
Dachdämmung ohne Unterspannbahn – Tipps
Die Unterspannbahn dient als Schutzschicht für die Dachdämmung. Insbesondere im Altbau fehlt die Folie aber häufig. Doch eine Unterspannbahn lässt sich nachträglich anbringen. Wir erklären, wann dies sinnvoll ist, welche Alternativen es gibt und wie du am besten vorgehst.
Was ist eine Unterspannbahn?
Die Unterspannbahn ist eine widerstandsfähige Folie, die zwischen Dachhaut und Dachdämmung liegt. Sie befindet sich also über den Dachsparren und unter den Ziegeln.
Sie ist nach außen wasserdicht und zum Hausinneren, Richtung Dämmung, häufig diffusionsoffen. Auf diese Weise schützt sie das Dämmmaterial einerseits vor Feuchtigkeit, sei es durch Schnee, Regen- oder Tauwasser. Andererseits lässt sie überschüssige Feuchtigkeit aus der Dämmschicht wieder entweichen.
In vielen Altbauten fehlt die Unterspannbahn. Der Grund: Entweder gibt es dort gar keine Dachdämmung oder die Dämmschicht liegt, wie bis Mitte des 20. Jahrhunderts üblich, direkt unter der Eindeckung.
Wie wichtig ist die Unterspannbahn für die Dachdämmung?
Ohne Unterspannbahn ist ein wenig eindringende Feuchtigkeit mit ausreichendem Abstand zur Dacheindeckung eigentlich kaum ein Problem. Denn bei ordnungsgemäßer Hinterlüftung verdunsten geringe Wassermengen bald wieder. Durch die großzügige Luftschicht geht aber wertvoller Raum verloren, der andernfalls für die Dämmung genutzt werden könnte.
Langfristig lohnt es sich, darüber nachzudenken, eine Unterspannbahn nachzurüsten. Denn feuchtes Material dämmt weniger gut als trockenes. Das Dämmmaterial altert durch die Witterungseinflüsse zudem schneller. Das gilt übrigens auch für die Dachsparren, die ohne Unterspannbahn den Elementen ungeschützt ausgesetzt sind.
Nachteile bei fehlender Unterspannbahn
Raumverlust durch größere Hinterlüftung: Weniger Platz für die Dämmschicht
Feuchteschäden: Dachsparren sind der Witterung ausgesetzt und können morsch werden
Wärmeverlust: Eingeschränkte Dämmwirkung bei Feuchtigkeit
Haltbarkeit: Geringere Lebensdauer der Dämmung
Zum Schutz von Sparren und Dachdämmung empfiehlt es sich, bei der nächsten Dachsanierung auch an die Unterspannbahn zu denken. Eine Unterspannbahn lässt sich nachträglich anbringen und bei Schäden gegebenenfalls reparieren.
Unterschied zwischen Unterspannbahn und Unterdeckbahn

Die Begriffe Unterspannbahn und Unterdeckbahn werden häufig synonym gebraucht. Tatsächlich schützen beide Folienarten die Dachkonstruktion vor Witterungseinflüssen wie Regen und Wind.
Fachleute sprechen auch von einer zweiten wasserführenden Ebene unter der Eindeckung. Denn sollte die Dachhaut beschädigt oder während der Bauphase noch nicht vorhanden sein, wird Niederschlag über die jeweilige Folienbahn abgeleitet.
Die wichtigsten Unterschiede liegen in der Materialbeschaffenheit und Verarbeitung. Eine Unterspannbahn wird frei gespannt und sollte beidseitig hinterlüftet sein. Die Unterdeckbahn hingegen liegt vollständig auf der Aufsparrendämmung oder einer anderen Unterlage auf. Sie besitzt demnach nur eine einseitige Hinterlüftung – gemeint ist die Luftschicht zwischen Unterdeckbahn und Dacheindeckung.
Im OBI Markt werden dir deshalb Unterschiede beim sd-Wert auffallen. Dieser Wert gibt in Metern (m) an, wie dick eine ruhende Luftschicht sein müsste, damit sie genauso viel Wasserdampf durchlässt. Je höher der Wert, desto weniger diffusionsoffen ist das Material.
