
Eidechsen im Garten
Im Ratgeber zeigen wir dir, wie sich Eidechsen im Garten wohlfühlen und wie du deinen Garten entsprechend gestaltest. Außerdem erfährst du, welche Arten hierzulande heimisch sind.
Eidechsen: gefährdete Reptilien
Eidechsen gibt es hierzulande vor allem im Süden. Sie leben in Gärten und Wäldern, an Bahnstrecken und in Kiesgruben. Doch ihre Lebensräume werden immer stärker reduziert. Bebauung und intensive Landwirtschaft vertreiben die Reptilien. Fast alle Echsen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere. Nur Waldeidechsen und Blindschleichen sind nicht gefährdet.
Eidechsenfreundlicher Garten

Eidechsen mögen es warm. Ein Holzstapel ist eine geeignete Sonnenterrasse für die Tiere.
Eidechsen sind wechselwarme Tiere. Sie passen ihren Lebensrhythmus an die Temperatur an. Männliche Echsen siehst du ab Anfang März. Die Weibchen zeigen sich erst drei Wochen später. Sie verbringen den Winter in kleinen Erdhöhlen. Ab Mai beginnt die Paarungszeit. Dann kannst du vor allem die Männchen öfter entdecken.
Nach der Paarung sucht sich das Weibchen einen Platz in der Sonne. Dort verbringt es mehrere Stunden, um die Eientwicklung zu fördern. Bereits im August ziehen die männlichen Eidechsen wieder ins Winterquartier um. Die Weibchen folgen im September. Zum Schluss machen sich die Jungtiere im Oktober bereit für die kalte Jahreszeit.
Deinen eidechsenfreundlichen Garten kannst du danach ausrichten. Gestalte hierfür Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen. Dafür bieten sich Hecken, hohe Stauden, eine Blumenwiese, ein Steingarten oder einfach nur Rasen an. Verzichte zum Schutz der Eidechsen und ihrer Beutetiere auf jegliche Gifte.
Als Sonnenplatz für die weiblichen Eidechsen eignet sich zum Beispiel ein unordentlicher Holzhaufen. Auf einem spärlich bewachsenen Boden legen sie ihre Eier. Die Reptilien fühlen sich auch in hohen Grasinseln wohl.
Hinweis: Fange keine Eidechsen aus der Natur, um sie in deinem Garten anzusiedeln.
Zaun- und Waldeidechsen im Garten

Die Waldeidechse ist die kleinste in Deutschland heimische Art. Ab Februar kannst du sie im Garten beobachten.
Die häufigste Art der Eidechsen hierzulande ist die Zauneidechse. Sie lebt auf Ackerrainen, an Bahndämmen, Böschungen, Heckensäumen und Natursteinmauern. Die Zauneidechse wird rund 24 cm lang. Die Männchen sind meist eher grünlich, während die Weibchen eine bräunliche Färbung aufweisen.
Auch die Waldeidechse ist hier heimisch. Sie wird nur etwa 15 cm groß und ist die kleinste heimische Art. Ihren Lebensraum hat sie normalerweise in kühlen und feuchten Gebieten. Dazu gehören Waldränder, Moore, Steinbrüche und Gewässerränder. Sie ist bereits ab Februar aktiv. Die Waldeidechse legt als einzige Art keine Eier. Ihre Nachkommen kommen lebend zur Welt.
Mauereidechse und Smaragdeidechse im Garten

Die Smaragdeidechse sieht mit ihrem strahlenden Grün besonders interessant aus. Bei älteren Männchen färbt sich die Kehle blau.
Weitere Eidechsenarten sind die Mauer- und die Smaragdeidechse. Die Mauerechse kann gut klettern. Sie hat einen flachen Körper und ist sehr schnell. Ihre Oberseite ist graubraun und die Unterseite weiß, gelb oder rot gefärbt. Sie lebt vor allem in Weinbauregionen und ist rund 20 cm lang. Die Echse fühlt sich in unverfugten Natursteinmauern und Felsenlandschaften wohl. In der Stadt bevorzugt sie Bahngleise als Rückzugsort.
Besonders farbenprächtig ist die Smaragdeidechse. Sie ist leuchtend grün gefärbt. Vom Kopf bis zur Schwanzspitze hat sie schwarze Punkte oder Streifen. Ältere Männchen erkennst du an einer bläulichen Kehle. Die Art wird bis zu 40 cm lang und gehört damit zu den größeren Echsen. Es gibt die Westliche und die Östliche Smaragdeidechse.
Beutetiere und Fressfeinde der Eidechsen
Eidechsen bleiben normalerweise an einem Ort und sind tagaktiv. Die Tiere fressen Insekten, Spinnen und Käfer. Aber auch Schnecken und Würmer stehen auf ihrem Speiseplan. Im Winter schlafen sie und zehren von ihren Reserven. Diese fressen sie sich im Sommer an.
Zu den Fressfeinden der Jungtiere gehören unter anderem Rotkehlchen. Die Eier werden auch gerne von Käfern gefressen. Ältere Tiere sind Nahrung für Katzen, Krähen, Mäusebussarde, Schlingnattern, Störche und Turmfalken. Werden sie an ihrem Schwanz geschnappt, können sie diesen abwerfen und so vor den Feinden fliehen. Dies hat allerdings auch Nachteile: Sie sind dann nicht mehr so wendig und schnell. Im Winter fehlt ihnen durch den Schwanzverlust der Großteil ihrer Fettvorräte.








