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Jemand bringt eine Einblasdämmung in einer Dachbodendecke ein.

Bei der Einblasdämmung oder Kerndämmung bringt man lose Dämmstoffe in Hohlräume ein, zum Beispiel bei einer Geschossdecke oder einer zweischaligen Wandkonstruktion. Wir zeigen die Vor- und Nachteile dieser Art der Wärmedämmung auf und geben Tipps für die Umsetzung – von der Planung bis zur Finanzierung.

Was ist eine Einblasdämmung?

Hohlräume in zweischaligem Mauerwerk oder in ungedämmten Geschossdecken im Altbau mindern die Energieeffizienz im Gebäude. Eine nachträgliche Dämmung ist bei solchen baulichen Gegebenheiten jedoch häufig schwierig. Dämmplatten oder Klemmfilze lassen sich in verwinkelten Kellern oder in Dachböden mit vielen Stützbalken nicht ohne Weiteres anbringen. Dort, wo die bisher ungedämmten Bereiche nur schwer zugänglich sind, bietet sich die Einblasdämmung oder Kerndämmung an. Die Methode hat sich in der Altbausanierung bewährt, kommt aber auch bei der Dämmung von Holzrahmenbaukonstruktionen im Neubau zum Einsatz.

Dabei werden die Hohlräume im zweischaligen Mauerwerk oder in der Geschossdecke mithilfe von losen Dämmstoffen gefüllt. Eine Einblasmaschine leitet die Dämmstoffe mittels Schlauch durch ein Loch ins Innere von Decken oder Wänden. Danach werden die Öffnungen in der Regel wieder verschlossen. In ungenutzten oder nicht begehbaren Bereichen wie unbewohnten Kriechböden ist auch eine Wärmedämmung durch offenes Aufblasen der losen Dämmstoffe möglich. Wichtig ist, dass der Untergrund oder das Gefach so vorbereitet wird, dass der Einblasdämmstoff nicht entweichen kann. Außerdem müssen Lüftungsschächte und Schornsteine vor dem Eindringen von Material geschützt werden.

Die gesetzlichen Regelungen zur Wärmedämmung sind seit dem 1. November 2020 im Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu finden. Die Vorschriften betreffen den Neubau und gelten auch für Altbausanierungen. Laut § 47 bist du als Eigentümerin oder Eigentümer zur nachträglichen Dämmung verpflichtet, wenn der Wärmeschutz nicht ausreichend ist. Dabei ist allgemein ein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,24 W/(m²·K) einzuhalten.

Für die Einblasdämmung gilt die Vorgabe auch dann als erfüllt, wenn der jeweilige Einblasdämmstoff eine Wärmeleitfähigkeit von maximal 0,045 W/(m·K) aufweist. Auf der Verpackung darf also höchstens die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) oder Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) 045 zu finden sein.

Erfahre mehr zu den gesetzlichen Vorschriften bei der Wärmedämmung.

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Wann ist eine Einblasdämmung sinnvoll?

Person bringt Einblasdämmung in Zwischendecke ein.

Die Einblas- oder Kerndämmung bietet sich besonders zur nachträglichen, lückenlosen Wärmedämmung im Altbau an. In schwer zugänglichen, ungedämmten Bereichen oder bei komplizierten Trägerkonstruktionen ist das Dämmen mit Klemmfilz oft gar nicht möglich.

Bei Häusern mit Schrägdach, Walmdach oder Mansarddach findet man unter den Dachschrägen oft noch ungedämmte oder unzureichend gedämmte halbhohe Abseiten- oder Drempelwände. Ähnliches gilt für Holzbalkendecken, Geschossdecken von Kriech- und Spitzböden sowie Kehlbalkenlagen.

Darüber hinaus lässt sich mit der Einblas- oder Kerndämmung auch die Wärmedämmung von bestimmten Außenwänden verbessern. Viele Einfamilienhäuser wurden bis in die 1990er-Jahre hinein zweischalig gebaut. Dabei besteht die meist geziegelte Fassade aus einer etwa 11,5 cm dicken Außenschale und einer ebenso dicken Innenschale. Die zweischalige Wandkonstruktion wird mithilfe von Drahtankern zusammengehalten. Dazwischen befindet sich Luft.

Wenn die Hohlräume im zweischaligen Mauerwerk oder in der Decke tief genug sind, ist eine Einblasdämmung möglich. Der Zwischenraum sollte mindestens 45 mm tief sein, damit der Schlauch beim Einblasen nicht verstopft.

Grenzen der Einblasdämmung

Die Einblasdämmung punktet mit vergleichsweise wenig Material- und Kostenaufwand. Außerdem ist das Einblasen vergleichsweise schnell und sauber erledigt, oft sogar ohne Gerüst, sodass sich Baulärm und Schmutzaufkommen in Grenzen halten. Wichtig ist, dass der Abstand beispielsweise zwischen den Wänden im zweischaligem Mauerwerk groß genug ist. Denn die Wirkung der Kerndämmung kann nur so gut sein, wie die Hohlräume groß sind.

Tipp: Mitunter lohnt es sich aber, selbst kleine Hohlräume mit Einblasdämmstoffen zu füllen. Dieses Vorgehen ist beispielsweise sinnvoll, wenn später noch eine zusätzliche Dämmschicht darüber angebracht wird. Die vorherige Einblasdämmung verhindert dann, dass die obere Dämmschicht von Luft hinterströmt wird und verbessert so die Wärmedämmung insgesamt.

Grundsätzlich gehört die Ausführung der Dämmarbeiten in erfahrene Hände. Faktoren wie Rohdichte, also welcher und wie viel Dämmstoff eingeblasen werden sollte, können Fachleute am besten einschätzen. Andernfalls kann es zu Lücken in der Dämmung kommen. Bereiche ohne Dämmstoff verursachen sonst später Wärmeverluste oder führen zu Wärmebrücken.

