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Anzucht von Gemüse

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20196 MinutenVon: OBI Redaktion
Keimlinge

Einige Gemüsesorten können nicht direkt im Beet keimen, sondern müssen vor dem Freiland in geschützter Umgebung vorgezogen werden. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Schritte bei der Anzucht von Gemüse in Gewächshäusern und auf Fensterbrettern.

Worauf muss bei der Anzucht von Gemüse geachtet werden?

Viele Sorten wachsen erst ab einer bestimmten Größe im Außenbeet gut und sollten daher in einem Gewächshaus oder in Haus und Wohnung vorgezogen werden. Besonders gut gedeihen die Jungpflanzen in kleinen Töpfchen mit spezieller Anzuchterde, die hell und warm stehen. Da jede Gemüsesorte unterschiedliche Wachstumsbedingungen hat, sollten Sie sich im Idealfall vorab mit diesen auseinandersetzen. Besonderes Augenmerk sollte der Anzuchtzeit und der Kombination mit anderen Sorten geschenkt werden, damit das Beet saisonal und nährstofflich gut geplant ist. Hilfreiche Angaben finden Sie auf Samentütchen und in Pflanzkalendern. 

 

Ohne Anzucht geht es manchmal nicht

Einige Gemüsesorten wie Paprika, Tomate, Gurke und Kürbis stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Sie können nicht direkt im Gemüsebeet keimen, da sie eigentlich andere Verhältnisse gewohnt sind. Aus diesem Grund müssen Sie die Samen in der warmen und schützenden Umgebung eines Gewächshauses oder auch im Wohnhaus vorziehen. Die Anzucht von solchem Gemüse unter gewohnten klimatischen Bedingungen stellt sicher, dass sich die Samen zu kräftigen jungen Pflanzen entwickeln können, die anschließend ins Gemüsebeet gesetzt werden. Heimische Gemüsepflanzen dagegen kommen mit der hier herrschenden Witterung zurecht und wachsen auch heran, wenn sie direkt im Beet ausgesät werden. Dies kann allerdings länger dauern und gegebenenfalls zu mehr Schwund führen.

Tomatenpflanze

Rechtzeitig mit der Anzucht beginnen

Bei allen Gemüsesorten sind der Termin für die Aussaat und der damit verbundene Beginn der Anzucht wichtig für die gesamte spätere Entwicklung der Pflanzen. Die ersten Anzuchtskandidaten im Gartenjahr sind dabei Paprika- und Tomatenpflanzen. Sie können bereits Anfang Februar im warmen Vorzuchtbereich Ihrer Wahl gesät werden. Im März folgt dann der Haupttermin für die Anzucht von Gemüse: Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi sowie Rot- und Weißkohl sollten nun auf ihre Anzuchterde aufgebracht werden. Auch beim Kopfsalat wird zu dieser Zeit mit der Anzucht begonnen. Im April folgen dann der Rosenkohl sowie die Samen der beliebten Kräuterpflanzen Basilikum und Dill, bevor mit Endivie und Grünkohl im Mai und dem Chinakohl im Juni die Nachzügler eintreffen. Im Anzuchtkalender (siehe Bild) finden Sie einige wichtige Termine für den Gemüseanbau im eigenen Garten.

Anzuchtkalender Gemüse
Samen aussäen

Tipps für die Anzucht von Gemüse

Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, mit der Anzucht von Gemüse zu beginnen, werden die Samen der Pflanzen dafür auf feuchte Anzuchterde gelegt und leicht angedrückt. Die Anzuchterde ist besonders salzarm und bietet dem Saatgut beste Wachstumsbedingungen.

Neben Anzuchterde stehen auch Quelltabletten aus torffreier Kokos-Anzuchterde zur Verfügung, die in Verbindung mit Wasser aufquellen und Nährstoffe für die Anzucht bereithalten. 

Nach dem Andrücken sollte das Saatgut mit Erde bedeckt werden. Die Menge der Erde sollte der Größe des Samens entsprechen. Einen Sonderfall stellen Lichtkeimer wie zum Beispiel Basilikum dar: Solche Pflanzen entwickeln sich nur, wenn sie auf der Erde liegen und Licht bekommen. Am besten verwenden Sie für diese eine flache Aussaatschale oder kleine Aussaattöpfe.

Ein sehr guter Ort für die Anzucht von Gemüse ist ein beheiztes Gewächshaus, in welchem dauerhaft für perfekte Licht- und Temperaturverhältnisse gesorgt werden kann. Für den Heimgebrauch auf der Fensterbank gibt es spezielle Mini-Gewächshäuser. Alternativ können Sie die Aussaatbehältnisse mit Klarsichtfolie oder einem Plastikdeckel abdecken. Stechen Sie aber unbedingt einige Löcher in die Abdeckung, damit frische Luft über den Samen zirkulieren kann.

Das Klima ist für den Keimvorgang besonders wichtig, denn die Saat braucht ausreichend Feuchtigkeit und darf nicht austrocknen. Überprüfen Sie regelmäßig die Anzuchterde und geben Sie gegebenenfalls etwas Wasser darüber. Nach der Aussaat stellen Sie die Behälter an einen möglichst hellen Ort.

Tipp: Sehr große Samen wie die von Bohnen weichen Sie am besten zuvor über Nacht in warmem Wasser ein, dann keimen sie schneller.

