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Trockenbauwand stellen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 11.11.20197 MinutenVon: OBI Redaktion
Heimwerker stellt Gipskartonplatten für Trockenbauwand.

Die Anleitung zeigt, wie Sie eine Trockenbauwand stellen und für die Konstruktion eine Ständerwand aus Profilen aufbauen. Dabei planen Sie Türen und Leitungen ein und verspachteln abschließend die Platten.

Was ist eine Ständerwand?

Eine Ständerwand ist eine Wand, die Sie in Trockenbauweise konstruieren. Anstatt eine neue Trennwand aufwendig mit Mauersteinen zu mauern, nutzen Sie im Trockenbau ein Ständerwerk bestehend aus Metallprofilen oder Holzlatten. Für die Beplankung verwenden Sie Gipskarton- oder andere Bauplatten. Die Wahl der richtigen Platten hängt von der Art der Verwendung der künftigen Wand ab. So setzen Sie in einem Feuchtraum entweder imprägnierte Rigipsplatten oder spezielle Bauplatten ein. Für andere Wohnbereiche bieten sich alternativ auch Spanplatten oder weitere Holzbaustoffe im Trockenbau an.

Neben dem schnellen und unkomplizierten Aufbau bieten Trockenbauwände zusätzlich den Vorteil, dass Sie die Leichtbauwände direkt mit Schallschutz und Wärmedämmung sowie Leitungen und weiteren Elektroinstallationen versehen. Insbesondere das Stellen einer Trockenbauwand mit vorgefertigtem Profil-Metallständerwerk sowie Gipsplatten als Beplankung gelingt zügig und zu einem insgesamt preiswerten Aufwand. Im Nu machen Sie aus einem großen Raum zwei neue Wohnbereiche. Ebenfalls vorteilhaft: Das Holz- oder Metallständerwerk sowie die Gipsplatten können Sie später auch relativ leicht wieder entfernen, falls die Trennwand oder die Teilung der Räume nur vorübergehend geplant ist.

Tipp: Einen höheren Schallschutz sowie eine bessere Wärmedämmung erzielen Sie im Trockenbau unter anderem durch eine breitere Trennwand zwischen Räumen. Für den Trockenbau gibt es Metallprofile fürs Ständerwerk der Leichtbauwand in verschiedenen Stärken zwischen 50 und 100 mm.

So stellen Sie eine Trockenbauwand

9 Schritte

1
Raumplanung vor dem Einziehen der Ständerwände
Heimwerker legt den Wandverlauf mit einer Schlagschnur fest.
Auf einen Blick
  • Verlauf der Trennwand festlegen
  • Wandverlauf gründlich ausmessen
  • Türen, Durchreichen o. Ä. berücksichtigen
  • Wand anzeichnen oder mit Klebeband markieren
So geht das

Bevor Sie mit dem eigentlichen Trockenbau der Leichtbauwand beginnen, legen Sie den künftigen Verlauf der Wand fest. Dazu nutzen Sie neben Metermaß die Hilfe eines Lasers oder einer Schlagschnur. Mittels Richtlatte zeichnen Sie den Wandverlauf auf Böden, Decken und Wänden ein. Dabei berücksichtigen Sie mögliche Türöffnungen. Alternativ oder zusätzlich zum Anzeichnen verwenden Sie Klebeband, um die geplante Trennwand zu markieren. Gehen Sie bei der Planung der Trockenbauwand sorgfältig vor.

So geht das

2
Rahmen des Ständerwerks aus Profilen stellen
Heimwerker positioniert das zugeschnittene UW-Profil auf dem Fliesenboden.
Auf einen Blick
  • UW-Profile mit Blechschere zuschneiden
  • Profile an Boden und Decke befestigen
  • CW-Profile zuschneiden und befestigen
So geht das

Schneiden Sie die UW-Profile mit der Blechschere für Decke und Boden zu und ziehen Sie auf deren Rückseite Dämmstreifen vor dem Verschrauben auf. Wenn Sie eine Fußbodenheizung haben, ist ein Verdübeln im Boden nicht möglich. In diesem Fall verkleben Sie die UW-Profile. Ansonsten bohren Sie direkt durch das UW-Profil in Boden und Decke und setzen die Drehstiftdübel im Abstand von circa 50 cm.

Anschließend schneiden Sie die CW-Profile für die Senkrechte zu. Legen Sie diese passend zur Wandmarkierung an. Bekleben Sie die Profile ebenfalls mit dem Dichtungsband. Dann klemmen Sie die Metallprofile zwischen die UW-Profile an Decke und Boden und befestigen sie an den Wänden im Abstand von circa 50 cm. Bohren Sie dafür direkt durch die Profile in Boden und Decke und fixieren Sie die Profile mit Drehstiftdübeln an mindestens drei Stellen.