Ein ungeeigneter Dämmstoff kann zu Feuchteschäden und schließlich zu Schimmelbildung führen. Deshalb sind für die Dämmung von zweischaligen Außenwänden nur wasserabweisende (hydrophobe) Dämmstoffe zugelassen. Mitunter ist eine Dampfbremse nötig, wofür dann jedoch ein Teil der Wand rückgebaut werden muss. In einem solchen Fall ist eine andere Dämmmethode womöglich die bessere Wahl.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile
  • Effiziente Dämmung schwer zugänglicher Bereiche

  • Kein Wohnraumverlust

  • Durch leichte Dämmstoffe kaum Belastung für die Gebäudestruktur

  • Kein Verschnitt

  • Schnelle Verarbeitung

  • Geringes Schmutz- und Lärmaufkommen

  • Nachhaltig durch Verwendung von häufig recycelten Materialien

Nachteile
  • Dämmung nur für bestimme Bauweisen geeignet

  • Mindesttiefe der Hohlräume erforderlich

  • Stärke der Dämmschicht begrenzt

  • Fachkundige Ausführung notwendig

  • Begrenzte Auswahl bei möglichen Dämmstoffen

VorteileNachteile
  • Effiziente Dämmung schwer zugänglicher Bereiche

  • Kein Wohnraumverlust

  • Durch leichte Dämmstoffe kaum Belastung für die Gebäudestruktur

  • Kein Verschnitt

  • Schnelle Verarbeitung

  • Geringes Schmutz- und Lärmaufkommen

  • Nachhaltig durch Verwendung von häufig recycelten Materialien

  • Dämmung nur für bestimme Bauweisen geeignet

  • Mindesttiefe der Hohlräume erforderlich

  • Stärke der Dämmschicht begrenzt

  • Fachkundige Ausführung notwendig

  • Begrenzte Auswahl bei möglichen Dämmstoffen

Dämmstoffe für die Einblasdämmung

Zellulose-Dämmstoff

Materialien wie Steinwolle, Glaswolle, Zellulose und expandiertes Polystyrol (EPS) in Faser-, Flocken- oder Granulatform kommen für die Einblasdämmung infrage. In Ausnahmefällen ist auch flüssiges Polyurethan als Gieß- oder Sprühschaum eine geeignete Lösung. Eine gleichmäßige, lückenlose Dämmschicht hält das Gebäude dann im Winter warm und im Sommer kühl.

Beim offenen Aufblasen sollte der Dachboden vor zu starker Windeinwirkung geschützt sein. Die Fachleute schätzen zunächst die zu erwartenden Luftbewegungen ein und bestimmen dann, ob und wie der Dämmstoff fixiert werden muss. Meist genügt es, die oberste Schicht mit einer Klebstoffverbindung zu fixieren. Dann kann der Dachboden mit beispielsweise Steinwolle-Flocken oder Polystyrol-Kügelchen gefüllt werden.

Laut GEG ist eine Wärmeleitfähigkeit von maximal 0,045 W/(m·K) zulässig. Je geringer der Wert der WLG oder WLS, desto besser dämmt das Material. Hier können synthetische Dämmstoffe wie EPS-Perlen punkten. Weitere Faktoren wie Brandschutz, Feuchtigkeitsbeständigkeit und ökologische Auswirkungen bestimmen die Wahl des richtigen Einblasdämmstoffs. Nicht zuletzt spielen auch die Kosten eine Rolle. Mineralwolle-Flocken aus Glas- oder Steinwolle sind aufgrund ihrer Feuerbeständigkeit und Schallabsorption ebenfalls eine beliebte Wahl.

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Kosten und Förderung

Jemand bringt Einblasdämmung mit einem orangefarbenen Schlauch in eine Geschossdecke ein.

Die Kosten für die Einblasdämmung hängen in erster Linie vom zu dämmenden Volumen ab. Je mehr Hohlräume gefüllt werden müssen, desto mehr Dämmmaterial wird benötigt. Dabei spielt es eine Rolle, welches Bauteil gedämmt werden soll. Durch die nötigen Vorbereitungsarbeiten fallen die Kosten für eine Dachboden- oder Dachdämmung in der Regel höher als für eine Fassadendämmung aus. Dann wirkt sich auch die Wahl des Dämmmaterials auf die Kosten aus. Beispielsweise sind Zellulose-Flocken kostengünstiger als Mineralwolle-Flocken.

Durch Förderungen lassen sich die Gesamtkosten senken. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen Zuschuss für sogenannte Einzelmaßnahmen (BEG EM), wie beispielsweise die Fassadendämmung.

Planst du nicht nur eine Einzelmaßnahme, sondern eine umfassende Sanierung, bietet sich die staatliche Finanzierung durch den Förderkredit „Wohngebäude – Kredit 261“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an.

Hinweis: Seit 2024 gilt bei der Antragstellung für eine Förderung von Maßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude ein neues Antragsprozedere. Bevor du einen Förderantrag stellen kannst, benötigst du ein Angebot eines Handwerkers, dass du annimmst. Das Angebot oder der Auftrag muss jedoch eine sogenannte Vorläufigkeitsklausel enthalten. Diese Klausel sorgt dafür, dass der Auftrag erst gültig wird, wenn eine Förderzusage erteilt wird. Wird die Förderung abgelehnt, wird der Auftrag durch die Klausel automatisch aufgelöst.

Tipp: Eine Energieberatung ist ebenfalls förderfähig. Bis zu 650 € kannst du bei Ein- oder Zweifamilienhäusern zurückerhalten.

FAQ – Fragen und Antworten zur Einblasdämmung

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