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Bodenarten und Erde

Zuletzt aktualisiert: 15.11.20205 MinutenVon: OBI Redaktion
Drei Gärtner bearbeiten den Boden im Garten und graben mit Harken die Erde um.

Dieser Ratgeber zeigt dir die Eigenschaften von unterschiedlichen Bodenarten und informiert dich darüber, wie du diese mithilfe von Zeigerpflanzen bestimmen und deinen Gartenboden verbessern kannst.

Welche Bodenarten gibt es?

Bei der Garten- und Pflanzenpflege kannst du drei Bodenarten unterscheiden, deren unterschiedliche Zusammensetzung für ein gesundes Wachstum deiner Pflanzen entscheidend ist:

  • leichte Sandböden
  • mittelschwere Schluff- und Lehmböden
  • schwere Tonböden

Der Boden in deinem Garten gibt den Wurzeln deiner Pflanzen Halt. Er speichert zudem Wasser sowie Nährstoffe und gibt diese nach und nach frei, sodass sie von den Pflanzen aufgenommen werden können. Je nach Herkunft haben sich Pflanzen nicht nur an sonnige, halbschattige oder schattige Standorte angepasst, sondern auch an unterschiedliche Bodenarten. Wer seinen Boden kennt, kann die Erde durch gezielte Maßnahmen verbessern und so den Pflanzen ein optimales Wachstum im Garten ermöglichen. Der ideale Gartenboden ist sowohl reich an Humus und Nährstoffen als auch durchlässig. Regenwürmer halten sich gerne darin auf und durchmischen organische und mineralische Teile. In einer Erde mit dieser Qualität entsteht keine Staunässe und der Boden lässt sich gut bearbeiten.

Bodenarten im Überblick – Sand, Lehm, Ton

Der Gartenboden besteht aus mineralischen Teilchen wie Sand, Schluff, und Ton sowie Humus, also zersetzter organischer Substanz. Je höher der Anteil an Humus, desto besser sind die Bodenstruktur, das Wasserhaltevermögen und die Nährstoffspeicherung der Erde.

Für die Gartenarbeit und ein gesundes Pflanzenwachstum kannst du zwischen drei Bodenarten unterscheiden – leichten Sandböden, mittelschweren Lehm- oder Schluffböden und schweren Tonböden. Mit einer einfachen Probe kannst du den Bodentyp selbst bestimmen:

Sandboden lässt sich mit den Händen nicht zu einer festen Kugel oder Rolle formen, die sandige Erde zerbröselt dabei (links im Bild).

Lehmboden lässt sich zu einer Rolle formen. Der Lehm zerbricht aber, wenn du die Erde zu einem Kringel biegst (Mitte).

Tonboden lässt sich beliebig formen und in Rollen oder Kringel biegen (rechts im Bild).

Hinweis: Bevor du Bodenverbesserungsmaßnahmen wie Kalken, Kompost- oder Gesteinsmehlgaben bei deiner Erde im Beet in Erwägung ziehst, stelle fest, ob dies überhaupt sinnvoll oder notwendig ist. Unter Punkt 5 zeigen wir dir dann, welche Bodenverbesserungsmaßnahmen es gibt.

Bodenarten im Überblick: Je ein Haufen Sand, Lehm und Ton liegen nebeneinander.

v. l. n. r.: Sandboden, Lehmboden und Tonboden

Zeigerpflanzen geben Hinweise über Bodenart

Die Pflanzen, die sich alleine angesiedelt haben, sowie Unkraut in den Beeten geben dir ebenfalls hilfreiche Hinweise, welchen Boden du in deinem Garten hast. Gewächse, die nur unter bestimmten Bodenverhältnissen gut gedeihen und sich hier ausbreiten, werden daher auch Zeigerpflanzen genannt.

Berücksichtige dabei nicht nur die Pflanzen, die in deinem eigenen Garten wachsen, sondern auch die Gewächse in nachbarschaftlicher Gartenerde.

Löwenzahn wächst in Erde als Zeigerpflanze.

Eine Bodenprobe sorgt für Klarheit

Eine Bodenprobe ist vor allem dann sinnvoll, wenn du Gemüse anbauen möchtest. Die Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über alle Eigenschaften des Gartenbodens. Das Ergebnis informiert dich über die Bodenart, den pH-Wert (Säuregehalt) und den Nährstoffgehalt deiner Gartenerde.