So geht das

3
Profile der Ständerwand ausrichten
Abstand zwischen CW-Profil und UW-Profil wird mit einem Zollstock ausgemessen.
Auf einen Blick
  • CW-Profile in Rahmenkonstruktion schieben
  • Profile senkrecht ausrichten
  • Abstände passend auswählen
So geht das

Jetzt folgen die Profile für das Ständerwerk. Schieben Sie dafür die CW-Profile erst unten im freien Raum und dann oben in die UW-Profile und richten Sie sie senkrecht aus. Gerade bei den vertikalen Profilen ist genaues senkrechtes Ausrichten sehr wichtig.

Der Abstand der CW-Profile hängt von der Größe der Gipsplatten sowie der Montagerichtung – also hochkant oder quer – der Trockenbauwand ab. Alle Öffnungen der CW-Profile müssen in eine Richtung zeigen.

So geht das

4
Türen im Ständerwerk einsetzen
CW-Profil und UA-Profil werden miteinander verschraubt und bilden den Türrahmen.
Auf einen Blick
  • Türsturzprofil zuschneiden und einsetzen
  • UA-Profile mit Steckwinkelsatz befestigen
  • Sturzprofil auf die richtige Türhöhe ausrichten
So geht das

Nun schneiden Sie das Türsturzprofil auf die richtige Länge zu. Für einen stabilen Türeinbau verwenden Sie das UA-Profil als seitlichen Türpfosten, setzen es in die UW-Profile ein und fixieren es vorerst mit Klebeband. Danach setzen Sie das Türsturzprofil in die vorgesehene Öffnung auf der gewünschten Höhe ein. Das Profil bildet den oberen Abschluss der Tür.

Die UA-Profile werden dann mit dem Türpfosten-Steckwinkelsatz an Boden und Decke befestigt. Das Türsturzprofil stabilisieren Sie oberhalb der Tür und an der Decke mit mindestens zwei CW-Profilen. Mit Hilfe von Wasserwaage und Meterstab übertragen Sie die Maße der Tür auf das Sturzprofil, das auf die benötigte Türhöhe ausgerichtet wird. Das Ständerwerk der künftigen Wand ist nun bereit für die Dämmung sowie die Beplankung mittels Gipskarton- oder Gipsfaserplatten.

So geht das

5
Verkleidung der Ständerwand
Heimwerker montiert Gipsfaserplatten für Trockenbauwand mit einem Akkuschrauber.
Auf einen Blick
  • Gipsplatten waagerecht ausrichten
  • Platten am Ständerwerk befestigen
  • Kreuzfugen vermeiden und Kanten glätten
So geht das

Nun bringen Sie die Beplankung der Stellwand an. Dazu richten Sie die Gipskartonplatten waagerecht mit einer kleinen Fuge zu Boden, Decke und Wand aus und befestigen die Platten mit Schnellbauschrauben.

Damit es nicht zu Kreuzfugen kommt und der Wandanschluss passt, kürzen Sie die Gipskartonplatten vor dem Anbringen. Zeichnen Sie dafür mit Metermaß und Stift die korrekte Länge an. Reißen Sie die Gipskartonplatten (Mindeststärke 12,5 mm) an der Oberfläche mit einem Cuttermesser auf dem Stapel oder dem Arbeitstisch an. Danach brechen Sie die Gipsplatte über die Kante und schneiden den rückseitigen Karton durch. Alternativ können Sie einen Fuchsschwanz oder eine Stichsäge beim Trockenbau verwenden.

Glätten Sie anschließend die Kanten mit einem Kantenhobel (Raspelhobel) gerade und winkelgerecht. Schrägen Sie die Vorderseite der oberen Kante etwas ab – als Platz für Fugenmörtel beziehungsweise Spachtelmasse.

So geht das

6
Gipskartonplatten anschrauben
Heimwerker verschraubt Trockenbauplatten mit dem Akkuschrauber.
Auf einen Blick
  • Weitere Gipsplatten verschrauben
  • Schallentkopplung einhalten
  • Schrauben sauber versenken
So geht das

Verschrauben Sie die Gipskartonplatten (erste Wandseite) mit Schnellbauschrauben im Abstand von 25 cm an den Profilen. Die Gipskarton-/Gipsfaserplatten können Sie sowohl waagerecht als auch senkrecht montieren. Verwenden Sie dazu am besten einen Akkuschrauber mit Drehmomenteinstellung oder einen Schraubtiefenbegrenzer.

Zur Schallentkopplung halten Sie an Boden, Decke und Wand etwa 10 mm Abstand. Beginnen Sie auf der Rückseite mit einer halben Plattenbreite. Durch den Versatz der Platten erhält die Ständerwand ihre endgültige Stabilität. Versenken Sie die Schrauben etwas. Das erleichtert das Verspachteln der Wand.

