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Kompost anlegen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 12.05.20205 MinutenVon: OBI Redaktion
Zwei Hände halten ein bisschen Erde in der Hand. Darunter befindet sich ein großer Haufen brauner Erde.

Kompost macht aus Pflanzen- und Bio-Abfällen nährstoffreichen Humus, den du als natürlichen Dünger verwendest. Erfahre in unserem Ratgeber, welche Abfälle und Pflanzen du kompostieren kannst, wo du deinen Komposthaufen platzieren solltest und wie du Kompost in deinem Garten richtig anlegen kannst.

Videoanleitung – Kompost richtig anlegen

Videoanleitung (3:25 Minuten)

Was darf auf den Kompost?

Eine umweltfreundliche Möglichkeit, dem Boden Nährstoffe zuzuführen und seine Struktur zu verbessern, ist Kompost. Der im Komposthaufen entstehende Humus ist lebendiger Boden, der Wasser speichern, aber auch rechtzeitig abgeben kann. Der Kompost wirkt zudem positiv auf Bodenlebewesen und Mikroorganismen, die wiederum eine gute Bodenstruktur herstellen. Mithilfe der Kompostierung erzeugst du mit Küchen- und Gartenabfällen natürlichen und wirkungsvollen Dünger. Allerdings kannst du nicht alle Bio- und Küchenabfälle als Material für die Kompostierung verwenden.

Welche Abfälle dürfen also auf den Kompost und welche nicht?

Kompost mit Laub, welken Blumen und Küchenabfällen auf der linken, Kompost mit Knochen, Fleischresten, Sondermüll und Chemie auf der rechten Seite.

Das darf auf den Kompost:

  • Rasenschnitt – am besten leicht angetrocknet, um Fäulnis zu vermeiden
  • Laub- und Strauchschnitt – diese Abfälle kompostieren schneller, wenn sie kleingeschnitten sind
  • Verwelkte Blumen, Kräuter und Unkraut – am besten ebenfalls kleinschneiden, um die Kompostierung zu beschleunigen; Unkraut nur, wenn es noch keine Samen trägt
  • Rohe Obst- und Gemüsereste – auch ungespritzte Bio-Zitrusfrüchte dürfen auf den Kompost, sie verrotten allerdings langsamer als anderes Obst
  • Tee- und Kaffeesatz – bei Filtern und Beuteln vorher die Metallklammern entfernen
  • Eierschalen
  • Geringe Mengen Papier und Pappe – verrotten sehr langsam; kein farbiges oder Hochglanz-Papier
  • Kleine Mengen Mist von Haustieren – aber keine Zusätze wie Katzenstreu
  • Algen aus dem Gartenteich

Das darf nicht auf den Kompost:

  • Gekochtes Essen und Speisereste – vor allem Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte, denn diese locken unter anderem Ratten an
  • Gespritzte Zitrusfrüchte – Zitronen-, Ananas-, Orangen- und Bananenschalen sind oft mit Pestiziden belastet, die nicht in den Humus gelangen sollten
  • Große Zweige, Äste und Wurzeln – diese verrotten zu langsam
  • Laub, das schwer verrottet – hierzu gehört Laub von Nussbäumen, Kastanienbäumen, Eichen und Platanen sowie vom Kirschlorbeer
  • Nussschalen – diese verrotten ebenfalls zu langsam, deshalb maximal kleine Mengen beifügen
  • Schnittblumen – vor allem aus dem Supermarkt, denn diese enthalten oft Pestizide
  • Unkraut, das schon Samen trägt
  • Pflanzen, die von Pilzen oder Schädlingen befallen sind – vermeide die weitere Ausbreitung
  • Farbiges oder dickes Papier
  • Asche-Reste
  • Windeln, Katzenstreu

Wo sollte der Komposthaufen stehen?

Grundsätzlich kannst du zwischen zwei verschiedenen Vorgehensweisen wählen, um Kompost anzulegen: einen Komposthaufen errichten oder einen Kompostbehälter wie einen Thermokomposter aufstellen. Komposter eignen sich besonders für kleinere Gärten und sollten an einem windgeschützten und leicht schattigen Standort ihren Platz finden.

Zu viel Sonne trocknet Kompost aus. Bei andauerndem Regen solltest du den Komposthaufen mit einer Abdeckung vor zu viel Feuchtigkeit schützen. Komposter wie Thermokomposter sind gegen verschiedene Witterungsbedingungen in der Regel gut geschützt.

Auch für kleine Flächen lohnt es sich, Kompost anzulegen. Dank spezieller Kompostgeräte sowie der Thermo- und Schnellkomposter ist dies auch bei wenig Platz auf Balkon und Terrasse kein Problem.

Größere Kompostbehälter sollten zerlegbar oder zumindest seitlich vollständig zu öffnen sein. Ideal sind, je nach Größe des Gartens, zwei bis drei Komposthaufen. Auf diese Weise kannst du mindestens einen Haufen in Betrieb halten, während ein anderer in der Ruhephase ist.