Durch die beidseitige Hinterlüftung müssen Unterspannbahnen nicht zwingend diffusionsoffen sein. Der sd-Wert für die Wasserdampfdurchlässigkeit darf also höher ausfallen. Bei Unterdeckbahnen gilt hingegen ein vergleichsweise geringer sd-Wert von etwa 0,02 m als typisch.
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Unterspannbahn nachträglich verlegen
Normalerweise verlegst du die Unterspannbahn von außen auf den Dachsparren. Möchtest du die Schutzfolie nachträglich verlegen, muss zunächst die Dacheindeckung entfernt und später das Dach wieder neu gedeckt werden.
Wenn du die Unterspannbahn nachrüsten möchtest, ohne die Dachhaut zu entfernen und danach wiederherzustellen, ist es möglich, die Folie mithilfe von Latten von innen zwischen den Sparren zu spannen, bevor eine Zwischensparrendämmung eingebracht wird.
Hinweis: Sollte es eine bestehende Zwischensparrendämmung geben, ist diese in jedem Fall zu entfernen. Durch Feuchtigkeit lässt sie sich in der Regel nicht wiederverwenden. Keinesfalls solltest du eine Untersparrendämmung an einer bestehenden Zwischensparrendämmung installieren, wenn die Unterspannbahn fehlt.
Mit einer von innen installierten Unterspannbahn ist das Dämmmaterial großteils vor Witterungseinflüssen geschützt. Allerdings kann unter die Dachhaut gelangtes Wasser weiterhin ungehindert an den Übergängen zwischen Latten und Sparren einsickern und so die Dachkonstruktion beschädigen. Auch die Dachsparren selbst sind nicht vor eindringender Feuchtigkeit geschützt.
Hinweis: Aufgrund der erwähnten Nachteile solltest du dich vorab von Fachleuten beraten lassen. Eine Dachdeckerei kann dir hier beispielsweise weiterhelfen und auf die jeweiligen Anforderungen deines Dachs eingehen, sodass die Installation ordnungsgemäß erfolgt.
Unterdeckbahn bei der Aufsparrendämmung
In den meisten Fällen wird die Unterspannbahn direkt auf den Dachsparren verlegt und auch daran befestigt. Darunter findet sich dann in der Regel eine Zwischensparrendämmung, darüber die Konterlatten. Diese verlaufen wie die Sparren von der Traufe bis zum First. Im rechten Winkel versetzt dazu montiert man später die Traglatten für die Dachziegel.
Etwas anders sieht der Aufbau bei einem Steildach mit Aufsparrendämmung aus. Die Unterdeckbahn liegt dann – statt direkt auf den Sparren – vollflächig auf dem Dämmstoff auf. Darauf folgt die Konterlattung. Mit speziellen Systemschrauben lassen sich die Konterlatten durch die Aufdachdämmung hindurch an den Dachsparren befestigen. Dann können die Traglatten wiederum versetzt auf die Konterlatten genagelt oder geschraubt werden, bevor es an die Dacheindeckung geht.
Alternativen: Dach dämmen ohne Unterspannbahn

Es ist grundsätzlich möglich, eine Unterspannbahn nachträglich zu verlegen. Jedoch ist das Vorhaben aufwendig und bringt verschiedene Nachteile mit sich. Möchtest du ganz oder bis zur nächsten Dachsanierung auf die Unterspannbahn verzichten, gibt es sinnvolle Alternativen.
Falls du den Dachboden weiterhin nur als Abstell- oder Lagerraum nutzen möchtest, kannst du statt des Dachs auch den Dachboden beziehungsweise die oberste Geschossdecke dämmen. Im Rahmen einer wirksamen Wärmedämmung ist dies eine gleichwertige Maßnahme, sofern der Dachboden unbewohnt ist.
Hierfür gibt es Dämmmatten, die du später mit Dielen oder tragfähigen Platten verkleiden kannst, falls der Dachboden begehbar sein soll. Bei einer Holzbalkendecke ist auch eine Schütt- oder Einblasdämmung der Hohlräume möglich.