Keimendes Gemüse in Erde
Gewächshaus mit Gemüse

Pflege der Anzucht

Bis Sie Ihr Gemüse schließlich im Gemüsegarten anbauen können, braucht es noch etwas Zeit. In den Wochen nach der Aussaat in dem Gewächshaus oder auf dem Fensterbrett sollten Sie darauf achten, dass die Anzuchterde dauerhaft feucht ist und die Behälter möglichst sonnig und warm stehen. Eine Temperatur zwischen 22 und 25 Grad ist optimal. Entsprechende Hinweise zur Wohlfühltemperatur des einzelnen Keimlings finden Sie in aller Regel auf der Verpackung.

Nach einiger Zeit werden die ersten Triebe aus der Erde hervortreten. Die jungen Pflanzen sind noch sehr empfindlich und sollten nicht berührt werden. Bei den Aussaatgefäßen sollten Sie jetzt darauf achten, dass sich in der Erde keine Staunässe bildet, welche die jungen Wurzeln nachhaltig schädigen würde. Das erreichen Sie durch gemäßigte Wassergaben: Durch vorsichtiges Betasten der Erde können Sie einfach und schnell feststellen, ob sie trocken oder noch schön feucht ist und entsprechend gießen. Haben die Triebe das Licht erreicht, sollten Sie die Umgebungstemperatur auf ungefähr 18 Grad senken. Bei zu viel Wärme und wenig Licht könnten die Triebe der jungen Pflanzen sonst schwach und dünn werden.

Pflanzenkeime

Pikieren Sie die Pflanzen

Sobald die einzelnen Pflanzen wenige Zentimeter hoch gewachsen sind, müssen sie pikiert beziehungsweise vereinzelt werden. Das bedeutet, dass Sie die Gemüsepflanzen vorsichtig aus der Anzuchterde holen und die Wurzeln behutsam voneinander trennen. Dazu können Sie entweder einen kleinen Löffel, einen Holzspieß oder einen speziellen Pikierstab verwenden. Wenn Sie die Anzucht von Gemüse häufiger durchführen, bietet sich das professionelle Hilfsmittel an, da es ein besonders genaues Arbeiten ermöglicht.

Anschließend setzen Sie die vereinzelten Pflanzen in eigene Töpfe, damit sie genug Platz haben, um anständig heranzuwachsen. Der Zwischenschritt des Pikierens und Umsetzens ist notwendig, damit die kleinen Pflanzen genug Platz für ihre Entwicklung in geschützter Umgebung erhalten. Für den Gemüsegarten ist die Zeit jetzt noch nicht gekommen, denn die zarten Gewächse würden draußen nicht lange überleben. Falls Sie verschiedene Gemüse anbauen, können Sie aber bereits mit der Planung des Gemüsebeets beginnen.

Setzlinge in Töpfen

Gute und schlechte Nachbarn

Nicht alle Gemüsepflanzen können in direkter Nachbarschaft angepflanzt werden. Während einige Pflanzen sich nur die Nährstoffe streitig machen würden, können sich andere sogar gegenseitig schädigen. In der aufgeführten Tabelle können Sie ablesen, welche Sorten sich gut vertragen und welche Sie besser getrennt voneinander im Gemüsegarten platzieren sollten. Kopfsalat und Kohlsorten können so zum Beispiel wunderbar gemeinsam ein Beet bewohnen, da sie nicht um Nährstoffe konkurrieren. Petersilie und Salat sollten sich dagegen nicht zu nahe kommen. Konkurrierende Gewächse können Sie entweder in verschiedenen Beeten im Gemüsegarten anpflanzen oder durch eine neutrale Gemüsesorte als Zwischenpflanzung voneinander trennen. Durch eine geschickte Planung und Aufteilung können Sie den Platz in Ihrem Garten auf diese Weise optimal nutzen.

Gemüsebeet mit Salat
Gute und schlechte Nachbarn Tabelle

Abgehärtet in den Gemüsegarten

War Ihre Anzucht von Gemüse ein Erfolg, können Sie die herangewachsenen Pflanzen in den Gemüsegarten setzen, sobald dieser dauerhaft frostfrei ist. Die jungen Gemüsepflanzen müssen jedoch erst langsam an die Außentemperaturen gewöhnt werden. Stellen Sie die Pflanztöpfe dazu einfach tagsüber an einen hellen, aber schattigen Platz. Diesen Vorgang wiederholen Sie ein paar Tage, um die Pflanzen abzuhärten. Anschließend können Sie endlich auch im Garten Ihr Gemüse anbauen. Für die Pflanzung sollten Sie eine Erde verwenden, welche den Bedürfnissen Ihrer Gemüsepflanzen entspricht. Durch die regelmäßige Gabe von einem passenden Dünger stellen Sie die Nährstoffversorgung Ihrer jungen Pflanzen sicher. Vor gefräßigen Räubern können Sie Ihr Gemüse mit einem Vogelschutznetz und einer Schneckenbarriere schützen.

Gemüsegarten

Fazit

Haben Sie mit der Anzucht von Ihrem Gemüse, dem Pflegen, Pikieren, Abhärten und Aussetzen alle nötigen Schritte durchgeführt, können Sie auf eine reiche Ernte aus Ihrem Gemüsegarten hoffen. Die früh gesäten Gemüsesorten ernten Sie bereits im Sommer, während sich die Nachzügler durchaus bis in den Herbst oder Winter Zeit lassen.

Tisch mit Gemüse

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