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Wand trockenlegen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 11.11.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Beim Trockenlegen der Wand bohrt Heimwerker Löcher für Trichter in die Wand.

Die Anleitung zeigt, wie Sie eine Wand mithilfe einer Horizontalsperre im Injektionsverfahren trockenlegen. Sie lernen die einzelnen Arbeitsschritte und benötigten Materialien sowie Baustoffe kennen.

Wie kann man eine Wand trockenlegen?

Für das nachhaltige Trockenlegen einer Wand kommen verschiedene Verfahren infrage. Dabei hängt die Wahl des passenden Verfahrens davon ab, wodurch die Feuchtigkeit entstanden ist. Bei einem Wasserrohrbruch oder sonstigem Schaden mit Wasser ohne erkennbaren Schaden an der Haus- oder Kellerabdichtung kann es ausreichen, die Wand mithilfe von Bautrocknungsgeräten zu trocknen und die erhöhte Luftfeuchtigkeit aus den betroffenen Räumen zu entziehen.

Bei Baumängeln an der Bausubstanz verbunden mit eindringender oder aufsteigender Feuchtigkeit stellen Sie die Abdichtung des Gebäudes selbst wieder her und beseitigen vorhandene Schäden wie Risse oder Bohrlöcher. Bei der Abdichtung werden Horizontalsperren eingesetzt, die es unter anderem als mechanische oder chemische Sperren gibt. Besonders häufig erfolgt die Trockenlegung der Wand mit einer Horizontalsperre im Injektionsverfahren. Auch für das Injektionsverfahren gibt es verschiedene Varianten. Der Ratgeber beschreibt die drucklose Injektion mit Dichtungsmittel.

Wasser und Feuchtigkeit dringen meist zunächst unbemerkt ins Mauerwerk des Kellers ein. Ursache ist oftmals eine beschädigte oder mangelhafte Abdichtung der Hauswände im Erdboden. Die Feuchtigkeit wird dabei oft auch im Inneren des Mauerwerks nach oben transportiert. Um die Wände vor allem im Keller schnell auszutrocknen und eine erneute Durchfeuchtung sowie die Bildung von Schimmel zu verhindern, ergreifen Sie möglichst schnell geeignete Maßnahmen.

Hinweis: Ziehen Sie im Zweifelsfall frühzeitig einen Fachbetrieb zurate, um den Ursachen feuchter Wände sowie immer wieder auftretendem Schimmel im Haus schnell und wirkungsvoll zu begegnen. Dauerhaft feuchte Wände schädigen die Bausubstanz des Gebäudes. Außerdem stellt Schimmel ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Bewohner dar.

So legen Sie eine Wand trocken

5 Schritte

1
Trockenlegen der Wand vorbereiten
Heimwerker mit Mundschutz entfernt vor dem Trockenlegen der Wand alte Anstriche, Schmutz und losen Putz mit Bürste.
Auf einen Blick
  • Arbeitskleidung tragen und Wohnraum absichern
  • Wand mit Handfeger oder Bürste gründlich reinigen
  • Schäden an der Mauer mit Mörtel verschließen
So geht das

Bevor Sie mit den Arbeiten zum Trockenlegen und späteren Abdichten beginnen, ziehen Sie geeignete Arbeitskleidung an. Schützen Sie nicht nur beim akuten Schimmelbefall Ihre Atemwege, die Haut und Augen sowie Ihre Kleidung. Lüften Sie die betroffenen Räume gut durch und verschließen Sie die Türen zu anderen Wohnbereichen, um weder Staub noch Schimmelsporen im restlichen Wohnraum zu verteilen.

Jetzt entfernen Sie gegebenenfalls alte Anstriche, losen Putz und Staub von der Wand mithilfe eines Handfegers oder einer Stahlbürste. Bei Schimmelbefall sprühen Sie die betroffenen Stellen auf Putz oder Mauerwerk zuvor mit einem geeigneten Schimmelentferner ein, um Schimmelsporen frühzeitig abzutöten. Beachten Sie die Herstellerhinweise.

Hinweis: Bei einem größeren Schimmelbefall nehmen Sie die Hilfe eines Fachunternehmens in Anspruch, um Ursachen und Schäden an der Abdichtung ganzheitlich und sicher zu beseitigen.

Ansonsten bringen Sie kein Wasser, Nässe oder weitere Feuchtigkeit auf die Wandfläche auf. Schäden an der Mauer wie Risse, Hohlräume oder alte Bohrlöcher verschließen Sie beispielsweise mit Gummi-Mörtel.

