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Richtig mulchen

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein Beet im Garten, dass mit Rindenmulch abgedeckt ist

Mulchen bedeutet, dass Sie die Erde in Ihren Beeten möglichst das ganze Jahr abdecken. Diese Methode aus dem ökologischen Gartenbau dient dazu, den Boden zu schützen und ihm Nährstoffe zuzuführen.

Darum lohnt sich mulchen

Wind, Wetter, Trockenheit: Der Boden in Ihrem Beet ist vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Es kann daher sinnvoll sein, eine Schutzschicht aufzutragen – den sogenannten Mulch. Das Prinzip haben sich Gärtner bei der Natur abgeschaut, schließlich gibt es dort praktisch keine nackte Erde: Laub, abgebrochene Zweige, Pflanzen oder eine Humusschicht bedecken natürlicherweise meist den Boden. Wenn Sie richtig mulchen, bleibt der Boden feucht, der Wind kann die Erde nicht austrocknen und Wasser verdunstet nicht so leicht. Regen wiederum wird von der Erde aufgenommen und schwemmt diese nicht weg. Die Schutzschicht wirkt zudem wie eine wärmende Decke und kann so das Wachstum Ihrer Pflanzen beschleunigen sowie Unkrautwuchs verhindern. Bei Obst- und Gemüsepflanzen, die besonders wärmeliebend sind, steigert Mulch daher sogar den Ertrag.

Nützliche Helfer wie Würmer, Bakterien und Mikroorganismen lockern unter dem Mulch den Boden auf und zersetzen die organische Bedeckung aus Gartenschnitt und Co., sodass der Erde Nährstoffe zugefügt werden und die Humusschicht wächst. Gießen oder mühsames Auflockern des Bodens fällt bei einem gut gemulchten Beet seltener an als bei einem Beet ohne Mulch.

Polygonalplatten liegen in einem gemulchten Pfad zwischen Beeten

Mulch selbst herstellen

Mulch besteht hauptsächlich aus organischen Materialien – was bedeutet, dass Sie die nützliche Beetbedeckung ganz einfach selbst herstellen können. Dazu sind Gartenabfälle wie Hecken- oder Rasenschnitt geeignet. Im Herbst eignet sich dazu auch Laub. Rasenschnitt sollte nur in kleinen Mengen eingesetzt werden, da es die Durchlüftung des Bodens negativ beeinflussen und Wühlmäuse anlocken kann. Kompost wirkt als Mulch zusätzlich wie ein Dünger. Zerschredderte Holzreste oder gehäckseltes Stroh eignen sich ebenfalls, denn besonders Obstbäume und Beerensträucher lassen sich von diesen Materialien gerne wärmen. Wenn Sie in Ihrem Garten viele Holzabfälle zur Verfügung haben, beispielsweise vom Baumschnitt, dann können Sie diese in einem Häcksler zerkleinern. Wenn Sie in Ihrem Beet mit Schnecken zu kämpfen haben, hilft Mulch aus Schilf häckseln. Auch zerkleinerte Kräuterpflanzen wirken sich zum Teil günstig auf Schädlinge aus.

Eine blaue Schubkarre mit Erde, Kompost, Gartenwerkzeug und Handschuhen

Mulch aus dem Handel

Wenn Ihnen die Herstellung von eigenem Mulch zu aufwendig ist oder Ihre eigenen Gartenabfälle nicht dazu ausreichen, können Sie auf Produkte aus Ihrem OBI Markt zurückgreifen. Besonders gern wird Rindenmulch verwendet, da er gut für Sträucher und Hecken geeignet ist und Unkraut unterdrückt. Die zerkleinerte Baumrinde fungiert außerdem als Wegbelag, hat jedoch einen Nachteil: Sie entzieht dem Boden Stickstoff. Dem können Sie allerdings entgegenwirken, indem Sie den Mulch mit Hornspäne vermengen. Die Pflanzen auf der gemulchten Fläche müssen regelmäßig gemäß ihren spezifischen Ansprüchen gedüngt werden.

Lavamulch besteht aus vulkanischem Gestein und verfügt über einen hohen Mineralanteil. Die körnige Schicht ist gut begehbar und verrottet im Vergleich zu den meisten Mulcharten nicht. Wasser und Wärme werden von Lavamulch ebenfalls gut gespeichert, dafür ist er in der Anschaffung meist teurer als beispielsweise Rindenmulch. Alternativ eignet sich auch Kies oder Splitt zum Mulchen: Die Steinchen schützen den Boden vor äußeren Einflüssen und speichern Wärme. Im Gegensatz zu Lava und anderen Mulcharten geben sie aber keine Nährstoffe ab. 

