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Balkonkraftwerk

Um mit einem Balkonkraftwerk deinen eigenen Strom zu erzeugen und die Stromkosten zu senken, musst du dein Balkonkraftwerk richtig anschließen. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du achten musst.

Balkonkraftwerk in der richtigen Reihenfolge anschließen

Möchtest du ein Balkonkraftwerk mit einer Leistung bis 600 Watt installieren und anschließen, solltest du auf einige Dinge achten. Das betrifft in erster Linie die Installation der Solarmodule sowie den Anschluss deiner Mini-Photovoltaikanlage an das Hausnetz. Bevor du dich an die Installation und den Anschluss deines Balkonkraftwerks machst, solltest du dich aber zunächst um die Formalitäten kümmern. Dazu zählen die Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und bei deinem Netzbetreiber. Wie das im Detail funktioniert, erfährst du in diesem Ratgeber: Balkonkraftwerk anmelden.
Gegebenenfalls fordert der Netzbetreiber dich auf, deinen Stromzähler zu wechseln, falls dieser noch keine Rücklaufsperre hat.

Im Gegensatz zu größeren Photovoltaikanlagen darfst du dein Balkonkraftwerk bis 600 Watt selbst zusammenbauen und anschließen, sofern alle technischen Voraussetzungen für einen Anschluss erfüllt sind. Mehr dazu liest du weiter unten. Bei der Installation der Solarmodule erfordern insbesondere zwei Aspekte besondere Aufmerksamkeit: Sicherheit und Ausrichtung.

Balkonkraftwerk selber bauen und installieren

Der Aufbau und die Installation der Solarmodule erfordern besondere Sorgfalt. Das hat zwei Gründe. Am Balkon befestigte Solarpanels stellen ein enormes Sicherheitsrisiko dar, wenn sie sich lösen und im schlimmsten Fall abstürzen. Aus diesem Grund dürfen gemäß DIN 18008 für Glas im Bauwesen in Höhen von mehr als 4 Metern keine Glasmodule an Balkonen und Fassaden befestigt werden. Oberhalb von öffentlichen Wegen und Straßen gilt dieses Verbot generell. Eine Alternative zu Glasmodulen bieten Kunststoffmodule. Eine Alternative zur Installation am Balkongeländer ist die Montage an der Fassade oder eine Aufständerung auf dem Balkon, der Terrasse oder einem Garagendach.

Halterungen zur Aufständerung deines Balkonkraftwerks kannst du selbst bauen oder fertig kaufen. Für die Montage am Balkongeländer solltest du in jedem Fall passende Befestigungssysteme des Anlagenherstellers verwenden. Beachte grundsätzlich die Montageanleitung und lass dich im Zweifelsfall professionell unterstützen.

Balkonkraftwerk richtig ausrichten

Balkonkraftwerk an einem hölzernen Balkon

Solaranlagen erzeugen den meisten Strom, wenn sie in einem bestimmten Winkel zur Sonneneinstrahlung stehen. Die beste Ausrichtung für Solarmodule ist eine Südausrichtung mit einem Neigungswinkel von 35 Grad gegenüber dem Boden. Abweichungen nach Osten oder Westen oder des Winkels bis hin zu 90 Grad können die Leistung von Solarmodulen um bis zu 35 % reduzieren. Ebenfalls wichtig für die Ausrichtung: Achte darauf, dass der Standort deiner Solarmodule nicht durch Gebäude oder Bäume beschattet wird. Die beste Ausrichtung lässt sich in der Regel mit aufgeständerten Solarmodulen auf Terrasse oder Garagendach erreichen. Auf dem Balkon bist du bei der Ausrichtung aufgrund der baulichen Gegebenheit meist etwas eingeschränkter. Wähle dennoch für die Installation deiner Solarmodule die Position mit der bestmöglichen Ausrichtung.

Wie wird ein Balkonkraftwerk angeschlossen?

Zum Anschließen deines Balkonkraftwerks musst du die einzelnen Komponenten miteinander und schließlich das gesamte Balkonkraftwerk mit dem Hausnetz verbinden.

