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Richtig schrauben

Zuletzt aktualisiert: 06.11.20196 MinutenVon: OBI Redaktion
Richtig schrauben mit einem Akkuschrauber wie dieser Handwerker.

Von der Auswahl der passenden Schrauben über das Vorbohren hin zum Umgang mit dem Akkuschrauber – unsere Anleitung hilft weiter.

Wie schraube ich richtig?

Um richtig zu schrauben, benötigen Sie zunächst die passende Schraube sowie den richtigen Schraubendreher oder einen Akkuschrauber mit entsprechendem Bit. Unter dem Bit versteht man hier die Schraubendreherklinge – je nach Schraubenkopf wählen Sie dabei beispielsweise zwischen Kreuzschlitz-, Sechskant- oder Innenvierkantform.

Bei härteren Baustoffen oder Werkstücken aus Holz bohren Sie mit einem kleineren Bohrer vor. In Wände oder Decken bohren Sie ebenfalls mit einem passenden Bohrer vor und stecken den entsprechenden Dübel in das Loch.

Setzen Sie die Schraube mit der Spitze gerade in den Dübel oder das vorgebohrte Loch. Mit der einen Hand halten Sie die Schraube in der Position fest, mit der anderen setzen Sie nun mit dem Schraubendreher oder dem Akkuschrauber am Kopf an. Wie beim Bohren schrauben Sie die Schraube erst langsam in das Werkstück oder die Oberfläche des Baustoffs. Ziehen Sie die Schraube mit dem Schraubendreher handfest an und wählen Sie beim Akkuschrauber ein vergleichbares Drehmoment.

Beim Bohren und Schrauben in Werkstücke aus Metall oder Holz kommt es oft zu Graten, die Sie nach dem Einschrauben mit einer Metallfeile oder Schleifpapier entfernen können.

Geeignete Schraubenart finden

Vergleichende Darstellung von Gewindeart und Kopfform bei Schrauben.

Der passende Durchmesser der Schraube ist abhängig von Dübel, Loch und Werkstück. Aber auch Material sowie Gewinde sind entscheidend für die richtige Auswahl der geeigneten Schraube. Zu den häufig im Haushalt und Heimwerker-Bereich verwendeten Modellen gehören unter anderem diese Schraubenarten:

Universalschrauben verfügen über einen Doppelwinkel unter dem Schraubenkopf, der für sicheres Arbeiten sorgt. Universalschrauben verwenden Sie für diverse Materialien wie Hartholz, Spanplatten und Kunststoffe.

Holzschrauben verfügen über ein scharfes, selbstschneidendes Gewinde. Die Schrauben lassen sich daher leicht in Holz eindrehen und halten gut. Holzschrauben werden häufig im Möbelbau eingesetzt. Für das Verschrauben von Spanplatten hingegen werden Holzbauschrauben benutzt.

Blechschrauben haben wie Holzschrauben eine ausgeprägte Spitze und ein gehärtetes Spezialgewinde, das beim Eindrehen in Bleche das Muttergewinde selbst schneidet. Neben Blechen verschrauben Sie mit Blechschrauben auch Hartfaser- und Kunststoffplatten.

Schnellbau- und Trockenbauschrauben nutzen Sie beim Verbauen von Ständerwerk und Gipskartonplatten. Die Schrauben haben extra kleine, abgesenkte Schraubenköpfe, um eben im Material zu versinken.

Metrische Schrauben besitzen ein metrisches Gewinde. Diese Schrauben nutzen Sie vor allem zum Zusammenbauen von Möbeln oder Bauteilen. Metrische Schrauben verwenden Sie nur für Verbindungen mit entsprechendem Gegengewinde, wofür Sie gegebenenfalls einen Gewindebohrer oder Gewindeschneider benötigen.

Neben Schrauben mit metrischem Gewinde wird zwischen Teil-, Voll- und Fixiergewinden unterschieden. Teilgewinde ziehen Bauteile fester aufeinander als Vollgewinde. Fixiergewinde schaffen dauerhafte Verbindungen. Für unauffällige Verschraubungen eignen sich Senkkopfschrauben, bei denen der Kopf komplett im Material verschwindet. Zur Befestigung von Schildern, Leisten und Ähnlichem verwenden Sie Linsensenkkopf- oder Halbrundkopfschrauben.

Welche Schraube passt zu welchem Dübel und Bohrer?

So schrauben Sie richtig

6 Schritte

1
Vorbohren – Verschrauben ohne Dübel
Vorgebohrtes Brett wird mit Terrassenschraube verschraubt.
Auf einen Blick
  • Tiefe des Bohrlochs bestimmen
  • Durchmesser des Lochs festlegen
  • Vorbohrung durchführen
So geht das

Ob Sie vorbohren müssen, hängt zum einen vom Material ab, das Sie verschrauben wollen, und zum anderen vom Durchmesser der verwendeten Schrauben. Bei relativ dünnen Schrauben reicht bei weichem Material wie Holz oder Kunststoff meist das Einstechen des Schraublochs. Bei der Verwendung von größeren Schrauben bohren Sie am besten mit einem Bohrer vor.

Wenn Sie keinen Dübel verwenden, entspricht die geeignete Tiefe des Bohrlochs etwa zwei Drittel der Schraubenlänge. Der Lochdurchmesser ist etwas kleiner als der Schraubendurchmesser.

