oder aus baulichen Gründen nicht möglich, nutze einen Luftentfeuchter. In der Küche trägt wiederum eine leistungsstarke Dunstabzugshaube zur Senkung der Luftfeuchtigkeit bei.

Im Badezimmer empfehlen wir, besonders sorgfältig zu lüften. Trockne Dusche, Badewanne und gegebenenfalls Böden nach jeder Nutzung ab und hänge Handtücher umgehend zum Trocknen auf. Trockne deine Wäsche generell nicht in Räumen mit ohnehin höherer Luftfeuchtigkeit. In Bädern ohne Fenster kommt der Regulierung der Luftfeuchtigkeit ein besonderer Stellenwert zu. Nutze hier beispielsweise geeignete Bad- oder Raumlüfter.

Weitere Maßnahmen

Stelle Möbel oder Ähnliches nicht direkt vor kalte Außenwände. Mit einem Abstand von circa 5 bis 10 cm zur Außenwand ermöglichst du die ungehinderte Luftzirkulation im Raum. Halte Heizkörper frei und isoliere deren Rückwand an Außenwänden. Problematische Wände in Haus oder Wohnung kannst du mit Anti-Schimmelimprägnierung behandeln oder beim Anstrich auf Anti-Schimmel-Farbe setzen. Grundsätzlich gehst du aber immer zunächst die Ursachen in deinem Haus oder der Wohnung an, um Schimmelpilzen keine Chance zu bieten.

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