Schließe als erstes die Solarmodule an den Wechselrichter an. Diesen Schritt musst du gegebenenfalls eventuell bereits während der Installation der einzelnen Module vornehmen. Solarmodule erzeugen Gleichstrom und haben daher jeweils ein Kabel für den Plus- und den Minuspol. Diese Kabel sind mit verpolungssicheren Steckern ausgestattet und werden an den entsprechenden Eingängen des Wechselrichters angeschlossen. Aufgabe des Wechselrichters ist es, den Gleichstrom in Wechselstrom mit den passenden Eigenschaften für das Hausnetz umzuwandeln.

Beachte auch bei diesem Schritt genau die Hinweise zu Installation und Anschluss in der Montageanleitung deines Balkonkraftwerks. Lass dich von einer Elektrofachkraft unterstützen, wenn du dir unsicher bist.

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Balkonkraftwerk an die Steckdose anschließen

Hast du den Wechselrichter mit den Solarmodulen verbunden, musst du für die Einspeisung ins Hausnetz den Wechselrichter an eine Steckdose anschließen. Im Grunde reicht dafür eine gängige Steckdose für Schutzkontakt-Stecker, sogenannte Schuko-Stecker, aus. Schukostecker sind die haushaltsüblichen Gerätestecker und die dazugehörigen Steckdosen. Viele Balkonkraftwerke werden auch mit Anschlusskabeln mit Schuko-Stecker ausgeliefert. Jedoch orientiert sich der Anschluss des Balkonkraftwerks über einen Schuko-Stecker ans Hausnetz in Deutschland nicht an den geltenden Anforderungen und Normen des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.).

In den aktuellen VDE-Normen ist zur Einspeisung von speziellen Einspeisesteckdosen die Rede. Dabei handelt sich um eine sogenannte Wieland-Steckdose. Dieser spezielle Steckertyp ist verpolungssicher und die Kontakte sind zusätzlich geschützt. Damit ist der Steckertyp besonders sicher. Viele Netzbetreiber folgen den VDE-Normen und verlangen ebenfalls diesen speziellen Steckertyp.

Diese sehr hohen Sicherheitsanforderungen stellt inzwischen der VDE selbst in einem Positionspapier infrage. Die offizielle Zulassung des Schukosteckers für den Anschluss einer Balkonsolaranlage an das Stromnetz gilt nur noch als eine Frage der Zeit.

Hinweis: Grundsätzlich gilt, dass du Veränderungen an der Elektroinstallation nur von einer Elektrofachkraft durchführen lassen solltest. Bist du dir beim Anschluss deines Balkonkraftwerks unsicher, solltest du dich ebenfalls fachkundig unterstützen lassen.

Wichtiger Sicherheitshinweis:

Beachte: Für den Betrieb eines Balkonkraftwerks ist die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme verpflichtend. Die gesetzlichen Leistungsgrenzen (Wechselrichter bis 800 W, Solarmodule bis 2.000 Wp – Stand: September 2025) sind einzuhalten. Der Anschluss an eine haushaltsübliche Steckdose (z. B. Schuko) ist erlaubt, sofern ein zertifizierter Wechselrichter mit Schnellabschaltung (z. B. nach VDE-AR-N 4105) verwendet wird und die Installation nach geltenden Sicherheitsvorschriften erfolgt. Veränderungen an der festen Elektroinstallation sind ausschließlich durch Elektrofachkräfte vorzunehmen.

Mieter haben ein gesetzliches „Balkonkraftwerk-Privileg“: Vermieter oder Eigentümergemeinschaften können Balkonkraftwerke nur aus sachlichen Gründen einschränken. Abstimmung im Mietverhältnis und ggf. Vereinbarung zur Rückbaupflicht werden empfohlen.

Im Schadensfall besteht meist Versicherungsschutz über Hausrat- und Haftpflichtversicherung – prüfe stets individuell deine Police auf spezielle Ausschlüsse.

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Rechtlicher Hinweis:

Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen – außer durch den Netzbetreiber – ausschließlich von in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Elektrofachbetrieben durchgeführt werden (§ 13 NAV). Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (DIN VDE 0100 ff., DIN VDE 0105-100) ist die Installation, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung elektrischer Anlagen ausschließlich Elektrofachkräften vorbehalten. Eigenmächtige Arbeiten an elektrischen Anlagen durch Laien sind unzulässig und können erhebliche Gefahren sowie gravierende rechtliche und versicherungstechnische Folgen haben.

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Fragen und Antworten zum Anschließen eines Balkonkraftwerks

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