So geht das

2
Vorbohren – Verschrauben mit Dübel
Schraube mit geringerem Durchmesser als Dübel und Bohrmaschine.
Auf einen Blick
  • Bohrergröße bestimmen
  • Tiefe des Bohrlochs markieren
  • Passenden Dübel auswählen
So geht das

Findet die Schraube im vorgebohrten Material keinen Halt, ist der Einsatz von Dübeln unerlässlich. Dies ist generell beim Schrauben in Stein oder Beton der Fall. Bei der Schraubverbindung in Gipskartonwänden und Dämmstoffen verwenden Sie Spezialdübel für diese Materialien, beispielsweise Gipskartondübel.

Benötigen Sie Dübel, stimmt der Durchmesser Ihres Bohrers mit dem Dübeldurchmesser überein. Wie tief Sie bohren, ist abhängig vom Untergrund. Ist der Untergrund stark sandend, bohren Sie etwas tiefer.

Tipp: Um nicht zu tief oder zu flach zu bohren, markieren Sie die geplante Tiefe auf dem Bohrer mit Isolierband oder nutzen Sie den Tiefenanschlag der Bohrmaschine.

So geht das

3
Bohrlöcher säubern
Bohrloch wird mit Staubsauger ausgesaugt.
Auf einen Blick
  • Grobe Verunreinigung entfernen
  • Bohrloch aussaugen
So geht das

Um dauerhaft feste Schraubverbindungen sicherzustellen, entfernen Sie Staub und lose Teile aus dem Bohrloch. Löcher saugen Sie am besten mit dem Staubsauger gründlich aus. Bei Löchern in Werkstücken drehen Sie diese um und klopfen die Bohrlöcher aus. Oberflächen reinigen Sie mit einem Tuch.

Tipp: Bei häufigen Arbeiten in der Werkstatt können Sie Bohrlöcher auch mittels Kompressor und Druckpistole auspusten.

So geht das

4
Schrauben mit dem Schraubendreher eindrehen
Schraube wird mit passendem Schraubendreher in die Wand gedreht.
Auf einen Blick
  • Passenden Schraubendreher auswählen
  • Ggf. festes Fett auf das Gewinde geben
So geht das

Verwenden Sie einen Schraubendreher zum Eindrehen der Schraube, wählen Sie den Schraubendreher oder Bit in der passenden Größe aus. Unter dem Bit versteht man hier die Schraubendreherklinge – je nach Schraubenkopf wählen Sie dabei beispielsweise zwischen Kreuzschlitz-, Sechskant- oder Innenvierkantform. Bei zu großen oder kleinen Klingen rutscht das Werkzeug leicht ab und kann Kratzer hinterlassen. Auch der Schraubenkopf kann durch unpassendes Werkzeug beschädigt werden, sodass sich die Schraube im schlimmsten Fall nicht mehr drehen lässt.

Der passende Schraubendreher liegt gut in der Hand. Außerdem sind Griff und Klinge fest miteinander verklebt oder verschmolzen. Auf diese Weise arbeiten Sie sicher und die ideale Kraftübertragung ist gewährleistet.

Tipp: Schrauben lassen sich leichter eindrehen, wenn Sie ein wenig festes Fett auf das Gewinde geben. Öl sollten Sie aufgrund der Gefahr von Flecken jedoch nicht verwenden.

So geht das

5
Schraube mit dem Akkuschrauber eindrehen
Heimwerkerin dreht Schraube mit Akkuschrauber fest.
Auf einen Blick
  • Geeigneten Bit auswählen
  • Akkuschrauber richtig einstellen
  • Schrauber gerade ansetzen und stabil halten
  • Mit niedriger Geschwindigkeit beginnen
So geht das

Wählen Sie den passenden Bit (also die passende Schraubendreherklinge; siehe Schritt 4) für den Akkuschrauber aus. Überprüfen Sie außerdem vor dem Verschrauben die Einstellungen von Drehrichtung und Drehmoment. Stellen Sie das Drehmoment zum Schrauben in Holz relativ weich ein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine Schraube zu fest angezogen und dadurch das Material beschädigt wird. Wählen Sie beim Verschrauben von härteren Materialien aber ein strafferes Drehmoment, ansonsten dreht der Akkuschrauber bereits bei geringerem Widerstand durch und die Schraube wird nicht angezogen. Falls dies versehentlich passiert, setzen Sie den Schrauber ab, korrigieren Sie das Drehmoment und setzen Sie neu an.

Setzen Sie den Akkuschrauber gerade auf den Kopf der Schraube und halten Sie die Maschine mit beiden Händen stabil. Eine Hand führt, die andere übt Druck aus. Zu Beginn mit niedriger Geschwindigkeit drehen. Drücken Sie den Bedienschalter erst weiter durch, wenn die Schraube Halt gefunden hat. Sobald die Schraube vollständig eingedreht ist, lassen Sie zuerst den Bedienschalter los und setzen dann den Schrauber ab.

So geht das

6
Grate nach dem Eindrehen der Schraube entfernen
Grate an Schlitzschraube werden mit Schleifpapier abgeschliffen.
Auf einen Blick
  • Kopf der Schraube auf Grate prüfen
  • Grate ggf. mit Feile oder Papier abschleifen
So geht das

Auch bei der Verwendung von passendem Werkzeug kommt es vor, dass sich durch das Eindrehen der Schraube Grate am Schlitz der Schraube bilden. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Sie diese Grate entfernen: Schleifen Sie betreffende Stellen mit einer feinen Holz- oder Metallfeile oder Schleifpapier glatt.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Schrauben
  • Dübel
  • Schraubendreher
  • Akkuschrauber
  • Feilen
  • Bohrmaschine oder Schlagbohrmaschine
  • Schleifpapier
  • Staubsauger
  • Bohrer

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