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Kompost anlegen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Zwei Hände halten ein bisschen Erde in der Hand. Darunter befindet sich ein großer Haufen brauner Erde.

Erfahren Sie hier, welche Abfälle und Pflanzen Sie kompostieren können, wo Sie ihren Komposthaufen platzieren sollten und wie Sie einen Kompost in Ihrem Garten richtig anlegen.

Was darf auf den Kompost?

Eine umweltfreundliche Möglichkeit, dem Boden Nährstoffe zuzuführen und seine Struktur zu verbessern, ist Kompost. Der im Komposthaufen entstehende Humus ist lebendiger Boden, der Wasser speichern, aber auch rechtzeitig abgeben kann. Der Kompost belebt die Boden- und Mikroorganismen, die wiederum eine gute Bodenstruktur herstellen.  Mithilfe der Kompostierung erzeugen Sie mit Küchen- und Gartenabfällen natürlichen und wirkungsvollen Dünger. Allerdings können Sie nicht alle Bio-Abfälle als Material für die Kompostierung verwenden. Welche Abfälle dürfen Sie also auf den Kompost werfen und welche nicht?

Kompost mit Laub, welken Blumen und Küchenabfällen auf der linken, Kompost mit Knochen, Fleischresten, Sondermüll und Chemie auf der rechten Seite.

Das darf auf den Kompost:

  • Rasenschnitt – am besten leicht angetrocknet, um Fäulnis zu vermeiden
  • Laub- und Strauchschnitt – diese Abfälle kompostieren schneller, wenn Sie kleingeschnitten sind
  • Verwelkte Blumen, Kräuter und Unkraut – am besten ebenfalls kleinschneiden, um die Kompostierung zu beschleunigen; Unkraut nur, wenn es noch keine Samen trägt
  • Rohe Obst- und Gemüsereste – auch ungespritzte Bio-Zitrusfrüchte dürfen auf den Kompost, sie verrotten allerdings langsamer als anderes Obst
  • Tee- und Kaffeesatz – bei Filtern und Beuteln vorher die Metallklammern entfernen
  • Eierschalen
  • Geringe Mengen Papier und Pappe – verrotten sehr langsam; kein farbiges oder Hochglanz-Papier
  • Kleine Mengen Mist von Haustieren – aber keine Zusätze wie Katzenstreu
  • Algen aus dem Gartenteich

Das darf nicht auf den Kompost:

  • Gekochtes Essen und Speisereste – vor allem Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte, denn diese locken u. a. Ratten an
  • Gespritzte Zitrusfrüchte – Zitronen-, Ananas-, Orangen- und Bananenschalen sind oft mit Pestiziden belastet, die nicht in den Humus gelangen sollten
  • Große Zweige, Äste und Wurzeln – diese verrotten zu langsam
  • Laub, das schwer verrottet – hierzu gehört Laub von Nussbäumen, Kastanienbäumen, Eichen und Platanen sowie vom Kirschlorbeer
  • Nussschalen – diese verrotten ebenfalls zu langsam, deshalb maximal kleine Mengen beifügen
  • Schnittblumen – vor allem aus dem Supermarkt, denn diese enthalten oft Pestizide
  • Unkraut, das schon Samen trägt
  • Pflanzen, die von Pilzen oder Schädlingen befallen sind – vermeiden Sie eine weitere Ausbreitung
  • Farbiges oder dickes Papier
  • Asche-Reste
  • Windeln, Katzenstreu

Wo sollte der Komposthaufen stehen?

Grundsätzlich können Sie zwischen zwei verschiedenen Vorgehensweisen wählen, um Kompost anzulegen: einen Komposthaufen errichten oder einen Kompostbehälter aufstellen. Letztere eignen sich besonders für kleinere Gärten und sollten an einem windgeschützten und leicht schattigen Ort ihren Platz finden.
Zu viel Sonne trocknet den Kompost aus. Bei andauerndem Regenfall, sollten Sie den Komposthaufem mit einer Abdeckung vor zu viel Feuchtigkeit schützen.

Auch für kleine Flächen lohnt es sich, Kompost anzulegen. Dank spezieller Kompostgeräte und sogenannter Schnellkomposter ist dies auch bei wenig Platz auf Balkon und Terrasse kein Problem.

Größere Kompostbehälter sollten zerlegbar oder zumindest seitlich vollständig zu öffnen sein. Ideal sind, je nach Größe des Gartens, zwei bis drei Komposthaufen. Dann kann man stets mindestens einen Haufen in Betrieb halten, während ein anderer in der Ruhephase ist.

