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Gartenweg anlegen und pflastern – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 09.03.20206 MinutenVon: OBI Redaktion
Gartenweg aus roten Steinen führt an Rasen vorbei.

Vom Aushub des Wegbettes im Garten bis zum Abrütteln des verfugten Weges – diese Anleitung zeigt, wie Sie in sieben Schritten einen neuen Gartenweg anlegen und pflastern.

Wie pflastere ich einen Gartenweg?

Wenn Sie einen Gartenweg beispielsweise zum Gartenhaus oder Carport anlegen und pflastern wollen, sorgen Sie im ersten Schritt für einen Unterbau mit Kies, Schotter und Sand in passender Dicke. Der Unterbau mit Wegbegrenzung und Bettung macht den Weg robust und witterungsbeständig. Anschließend verlegen Sie die Pflastersteine, schneiden Randsteine passgenau zu und fügen diese dem Verlegemuster hinzu. Abschließend verfugen Sie den neuen Gartenweg und rütteln ihn gründlich mit einer Rüttelmaschine ab.

Wie tief der Unterbau im Garten ausfallen muss, hängt vom jeweiligen Klima ab. Je kälter es in Ihrer Region wird, desto tiefer legen Sie den Unterbau an. Soll der Weg später auch mit Kraftfahrzeugen befahrbar sein, beachten Sie bei der Auswahl der Steine neben der gewünschten Optik auch bestimmte Mindeststärken.

Machen Sie sich außerdem vor dem Kauf der Pflastersteine bereits Gedanken zum Verlegemuster. Sie können Ihren Gartenweg zum Beispiel wie folgt pflastern:

  • einfache, funktionale Verlegung
  • Fischgräten-Muster
  • Reihenverband
  • kreatives Kombiformat
  • wilder Verband

Wenn Sie Ihren neuen Gartenweg ökologisch gestalten möchten, verwenden Sie idealerweise Öko-, Sicker- oder Drainagepflaster. Diese speziellen Pflaster sind wasserdurchlässig und wirken der Flächenversiegelung entgegen. Ein ökologischer Gartenweg dient dem Umweltschutz und der Bodenqualität Ihres Gartens. Einige Kommunen entlohnen die ökologische Gestaltung sogar mit verminderten Abwassergebühren.

Achten Sie bei allen Schritten darauf, einen tragfähigen und setzungsfreien Untergrund zu erreichen, den Sie abschließend mit dem Rüttler verdichten. Dies gewährleistet die spätere Stabilität der Fläche.

So pflastern Sie einen Gartenweg

7 Schritte

1
Gartenweg abstecken und Unterbau ausheben
Heimwerker steckt die Fläche für Gartenweg ab und hebt den Untergrund mit dem Spaten aus.
Auf einen Blick
  • Zeichnung mit Maßen anfertigen
  • Fläche abmessen und Weg abstecken
  • Unterbau ausheben
So geht das

Zum Anlegen und Pflastern eines Gartenwegs gehört im Voraus die genaue Planung. Fertigen Sie sich eine möglichst maßstabsgetreue Zeichnung mit allen Maßen zur Breite, Länge und Tiefe des Aushubs an. Beziehen Sie Kurven sowie Randsteine ein. Anhand der Abmessungen berechnen Sie dann die benötigte Menge an Steinen sowie die Kubikmeter-Anzahl an Sand, Kies und Schotter. Beziehen Sie die Lagerfläche ein, die Baumaterialien wie Kies bis zur Verlegung in Anspruch nehmen. Ein liefernaher Standort im Garten spart Kraft beim Transport der Pflastersteine und Baustoffe.

Jetzt stecken Sie den Gartenweg mit einer Schnur und Holzpflöcken ab. Achten Sie dabei auf eine einheitliche Höhe der Schnur. Anschließend beginnen Sie mit dem Aushub für den Unterbau. Der Aushub für einen Fußweg muss mindestens 30 bis 35 cm tief sein. Je nach regionalen und klimatischen Bedingungen sowie der Nutzung heben Sie sogar 60 bis 90 cm Boden aus. Informationen zur empfohlenen Aushubtiefe erhalten Sie bei Ihrem Bauamt. Beim Anlegen längerer Gartenwege lohnt es sich, einen Minibagger auszuleihen.