In der folgenden Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du Kompost selbst anlegen kannst und was Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Kompostbewohner bei der Kompostierung unterstützt.

So legst du Kompost an

4 Schritte

1
Den Kompost anlegen
Querschnitt durch einen Komposthaufen zeigt Schichten aus Erde und Rasenschnitt.
Auf einen Blick
  • Kompost schichtweise ansetzen
  • Gartenerde besorgen und aufschichten
  • Abfälle anhäufen
So geht das

Der Kompost wird schichtweise angesetzt. Die erste Lage ist ca. 30 cm hoch und kommt direkt auf die Erde. Diese Schicht enthält klein geschnittene Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Zweige und Ähnliches. Wenn du in einem Behälter mit geschlossenem Boden kompostierst, empfiehlt sich die Verwendung eines Kompoststarters, den du direkt auf die erste Schicht streust.

Als Nächstes kommt eine 5 bis 10 cm hohe Schicht Gartenerde, um den Komposthaufen zu „impfen“. Das heißt, ihm die benötigten Mikroorganismen zuzuführen. Ist der eigene Gartenboden durch Bauarbeiten oder anderes geschädigt, bitte beispielsweise deine Nachbarn mit gut funktionierenden Komposthaufen um Material für diese „Impfung“. Damit schaffst du die ideale Grundlage, auf der weitere Abfallschichten angehäuft werden. Um den Kleinstlebewesen genügend Sauerstoff zu garantieren, streue gelegentlich klein geschnittenes Astwerk ein.

Hinweis: Achte darauf, den Komposthaufen bei Trockenheit regelmäßig zu gießen. Komposter wie Thermokomposter halten Feuchtigkeit etwas besser als offene Komposthaufen.

So geht das

2
Den Kompost schließen
Heimwerker wirft einen Haufen Blätter in einen Kompostbehälter.
Auf einen Blick
  • Haufen mit Rasenschnitt abdecken
  • Alternativ Kürbis oder Gurke auf dem Kompost anpflanzen
So geht das

Hat dein Komposthaufen eine Höhe von ca. 1,20 m erreicht, ist es Zeit, ihn zu schließen. Bei Kompostbehältern richtet sich dieser Zeitpunkt nach der jeweiligen Größe.

Decke deinen geschlossenen Komposthaufen mit Rasenschnitt oder ähnlichem Material ab, da der Kompostierungsprozess Insekten anlockt, die Fäulnisbakterien und Pilze auf Nutzpflanzen übertragen können.

Alternativ kannst du Kürbis oder Gurken in die oberste Kompostschicht setzen und sie, falls notwendig, mit etwas Gartenerde verankern. Mit ihren großen Blättern decken sie den Kompost auf natürliche Weise ab. Da Blätter viele Nährstoffe benötigen, fühlen sie sich auf diesem Platz besonders wohl.

So geht das

3
Komposthaufen umsetzen
Heimwerker setzt Kompost mit einem Spaten um.
Auf einen Blick
  • Haufen mit Schaufel umgraben
So geht das

Wenn der Kompost nach einigen Wochen auf ein Drittel der ursprünglichen Masse geschrumpft ist, setzt du ihn mit einer Schaufel oder einem Spaten um. So kommen die inneren Schichten nach außen und die äußeren nach innen. Das fördert die Durchlüftung mit Sauerstoff, was unter anderem für die Bodenlebewesen und Mikroorganismen wichtig ist. Außerdem beschleunigt die gleichmäßige Durchmischung den Kompostierungsprozess und zeigt, ob Mischungsverhältnis und Feuchtigkeitsgehalt passen. Ist der Kompost zu feucht, kommt es zu Fäulnis. Dagegen hilft das Einarbeiten von grobem, trockenem Material.

So geht das

4
Verwendung des fertigen Komposts
Heimwerker verteilt mit einer Schaufel fertige Komposterde durch ein Wurfgitter im Garten.
Auf einen Blick
  • Fertigen Kompost verwenden
So geht das

Nach ungefähr neun Monaten kannst du den Kompost verwenden. Reifer Kompost hat eine krümelige Struktur und riecht nach Walderde. Ideal ist es, die Masse durch ein Durchwurfsieb (auch Wurfgitter genannt) zu sieben. Grobe Reste kommen auf einen neuen Komposthaufen. Eine eventuell zu lange Lagerung erkennst du daran, dass der Kompost nur noch wenig Substanz hat. In diesem Fall kannst du ihn aber immer noch zum Mulchen nutzen.

So geht das

Das benötigst du für dein Projekt

  • Gartenerde
  • ggf. Schnellkomposter
  • Kompostbehälter
  • Schubkarre
  • Schaufeln & Spaten
  • evtl. Durchwurfsieb

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