Für eine Bodenprobe entnimmst du spatentief im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr an etwa 10 bis 20 Stellen auf der genutzten Fläche kleine Einzelproben. Eine Mischung der Proben von etwa 250 bis 500 g reicht zur Untersuchung. Die Gartenerde kannst du bei einem Bodenuntersuchungsinstitut abgeben. Alternativ stehen dir Bodentests zur Verfügung, die du selbst durchführen kannst.

Die Untersuchung der Gartenerde sollte alle drei bis fünf Jahre wiederholt werden. Achten auf eine genaue Beschriftung der Proben und teile dem Labor mit, wann und wie sie entnommen wurden.

Mit einem Bodentest untersuchst du deine Bodenprobe auf folgende Nährstoffe:

Gärtner entnimmt eine Schaufel Erde als Bodenprobe.

Was sagt der pH-Wert des Bodens aus?

Der pH-Wert des Bodens gibt Aufschluss über die sogenannte Bodenreaktion: sauer, neutral oder alkalisch. Die Skala reicht von 0 (extrem sauer) über 7 (neutral) bis 14 (stark alkalisch bzw. basisch). Ein saurer Boden enthält meist viel Humus, aber kaum Kalk. Alkalische Böden sind in der Regel sehr kalkhaltig.

Den pH-Wert deiner Gartenerde kannst du mit einfachen Test-Kits selbst ermitteln. Nimm dazu Proben der Gartenerde an unterschiedlichen Stellen im Beet. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 6 und 7. Für Kohl sollte der Wert noch etwas höher liegen, um der Krankheit „Kohlhernie“ vorzubeugen. Auch Regenwürmer fühlen sich bei einem neutralen pH-Wert am wohlsten und tragen so auf natürliche Weise zum Nährstoffgehalt des Bodens bei.

Die Untersuchung ist besonders wichtig, um den Kalkgehalt zu bestimmen, damit nicht unnötig gekalkt wird. Ist der pH-Wert bereits hoch, wird der Boden durch Kalken noch alkalischer. Dadurch können Pflanzen viele Nährstoffe nicht mehr aufnehmen.

pH-Wert-Teststreifen stehen bereit, um pH-Wert bei drei Bodenproben zu messen.

Maßnahmen zur Bodenverbesserung

Berücksichtige beim Anpflanzen neuer Gartengewächse neben dem Standort – sonnig, halbschattig und schattig – immer die richtige Bodenart. Nur wenn du die Bodenverhältnisse beim Gärtnern einbeziehst, erhältst du gesunde und gut gedeihende Pflanzen. Außerdem reduzierst du das Wachstum von Unkraut im Beet.

Ist der Gartenboden nicht ideal für den Anbau von Gemüse oder anderen Pflanzen geeignet, kannst du Maßnahmen zur Verbesserung der Gartenerde ergreifen – beispielsweise mit Bodenaktivatoren und Bodenverbesserern. Bei Sand oder Kies achtest du zur Bodenverbesserung auf den Kalkgehalt. Quarzsand enthält keinen Kalk und ist daher ideal. Torf ist zur Bodenverbesserung nicht geeignet, da er sich im Boden schnell zersetzt. Besser ist hier ein geeigneter Bodenverbesserer.

Auf sandiger Erde wird Kompost verteilt, um die Bodenverhältnisse zu verbessern.

Mykorrhiza als Bio-Dünger für den Boden

Um deine Gartenerde mit weiteren Nährstoffen zu versorgen und das Pflanzenwachstum zu steigern, kannst du Düngemittel wie beispielsweise Bio-Dünger einsetzen. Ein natürliches und wirkungsvolles Düngemittel ist Mykorrhiza-Dünger.

Mit Mykorrhiza wird eine Form der Symbiose aus Pilzen und Pflanzenwurzeln bezeichnet. Dabei vergrößert der Pilz die Wurzelfläche und ermöglicht der Pflanze eine bessere Wasser- und Nährstoffaufnahme. Im Gegenzug versorgt die Pflanze den Pilz über die Wurzeln mit Nährstoffen, die dieser nicht produzieren kann. Die Symbiose sorgt für ein deutlich besseres Pflanzenwachstum.

Das unterirdische Pilzgeflecht wächst mit der Pflanzenwurzel zusammen und vergrößert ihre Wurzelfläche. Dadurch kann die Pflanze ein größeres Gebiet mit Wurzeln abdecken und tiefer in den Boden vordringen. Beim Umtopfen erleichtert der Bio-Dünger das Anwachsen. Dank besserer Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ist die Pflanze weniger anfällig gegenüber Witterungseinflüssen und widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheitserreger.

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