
Fliegende Ameisen bekämpfen
Im Früh- und Hochsommer treten vermehrt fliegende Ameisen auf. Die Insekten sind zwar harmlos, können im Haus jedoch zu echten Plagegeistern werden. Wir zeigen dir, wie du sie ohne Gift schnell vertreibst.
Was sind fliegende Ameisen?
Sobald es warm ist und kaum Wind weht, schwärmen fliegende Ameisen aus. Sie sind doppelt so groß wie flügellose Ameisen, jedoch keine eigene Art: Bei fliegenden Ameisen handelt es sich lediglich um geschlechtsreife Männchen und Weibchen beziehungsweise Jungköniginnen. Diese können fliegen, damit sie sich paaren und eine neue Kolonie gründen können.
In den heimischen Gärten kommen in der Regel zwei Arten vor. Die Gelbe Wegameise (Lasius flavus) und die Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger).
Fliegende Ameisen und andere europäische Ameisen stechen oder beißen nicht. Sie sind lediglich auf Partnersuche und verbleiben deshalb nicht lange an einem Ort.
Fliegende Ameisen bekämpfen

Insektenschutzgitter vor Fenstern und Türen lassen Insekten erst gar nicht ins Haus.
Fliegende Ameisen kannst du leicht aussperren oder vertreiben. Wenn du dein Fenster öffnest, kannst du sie mit einem Föhn sanft nach draußen befördern. Achte jedoch darauf, dass du dafür die Kaltluftfunktion benutzt. Da die Insekten von Licht angezogen werden, kannst du sie auch mit einer sichtbaren Lichtquelle im Freien aus deinem Haus locken.
Eine Alternative sind intensive Gerüche, die den Orientierungssinn der Insekten irritieren. Dazu putzt du den Boden mit etwas Zitronenessig oder mit einem ähnlich intensiv riechenden Mitteln. Der Griff zum Insektenspray oder andere Mittel gegen Ameisen sind hier nicht nötig.
Auch der Staubsauger eignet sich zur Vertreibung der Tiere. Für diese Methode schneidest du einen Nylonstrumpf auf 15 cm bis 20 cm Länge zurecht. Anschließend stülpst du diesen über das Staubsaugerrohr, sodass rund 10 cm des Strumpfes in das Rohr hineinragen. Den Rand schlägst du anschließend um das Rohr herum und fixierst das Ganze mit Klebeband. Die Insekten kannst du auf der niedrigsten Stufe des Geräts vorsichtig einsaugen und draußen frei lassen.
Zur Vorbeugung bieten sich Fliegengitter vor deinen Fenstern und Fliegenvorhänge an deiner Terrassen- oder Balkontür an, die du im Frühjahr anbringst. Mit ihnen sperrst du nicht nur fliegende Ameisen aus, sondern auch Fliegen und Mücken.
So leben fliegende Ameisen

Eine einzelne Ameise macht noch keinen Staat aus. Es werden hierfür immer geschlechtsreife Weibchen und Männchen gebraucht.
Damit ein Ameisenstaat wächst, brauchen die Insekten geschlechtsreife Männchen und Weibchen. Eine Ameisenkönigin legt Eier mit Arbeiterinnen, Wächterinnen oder Soldatinnen, die alle unfruchtbar sind. Aus manchen schlüpfen aber auch sogenannte Geschlechtstiere. Dies sind Männchen oder künftige Königinnen.
Die männliche geflügelte Ameise schlüpft aus unbefruchteten Eiern. Weibchen hingegen aus befruchteten. Ob aus ihnen geflügelten Weibchen oder unfruchtbare Arbeiterinnen werden, entscheiden Temperatur, Feuchte und das Alter der Königin. Die Arbeiterinnen füttern die fliegenden Jungtiere, bis diese ausgewachsen sind.
Fliegende Ameisen: Der Hochzeitsflug
Wenn das Wetter trocken, warm und windstill ist, schwärmen die fliegenden Ameisen für ihren Hochzeitsflug aus. Bei Regen bleiben sie im Bau und warten auf gutes Wetter. Der Hochzeitsflug, der im Hochsommer stattfindet, dient der Paarung mit geeigneten Männchen aus anderen Kolonien. Die Jungkönigin speichert die Spermien der Männchen in sogenannten Samentaschen, in denen die Spermien ihr ganzes Leben lang gespeichert werden können. Die Männchen sterben nach der Paarung.
Nach der Paarung suchen sich die Jungköniginnen in einer neuen Umgebung einen Platz für ihre Kolonie. Sie können aber auch eine Bestehende übernehmen. Haben sie einen neuen Ort gefunden, beißen sie sich die Flügel ab, da sie diese unter der Erde nicht mehr brauchen.
Fliegende Ameisen einer Art starten den Hochzeitsflugs fast gleichzeitig und fliegen in großen Schwärmen. Das schützt sie vor Fressfeinden, da sie Rauch oder einer schwarzen Wolke ähneln.
Die Flügel sind nur während des Hochzeitsfluges notwendig, um in kurzer Zeit weite Strecken zurückzulegen. Dies ist wichtig, um weit weg von der Heimatkolonie eine neue zu gründen oder sich einer bestehenden anzuschließen.
Muss man fliegende Ameisen bekämpfen?

Wirklich nötig ist es nicht, fliegende Ameisen zu bekämpfen. Wenn sie dir jedoch lästig werden, helfen unsere Tricks.
In der Regel bleiben fliegende Ameisen nur wenige Stunden und fliegen dann weiter, da sie auf Partnersuche sind. Deshalb ist es nicht notwendig, sie zu bekämpfen. Sie sorgen sogar für Ordnung im Garten, da sie ihren Nachwuchs mit Insekten füttern und verstorbene Tiere verwerten.
Erst wenn sie ihren Bau an einer unerwünschten Stelle errichten, können sie ein Problem werden. Dass sie ihren Bau dort errichten, kann damit zusammenhängen, dass sie eine Nahrungsquelle gefunden haben, die sie zum Bau anregt. Auf Köderboxen solltest du bei fliegenden Ameisen deshalb auch verzichten: Sie enthalten einen Lockstoff und ziehen damit weitere Tiere an.
Sie können aber auch zur Vermehrung von Blattläusen beitragen, denn fliegende Ameisen schützen Blattläuse, um später an ihre süßlichen Ausscheidungen zu gelangen.
Ameisenkolonien entstehen meist an trockenen, warmen Plätzen. Diese finden sie in Beeten, im Rasen oder unter Steinplatten. Dadurch können die Platten oft absacken. Auch wenn Kolonien in den Erdballen von Kübelpflanzen entstehen, wird es Zeit, sie zu bekämpfen.





