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So gestaltest du deinen Garten naturnah

Zuletzt aktualisiert: 30.07.20205 MinutenVon: OBI Redaktion
Bepflanzte Mauer in naturnahem Garten

Mit einem naturnahen Garten schaffst du Lebensräume für Tiere und holst dir ein Stück Wildnis in dein Zuhause. Wir geben dir Tipps, worauf du achten solltest.

Was heißt es, einen Garten naturnah zu gestalten?

Mit einem naturnahen Garten hast du nicht nur einen Hauch von Wildnis direkt vor der Tür. Du schaffst außerdem Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und vergrößerst so die Artenvielfalt in deinem Garten. Doch was bedeutet „naturnah“? Einen naturnahen Garten gestaltest und pflegst du innerhalb der Gesetze der Natur, anstatt gegen sie zu arbeiten. Das heißt vor allem, dass du der Natur die Chance gibst, sich frei zu entwickeln und unterstützt sie gleichzeitig dabei. Dabei gibt es kein festgeschriebenes Schema. Wie du deinen Garten naturnah gestaltest, kommt dabei ganz auf seine individuellen Gegebenheiten an.

Auf Pestizide, chemische Dünger und Torf verzichten

Der erste Schritt, um einen naturnahen Garten zu gestalten, ist der Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide. Denn diese Mittel dienen dazu, als schädlich angesehene Lebewesen zu zerstören, anstatt sie zu bewahren. Durch die Verwendung von torffreier Erde schützt du außerdem die Zerstörung der Moore durch den Torfabbau

Erde unter Sträuchern

Heimische Stauden und Gehölze

Ein weiterer wichtiger Faktor, um deinen Garten naturnah zu gestalten, ist garantiert die Pflanzenauswahl. Kurzgeschorener Rasen sowie exotische Gehölze und Formschnitthecken bieten für heimische Tiere nur einen geringen ökologischen Nutzen. Wesentlich reicher ist der Lebensraum für Tiere bei einer breiten Auswahl an heimischen Arten. Schließlich haben sich heimische Pflanzen und Tiere im Laufe einer gemeinsamen Entwicklung immer weiter aneinander angepasst. Insbesondere Insekten sind sogar von bestimmten Nahrungspflanzen abhängig: So ernähren sich beispielsweise 81 Tierarten von der oft als „Unkraut“ bezeichneten Quecke

Um dieses Verhältnis zu unterstützen, genügt es bereits, wenn du Kleinstrukturen nach dem Vorbild der Natur gestaltest, um unterschiedlichen Tieren Nahrung, Verstecke und Nistplätze zu ermöglichen. Hast du nicht genügend Platz für eine Hecke aus heimischen Wildsträuchern wie Berberitze, Weißdorn, Schwarzer Holunder oder Hainbuche, findest du vielleicht Platz für ein paar Wildrosen oder einen einzelnen Weißdornstrauch. Bietet dein Garten nicht genügend Platz für eine ganze Blumenwiese, kann schon ein selten gemähter Randstreifen für viele Tiere als Lebens- und Nahrungsgrundlage dienen. Damit gibst du Wildpflanzen wie Klee, Löwenzahn und Margeriten die Möglichkeit, zu wachsen und Insekten anzulocken. Achte außerdem bei der Auswahl der Pflanzen darauf, dass du Stauden mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten wählst, um ein ganzjähriges Nahrungsangebot zu schaffen.

Naturnahe Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen
Blühende Blumenwiese

Trockenmauern

Trockenmauern eignen sich nicht nur als gestalterisches Element in deinem Garten, etwa als Sitzmöglichkeit oder Begrenzungsmittel. In den kleinen Mauernischen finden Insekten wie Wildbienen und Hummeln, aber auch Eidechsen, Blindschleichen, Spinnen und Mäuse Unterschlupf. Das ist möglich, da die einzelnen Steine nicht durch Mörtel miteinander verbunden sind, sondern „trocken“ aufeinander liegen. Besonders schön wirken dabei Mauern aus Naturstein wie Granit, Kalk-, Sandstein, Gneis oder Jura. Größere Lücken innerhalb deiner Mauer kannst du außerdem direkt beim Schichten bepflanzen.