In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Kompost selbst anlegen und was Mikroorganismen, Regenwürmer und weitere Kompostbewohner bei der Kompostierung unterstützt.

So legen Sie Kompost an

4 Schritte

1
Den Kompost anlegen
Querschnitt durch einen Komposthaufen zeigt Schichten aus Erde und Rasenschnitt.
Auf einen Blick
  • Kompost schichtweise ansetzen
  • Gartenerde besorgen und aufschichten
  • Abfälle anhäufen
So geht das

Der Kompost wird schichtweise angesetzt. Die erste Lage ist circa 30 cm hoch und kommt direkt auf die Erde. Sie enthält kleingeschnittene Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Zweige und Ähnliches. Wenn Sie in einem Behälter mit geschlossenem Boden kompostieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Kompoststarters, den Sie direkt auf die erste Schicht streuen.

Als Nächstes kommt eine 5 bis 10 cm hohe Schicht Gartenerde, um den Komposthaufen zu „impfen“, das heißt, ihm die benötigten Mikroorganismen zuzuführen. Ist der eigene Gartenboden durch Bauarbeiten oder anderes geschädigt, fragen Sie beispielsweise Nachbarn mit gut funktionierenden Komposthaufen um diese „Impfung“. Damit schaffen Sie die Grundlage, auf der weitere Abfallschichten angehäuft werden können. Um den Kleinstlebewesen genügend Sauerstoff zu garantieren, streuen Sie gelegentlich kleingeschnittenes Astwerk ein.

Achten Sie darauf, den Komposthaufen bei Trockenheit regelmäßig zu gießen.

So geht das

2
Den Kompost schließen
Heimwerker wirft einen Haufen Blätter in einen Kompostbehälter.
Auf einen Blick
  • Haufen mit Rasenschnitt abdecken
  • Alternativ Kürbis oder Gurke auf dem Kompost anpflanzen
So geht das

Hat Ihr Komposthaufen eine Höhe von circa 1,20 m erreicht, ist es Zeit, ihn zu schließen. Bei Kompostbehältern richtet sich dieser Zeitpunkt nach der jeweiligen Größe.

Decken Sie Ihren geschlossenen Komposthaufen mit Rasenschnitt oder ähnlichem Material ab, da der Kompostierungsprozess Insekten anlockt, die Fäulnisbakterien und Pilze auf Nutzpflanzen übertragen können.

Alternativ können Sie Kürbis oder Gurken in die oberste Kompostschicht setzen und sie, falls notwendig, mit etwas Gartenerde verankern. Mit ihren großen Blättern decken sie den Kompost auf natürliche Weise ab. Da Blätter viele Nährstoffe benötigen, fühlen sie sich auf diesem Platz besonders wohl.

So geht das

3
Komposthaufen umsetzen
Heimwerker setzt Kompost mit einem Spaten um.
Auf einen Blick
  • Haufen mit Schaufel umgraben
So geht das

Wenn der Kompost nach einigen Wochen auf ein Drittel der ursprünglichen Masse geschrumpft ist, setzen Sie ihn mit einer Schaufel oder einem Spaten um. So kommen die inneren Schichten nach außen und die äußeren nach innen. Das fördert die Durchlüftung und gleichmäßige Durchmischung, beschleunigt den Kompostierungsprozess und zeigt, ob Mischungsverhältnis und Feuchtigkeitsgehalt passen. Ist der Kompost zu feucht, kommt es zu Fäulnis. Dagegen hilft das Einarbeiten von grobem, trockenem Material.

So geht das

4
Verwendung des fertigen Komposts
Heimwerker verteilt mit einer Schaufel fertige Komposterde durch ein Wurfgitter im Garten.
Auf einen Blick
  • Fertigen Kompost verwenden
So geht das

Nach ungefähr neun Monaten können Sie den Kompost verwenden. Reifer Kompost hat eine krümelige Struktur und riecht nach Walderde. Ideal ist es, die Masse durch ein Wurfgitter zu sieben. Grobe Reste kommen auf einen neuen Komposthaufen. Eine eventuell zu lange Lagerung erkennen Sie daran, dass der Kompost nur noch wenig Substanz hat. Doch dann können Sie ihn immer noch zum Mulchen verwenden.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Gartenerde
  • ggf. Schnellkomposter
  • Kompostbehälter
  • Schubkarre
  • Schaufeln & Spaten

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