Weiße Steine liegen auf einer mit Dekormulch ausgelegten und mit Sträuchern bepflanzten Fläche

So mulchen Sie richtig

Bevor Sie den Mulch auf Ihre Beete auftragen, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden. Entfernen Sie wenn nötig Unkraut und lockern Sie den Boden mit einem Spaten etwas auf. Im Anschluss können Sie mit dem Verteilen des Mulchs beginnen. Achten Sie darauf, dass Sie das Material um die Pflanzen herum auftragen, zum Stil oder Stamm aber einige Zentimeter Abstand halten. Bekommen die Gewächse dort nicht genügend Luft, kann sich Fäulnis bilden. Beim Verteilen ist außerdem die Höhe der Mulchschicht entscheidend: Der Boden sollte zwar komplett bedeckt sein, ist die Schutzschicht jedoch zu dicht, kann die Erde nicht atmen. Eine etwa 5 bis 10 cm hohe Schicht gilt als ideal. Verteilen Sie im Zweifelsfall lieber zu wenig als zu viel Mulch, im Nachhinein können Sie die Schicht immer noch verdicken. Diese sollte locker aufliegen und nicht in die Erde eingearbeitet werden.

Am besten ist der Boden das ganze Jahr über bedeckt. Einen richtigen oder falschen Zeitpunkt zum Mulchen gibt es nicht. Im Winter bietet das Stroh- oder Laubgemisch Schutz vor Frost, im Sommer reiche Nährstoffe für Ihre Pflanzen. Warten Sie bei Beeten, in denen Sie frisch ausgesät haben, mit dem Mulchen vorerst ab. Bei Setzlingen ab etwa 10 cm können Sie die Erde bis zum Blattansatz bedenkenlos abdecken.

Eine Schubkarre steht vor einem gemulchten und bepflanztem Randbeet

Mulchen mit Rasenschnitt

Rasenschnitt, der in den meisten Gärten sowieso anfällt, eignet sich gut als Mulchmaterial, solange die Decke nicht dicker als 2 cm ist. Je feiner der Schnitt, umso besser für den Boden. Lange Halme lassen sich schließlich nur schwer zersetzen. Den praktischen Nutzen des vermeintlichen Grasabfalls haben auch Hersteller von Rasenmähern erkannt. Sie bieten daher nun spezielle Geräte an: Mulchrasenmäher zerkleinern das Gras viel feiner als herkömmliche Maschinen. Der so entstehende Mulch ist nicht nur für Beete, sondern auch für den Rasen selbst ein echter Gewinn. Daher haben die entsprechenden Mulchrasenmäher meist keinen Auffangkorb für den Schnitt, sondern befördern ihn direkt zurück auf den Rasen. Dort wird der Mulch dann wieder zersetzt und führt Boden und Gras so Nährstoffe zu. Zwar müssen Sie mit dem speziellen Gerät alle fünf bis acht Tage mähen, da es sehr langes Gras nicht ausreichend schneidet. Dafür sparen Sie sich aber das nachträgliche Harken und Entsorgen der Schnittreste.
Der Rasenschnitt sollte leicht angetrocknet und angewelkt sein, bevor Sie ihn auftragen. Frischer Schnitt klebt zu stark zusammen und neigt zum Faulen. Zudem lockt er Schnecken an. 

Wenn Sie richtig mulchen, ist dies sowohl für Sie als auch für Ihre Pflanzen ein echter Gewinn. Gießen, Düngen und das Jäten von Unkraut sind bei gemulchten Beeten in der Regel wesentlich seltener nötig. Die Pflanzen profitieren von der Wärmeschicht und den Nährstoffen, die beim Verrotten frei werden. Mulchen ist zudem günstig, da Sie Ihre Gartenabfälle dafür weiterverarbeiten können. 

Tipp: Für gemütliche Gärtner ist ein Rasenmähroboter eine gute Alternative zum Mulchrasenmäher. Der Roboter funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, erledigt die Arbeit aber ganz ohne Ihr Zutun.

Ein Heimgärtner mäht seinen Rasen mit einem Aufsitzrasenmäher

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