Trockenmauer mit Sukkulente

Nistkästen und Insektenhotels

Mit dem Anbringen von Nistkästen und Insektenhotels hilfst du Vögeln und Insekten, einen Unterschlupf zu finden. Insektenhotels kannst du entweder selber bauen oder in verschiedenen Formen und Größen kaufen. Beim Standort solltest du ein paar Aspekte beachten: Zwar benötigen Insektenhotels nicht viel Platz, allerdings sollte in der unmittelbaren Umgebung Nahrung zu finden sein. Je vielfältiger die Blütenpflanzen in der Umgebung, desto vielfältiger die Insekten. Stelle das Insektenhotel an einem sonnigen Platz, regen- und windgeschützt auf.

Nistkästen für Vögel kannst du ebenfalls entweder selber bauen oder in verschiedenen Formen kaufen. Achte darauf, dass sich unter dem Flugloch keine Ansitzstange befindet, damit Räuber nicht in den Nistkasten gelangen können. Anbringen solltest du deinen Nistkasten in etwa 2-3m Höhe, an einem Ort, an dem das Einflugloch weder zur Wetterseite (Westen) ausgerichtet ist noch der prallen Sonne ausgesetzt ist. Achte außerdem darauf, dass der Nistkasten niemals nach hinten überhängt, damit kein Regen eindringt. Der beste Zeitpunkt, um ihn anzubringen, ist der Herbst. So können Vögel deinen Nistkasten direkt zum Überwintern nutzen. 

Insektenhotel
Insektenhotel

Totholzhaufen

Gerade im Herbst fällt durch den Heckenschnitt und andere Aufräumarbeiten einiges an Holz an. Aufgeschichtet dient es als Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere wie Insekten, Amphibien, Reptilien, Spinnen, Vögel, Fledermäuse, Igel und Mäuse. Und gerade in den kalten Monaten wird der Totholzhaufen gerne als gemütliches Winterquartier genutzt – vor allem von Igeln. Als Gestaltungselement kannst du deinen Totholzhaufen als abgrenzendes Element von Beeten nutzen oder mithilfe von Begleitpflanzen wie Farne, Gräser und Kletterpflanzen optisch aufwerten. 

Totholzhaufen

Wasserstellen

Ob kleine Vogeltränke oder weitreichender Teich – eine Wasserstelle sorgt gerade an kalten Tagen für Abkühlung. Gerade an heißen Tagen benötigen die Tiere in deinem Garten viel Wasser. Platziere einen Stein oder ein Stück Holz in einer Vogeltränke, um auch kleineren Tieren zu ermöglichen, sicher zu landen, zu trinken und wieder hinauszuklettern. Hast du etwas mehr Platz in deinem Garten, kannst du einen Miniteich in einem Fass, Terrakottatopf oder anderem großen Gefäß anlegen und sogar mit Pflanzen bestücken. Ist dein Garten groß genug für einen eigenen Teich, sorgst du damit nicht nur für eine Abkühlung an heißen Tagen. Mit einer vielfältigen und heimischen Bepflanzung wird dein Teich zum Lebensraum für Kleinlebewesen wie Frösche, Kröten, Molche und Libellen.

Teich mit Bepflanzung

Kompost anlegen

Einen Kompost aufzusetzen ist nicht nur eine nachhaltige Möglichkeit, Garten- und Küchenabfälle zu entsorgen und diese als reichhaltigen Dünger und Mulch für deine Beete weiter zu verwerten. Er zieht außerdem Kleinstlebewesen an, die mit ihren Ausscheidungen die Erde fruchtbar machen und damit für die Umwandlung von Pflanzenmaterial in Humus verantwortlich sind. Diese Insekten locken wiederum Vögel und Säugetiere wie Spitzmäuse in deinen Garten, die im Kompost eine reichhaltige Nahrungsquelle finden. Denn sie ernähren sich von den Spinnen, Würmern, Raupen und Käferlarven.  

Kompost in naturnahem Garten

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