So geht das

2
Wegbegrenzung legen
Heimwerker verlegt Wegbegrenzung mit Randsteinen.
Auf einen Blick
  • Streifenfundament vorbereiten
  • Beton mischen
  • Randsteine im Betonbett fixieren
So geht das

Randsteine begrenzen den Weg an allen Seiten im Garten und dienen sowohl der Optik als auch dem Halt und der Stabilität. Damit die Einfassungen nicht verrutschen, fixieren Sie die Steine im Betonfundament. Die Betonschicht sollte mindestens 10 bis 20 cm messen und auf einem wasserdurchlässigen Schotterbett liegen.

Stein für Stein setzen Sie die Wegbegrenzung in das Streifenfundament und klopfen die Randsteine mit einem Gummihammer so auf der richtigen Höhe und Position ein, dass der Stein mit der gespannten Schnur abschließt. Dann stellen Sie seitliche Rückenstützen mit dem Beton her, bis der Randstein bis zu einem Drittel seiner Höhe im Beton fixiert ist.

Abschließend lassen Sie den Beton aushärten, bevor Sie mit weiteren Arbeitsschritten fortfahren. Beachten Sie zum Aushärten die Herstellerangaben des Betons.

So geht das

3
Bettung des Gartenwegs anlegen
Heimwerker schüttet die Bettung für den Gartenweg mit Kies auf.
Auf einen Blick
  • Tragschicht anlegen
  • Metallschienen einlassen
  • Tragschicht exakt abziehen
So geht das

Ist der Beton ausgehärtet, legen Sie die Tragschicht für das Pflaster an, damit Regenwasser versickern kann und der Weg stabil bleibt. Nutzen Sie für die Tragschicht Kies oder Schotter mit einer Körnung von bis zu 32 mm. Den Kies oder Schotter schütten Sie je nach Aushubtiefe etwa 10 bis 30 cm hoch auf. Dann verteilen Sie das Substrat mit einem Rechen und verdichten den Kies oder Schotter mit einer Rüttelplatte. Halten Sie ein Gefälle von mindestens 2 % von Bauwerken weg ein, um den Ablauf von Regenwasser zu gewährleisten.

Auf die verdichtete Schicht schütten Sie nun noch eine 4 bis 5 cm hohe Schicht aus Sand – bei Öko- beziehungsweise sickerfähigen Flächenbelägen nehmen Sie Splitt (2 bis 5 mm). Um die zweite Schicht höhengenau einzubringen, lassen Sie Metallschienen zum Abziehen des Belags in den Boden ein. Entscheidend für die Qualität des späteren Pflasters ist, dass der Splitt beziehungsweise Sand exakt abgezogen wird.

Führen Sie eine Holz- oder Aluminium-Abziehlatte über die zwei verlegten Metallschienen. Beachten Sie bei der Höhenberechnung, dass die Pflasterfläche später abgerüttelt wird und sich dadurch noch einmal um etwa 1 cm absenkt. Das Pflasterbett sollte nach dem Abziehen nicht mehr betreten werden. Verfüllen Sie einzig eventuelle Fehlstellen und gleichen Sie Unebenheiten aus.

So geht das

4
Pflastersteine für den Weg verlegen
Heimwerker verlegt Pflastersteine für Gartenweg und klopft sie mit dem Gummihammer fest.
Auf einen Blick
  • Steine verlegen
  • Gefälle und Fugenbreite einhalten
So geht das

Als Nächstes beginnen Sie mit der Verlegung der Pflastersteine. Nutzen Sie hierzu ebenfalls die gespannte Schnur sowie die Wasserwaage, um den korrekten Sitz der Steine sicherzustellen. Beachten Sie das 2 %-Gefälle, damit sich kein Regenwasser auf den Pflastersteinen sammelt.

Legen Sie die Steine mit einer Fugenbreite von mindestens 3 bis 5 mm in das Wegbett und klopfen Sie diese bei Bedarf leicht an. Legen Sie so Stein für Stein Ihren Gartenweg an.