So geht das

7
Schall- und Wärmedämmung sowie Elektroinstallation
Installationen und Leitungen werden im Wandholraum untergebracht.
Auf einen Blick
  • Dämmung für Trennwand einbringen
  • Elektroleitungen einziehen
  • Ggf. Steckdosen- und Schalter-Löcher bohren
So geht das

Bevor Sie die Dämmung in die Zwischenräume einbringen, bauen Sie Gipskartonplatten auf einer Seite der Wand an. Anschließend dämmen Sie die Trennwand, nehmen alle Installationen wie das Verlegen von Leitungen vor und gehen dann die zweite Seite an.

Der Wandhohlraum eignet sich ideal zur Unterbringung von Installationen und zum Ausfüllen mit Mineralfaser-Dämmplatten zur Schall- und Wärmedämmung. Diese setzen Sie zwischen die Ständerprofile. Ausschnitte für Steckdosen und Schalter nehmen Sie mit einer Lochsäge vor. Die Hohlwanddosen befestigen Sie mit den Spreizkrallen.

Hinweis: Bedenken Sie, dass Arbeiten an der Elektroinstallation vom ausgewiesenen Fachmann durchgeführt werden müssen.

So geht das

8
Stöße der Ständerwand verspachteln
Mit Fugenspachtelmasse werden Unebenheiten oder Ränder ausgeglichen.
Auf einen Blick
  • Ggf. Fase an Gipsplatten einschneiden
  • Fugen mit Tiefengrund vorbehandeln
  • Rissbrücken anbringen
  • Ränder, Fugen und Schrauben verspachteln
  • Materialübergänge mit Acryl oder Silikon abdichten
So geht das

Haben Sie alle Gipskartonplatten angebracht, verspachteln Sie diese nun, damit eine plane Fläche entsteht. Gipskartonplatten haben ab Werk eine Fase. Dadurch entsteht nach dem Anbringen eine ausreichend breite Fuge, in der die Spachtelmasse hält. Wenn geschnittene Platten aneinanderstoßen, sollten Sie an diesen Stellen mit einem Cuttermesser eine ähnliche Fase einarbeiten. Vor dem Verspachteln behandeln Sie die Fugen mit Tiefengrund vor. Mögliche Stöße sind mit einer Rissbrücke zu bandagieren, um eine spätere Rissbildung zu vermeiden.

Nun verspachteln Sie mit der Fugenspachtelmasse die offenen Ränder, Stöße und Schraubenköpfe. Erst arbeiten Sie quer zur Fuge und ziehen die Masse danach in Fugenrichtung ab. Nach etwa einer Stunde Trockenzeit – Herstellerangaben beachten – hobeln Sie dann Unebenheiten mit einem Spachtel ab oder glätten sie mit Schleifpapier. Gegebenenfalls spachteln Sie neu. Für die Endverspachtelung empfiehlt sich eine gebrauchsfertige Finish-Masse. Die Masse ist einfach in der Anwendung und garantiert eine plane Wandfläche.

Hinweis: Fugen beziehungsweise Materialübergänge zu anderen Bauteilen verschließen Sie beim Trockenbau mit überstreichbarem Dichtstoff aus der Kartusche, beispielsweise mit Acryl. In Feuchträumen nehmen Sie hingegen Silikon.

So geht das

9
Grundieren der neuen Wandfläche der Ständerwand
Die trockene Gipskartonplatte wird mit einem Pinsel grundiert.
Auf einen Blick
  • Trockenbauwand abschließend grundieren
  • Mit weiterer Wandgestaltung beginnen
So geht das

Nach etwa 4 Stunden grundieren Sie die trockene Oberfläche der Ständerwand. Anschließend gestalten Sie die Trennwand nach Belieben: Die Trockenbauwand mit Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten können Sie beispielsweise streichen, tapezieren, verputzen oder fliesen. Ansonsten haben Sie den Trockenbau der neuen Wand jetzt abgeschlossen.

Hinweis: Für das Verfliesen einer Trockenbauwand muss Gipskarton mit einer Stärke von 12,5 mm immer doppelbeplankt werden.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Gipskarton-/Gipsfaserplatten
  • UW-Profil
  • CW-Profil
  • Dichtungsband
  • Schnellbauschrauben
  • Drehstift-Dübel
  • Dämmplatten
  • UA-Profil
  • Türsturzprofil
  • Türpfosten-Steckwinkelsatz
  • Kantholz (anstatt Profile)
  • Tiefengrund
  • „Finish“-Masse
  • Dichtmasse
  • Rissbrücke
  • Fugenspachtel
  • Bohrmaschine und Bohrer
  • Lochsäge
  • Fuchsschwanz
  • Wasserwaage
  • Blechschere
  • Hammer
  • Bohrhammer
  • Cuttermesser
  • Schlagschnur oder Laser
  • Akkuschrauber
  • Raspelhobel
  • Gipsbecher
  • Spachtel
  • Zollstock
  • Stift und Bandmaß
  • Richtlatte
  • Glättekelle
  • Drehstiftdübel
  • Tiefengrundbürste
  • Eimer

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