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Akkus – Vorteile und Pflege

Zuletzt aktualisiert: 17.04.20205 MinutenVon: OBI Redaktion
Akku in einer Ladestation

Der Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie von den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Akku-Geräten profitieren können. Darüber hinaus erfahren Sie, was Sie bei der Verwendung von Akkumaschinen beachten müssen und welche Vorteile Akku-Systeme bieten.

Was ist ein Akku?

Ein Akkumulator - kurz Akku - ist genau wie eine Batterie ein Mini-Kraftwerk, das Energie speichert und abgibt. Da der Akku die Entladungsreaktion einer Batterie umkehren kann, ist er dauerhaft, aber nicht unbegrenzt, nutzbar.

Kleine, elektrisch geladene Teilchen wandern vom Minus-Pol der Batterie zum Plus-Pol und erzeugen so Strom, der Ihre Geräte unabhängig von Steckdosen und Kabeln mit Energie versorgt.

Das Akku-Pack – gebündelte Energie

Akku-Pack

Mit der Entwicklung moderner Akkutypen steht auch für anspruchsvolle mobile Geräte genügend Kraft zur Verfügung, sodass sie es in Leistung und Ergonomie mit ihrer kabelgebundenen und teilweise sogar mit der benzinbetriebenen Konkurrenz aufnehmen können. Damit auch für Elektrogeräte wie beispielsweise Stichsägen, Bohrhämmer und sogar Rasenmäher genügend Energie zur Verfügung steht, müssen mehrere Akkuzellen in einem Akku-Pack miteinander verbunden werden. Dadurch bekommt man einen leicht wechselbaren Stromspeicher, der den Betrieb von Akkugeräten mit erhöhter Spannung und Kapazität ermöglicht.

Neben den Akkuzellen wird in hochwertigen Akku-Packs Elektronik zur Überwachung der einzelnen Zellen und Zellgruppen verbaut. So wird beispielsweise mit der intelligenten Ladesteuerung gewährleistet, dass jede Zelle individuell, optimal und vollständig aufgeladen wird. Eine Überhitzung des Akkus wird so vermieden.

Das Batterie-Management System steuert mit einem Mikroprozessor die Kommunikation zwischen Maschine, Ladegerät und Akku-Pack und schützt die Zellen gegen Überlastung, Überhitzung, Unterkühlung und Kurzschluss. So wird die Lebensdauer des Akku-Packs gefördert.

Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus

Den Durchbruch in der Akku-Technik bescherte vor ca. 10 Jahren die Lithium-Ionen-Technologie. Im Vergleich mit den alten Stromspeicher-Methoden wie Blei-Gel, Nickel-Cadmium und Nickel-Metallhydrid haben Lithium-Ionen-Akkus gleich mehrere Vorteile:

  • Sie haben von Anfang an die volle Kapazität (ältere Akkus musste man früher „trainieren“, also zum Erreichen der maximalen Speicherkapazität mehrmals voll aufladen und wieder komplett entladen).
  • Es gibt keinen Memory-Effekt: Lithium-Ionen-Akkus dürfen auch im halb aufgeladenen Zustand in die Ladestation, ohne dass es auf Dauer zu einem Kapazitätsverlust kommt .
  • Auch bei längerer Lagerung kommt es nur zu sehr geringer Selbstentladung.
  • Verglichen mit anderen Speichertechnologien sind sie bei gleicher Leistungsfähigkeit deutlich kleiner und leichter.
  • Lange Lebensdauer - je nach Bauart und Pflege hat ein Li-Ion-Akku eine Lebensdauer zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen in acht bis zehn Jahren.

Richtige Pflege von Lithium-Ionen Akku-Packs

Vorteile von Akkumaschinen

Akku-Geräte befinden sich auf dem Vormarsch. Sie bieten viele Vorteile gegenüber Maschinen mit Netzstrom- oder Verbrennungsmotor.

Akku vs. Benzin

  • Leichter
  • Leiser
  • Keine Geruchsbelästigung durch Abgase
  • Geringere Vibration als bei einem Benzinmotor
  • Geringerer Wartungsaufwand (kein Zündkerzenwechsel und Benzinauffüllen notwendig) Hinweis: Allgemeine Wartungen wie Schmierung von beweglichen Teilen oder Reinigungen sollten unabhängig von der Betriebsart durchgeführt werden
Rasenmäher mit Akku

Keine Geruchsbelästigung und viel weniger Lärm durch Akku-Rasenmäher - das freut auch die Nachbarn.

Akku vs. Kabel

  • Bewegungsfreiheit
  • Verlängerungskabel sind überflüssig
  • Steckdosen sind überflüssig
  • Achtgeben auf das Kabel fällt weg
Heckenschere mit Akku-Betrieb

Maximale Bewegungsfreiheit ohne lästiges Kabel mit eine Akku-Heckenschere.

