
Baumscheibe anlegen
Um einen Baum und dessen Wurzeln zu schützen, ist eine Baumscheibe hilfreich. Diese Anleitung zeigt dir, wie du eine Baumscheibe anlegen kannst – von der Auswahl und Anordnung der Pflastersteine über das Verlegen bis hin zur Verwendung von Dünger und Rindenmulch.
Warum benötigen Bäume eine Baumscheibe?
Obstbäume im Garten holen sich über ihre Wurzeln unter anderem Wasser und Nährsalze aus dem Boden, die sie zum Wachsen brauchen. Damit sie dort auch genügend Nährstoffe finden und nicht mit beispielsweise Gras um Wasser konkurrieren müssen, ist die richtige Bodenpflege wichtig. Vor allem bei Jungpflanzen in den ersten acht Jahren ist es wichtig, den Bereich unter der Kronentraufe von Bewuchs freizuhalten.
Eine Baumscheibe hilft, den Baum im Wachstum zu unterstützen. Außerdem erleichtert sie die Rasenpflege und schützt den Stamm vor Schäden. Das gilt vor allem für Verletzungen durch Rasenmäher oder Freischneider.
Das richtige Material für die Baumscheibe

Eine bewährte Variante der Baumscheibe ist das Anlegen eines Kreises mit Pflastersteinen und Rindenmulch. Verwende am besten würfelförmige Pflastersteine, die ausreichend tief im Boden liegen und so besseren Halt gewähren als flache Steine. Naturstein wie Basalt, Quarzit oder Sandstein eignet sich am besten für das Anlegen der Baumscheibe, da er langlebig und robust gegenüber Witterungseinflüssen ist. Vor allem Basalt wird häufig im Wege- und Gartenbau eingesetzt und hat sich als beständiges Material bewährt.
Um den ausgelegten Kreis an Pflastersteinen zu befüllen, verwendest du ebenfalls Naturmaterial. Am besten eignet sich Grasschnitt, Laub, Rindenmulch, Hackschnitzel oder Stroh. Dies verhindert, dass sich Unkraut ansammelt, was dem Boden wiederum Nährstoffe entziehen würde, die dem jungen Baum anschließend fehlen. Rindenmulch hat den Vorteil, die Feuchtigkeit im Boden zu bewahren und außerdem Schädlinge fernzuhalten. Im Sommer kannst du den Rindenmulch auch mit Rasenschnitt mischen.
Größe der Baumscheibe
Damit die Baumscheibe den Baumstamm und den Wurzelbereich des Gehölzes schützen kann, ist die richtige Größe der Baumscheibe entscheidend. Ein Durchmesser von etwa einem Meter ist für die meisten jungen Obstbäume passend.
Als Anhaltspunkt wird auch oft der Durchmesser der Krone angegeben. Da die Baumscheibe für etwa fünf bis zehn Jahre angelegt wird, legst du sie besser großzügiger an. So stellst du sicher, dass sie auch mit zunehmendem Wachstum des Obstbaumes noch groß genug ist und du die Baumscheibe nicht neu anlegen musst.
Schritt für Schritt: Baumscheibe anlegen
10 Schritte
1Pflastersteine besorgen

Auf einen Blick
Pflastersteine besorgen
Optional: Verschiedene Steinformate verwenden
2Steine auslegen

Auf einen Blick
Steine im Abstand von 1 m um den Baum anordnen
Optional: Genauen Radius des Steinrings mit Schnur und Zollstock bestimmen
3Außenkante abstechen

Auf einen Blick
Außenkante abstechen
Nur Grasnarbe durchtrennen
4Pflastersteine in Griffweite bereitlegen

Auf einen Blick
Steine griffbereit platzieren
Steine in der richtigen Reihenfolge bereitlegen
5Grassoden abtragen

Auf einen Blick
Grassode abtragen
Baumwurzeln unter Erdoberfläche beachten
6Pflastersteine verlegen

Auf einen Blick
Äußere Erde mit Handstampfer verdichten
Sandschicht unter Steinen verteilen
Steine auf Rasenniveau schlagen
Ggf. Schottertragschicht einfügen
7Unkraut entfernen

Auf einen Blick
Unkraut unter Grasnarbe entfernen
Boden für Dünger vorbereiten
8Hornspäne ausstreuen

Auf einen Blick
Hornspäne auf Baumscheibe verteilen
Dünger mit Grubber vorsichtig einarbeiten
9Rindenmulch verteilen

Auf einen Blick
Rindenmulch auf Baumscheibe verteilen
Stärke von 8 cm bis 10 cm beachten
10Sand in die Fugen fegen

Auf einen Blick
Sand auf Pflastersteine geben
Mit Handfeger in Fugen kehren
Baumeinfassung im Jahresverlauf pflegen

Damit die Baumscheibe der Jungbäume von Unkraut freigehalten wird, pflegst du diese regelmäßig. Dabei fallen von Frühjahr bis Winter unterschiedliche Aufgaben an. Vor allem in der ersten Wachstumsphase des Baums wässerst du diesen sehr kräftig. Bringe im Sommer eine Schicht Rindenmulch auf die Baumscheibe auf, um den Boden sowie den Wurzelbereich vor Austrocknung zu schützen. Die Mulchdecke trägt außerdem zur Verbesserung des Bodenlebens bei und dient als organischer Dünger. Erneuere die Mulchschicht bei Bedarf, um die Wirkung zu erhalten, oder reichere sie mit Grasschnitt an.
Im Herbst entfernst du die Mulchschicht, um zu verhindern, dass Wühlmäuse darin Unterschlupf finden. Wenn du Holzasche zur Verfügung hast, kannst du diese auf die Baumscheibe auftragen, um das Wachstum zu fördern.
Tipp: Befinden sich öfter Wühlmäuse in deinem Garten, dann setzt du nach dem Anpflanzen des Baums einen Drahtkorb um die Baumscheibe, um die Tiere fernzuhalten. Ideal ist eine Maschenweite von etwa 16 mm.
Halte die Baumeinfassung im Winter frei und lockere den Boden an milden Tagen gegebenenfalls mit einer Hacke oder einem Grubber auf, um ihn zu durchlüften. Auch wenn im Frühjahr die ersten stärkeren Sonnenstrahlen kommen, lässt du die Baumscheibe unbedeckt, um den Boden anzuwärmen. Lockere den Boden oberflächlich, um Luft eindringen zu lassen. Arbeite nun Kalkdünger ein, um den pH-Wert des Bodens zu erhöhen. Dieser vermeidet die Bildung von Pilzen am Gehölz. Vor allem im späteren Frühjahr wässerst du den Baum ordentlich.
Überprüfe auch den Zustand der Pflastersteine in regelmäßigen Abständen und halte die Fugen frei von Unkraut oder anderem Bewuchs.