So geht das

5
Pflastersteine und Platten zuschneiden
Heimwerker schneidet Steine für Gartenweg mit Steinschneider zu.
Auf einen Blick
  • Schnittkante anzeichnen
  • Steine mit Steinknacker oder -schneider zuschneiden
So geht das

Randsteine oder Platten aus beispielsweise Naturstein schneiden Sie bei Bedarf mittels Steinknacker, Steintrenner oder Steinschneider passgenau zu. Zeichnen Sie dazu die gewünschte Schnittkante auf dem Stein an und legen Sie ihn in das Gerät ein. Der Knacker arbeitet schmutzarm, leise und ohne Strom, eignet sich jedoch nicht für dicke Steine oder lange, saubere Schnittkanten.

Wenn präzise Ergebnisse gewünscht sind, greifen Sie zum Steinschneider, der auch bei dicken Steinen exakt arbeitet. Der Steinschneider erzeugt allerdings mehr Schmutz und Lärm. Achten Sie deshalb auf einen leicht zu säubernden Stellplatz.

So geht das

6
Fugen verfüllen und Drainfähigkeit herstellen
Heimwerker fegt Fugensand in die Fugen zwischen den Pflastersteinen des Gartenweges ein.
Auf einen Blick
  • Fugensand oder Fugenfüller wählen
  • Gartenweg verfugen
So geht das

Um Schäden am Weg vorzubeugen, ist die Verfugung der Pflastersteine unerlässlich. Für die Fugenfüllung bieten sich Ihnen zwei Optionen:

1. Fugensand
Bei der Verwendung von losem Fugenmaterial wie gewaschenem Fugensand oder Fugensplitt (2-3 mm) wird das Fugenmaterial mehrfach auf dem gepflasterten Weg verteilt und mit einem Besen sauber ein- und abgefegt. Splitt macht die Fugen durchlässiger und erhöht die Sickerfähigkeit der Fläche. Das Schüttgut ist daher für größere Pflastersteine besser geeignet. Weil Regen den Sand im Laufe der Zeit auswaschen kann, sollte die Arbeit in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Wenn Sie sich weiße Fugen wünschen, greifen Sie zu Quarzsand. Für schwarze Fugen bietet sich Basaltsand an.

2. Aushärtender Fugenfüller
Aushärtender Fugenfüller verhindert das Auswaschen. Auch Unkrautwachstum wird damit deutlich verringert. Allerdings muss der Fugenfüller auf die Nutzungsbedingungen, Steineigenschaften, die Fugenbreite und den verwendeten Unterbau abgestimmt werden. Prüfen Sie daher vor dem Kauf die jeweiligen Herstellerangaben und beachten Sie die Anwendungshinweise.

3. Drain- oder Ökopflaster
Ein Sonderfall in Sachen Wasserdurchlässigkeit ist das Drain- oder Ökopflaster. Dieses Pflaster besteht aus wasserdurchlässigem Material, sodass Regenwasser weitgehend ungehindert abfließt. Sogenannte Sickerpflaster und ökologische Flächenbeläge weisen entsprechend große Öffnungen beziehungsweise einen ausreichend hohen Fugenanteil auf. Die Pflaster sind ebenfalls in unterschiedlichen Optiken erhältlich. Verwenden Sie bei allen drainfähigen Flächen Fugensplitt, damit die Wasserdurchlässigkeit gewährleistet bleibt.

So geht das

7
Pflasterweg abrütteln
Heimwerker rüttelt den gepflasterten Weg mit der Rüttelmaschine ab.
Auf einen Blick
  • Pflaster gründlich reinigen
  • Weg abrütteln
  • Ggf. Sandschicht verteilen
So geht das

Damit die verlegten Steine beim Abrütteln mit dem Rüttler nicht beschädigt werden, reinigen Sie die Platten und Pflaster gründlich von den Resten des Fugenmaterials. Nutzen Sie zudem die Gleitvorrichtung der Rüttelmaschine.

Großformatige Außen- und Terrassenplatten – beispielsweise aus Naturstein – dürfen nicht abgerüttelt werden. Beachten Sie die Bedienungsanleitung der Maschine. Bei Bedarf kann abschließend noch eine weitere Sandschicht mit dem Besen verteilt werden.

So geht das

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Pflastersteine
  • Randsteine
  • Sand
  • Beton
  • Frostschutz
  • Spaten
  • Rüttelplatte
  • Besen
  • Schubkarre
  • Rechen
  • Gummihammer
  • Wasserwaage
  • Steinschneider
  • Metermaß
  • Richtschnur

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