So geht das

2
Bohrlöcher für das Trocknen der Wand setzen
Beim Trockenlegen werden Löcher für die Horizontalsperre mit der Bohrmaschine in die Wand gebohrt.
Auf einen Blick
  • Bohrlöcher für das Verfahren per Injektion setzen
  • Löcher in der Mauer ausblasen oder aussaugen
So geht das

Spannen Sie einen 12 mm starken Bohrer in die Bohrmaschine ein und bohren Sie die erste Reihe der Bohrlöcher in die Wand. Beginnen Sie maximal 10 cm über dem Boden und halten Sie einen Abstand von maximal 10 cm zwischen den Löchern ein. Die Bohrlochtiefe beträgt zwei Drittel der Mauerstärke.

Hinweis: Beachten Sie zum Verfahren auch die Herstellerhinweise der gewählten Bauabdichtung.

Bei normalem Mauerwerk bohren Sie die Löcher in einem Neigungswinkel von 35 Grad. Bei Naturstein wie Granit oder ähnlich dichtem Material setzen Sie die Löcher direkt in die Fugen. Die zweite Reihe bohren Sie dann mittig versetzt rund 5 cm über der ersten Reihe. In Wandecken führen Sie die Bohrungen doppelreihig senkrecht nach oben weiter. Reinigen Sie die Bohrlöcher unbedingt durch Ausblasen mit Druckluft oder durch Aussaugen mithilfe eines Staubsaugers.

So geht das

3
Injektionsstoff in Mauerwerk einbringen
Schritt 1 – Injektionstrichter werden mit Klebeband ummantelt. Schritt 2 – Horizontalabdichtung wird beim Trockenlegen der Wand in Trichter eingefüllt.
Auf einen Blick
  • Injektionstrichter mit Klebeband ummanteln
  • Trichter fest in die Bohrlöcher setzen
  • Injektionsflüssigkeit nach ca. 6 - 14 Tagen nachfüllen
So geht das

Ummanteln Sie die Injektionstrichter der Horizontalabdichtung mit Klebeband. So vermeiden Sie ein unkontrolliertes Auslaufen der Flüssigkeit aus dem Bohrloch. Setzen Sie die präparierten Trichter fest in die Bohrlöcher und füllen Sie die Horizontalabdichtung bis zur Sättigung des Mauerwerks regelmäßig nach. Je nach Saugverhalten des Mauerwerks ist das nach frühestens 6, spätestens 14 Tagen notwendig.

So geht das

4
Trichter entfernen und Bohrlöcher verschließen
Bohrlöcher werden beim Trockenlegen der Wand mit Dichtungsschlämmen verschlossen.
Auf einen Blick
  • Trichter entfernen und Bohrlöcher verschließen
  • Dichtungsschlämme mit Spachtel glatt streichen
So geht das

Entfernen Sie die Trichter und verschließen Sie die Bohrlöcher mithilfe eines Quasts sorgfältig mit Bohrloch- oder Dichtungsschlämmen. Schneiden Sie vom beiliegenden Verfülltrichter vor dem Verfüllen der Schlämme circa 3 bis 5 cm der Trichterspitze ab und drücken Sie die Schlämme anschließend mit einem Stab in die Bohrlöcher. Ausgetretene Schlämme können Sie mit dem Spachtel zurückdrücken und glatt streichen.

Hinweis: Erstellen Sie eine neue Horizontalsperre zu beiden Seiten circa 30 bis 50 cm über die Schadenszone hinaus.

So geht das

5
Abschlussarbeiten nach dem Trocknen der Wand
Wand wird nach dem Trockenlegen gereinigt und mithilfe einer Kelle verputzt.
Auf einen Blick
  • Altputz ggf. entfernen und Wand reinigen
  • Anti-Schimmel- und Sanierputz verwenden
  • Alternative Methode für die Horizontalsperre
So geht das

Um die trockengelegte Wand beispielsweise im Keller wieder sauber verputzen zu können, schlagen Sie den Altputz zunächst sorgfältig mit Hammer und Meißel ab. Reinigen Sie die Wandfläche gegebenenfalls mit Salpeterreiniger. Danach verputzen Sie die Wand mit einem schimmel- und pilzvorbeugenden Sanierputz.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Horizontalsperre
  • Sanierputz
  • Dichtungsschlämme
  • Injektionstrichter
  • Gummi-Mörtel
  • Salpeterreiniger
  • Klebeband
  • Stahlbürste
  • Handfeger
  • Meißel
  • Hammer
  • Zollstock/Metermaßstab
  • Bleistift
  • Bohrmaschine
  • Bohrer (12 mm)
  • Glättkelle
  • Staubsauger
  • Kleisterbürste

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