Akkufamilien – die Lösung gegen Chaos im Werkzeugschrank

Bildcollage mit Akkusystemen

Der Lithium-Ionen-Akku macht nach wie vor einen hohen Anteil am Gesamtpreis eines Akku-Gerätes aus. Daher verwundert es nicht, dass viele Hersteller inzwischen ganze Serien anbieten, die sich alle mit demselben Akku-Pack betreiben lassen. Diese Geräte werden wahlweise mit oder ohne Akku angeboten. Wer sich zum Beispiel eine neue Akku-Heckenschere kauft, spart also am Ende viel Geld, wenn er dem Hersteller treu bleibt: Er braucht nur einen passenden Akku inklusive Ladegerät und kann alle weiteren Geräte einer Akku-Serie wie zum Beispiel Hochentaster, Laubbläser und Rasenmäher preiswert dazu kaufen. Für Einsteiger werden die am häufigsten benötigten Maschinen wie beispielsweise Akkuschrauber und Rasentrimmer als günstige Einstiegspakete angeboten. Das Problem der begrenzten Einsatzzeiten lässt sich mit der Anschaffung eines zweiten Akkus leicht lösen.

Mittlerweile bieten einige Hersteller auch Systeme an, mit denen nicht nur entweder Power-Tools oder Gartenmaschinen betrieben werden können, sondern auch beide Produktfamilien. Damit das funktioniert, werden leistungsstarke Maschinen wie beispielsweise Rasenmäher mit zwei oder mehr Akkus betrieben, wodurch sich die Voltzahl addiert (beispielsweise 2x 20 V-Akkus = 40 V) und eine höhere Leistung erzielt wird. Bei einem Betrieb mit zwei Akkus ist zu beachten, dass beide Akkus den gleichen Ladestand haben sollten, da ansonsten der schwächer geladene den stärker geladenen Akku bremst. Um eine längere Laufzeit zu erreichen, gibt es Akku-Familien, die Ihnen die Wahl zwischen Akkus mit 2 Ah, 4 Ah und 6 Ah ermöglichen.

Welches Akkusystem passt zu mir und meinen Bedürfnissen?

Zunächst ist die Frage wichtig, welche Arbeiten Sie planen und welche Projekte auch in Zukunft auf Sie zukommen können. Darüber hinaus spielen die Größe Ihres Gartens und der Umfang der anfallenden Arbeiten eine Rolle bei der Entscheidung für ein bestimmtes Akku-System.

Als Faustregel können Sie sich merken: Je schwerer die Arbeit wird (größere Schrauben, hartes Material, etc.), desto mehr Akkuleistung in Volt (V) benötigt Ihr Werkzeug. Je länger am Stück Sie mit dem Akkuwerkzeug arbeiten wollen (Hecke schneiden vs. einen Ast absägen), desto größer sollte die Akkukapazität in Amperestunden (Ah) sein. Dabei ist zu beachten, dass ein Akku mit höherer Amperestundenzahl entsprechend größer und schwerer ist.

Grundsätzlich reichen die üblichen 18 V/20 V Geräte für alle anfallenden Arbeiten im Heimwerkerbereich aus. Akkuschrauber und Stichsägen, die mit einem Akku betrieben werden, der über 18 V und 2 Ah verfügt, liefern für den Heim- und Hobbyhandwerker ein gutes Ergebnis. Sollten Sie an einem Projekt arbeiten, bei dem Sie mit einem Bohrhammer oder Winkelschleifer arbeiten müssen, empfiehlt es sich, einen Akku mit 4 Ah zu verwenden oder einen zweiten 2 Ah Akku zum Nachladen bereit zu halten. Leistungsstarke Maschinen wie Rasenmäher oder Kettensägen brauchen mindesten 36 V/40 V, um die benötigte Kraft aufzubringen. Besonders interessant sind Akku-Systeme, bei denen Akkus mit unterschiedlichen Volt und Ampere Zahlen zur Verfügung stehen. So können Sie je nach Projekt individuell zwischen den Akkukapazitäten auswählen.

Übrigens gibt es zwischen 18 V und 20 V keinen Unterschied. Die Hersteller loben mit 18 V lediglich die Nominalspannung aus, während 20 V die Maximalspannung benennt. Das Gleiche gilt, wenn die Akkukapazität addiert wird auf 36 V (2 x 18 V) bzw. 40 V (2 x 20 V). Die Leistungsfähigkeit des Akkus ist exakt die gleiche.

Akkuschrauber dreht Schraube in Holz

Beim Dauerschrauben verlängern 4 Ah die Einsatzzeit des Akkuschraubers.

Stichsäge mit Akku

Für kurze Einsätze der Akku-Stichsäge ist ein Akku mit 2 Ah ausreichend.

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